12 Gründe für das Flapper Girl

Ich bin mir sicher, dass es jedem, der sich mit den 1920ern befasst hat alles ziemlich bekannt vorkommt. Um genauer zu sein, hier eine Liste von 12 Faktoren, die den Aufstieg der lebenslustigen Flapper begünstigten:

  1. Der Erste Weltkrieg

Der Erste Weltkrieg war, der Wendepunkt des 20. Jahrhunderts. Die traumatischen Auswirkungen dieses globalen Konflikts, der zum Tod unzähliger Freunde, Verwandter und Nachbarn führte, zeigten der jungen Generation nicht nur, dass das Leben vergänglich war, sondern brachen auch die alten Systeme der Klassenunterschiede auf.

  1. Die Influenza-Pandemie

Es ist seltsam, dass diese Panidemie, der bis zu 40 Millionen Menschen zum Opfer fielen, als der Erste Weltkrieg zu Ende ging, heute so wenig bekannt ist, aber damals hatte sie eine tiefgreifende Wirkung auf die jungen Menschen, die sie durchlebten.

  1. Beruf und Bildung

Im Gegensatz zu dem, was man vielleicht hört, waren Frauen – vor allem alleinstehende Frauen – viele Jahrzehnte lang ein bedeutender Anteil der Erwerbstätigen. In den 1890er Jahren hatten etwa 25 % der alleinstehenden Frauen im Alter von 15 bis 24 Jahren einen Arbeitsplatz, und etwa 40 % der alleinstehenden Frauen im Alter von 25 bis 35 Jahren. Als jedoch Tausende von jungen Männern ihren Arbeitsplatz verließen, um im Ersten Weltkrieg zu dienen, sprangen junge Frauen für sie ein. Das heißt nicht, dass der Krieg gleichbedeutend mit Emanzipation war, sondern nur, dass mehr junge Frauen in schwierigen Zeiten mehr Verantwortung und Unabhängigkeit übernehmen mussten. Wahrscheinlich waren dies auch Faktoren, die dazu führten, dass mehr Frauen Universitäten besuchten und ein breiteres Ausbildungsangebot für Frauen geschaffen wurde.

  1. Das Wahlrecht

1920 wurde der 19. Verfassungszusatz vollständig ratifiziert, was einen Wendepunkt für die amerikanischen Frauen darstellte und dazu beitrug, dass die Idee der „neuen Frau“ Teil der nationalen Diskussion wurde. Das war natürlich eine ziemlich große Sache.

  1. Konsumverhalten

Mit dem Aufschwung des verarbeitenden Gewerbes und dem wirtschaftlichen Aufschwung kam es zu einem Anstieg des Konsumverhaltens. Immer mehr Produkte richteten sich an junge berufstätige Frauen mit eigenem Geld – von Strümpfen über Deodorants bis hin zu Haarpflegeprodukten. Die Werbung war allgegenwärtig – in Zeitungen, in Filmzeitschriften und auf Zäunen und Gebäuden. Schaufensterauslagen wurden zu einer Kunst.

  1. Popularität von “ Filmen“

Dies ist ein wichtiger Punkt, Leute. Die jungen, charismatischen Schauspielerinnen der Stummfilmzeit trugen wahrscheinlich mehr zur Verbreitung neuer Frisuren und Kleidungsstücke bei als alles andere – und die neu entdeckte Popularität von Make-up war wahrscheinlich dazu gedacht, das Aussehen auf der Leinwand nachzuahmen (obwohl die blasse Haut und das dunkle Lippen- und Augen-Make-up der Stummfilmzeit zu einigen ziemlich gewagten Looks im wirklichen Leben führten!)

  1. Automobile

Das Automobil war ein weiterer wichtiger Faktor in der Flapper-Kultur, da es den jungen Leuten ermöglichte, einfacher und schneller als je zuvor von A nach B zu kommen. Wir können uns gut vorstellen, wie aufregend diese Freiheit gewesen sein muss.

  1. Jazz

Die 1920er Jahre werden nicht umsonst als „Jazz-Zeitalter“ bezeichnet – der neue Musikstil war für die jungen Leute der Inbegriff von „modern“. Jazz zu spielen, dazu zu tanzen und Jazz-Songs zu singen, wurde zur Begeisterung. Es war der Soundtrack des Jahrzehnts.

  1. Tanzen

Apropos Tanzen: In den 1910er und 1920er Jahren gab es wohl kaum einen beliebteren Zeitvertreib als das Tanzen. Die meisten Jugendlichen hatten ihren Lieblingstanzsaal – die Urgroßmutter des Clubs. Man geht davon aus, dass die Liebe zum Tanzen letztlich zum „Flapper Dress“ führte – dem leichten, geraden, meist korsettlosen Kleid, das den Charleston oder den Tango viel einfacher machte.

  1. Romane

Es wird angenommen, dass populäre Romane, insbesondere Liebesromane, einen Einfluss auf die jungen Frauen der 20er Jahre hatten, wie z. B. Bestseller wie Three Weeks von Elinor Glyn, The Sheik von E.M. Hull und The Plastic Age von Percy Marks.

  1. Comic-Strips

Zeitungscomics, sowohl ein- als auch mehrteilige, waren damals ein wichtiger Bestandteil der Popkultur. Sie beeinflussten nicht nur den „Cartoon“-Look und die Gags vieler Stummfilmkomödien (einige Zeichner schrieben sogar Gags für Filmkomiker), sondern die Comicfiguren machten auch verschiedene Slangbegriffe populär – und Slang war, wie wir wissen, eine Art Flapper-Sprache.

  1. Schnaps und Zigaretten

Trotz der Prohibition (die entgegen der weit verbreiteten Meinung ziemlich erfolgreich war) gelang es vielen Leuten, sich in den örtlichen Speakeasies heimlich mit Getränken zu versorgen – Gin Blossom und Highballs waren die übliche Wahl. Und das Rauchen war ein sicherer Weg für einen selbstbewussten jungen Flapper, die Älteren (oder sogar ihre Freunde) zu schockieren.

Fashion Eras I love: 1920s

Warum begeistere ich mich für Mode? Ja, gute Frage. Ich glaube es begann damit, dass ich immer gerne historische oder historisch inspirierte Filme gesehen habe. Als Kind Märchen, als Teenager Period Dramas (Hi Mr. Thornton!) und dann ging es weiter mit Bio-Pics, Ereignisfilmen und Literaturadaptionen. Und was mir immer gefiel waren, die Kleider der Figuren (Ich will immer noch Lady Ediths Gardrobe aus Downton Abbey.) Und angefangen hat es dann wirklich, als ich mich mit Mode als Gesellschaftlichen Konzept befasst habe. Wie die meisten erst einmal mit Rockabilly und irgendwann dann 1900er – 1910er bis ich festgestellt hab: eigentlich gefallen mir andere Schnitte und Silhouetten viel mehr.

Flapper Fashion

Eigentlich ist es ein Irrtum zu glauben um 1920er schnitten sich alle Fraen die Haare ab und wurden zu Flappern oder Moderne Frauen. Auch das Flapper Girl war eigentlich ein Konzept: eine schicke, junge Frau die als Sekretärin oder Verkäuferin arbeitete und Abends nach Nachtleben genoss. Aber eins stimmt: die Mode wurde nach Ende des I. Weltkrieges immer gradliniger. Die Röcke wurden gerade und begannen nach Oben zu wandern, um 1926 Knielänge zu erreichen. Auch aus dem Grund, dass nicht mehr mehrfach am Tag Kleidung gewechselt wurde – wer berufstätig ist, kann nicht vier oder fünf mal am Tag Kleider wechseln.

( Branger/Roger Viollet via Getty Images)

Abendmode

Die Abend Garderobe wurde bestickt, bedruckt, appliziert, Schmuck wurde zunehmend Modeschmuck, so dass Mode der höheren Gesellschaft immer leichter Nachzuahmen wurde. Aber eines wurde sie Nicht: Mit Fransen behängt. Das ist eine Erfindung der 1950er Jahre und später vor allem für Karnevalskostüme beliebt (wem es Spaß macht, tragt es!)

Sportmode

Sport wurde auch vorher schon betrieben – Fahrradfahren brachte zwischen 1900 und 1910 das Radkostüm und den Hosenrock, aber in den 1920er Jahren gab es ein Konzept für weibliche Sportmode mit Tennisdress und Schwimmgarderobe. Wandergarrobe wurde zunehmend auch an das weibliche Publikum angepasst. Vor allem Dank Vorbildern wie Anne Kellerman.

Avantgarde, Schrägschnitt und Coco Chanel

Mode in den 1920er Jahren wurde acuh imme rmehr von Künstlern beeinflusst. Madeleine Vionnet, Elsa Schiapparelli und Coco Chanel brachten eine neue IDee von Mode hervor. Wärhedn Madeleine Vionnet vor allem für den Schrägschnitt begannt ist, dass Schnitte Diagonal zum Webverlauf geschnitten wurden und damitder Stoff fließen konnte, brachte Coco Chanel eine reduzierte, androgyne Mode in die Gesellschaft. Im Fokus stand Bequemlichkeit und Bewegungsfreiheit. Und Elsa Schiapparelli? Diese Begann sehr für mit Künstlern zusammen zu arbeiten udn einen SUrrealen Stil zu entwickeln, der bis heute für das Haus Schiapparelli steht. Mode wurde immer mehr zu einem Experimentierfeld.

Bewegungsfreiheit

Was die 1920er Jahren durchzieht ist vor allem eines – Bewegungsfreiheit. KLeidung, egal ob für Männer oder Frauen erlaubtene ine wesentlich größere Bewegungsfreiheit als vorher. Kleidung wurde bequemer, weil sie den ganzen Tag getragen wurde.

Flappers im Film

In einem Artikel der Motion Picture Weekly aus dem Jahr 1922 über Marie Prevosts Ein gefährlicher kleiner Dämon, der die Kinobetreiber dazu bringen sollte, den Film zu verleihen, hieß es, dass die große Attraktion der Film sei: „Der Reiz der Flapper-Geschichte; das, was jeder sehen will, ob er es gut findet oder nicht, einfach weil er den Flapper selbst liebt.“

In der Tat war die Flapper-Kultur in den 1920er Jahren ein großes Geschäft für Hollywood. Zu den frühen Schauspielerinnen mit Flapper-Allüren gehörten Clarine Seymour, Olive Thomas und Dorothy Gish. Nach 1920 gehörten Schauspielerinnen wie Gladys Waton, Marie Prevost und Viola Dana zu den ersten, die als „Flapper-Typen“ bezeichnet wurden.

Es folgten weitere Flapper-Stars wie der Megastar Clara Bow, Joan Crawford und Louise Brooks. Die meisten „Flapper-Filme“ waren leichte Komödien, in denen brave Mädchen zumindest versuchten, sich schlecht zu benehmen, oder freche, aber nette Mädchen, die sich amüsierten, bevor sie sich schließlich auf eine Romanze einließen. Auch „College-Filme“ waren Teil des Flapper-Genres. Diese Filme waren es vielleicht, die den Flapper in der Kultur der 1920er Jahre „etablierten“ und den Bubikopf und die kürzeren Röcke zum alltäglichen Stil machten.

Und das letzte Wort gebührt selbstverständlich dem Chronisten der 1920er:

“It’s rather futile to analyze flappers. They are just girls–all sorts of girls. Their one common trait being that they are young things with a splendid talent for life.”

F. Scott Fitzgerald

Ich bin meine eigene Muse

Die Muse des Künstlers ist eine der am meisten romantisierten Figuren der Kunstgeschichte, wenn nicht sogar der gesamten Popkultur. und mit der Muse verbinden wir ein ganz bestimmtes Bild. Oftmals Frauen, die sich im Kunstmilieu bewegen und Künstler zu großartigen Arbeiten inspirieren. Sei es durch Ausstrahlung und Charakter, intellektuelle Stimulation oder menschliche Zuwendung. Gleichzeitig darf man aber auch nie vergessen, dass es oft der einzige Weg für eine Frau war selbst eine Künstlerische Karriere einzuschlagen.

Eines der eindrücklichsten Verhältnisse von Muse und Künstler war die Beziehung zwischen Gustav Klimt und seiner lebenslangen Freundin , der avantgardistischen Schneiderin Emilie Flöge. Ihr ganzes Leben lang, arbeiteten sie auf kreativer Ebene zusammen. Klimt entwarf als Gastdesigner Kleider für Flöges Firma, und Flöge posierte für seine Gemälde.

Emilie Flöge, Ölgemälde von Gustav Klimt, 1902, Museum Wien


Noch heute ist das traditionelle Bild der Muse – eine junge, schöne Frau, die von einem (weißen, männlichen) kreativen Genie „entdeckt“, poliert und der Welt wie eine Eliza Dolittle präsentiert wird, vorherrschend. Warum?

Zum einen ist es ein romantisches Bild, dass der magischen Symbiose zweier Menschen auf intellektuellem Niveau, ein Hauch von Geheimnis und keuscher Sinnlichkeit und zugleich die Idee einer avantgardistischen Kunstbewegung. Allen Anstrengungen zum trotz, ein solches Bild zu dekonstruieren: es wird immer einen Platz behalte, weil es eine nostalgisch, romantische Vorstellung bedient.
Das bedeutet nicht, dass alte Geschichten darüber, wer als großer Künstler bekannt wird und wer in Nebenrollen wie der Muse stecken bleibt, über Bord geworfen werden.

Musen durch die Zeiten

Die Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts ist dominiert von Männlichen Künstlern. Und das heißt nicht, dass diese Herren nicht bedeutende Beiträge geleistet haben – Monets Seerosen sind immer noch Bezaubernd, und Gaugins tahitianische Frauen ein intensives Farbspiel oder die gesamte Orientalismus- und Egyptomanie bis in die 1950er Jahre. Berühmte Künstler-Muse-Beziehungen wie Picasso und Marie-Thérese oder Camille Claudel und Rodin sind in die Kunstgeschichte und unser kulturelles Gedächtnis eingegangen. Aber wir vergessen, dass diese Frauen selbst Künstlerinnen waren, ganz zu schweigen dass sie Individuen waren. Das beste Beispiel ist Rodin und Claudel – sie selbst war eine hervorragende Bildhauerin, hat Eng mit Rodin zusammengearbeitet, aber die Geschichte hat sie in die Rolle der Geliebten, Modell und Muse verwiesen.

Die moderne Muse?

