Violet Evergarden

Violet wurde im Krieg einst als „Waffe“ eingesetzt – sie kennt keine Emotionen und handelt ausschließlich nach Befehlen. Nach dem Krieg wird sie mit neuen, metallenen Armen aus dem Krankenhaus entlassen und ihrem ehemaligen Vorgesetzten Hodgins übergeben. Dieser vermittelt Violet eine Anstellung in einem Postunternehmen als sogenannte „Autonome Korrespondenz Assistentin“, wo sie für die größtenteils analphabetische Bevölkerung Briefe verfasst. Durch ihre Arbeit kommt sie mit vielen verschiedenen Menschen, Emotionen und Formen der Liebe in Kontakt. Jeder Auftrag bringt sie dabei ihrem Ziel näher: die Worte zu begreifen, die ihr ein ganz besonderer Mensch einst auf dem Schlachtfeld anvertraute

Puppe & Kriegswaffe

Die Steampunk-Welt in der diese Geschichte spielt ist circa auf dem Stand vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Und spielt kurz dem Ende eines Krieges zwischen den Ländern Leidenschaft, Drossel, Flügel und Ctrigal. Violet Evergarden ist eine Kindersoldatin, die nur den Krieg und das kämpfen kennt. In vielen Fällen wird sie nur al Maschine bezeichnet, denn sie kann keine Gefühle deuten oder verstehen. Nach dem Ende des Krieges zieht sie nach Leiden, die Hauptstadt des Landes Leidenschaft, wo sie unter einem ehemaligen Offizier, Claudia Hodgekins, in einer privaten Postfirma, der CH Postgesellschaft, arbeitet. Im Laufe der Zeit wird sie zu einer professionellen Texterin, einer Autonomen Korrespondenzassistentin (kurz. AKORA) und reist in verschiedene Ort um die Gefühle ihrer Klienten niederzuschreiben. Violets Gesicht bleibt immer ausdruckslos und bietet jedem die optimale Projektionsfläche für ihr eigenes Trauma und dessen Bewältigung. Das Mädchen mit dem puppenhaften Gesichtsausdruck und ihrer ordentlichen, fast militärischen Kleidung ist anrührend und unheimlich zu gleich.

Der Major

Violets einzige Bezugsperson war Major Gilbert Bougainvillea. In Rückblenden erfährt man, dass Gilbert sie von seinem älteren Bruder, Dietfried, als Waffe bekam. Doch im Gegensatz dazu behandelte Gilbert Violet menschlich, gibt ihr ihren Namen und lehrt sie lesen und schreiben. Sie befolgt jeden Befehl den sie erhält. Gefühle sind ihr fremd, da sie seit ihrer Kindheit nur als Kriegsmaschine benutzt wurde. in der letzten Schlacht, in der Violet bei dem Versuch den verletzten Major zu retten, beide Arme verlor, gab er ihr einen letzten Befehl der lautete: „Bitte sei frei und lebe.“ Die letzten Worte des Majors zu ihr waren: „Ich liebe dich.“, welche für Violet unverständlich waren. Daher ist ihr Ziel diese Worte zu verstehen und zu verstehen, was Gefühle sind. In der Arbeit als „Akora“ und der Auseinandersetzung der Gefühle ihrer Klienten versteht sie mehr und mehr was Gefühle sind.

Später erfährt sie, dass ihr Major als „verschollen“ gilt und ein Grab für ihn aufgestellt wurde. Für Violet ist dies ein schwerer Schlag, da sie die Person, für die sie gelebt hat nicht mehr da ist. Sie zeigt zum ersten Mal starke Gefühle zeigt und weint und sich etwas später von einer „Maschine“, die Befehle erwartet zu einem eigenständigen Menschen entwickelt.

Die Reise

Diese Geschichte handelt um Gefühle und das auseinandersetzen mit Ihnen. Der eigenen Gefühle und der Gefühle anderer bewusst zu werden, sie zu verstehen und sie auch auszudrücken, der Verlust von Angehörigen und der Umgang damit, sowie eigenständig werden.

Violet reist zu ihren Kunden. Ob in ein anderes Viertel von Leiden, ein kleines Haus auf dem Land oder in ein Kriegsgebiet. Violet reist an jeden Ort, an dem sie gebraucht wird. Eine Reiseschreibmaschine im Gepäck. Jeder Kunde, für den sie schreibt, ist eine Station auf dem Weg zu sich selbst.


Kriegstrauma und Rückkehr


Ein großes Thema, dass sich durch die ganze Handlung zieht, ist das Trauma des Krieges. Violet und auch Claudia waren beide im Krieg. Im Laufe der Zeit erfährt man, dass Violet als Kriegssoldatin für tödliche Einsätze verantwortlich war. Dennoch ist die es vor allem die Beziehung von Major Gilbert und Violet, die in den Rückblenden aus Kriegszeit und Erinnerungen zeigen und wie wichtig er für sie ist.

Im laufe der Zeit lernt Violet immer mehr zu kommunieren. Mit Briefen. Die, die sie für ihre Kunden schreibt aber auch wie Violet wie sie immer mehr über Gefühle lernt. Am Ende schreibt sie einen Brief an sich selbst.

Mit den Monologen und Dialogen, die Violet führt, wird anfangs verdeutlicht, wie Violet ist. Sie spricht sehr monