Die Geschichte des It-Girl

Jeder kennt Sie: das It-Girl. Sie setzt nicht nur Trends. Sie ist der Trend. Sie ist Muse, Model, Geschäftsfrau und millionenschwere Erbin. Sie ist sorglos und gleichzeitig hat sie jede Menge Probleme. Andere würden auch sagen, dass es einfach nur ein junge, hübsche Frau ist, die bekannt ist, weil sie bekannt ist.

Was ist ein It-Girl?

Das Oxford English Dictionary unterscheidet zwischen dem amerikanischen Sprachgebrauch für „eine glamouröse, lebhafte oder sexuell attraktive Schauspielerin, ein Model usw.“ und dem hauptsächlich britischen Sprachgebrauch für „eine junge, reiche Frau, die aufgrund ihres sozialen Lebensstils Berühmtheit erlangt hat“.

Entwicklung des gewissen Etwas

Die Bezeichnung It-Girl entstand in der britischen Oberschicht um die Wende zum 20. Jahrhundert. Meistens beschrieb dieses die Töchter adliger oder großbürgerlicher Familien, deren Lebensstil Vorbild für Imitation bot. Seine bis heute bekannte Definition erlangte er 1927 durch die Popularität des Films „It – das gewisse Etwas“ der Paramount Studios mit Clara Bow in der Hauptrolle.

Der Film spielt mit der Vorstellung, dass „it“ eine Eigenschaft ist, die sich Definitionen und Kategorien entzieht; folglich ist das von Bow dargestellte Mädchen eine Mischung aus einer Anfängerin und einer Femme fatale, mit einigen Qualitäten. Im Gegensatz dazu ist Bow’s Rivalin im Drehbuch ebenso jung und hübsch sowie reich und wohlerzogen, wird aber als nicht „es“ besitzend dargestellt. Clara Bow sagte später, sie sei sich nicht sicher, was „es“ bedeute, obwohl sie Lana Turner und später Marilyn Monroe als „It-Girls“ bezeichnete.

Die modische Komponente des „It-Girls“ stammt von der Modeschöpferin Lucy, Lady Duff-Gordon, beruflich bekannt als „Lucile“. Lady Duff-Gordon leitete exklusive Salons in London, Paris und New York, war die erste Designerin, die ihre Kollektionen auf einer Bühne mit Licht und Musik präsentierte und damit die moderne Laufstegshow inspirierte, und war berühmt dafür, dass sie mit ihren aufreizenden Dessous und von Dessous inspirierten Kleidern die Sexualität zu einem Aspekt der Mode machte. Außerdem spezialisierte sie sich auf die Einkleidung von Bühnen- und Filmschauspielern, von den Stars der Ziegfeld Follies am Broadway bis zu Stummfilmikonen wie Mary Pickford und Irene Castle.

Das It Girl entsteht nicht durch sich selbst, erst die Medien machen SIe zu einem. Die Bekanntheit eines „It-Girls“ ist oft nur vorübergehend; einige der aufstrebenden „It-Girls“ werden entweder zu vollwertigen Berühmtheiten, in der Regel zunächst durch Auftritte in Reality-TV-Shows oder -Serien; ohne einen solchen Beschleuniger verblasst ihre Popularität in der Regel.

Glamour und It

Ende der 1970er Jahre begann sich der Begriff von Bow (1905-1965) zu distanzieren, als die Zeitschriften ihn für Diana Ross verwendeten. Das It-Girl, immer noch ein difusser begriff beginnt sich auf Frauen in der Modebranche und im Kunst- und Partymilieu zu verteilen. Bianca Jagger, Amanda Lear, Marisa Berenson, Diana von Fürstenberg, als einige Vertreterinnen. Sie stehen für einen neuen Frauentyp, sie bringen den Glamour alter Namen und großer Künstler mit. So war Amanda Lear die letzte Muse Salvatore Dalis und Berenson ist die Enkelin der surealistischen Designerin Elsa Schiapparelli, aber auch die Party Szene der großen Disco-Ära und dem New Yorker Club Studio 54. Diese Frauen machen aber auch eigenständige Karrieren als Designerinnen, Musikerinnen, Künstlerinnen und TV-Persönlichkeiten.

Partygirl und Millionenschwer

Seit den 1980er Jahren bezeieht sich der Begriff „It-Girl“ auf eine wohlhabende junge Frau, die in der Boulevardpresse auf vielen Partys abgebildet ist, oft in Begleitung anderer Prominenter, und über die in den Medien berichtet wird, sie ist teil der sozialen Oberschicht, ohne nennenswerte Errungenschaften vorzuweisen. Der Schriftsteller William Donaldson stellte fest, das der Begriff in den 1990er Jahren verwendet wurde, um „eine junge Frau mit auffälligem ‚Sex-Appeal‘ zu beschreiben, die sich mit Schuhkauf und Partys beschäftigt“.

Das It-Girl als solches bekam auch Konkurrenz durch Supermodels als tonangebende Trend-Gestalt und im Zeitalter des Internets änderte es sich ebenfalls Rasant – It-Girls werden durch YouTube im heimischen Wohnzimmer erstellt und schaffen den Sprung in die Moderne. So etwa Tavi Gevenson, die eine der ersten Teenager Modebloggerinnen wurde und durch The Style Rookie zu Modenschauen eingeladen wurde.

Die unbekannte Berühmtheit

Im Jahr 2023 definierte Matthew Schneier für The Cut : „Berühmt, weil es out ist, berühmt, weil es jung ist, berühmt, weil es Spaß macht, berühmt, weil es berühmt ist.“ Schneier behauptete, dass man eine gewisse Unbekanntheit erreichen muss, um als It-Girl zu gelten.

Was sagt das It-Girl also über uns aus? Wir definieren in jeder Dekade neu und das It-Girl verändert sich. Ob wir sie nun Salonlöwin, Partygirl, Promi, Muse oder Internet-Sternchen nennen.

Quellen

Clara Bow: The original ‘It Girl’

‘It’ Girl Inflation

You’re an “It” girl! You’re an “It” girl! Everyone’s an “It” girl!

Edie Sedgwick, eternal It Girl: 50 years after „Poor Little Rich Girl,“ she remains an icon

Tumblr Girls, It Girls, and Girlbosses: The Evolution of the Influencer

Evans, Caroline (2013). The Mechanical Smile: modernism and the first fashion shows in France and America, 1900–1929. New Haven: Yale University Press. 

Duff-Gordon, Lady (Lucile). (1917). „The Last Word in Fashions“. Harper’s Bazaar63, October 1917

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