Auch Heute funktioniert genau dieses Konzept noch sehr gut, wenn wir uns das Werk der meisten Künstler ansehen. Ich schreibe meist über Mode, wo es am deutlichsten wird. Es resultierte in legendären Verbindungen wie Ines de La Fresange und Karl Lagerfeld, Hubert de Givenchy & Audrey Hepburn, Loulou de La Falaise und Yves Saint Laurent. Frauen die ein Schönheitsideal verkörpern: daran ist nichts auszusetzen und ich plädiere dafür, dass man die kreative Stimme nicht zum erliegen bringen darf Aber man muss innehalten und sich fragen: was genau wird hier gesagt und gezeigt?

Und obwohl die Kunst gewagt und visionär sein mag, bekommt die Öffentlichkeit keinen Blick hinter die Kulissen der Beziehung. In der Öffentlichkeit in harmonisches, einvernehmliches Bild der Freundin des Hauses, des Künstlers und eine Menge Presse. Dabei zeichnet sich häufig ein anderes Bild: eine schlecht definierte Geschäftsbeziehung voller Abhängigkeiten, die manchmal an Ausbeutung grenzt. Zum Preis von schöner Kleidung. Und die Gefahr dass irgendwann die Muse ersetzt wird.


Das heißt aber wiederum nicht, dass Musen nicht gebraucht werden. Die ständige Suche nach Inspiration ist ein wichtiger Teil des Künstlerdaseins und die ganze Welt kann Inspiration sein: Natur, Städte, Musik, Gelesenes, Gesehenes und andere Menschen. Wer von uns ist nicht schon einmal von einem Menschen, dem wir begegnet sind, Freunde, Musiker oder einfach einem YouTuber, Tiktoker und Twitcher völlig inspiriert worden? Die Rolle der Muse ist ein wesentlicher Bestandteil der Kreativität und der Kunst, daran ändert sich nichts und sollte sich auch nicht. Wir brauchen Muse. Und für junge, aufstrebende Künstler kann die Zusammenarbeit mit reiferen Künstlern ungemein beflügelnd sein ein neues Verständnis in der eignen Arbeit sein.

Captivate! : Modefotografie der 90er – Claudia Schiffer

Die Supermodel waren und sind ein Phänomen, dass immer und immer wieder besprochen wird. Und ihre Namen sind uns alle bekannt Linda Evangelista, Naomi Campbell, Cindy Crawford, Claudia Schiffer und Kate Moss. Demnächst erscheint dazu auch auch eine Dokumentation auf ITV!

Doch obwohl viele von uns diese Supermodels kennen, ist ein Teil dieses Erfolgs auf die berühmten Modefotografen hinter der Linse zurückzuführen. Vor zwei Jahren hat Claudia Schiffer in Düsseldorf eine Ausstellung mitkuratiert: Captivate! Modefotografie der 90er. Viele Aufnahmen stammten aus ihrem privaten Archiv und wurden erstmal in der Öffentlichkeit gezeigt.

„Captivate!“ ist der Ausstellungsband und zeigt die Arbeiten von Fotografen wie Ellen von Unwerth, Patrick Demarchelier, Peter Lindbergh, Herb Ritts, Bruce Weber, Richard Avendon, Helmut Newton, Arthur Elgort, Corinne Day, Juergen Teller, um nur einige zu nennen.

Das Buch ist wunderschön aufgemacht: fester Einband, ausgezeichnetes Papier, blaue Ränder und eine hohe Bildauflösung. Die Bilder stammen von den Titelseiten wichtiger Zeitschriften und Werbekampagnen von Guess, Versace, Vogue.

Claudia Schiffer, eines der erfolgreichsten und schönsten Supermodels der Welt, war in den 90er Jahren ein bekanntes Gesicht und gehörte zu den Supermodels dieser Ära zu denen auch Naomi Campbell, Cindy Crawford, Linda Evangelista, Kate Moss, Christy Turlington, Tatjana Patitz, Helena Christensen und Nadja Auermann gehören.

Mit ihrem umwerfenden Brigitte-Bardot-Look, der in den Guess-Werbespots der 90er Jahre zu sehen war, und der enormen Anzahl an Magazin-Covern, auf denen sie zu sehen war, war Claudia Schiffer zweifellos eine der erfolgreichen Frauen, die vielen Models die Türen öffneten. Schiffer hält das Guinness-Buch der Rekorde für das Model mit den meisten Magazin-Covern.

Davon abgesehen gibt es in „Captivate!“ eine gute Menge an Claudia Schiffer-Inhalten, da sie Informationen über ihre Anfänge, den Kontext aus den Augen eines Supermodels, das in der Branche arbeitete, die Polaroids-Aufnahmen und wie sie in die Branche kam, gibt.

Aber in diesem Buch geht es nicht nur um Claudia Schiffer. Es ist eine Chronik der 90er Jahre Modeindustrie in der Models zu Superstars wurden: Christy Turlington und Kate Moss‘ Calvin Klein Fotos, Peter Lindberghs „Wild at Heart“ Vogue Foto, Kate Moss‘ Fotos von „The Face“, Tyra Banks „Sports Illustrated“ Cover und das „Vogue 100th Anniversary Special“ Foto von Patrick Demarchelier, um nur einige zu nennen.

Aber was mir an diesem Buch besonders gefällt, ist, dass Schiffer den Kontext beschreibt, in dem sie in die Branche eintrat, und einen Blick hinter die Kulissen berühmter Fotos wirft, wie z. B. ihr erstes Cover für die britische „Vogue“ und was sie von verschiedenen Fotografen gelernt hat. Da Claudia Schiffer mit vielen dieser berühmten Fotografen zusammengearbeitet hat, von denen einige heute nicht mehr unter uns weilen, erzählt sie, wie es war, mit diesen Fotografen zu fotografieren. Zum Beispiel, wie Helmut Newton vom Boden aus fotografierte. Außerdem ist das Handwerk ein anderes, da die meisten dieser Bilder vor der Digitalisierung entstanden sind, Polaroids für die Belichtung gebraucht wurden und ein Fotoshooting eine andere logistische Herausforderung war.

Es ist also nicht nur ein Fotobuch. Es ist eine Chronik der späten 1980er bis in die späten 1990er Jahre, die zweifellos zu einer aufregenden und schillernden Modeepoche wurden.

Jeanne d’Arc – Heldin, Heilige und Ikone

Jeanne d’Arc, auch bekannt als die Jungfrau von Orleans, wurde Ende des 15. Jahrhunderts geboren und gilt als symbolische Figur der französischen Geschichte. Eine Geschichte, die filmreif ist. Ein Bauernmädchen aus der französischen Provinz, wird von Gott berufen, Frankreich von den Engländern im hundertjährigen Krieg zu befreien. Nach Siegen und dem Triumph der Krönung Karls VII. sinkt ihr Stern und sie wird von den Engländern auf dem Marktplatz von Rouen verbrannt.

Jeanne in der Popkultur

Als historische Figur wird Jeanne d’Arc immer wieder in der Popkultur dargestellt. Ob in Filmen, Büchern oder Musik, ihre Geschichte inspiriert Künstler seit ihrem Tod. Doch was macht den Reiz dieser Geschichte aus und wie wird Jeanne dargestellt?


Zu ihren Lebzeiten gibt es exakt ein Bild. Eine stilisierte Zeichnung einer Frau mit Kettenhemd, langen Haaren und Rock. Als gesichert gilt, dass der Verfasser Jeanne nie gesehen hat. Aussagen ihrer Kampf und Weggefährten schildern Jeanne als ca. 157 oder 158 cm groß, mit dunkeln, kurzgeschnittenen Haaren, sonnengebräunt und mit großen, dunkeln Augen. Der wichtigste Aspekt aber ist, in dem Moment, als Jeanne die Bühne der Weltgeschichte betritt, kleidet sie sich nicht in Frauenkleidern sondern in Männerkleidung. Sowohl, weil sie das Leben eines Soldaten führte, aber auch um der Vergewaltigung zu entgehen. In einer Welt in der Kleidung auch ein Ausdruck der sozialen Gefüge und einer gottgegebenen Weltordnung ist, stellt Jeanne etwas undenkbares dar.

Die Kleiderordnung

Das Tragen von Kleidung war in männlich und weiblich eingeteilt. Die Lehren der katholischen Kirchen sahen in dem Tragen von Kleidung die dem anderen Geschlecht zugeordnet waren eine Sünde, wobei es auch in Quellen wie Thomas von Aquin aussagen gibt, dass es Ausnahmen gibt, wie etwa dem Verkleiden um Feinden zu entfliehen oder weil keine anderen Kleider verfügbar sind oder ähnliche Gründe. Susan Schibanoff zufolge erlaubt die mittelalterliche Gesellschaft das tragen von Kleidung des anderen Geschlechtes als ein teil einer temporären Verkleidung, wie etwa bei Theateraufführungen oder Gauklern, verbot aber das aneignen und leben der Merkmale des dargestellten Geschlechtes.

Sicher ist, das es eine gewisse Akzeptanz für Travestie in bestimmten Kontexten gab. So etwa weibliche Heilige, die sich als Mönche verkleideten. Als Konsequenz bestand die Anklage von Jeanne d’Arc darin dass sie nichts getan habe um ihre Geschlecht vollständig zu verbergen und sich der männlichen Welt anzugleichen. Was bedeutet, dass anders als die weiblichen Heilige, die ihre Geschlecht vollständig verbargen und als Männer lebten, hatte Jeanne weder ihr Geschlecht noch die „Zeichen ihrer biologischen Weiblichkeit verborgen.

Ihre Anklage ist lang und kompliziert. Sie wird in zwölf von siebenundsechzig Anklagepunkten schuldig gesprochen. Da Jeanne d’Arc ihrem Glauben abschwört wird ihr Urteil in eine lebenslange Haft umgewandelt. Letztendlich wird das Tragen von Männerkleidung ihr zum Verhängnis und sie als notorisch rückfällige Häretikerin verbrannt.

Mit den Tod von Jeanne d’Arc beginnt aber auch ihr Mythos. Die Geschichte der gottgesandten Jungfrau, dass gegen die fremden Besatzer aufbegehrt und die politische Wende im hundertjährigen Krieg einleitet. Sie inspirierte Schriftsteller, Musiker und Künstler über jede Zeit hinaus.

In der Filmwelt wurde Jeanne d’Arc bereits mehrfach porträtiert. Ein bekannter Film ist die Verfilmung von Luc Bessons „Jeanne d’Arc“ aus dem Jahr 1999. Hier wird die Geschichte der Jungfrau von Orleans erzählt, die ihr Leben opferte, um Frankreich vor der englischen Invasion zu schützen. Der Film weist einige historische Ungenauigkeiten auf, vermittelt jedoch gut die entschlossene und mutige Jeanne d’Arc.

Joan of Arc!

Auch in der Musikwelt gibt es viele Songs über Jeanne d’Arc. Von Leonard Cohen und Arcarde Fire über die Band OMD haben unterschiedliche Künstler ihre Geschichte in verarbeitet. In dem Song wird das tragische Schicksal der Jungfrau von Orleans erzählt, die von den Engländern gefangen genommen und schließlich auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde.

Jeanne in Fashion

Jeanne d’Arc hat auch Einflüsse in der Modeindustrie und anderen Bereichen des Kunsthandwerks. So war der 1920er Pagenschnitt für Frauen an Quellen von Jeanne d’Arcs verbrügten Kurzhaarschnitt angelehnt und ein Symbol zur Selbstermächtigung der Frau

Einzelne Designer haben sich von der Geschichte inspirieren lassen und Kleidungsstücke kreiert, die an die Rüstung eines mittelalterlichen Ritters erinnern.

Jeanne d’Arc ist eine zeitlose Figur, die immer wieder in verschiedenen Popkultur-Formen auftaucht. Obwohl ihre Geschichte tausend Jahre zurückliegt, regt sie immer noch die Kreativität von Künstlern an und ist ein wichtiger Bestandteil der Kulturgeschichte von Frankreich und der Welt.

Die Geschichte des It-Girl

Jeder kennt Sie: das It-Girl. Sie setzt nicht nur Trends. Sie ist der Trend. Sie ist Muse, Model, Geschäftsfrau und millionenschwere Erbin. Sie ist sorglos und gleichzeitig hat sie jede Menge Probleme. Andere würden auch sagen, dass es einfach nur ein junge, hübsche Frau ist, die bekannt ist, weil sie bekannt ist.

Was ist ein It-Girl?

Das Oxford English Dictionary unterscheidet zwischen dem amerikanischen Sprachgebrauch für „eine glamouröse, lebhafte oder sexuell attraktive Schauspielerin, ein Model usw.“ und dem hauptsächlich britischen Sprachgebrauch für „eine junge, reiche Frau, die aufgrund ihres sozialen Lebensstils Berühmtheit erlangt hat“.

Entwicklung des gewissen Etwas

Die Bezeichnung It-Girl entstand in der britischen Oberschicht um die Wende zum 20. Jahrhundert. Meistens beschrieb dieses die Töchter adliger oder großbürgerlicher Familien, deren Lebensstil Vorbild für Imitation bot. Seine bis heute bekannte Definition erlangte er 1927 durch die Popularität des Films „It – das gewisse Etwas“ der Paramount Studios mit Clara Bow in der Hauptrolle.

Der Film spielt mit der Vorstellung, dass „it“ eine Eigenschaft ist, die sich Definitionen und Kategorien entzieht; folglich ist das von Bow dargestellte Mädchen eine Mischung aus einer Anfängerin und einer Femme fatale, mit einigen Qualitäten. Im Gegensatz dazu ist Bow’s Rivalin im Drehbuch ebenso jung und hübsch sowie reich und wohlerzogen, wird aber als nicht „es“ besitzend dargestellt. Clara Bow sagte später, sie sei sich nicht sicher, was „es“ bedeute, obwohl sie Lana Turner und später Marilyn Monroe als „It-Girls“ bezeichnete.

Die modische Komponente des „It-Girls“ stammt von der Modeschöpferin Lucy, Lady Duff-Gordon, beruflich bekannt als „Lucile“. Lady Duff-Gordon leitete exklusive Salons in London, Paris und New York, war die erste Designerin, die ihre Kollektionen auf einer Bühne mit Licht und Musik präsentierte und damit die moderne Laufstegshow inspirierte, und war berühmt dafür, dass sie mit ihren aufreizenden Dessous und von Dessous inspirierten Kleidern die Sexualität zu einem Aspekt der Mode machte. Außerdem spezialisierte sie sich auf die Einkleidung von Bühnen- und Filmschauspielern, von den Stars der Ziegfeld Follies am Broadway bis zu Stummfilmikonen wie Mary Pickford und Irene Castle.

Das It Girl entsteht nicht durch sich selbst, erst die Medien machen SIe zu einem. Die Bekanntheit eines „It-Girls“ ist oft nur vorübergehend; einige der aufstrebenden „It-Girls“ werden entweder zu vollwertigen Berühmtheiten, in der Regel zunächst durch Auftritte in Reality-TV-Shows oder -Serien; ohne einen solchen Beschleuniger verblasst ihre Popularität in der Regel.

Glamour und It

Ende der 1970er Jahre begann sich der Begriff von Bow (1905-1965) zu distanzieren, als die Zeitschriften ihn für Diana Ross verwendeten. Das It-Girl, immer noch ein difusser begriff beginnt sich auf Frauen in der Modebranche und im Kunst- und Partymilieu zu verteilen. Bianca Jagger, Amanda Lear, Marisa Berenson, Diana von Fürstenberg, als einige Vertreterinnen. Sie stehen für einen neuen Frauentyp, sie bringen den Glamour alter Namen und großer Künstler mit. So war Amanda Lear die letzte Muse Salvatore Dalis und Berenson ist die Enkelin der surealistischen Designerin Elsa Schiapparelli, aber auch die Party Szene der großen Disco-Ära und dem New Yorker Club Studio 54. Diese Frauen machen aber auch eigenständige Karrieren als Designerinnen, Musikerinnen, Künstlerinnen und TV-Persönlichkeiten.

Partygirl und Millionenschwer

Seit den 1980er Jahren bezeieht sich der Begriff „It-Girl“ auf eine wohlhabende junge Frau, die in der Boulevardpresse auf vielen Partys abgebildet ist, oft in Begleitung anderer Prominenter, und über die in den Medien berichtet wird, sie ist teil der sozialen Oberschicht, ohne nennenswerte Errungenschaften vorzuweisen. Der Schriftsteller William Donaldson stellte fest, das der Begriff in den 1990er Jahren verwendet wurde, um „eine junge Frau mit auffälligem ‚Sex-Appeal‘ zu beschreiben, die sich mit Schuhkauf und Partys beschäftigt“.

Das It-Girl als solches bekam auch Konkurrenz durch Supermodels als tonangebende Trend-Gestalt und im Zeitalter des Internets änderte es sich ebenfalls Rasant – It-Girls werden durch YouTube im heimischen Wohnzimmer erstellt und schaffen den Sprung in die Moderne. So etwa Tavi Gevenson, die eine der ersten Teenager Modebloggerinnen wurde und durch The Style Rookie zu Modenschauen eingeladen wurde.

Die unbekannte Berühmtheit

Im Jahr 2023 definierte Matthew Schneier für The Cut : „Berühmt, weil es out ist, berühmt, weil es jung ist, berühmt, weil es Spaß macht, berühmt, weil es berühmt ist.“ Schneier behauptete, dass man eine gewisse Unbekanntheit erreichen muss, um als It-Girl zu gelten.

Was sagt das It-Girl also über uns aus? Wir definieren in jeder Dekade neu und das It-Girl verändert sich. Ob wir sie nun Salonlöwin, Partygirl, Promi, Muse oder Internet-Sternchen nennen.

Quellen

Clara Bow: The original ‘It Girl’

‘It’ Girl Inflation

You’re an “It” girl! You’re an “It” girl! Everyone’s an “It” girl!

Edie Sedgwick, eternal It Girl: 50 years after „Poor Little Rich Girl,“ she remains an icon

Tumblr Girls, It Girls, and Girlbosses: The Evolution of the Influencer

Evans, Caroline (2013). The Mechanical Smile: modernism and the first fashion shows in France and America, 1900–1929. New Haven: Yale University Press. 

Duff-Gordon, Lady (Lucile). (1917). „The Last Word in Fashions“. Harper’s Bazaar63, October 1917

Jane Birkin – Mehr als nur die Tasche

Jane Birkin, die englische Sängerin, Schauspielerin und Inbegriff der Französischen Kunstgruppen der 1960er und 1970er Jahre ist am 16. Juli im alter von 76 Jahren gestorben. Sie hinterlässt zwei Töchter.

Den meisten wird Jane Birkin als Namensgeberin der Birkin Bag von Hermès bekannt sein, aber ihre Karriere umfasste deutlich mehr. Sie betrat den Blick der Öffentlichkeit 1966 in Michelangelo Antonionis Blow-Up und hauchte 1969 verfürerisch „Je t’aime…. moi non plus“ im Duett mit Serge Gainsbourg. Dieses Lied war eigentlich für Brigitte Bardot gedacht und wurde zu einem kleinen Skandal. Birkin und Gainsbourg arbeiteten bis zu seinem Tod 1991 zusammen. Gerade ihre folgenden Jahre als Musikerin widmete sie politischen Liedern und wurde 2001 als OBE für ihre Leistungen als Schauspielerin und der anglo-französischen Verständigung gesehen.

Insgesamt veröffentliche Birkin 10 Alben und spielte in 65 Filmen mit, inklusive Der Swimmingpool mit Romy Schneider 1969 und Tod auf dem Nil 1978. 1973 brachte sie ihre erstes Album „Di Doo Dah“ heraus und in Erinnerung an Serge Birkin erschient Birkin/Gainsbourg: Le Symphonique. Sie tourte damit in Calais, London und New York Birkin, die seit den 1960er Jahren in Frankreich lebte, erhielt 2004 und 2015 den französischen Ordre National du Mérite.

Die Stilikone

Jane Birkin ist eine absolute Stilikone. Ihre androgyne Figur wurde ein Sinnbild von Chelsea bis Cannes. Mit ihren Minikleidern, Männerhemden und Schlaghosen wurde sie eine Verkörperung der 1960er und 70er. Sie Schminkte sich puppenhafte Augen mit Wimpern und Kajal, betonte ihren Schmollmund und trug ein Pony. Sie selbst sah ihren Look als Vierzigjährige als deutlich interessanter an. Und die Tasche, deren Namensgeberin sie war, wurde 1984 herausgebracht.

Die legendäre Tasche

2010 erzählte sie The New York Times Style Magazin, dass sie in einem Flugzeug saß und der Stauraum ihres Platzes sich öffnete und aller Inhalt herausfiel. Sie beklagte sich bei ihremSitznachbarn, dass sie wünschte es gäbe genau die Tasche von Hermès, die groß genug wäre ihre ganzen Sachen zu verstauen. Und Ihr Sitznachbar war der Chef Designer Jean-Louis Dumas. Die Tasche wurde nach Birkins Vorstellungen entworfen und bis Heute at sich an ihrem Grunddesign nichts geändert. 2015 allerdings wurde ihr Name entfernt, nachdem die Organisation PETA Hermès ‚ Bezugsquellen und Tierhaltungen veröffentlicht hatte.

Eine kurze Geschichte der Modenschau

Die Pariser Fashion Week ist vorbei und die Augen der Modeinteressierten, Schaffenden, Fans sind auf die Plätze in der ersten Reihe ebenso gerichtet, wie auf den Laufsteg.

Es ist mittlerweile allgemein bekannt, dass Celebrities und A-Lister ein Teil der Modenschau sind. Es nutzt die Bekanntheit zu steigern, die neusten Looks zu präsentieren und ihr Image mit der Marke zu verknüpfen.

Aber auch die Modehäuser profitieren von dem Rummel um Kunst-, Kultur und Medienschaffende, Promis und Schauspieler. Ob Influencer, Schauspieler, bekannte Namen in der ersten Reihe ist ein festes Thema. Aber seit wann, ist das der Fall? Dieses Phänomen ist älter als Anna Wintour oder Doja Cat.

Charles Worth – Erfinder der Modenschau

So lange wie es Modenschauen gibt, gibt es die erste Reihe. Die Idee eines Exklusiven Erlebnisses, die neusten Kollektionen und Entwürfe präsentiert zu bekommen, entstand – wie zu erwarten – in Paris im Haus Worth. Der Engländer Charles Frederick Worth lies in den 1860er Jahren in seinem Modehaus seine Entwürfe von Verkäuferinnen, die als Models fungierten, seiner Kundschaft vorführen. Seine Käuferinnen waren die Adelshäuser Europas, unter anderem die österreichische Kaiserin Elisabeth II. genannt Sisi.

Charles Frederik Worth, 1892

Aber erst in den 1920er Jahren entwickelte sich die Idee hin dazu, dass Desingerinnen wie Coco Chanel, Madeleine Vionnet und Elsa Schiaparelli damen der gehobenen Gesellschaft einluden ihre Couture Schauen zu besuchen. Dabei handelte es sich um Kundinnen der Häuser. Darunter Hollywood Schauspielerinnen wie Marlene Dietrich. 1931 zeigte Elisa Schiaparelli eine Kollektion im Kaufhaus Saks, wozu allerdings keine Fotografen eingeladen wurden.

Fashion Royalty

Wenn es um die Macht von Bildern geht war es Christian Dior, der 1947 die Presse in dazubat. Er hatte bereits einen Kundenkreis von bekannten Persönlichkeiten. So waren der Photojournalist John Chillingworth, Marie Louise Bousquet und Carmel Snow von Harper’s Bazaar eingeladen. Und der Modefotograf Richard Avedon – einige der wichtigsten Vertreter ihrer Generation im Modegeschäft. Die Tatsache, dass Dior ein Genie der Inszenierung war, zeigt sich darin das er nicht nur Gesellschaftsdamen einlud, sondern auch Adelige. So besuchte Prinzessin Margaret (Schwester von Königin Elizabeth II.) eine Dior Schau 1954 in Blenheim Palace. Unter den geladenen Gästen war John Spencer-Churchill, Duke of Marlborough und seine Frau Alexandra Mary Cardogan Spencer-Churchill. Bis in die 1950er Jahre war das Verhältnis einer Modenschau das von Designer, die an Kunden verkaufen wollten und weniger ein großes, internationales Event.

In den 1960er Jahren änderte sich das Wesen einer Modenschau völlig vollkommen ausgebildet. Mit dem Aufstieg von Designern wie Yves Saint Laurent – der 1966 seine Rive Gauche Boutique eröffnet hatte. Stars wie Barbara Streisand, Marlene Dietrich, Catherine Deneuve und Bianca Jagger wurden Gesichter auf den Modenschauen. Mit ihrem Bekanntheitsgrad zogen sie Aufmerksamkeit auf die Marke YSL. Und die ersten Kollaborationen entstanden, mit der legendären Freundschaft zwischen Hubert de Givenchy und Audrey Hepburn. Bereits Givenchy erkannte den Wnadel und lancierte 1952 eine Pret-A-Porter Linie seines Hauses und 1968 eine Herrenkollektion. Allerdings wurde 1973 die erste „Pret -A-Porter“-Schau in Paris abgehalten, entstanden aus dem „Battle of Versailles“ einer Schau zwischen US-Amerikanischen und franzöischen Desigern. Aus diesem Event entstand die erste Ready-to-Wear Modenschau in Paris, während es die New Yorker Fashion Week bereits seit 1943 gab.

Kunst, Parties und das Supermodel

In den 1980er Jahren änderte sich das Wesen einer Modenschau erneut. Ging es bis zu diesem Moment um das Präsentieren von Kleidung entwickelte sich die Modenschau hin zu einer gigantischen Kunstinstallation. 1984 präsentierte Thierry Mugler seinen „Walk of Angels“ eine durchchoreographierte Schau, in der Models nicht mehr nur Kollektionen präsentierten sondern zu Charakteren wurden. Gleichzeitig wurden nicht mehr nur Künstler aus der Unterhaltungsindustrie eingeladen sondern auch Namen wie Andy Warhol saßen in der ersten Reihe. Andere Designer, aber auch persönliche Freunde und Bekannte wurden eingeladen. So etwa lud der amerikanische Designer Halston den Inhaber des Studio 54 Steve Rubell ein, Mick Jagger und Models, mit denen er persönlich befreundet war – Lauren Hutton, Marisa Berenson und Karen Bjornson. Diese Idee von einem intimen Zusammentreffen von Freunden, die aber alle Stars sind, gilt bis heute. So wirkte und wirkt es weniger wie eine geschäftliche Beziehung.

Die Industrie selbst begann auch eigene Superstars zu erzeugen. Waren es zunächst die Designer, bildete sich Ende der 80er Jahre ein Phänomen heraus, dass es zu vor nicht gab: das Supermodel. Bis zu diesem Zeitpunkt waren Models rein zur Präsentation der Kollektion zu verstehen. Mit dem veränderten Wesen der Modenschau mussten Models ein „mehr“ leisten. Sie brauchten eine eigene Persönlichkeit, die diesen Schauen gerecht wurde. Diese Namen sind noch heute bekannt: Naomi Champell, Linda Evangelista, Christy Turlington, Claudia Schiffer und Kate Moss. Supermodels gab es bereits zuvor, aber in den 90er Jahren wurden diese Models zu Prominenten.

Die Jahrhundertwende und darüber hinaus

Mit dem Supermodel und einem neuen Prominenzverständnis änderte sich auch das Verhältnis zu Celebrities. Diese wurden zunehmend auch in Schauen eingebunden. Nicht mehr nur als Gäste, sondern auch als Teil der Schauen. So lief Dita von Teese für Jean Paul Gaultier, Elizabeth Debicki ist Brand Ambassador für Dior, Vincent Cassel für [], Jeff Goldblum war das Gesicht von Prada. Wo die Reise hingeht, werden wir sehen.

The Lady Di Look Book: What Diana Was Trying to Tell Us Through Her Clothes – Eloise Moran

Hin und wieder kaufe ich Bücher, weil ich durch Zufall auf sie aufmerksam werde. Einer meiner Lieblingspodcasts „Dressed. The History of Fashion“ – hatte vor einigen Monaten die Autorin des Buches „The Lady Di Look Book“ zu Gast. Ich kann mich noch an die Berichterstattung zum Tod von Lady Diana erinnern, auch wenn ich um die Bedeutung dieser Frau keinerlei Ahnung hatte.

Lady Diana Spencer ist eine Ikone. Allen voran wie sie die Wahrnehmung einer Prinzessin verändert hat und Wegbereiterin der modernen Königsfamilie war, im Bezug auf charitative Tätigkeit. Reden wir über Diana kommen verschiedene Schlaglichter hervor: die Märchenhochzeit 1981, die junge Mutter mit ihren zwei Kindern, das Enthüllungsbuch mit Andrew Morton, die Scheidung, die als „War of the Waleses“ betitelt wurde, Dianas umfassende charitative Arbeiten, ihre modischen Statements und ihr viel zu früher Unfalltod 1997.

Eine Tour-de-Force beim Rosinenpicken

Das Buch ist Visuell ein Genuss! Die Seiten sind laut und bunt, egal ob das Layot oder die Outfit. Allerdings kann es nicht über einen schlecht geschriebenen Text hinwegdeuten. Das Buch nimmt für sich in Anspruch Dianas Biographie und Persönlichkeit durch ihre Kleiderwahl zu nachzuvollziehen. Aber schnell fiel auf, dass die Autorin vor allem aus dem Bereich des Social Media kommt und die Aufteilung und Wortwahl genau so erfolgt: Di’s Revenge Gym Look! The Sloanie Look! Di’s 90’s buisness Look! Mit jeweils 5 kurzen Auflistungen, wie man ihn nachstylen kann. Es würde auch kein Problem darstellen, diese Looks in ihre Bestandteile aufzubrechen und zu erklären wie sie funktionieren – wenn die Autorin sich nicht dauernd in Widersprüche verstricken würde.

Das Hauptargument der Autorin ist, dass Dianas Outfits seien ein Narrativ ihrer Biographie. Allerdings fehlen völlig Dianas primäre Kleidung als junge Mutter: große weiße Krägen über Tunikakleidern. Moran beschreibt „There was no way to describe some of Diana’s early on duty looks as anything except utterly heinous – think royal-themed cosplay, but from the Crusade era. Robin Hood-esque, feather-adorned hats and terrifying tartans would have you thinking Camilla paid off Diana’s stylist for some serious sartorial sabotage.” Schauen wir uns Dianas soziales Umfeld an, war das eine Standardkleidung ihrer sozialen Gruppe. Und ob diese Looks der Autorin nun persönlich gefallen oder nicht ist irrelevant, denn sie sind ein Teil von Dianas Biographie und ihrem öffentlichen Auftreten.

Das Kleidung Botschaften und Statements sind, ist allgemein bekannt, egal ob soziale Proteste oder formelle Anlässe. Das was in Dianas Leben dem am Nächsten kam, dürfte der Auktionskatalog von Christies 1987 sein. Allerdings erwähnt Eloise Moran dies mit keinem Wort.

Selektive Wahrnehmung

Das wohl größte Problem ist Morans Wahrnehmung von Diana. So etwa ihre Darstellung, dass Diana in den 1980er Jahren eine konservative Kleiderwahl bestehend aus Pastelltönen und Karomustern getroffen hätte, aber dann immer wieder auf Dianas pinken Lama Pullover zu sprechen kommt. Mit Attributen wie „kawaii Sock „-Look überträgt sie Trends in eine Zeit, die diese Bezeichnung so nicht kannte. Und leider setzt sich dieser Trend im ganzen Buch fort. So bezeichnet sie Dianas Wahl die Spencer Tiara 1983 zu tragen als wegweisend, als ob sie davor und nach nie wieder diese Tiara getragen hat. Oder dass Moran Diana zuschreibt mit ihrem elfenbeinfarbenen Kleid am Tag der rechtskräftigen Scheidung ihre Freiheit darzustellen – und das obwohl man deutlich ihren Verlobungsring sieht.

Bedeutung, wo (nicht immer) eine ist

Die Grundproblematik des Buches liegt allerdings darin, dass Eloise Moran konstant versucht jedem Outfit eine Bedeutung zu geben. Z.B Der „Black Sheep Sweater“, wo sie schreibt: “because the Spencers were the UK’s oldest sheep farming family, the black sheep sweater Diana wore ‘certainly…reflects not just her inward thoughts about her new family and foray into public life, but memories of rejection from her childhood and teenage years.’ Es kann sich aber auch einfach um einen Pullover handeln, wie er in den 1980er Jahren üblich war.

Ein weiteres Beispiel war ein weißes Outfit von 1985 mit einer Fliege: Looking back, this suffragette white skirt set…and black bow tie strikes a more symbolic meaning—she’s the outcast, claustrophobically sandwiches between the Prince and the ‘men in grey.’” – Vielleicht ist es aber auch einfach nur ein typisches 1980er Jahre Outfit, wenn man sich die geladenen Gäste anschaut, sticht Diana nicht heraus, was Material, Schnitt oder Kombinationen betrifft.

Do your Research!

Das wohl bekannteste Bild von Diana in den 1990er Jahren dürfte wohl „Revenge Dress“ sein, dass sie 1994 trug, als Charles zugab eine Affäre zu haben: „When Diana bravely stepped out of the car, wearing her little black dress, she became the shining hero the country was pining for“ und „the mini-train of her dress fluttered symbolically, standing in contrast to the twenty-five foot train of her wedding dress“. Als Hintergrundinformation ist es Wichtig zu wissen, dass das Kleid von Christina Stambolian nicht die erste Wahl der Prinzessin für diesen Abend war. Und sicherlich hatte Diana nicht ihr Hochzeitskleid an diesem Abend im Kopf. Biographen und Zeitzeugen haben bestätigt, dass sie an diesem Abend Valentino tragen wollte, allerdings sich jemand verplappert hatte. Nichts destotrotz war dieses Kleid ein Statement.

Die Sache mit dem Schwarz

Das Gerücht, dass Mitglieder der Königlichen Familie kein Schwarz tragen dürfen. Das stimmt so nicht. Es stimmt, dass die mitgleider des Britischen Königshauses zu offiziellen Anlässen keine komplett schwarze Kleidung tragen, dass ist dem Remembrance Day vorbehalten und beim Tod eines Familienmitgliedes. Trotzdem ist es nicht so, dass man nie Schwarz in der Kleidung gesehen hat. Wie die Autorin es in ihrem eigenen Buch immer und immer wieder zeigt, hat Diana in seit den 1980er Jahren immer wieder schwarz getragen: Zu Filmpremieren, Theateraufführungen oder royalen Besuchen.

Recherche, Datierung, Zeit!

Ein nächstes Problem ist Morans durcheinanderwerfen von Ereignissen, Zeiten und Orten. So nennt Sie Diana „Duchess“ im ersten Viertel des Buches, ein Titel, den sie getragen hat sondern ein Spitzname. Das gleiche Gilt für die Behauptung, erst durch das Panorama Interview hätte die Öffentlichkeit Dianas Seite der Geschichte gehört. Andrew Morton, hatte bereits zuvor mit ihr gemeinsam „Diana. Her own words“ veröffentlicht. Ebenso gibt die Autorin Datierung an, die schlichtweg falsch sind: Dianas Morgenübelkeit in Australien, obwohl sie bei dem Australienbesuch nicht Schwanger war. Ein Kleid, dass angeblich ihre Schwangerschaft verbergen sollte, obwohl die Schwangerschaft bereits öffentlich gemacht worden war. Abschließend möchte ich noch auf die schrillen Kommentare zu den Erzählungen hinweisen. Es gibt einen schmalen Grat zwischen respektlos und unreif, und Moran hat ihn bei weitem nicht erreicht.

Neben sinnlosen Sprüchen wie „Jeez, bitter much ?“ und „All men are bastards“ bezeichnet sie den Vorfall, als Camilla, die 1994 in der Öffentlichkeit mit Brötchen beworfen wurde, als Gerechtigkeit. Diese infernalische Abneigung gegen die jetzige Queen Consort ist extrem beunruhigend, wenn man bedenkt, dass die Autorin fünf Jahre alt war, als Diana starb. Die Geschichte über die Ehe zwischen Charles und Diana ist gut dokumentiert und kommentiert, somit ist das wiederholen von Phrasen und einer festgefahrenen Meinung, die aus den 1990er Jahren resultiert, hat und blendet komplett aus, was Biographen nach Dianas Tod beschrieben haben.

Fazit

Ich weiß nicht, was sagen soll. Wenn man eine schöne Zusammenstellung von Bildern von Lady Diana sehen will, ein Coffetable book für Deko braucht – dann ist das Buch schön. Aber zum Lesen? Nein.

Über die Autorin:

Eloise Moran ist eine in London geborene und in Los Angeles lebende Modeschriftstellerin und Betreiberin des Instagram-Accounts @ladydirevengelooks, der derzeit 105.000 Follower hat. Über den Account wurde bereits in The New Yorker, The LA Times und The Telegraph berichtet, wo Eloise dafür gelobt wurde, die Instagram-Generation mit Dianas rachsüchtigem Kleidungsstil vertraut zu machen. Moran ist Modeschriftstellerin und Marketingstrategin und war in Großbritannien Redakteurin für die Luxusmodemarke Opening Ceremony. Sie lebt in East LA mit ihrem wertvollsten Besitz: einem originalen Virgin Atlantic Sweatshirt, das Lady Diana selbst getragen hat. Eloise hatte einen Auftritt in der Channel 4-Dokumentation Diana: Queen of Style.

Eine Studie in Pink

Mit den ersten Bildern von Greta Gerwigs Barbie ging es los: Pink kommt mit Wucht zurück. Und nicht zwingend zarte Rosétöne. Nein, das leuchtende „Barbie Pink“. Doch keine Farbe war so unterschiedlich im Laufe der Geschichte wie Pink.

Wie die meisten, habe ich als Kind mit Barbie gespielt. Eine Puppe, die man mit verschiedenen Kleidern in unterschiedliche Situationen stellen konnte. Aber auch die Laufstege zeigten in den letzten zwei Jahren Mut zur Farbe. Barbie konnte alles tragen. Und darum die Frage, warum wird Pink immer als Mädchenfarbe beschrieben

Elegant, rebellisch und nicht nur für Mädchen

Elvis Presley fuhr einen Cadillac, Marilyn Monroes figurformendes Kleid in „Blondinen bevorzugt“ oder der „Pussyhat“. Sie alle sind Pink!

Im laufe der Jahrhunderte wurde Pink in vielen Nuancen und sozialen Konzepten wahrgenommen: feminin, erotisch, kitschig, elegant und progressiv. Pink wandelt sich immer wieder.

Pink wandelte sich in den letzten drei Dekaden von einer zarten, fragilen Farbe in die neue Farbe für hip, androgyn stark. Pink kam und blieb!

Eine bunte Geschichte

In Europa wurde Pink das erste mal Mitte des 18. Jahrhunderts beliebt. Die Europäische Aristokratie, Männer wie Frauen, trugen zarte Farbtöne als Zeichen für Luxus und Aristokratie. Madame de Pompadour, die einflussreichste Geliebte von Ludwig XV und Politikerin, wurde 1757 sogar Namensgeberin eines Farbe der Porzellanmanufaktur Sèvres: Rose Pompadour.

Die Assoziation mit Weiblichkeit begann erst in der Post-Napoleonischen Welt des 19. Jahrhunderts. Die Kleidung der Männer wurde dunkler und gediegener, während Frauen sich in hellen Pastelltönen kleideten. Pink wurde zum Ausdruck von Zerbrechlichkeit. Passend zu dem vorherrschenden, puppenhaften Schönheitsideal. Gleichzeitig wurde Pink auch zunehmend mit Erotik assoziiert. Insbesondere durch die Darstellung in Literatur uns Kunst – und immer in Verbindung mit Weiblichkeit.

Mit der Industrialisierung und der Herstellung chemischer Farben wurde Pink immer billiger in der Herstellung. Vor allem starke, zuweilen grelle Töne wie Magenta. Pink wurde von einer luxuriösen Farbe zu einer billigen Ware, die vor allem mit Prostitution assoziiert wurde.

Seien Rückkehr in die Haute Couture begann erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der französische Couturier Paul Poiret begann Roben in hellen und pastellenen Tönen zu kreieren, neben Kirschrot, Korallenrot und Fuchsie. Ab den 1950er Jahren wurde Pink zum stereotypen Farbbild für Frauen der Nachkriegszeit.

Pretty in Pink

Pink wurde in den 1960er Jahren wieder neu gedacht. Coco Chanel stellte ihr Kostüm in zarten Pinktönen vor, Jackie Kennedy und Marilyn Monroe verbanden Pinkt mit der Vorstellung von Eleganz und Luxus. Nach und nach wurde von der Musikwelt Pink übernommen, bunter und lauter. Auch wurde dank Madonna Pink 1990 durch ihren Auftritt mit Jean Paul Gaultier erotischer als zuvor. Und obwohl Pink seit den 2000er Jahren erst als Farbe für Männer (wieder) verstanden wird, gab es doch immer ein roséfarbenes Herrenhemd.

Pink in aller Welt

Pink scheint eine Farbe zu sein, die wohl die heftige Diskussionen hervorruft. Im positiven, wie negativen. Und genauso unterschiedlich wird Pink wahrgenommen. Während Pink in asiatischen Kulturen, insbesondere in Japan, oft mit einer jugendlichen, weiblichen Niedlichkeit versehen wird, ist es auf dem indischen Subkontinent Geschlechtsneutral mit Kleidungsstücken, Schmuck und Turbanen in Pinktönen.

Pinke Merkmale

Pink ist aber nicht nur eine Frage von Modeerscheinungen sondern auch sozialen Gruppen. In der NS-Diktatur wurden Rosa Winkel in Konzentrationslagern dazu verwendet, Homosexuelle zu erkennen und in dne 1970er Jahren wurde dieses Symbol verkehrt, und wurde zum Symbol der Schwulenbewegung. Pink wurde zunehmend eine Frage die in verschiedenen Flaggen innerhalb der LGBTQ Bewegung nutzt wurde.

Darüber hinaus wurde Pink das Symbol gegen Brustkrebs, in Form einer Pinken Schleife. In den USA wurde Pink von Protestierenden als Symbol für körperliche Selbstbestimmung und Soziale Gerechtigkeit.

Pink, wie jede Farbe, durchläuft eine Neudeutung in gesellschaftlichen Kontexten. Es ist nicht mehr nur eine Farbe für die für eine kindliche Mädchenhaftigkeit steht. Pink kann hübsch und stark sein, feminin und feministisch.

Quellen

Steele, Valerie: Pink. The History of a punk, pretty, powerfl Color. Thames & Hudson, London 2018.

Paetz, Annette, Isa Fleischmann-Heck (Hrsg.): Zeitkolorit. Mode und Chemie im Farbenrausch 1850-1930, Nünnich-Asmus Verlag und Media GmbH, Oppenheim am Rhein 2019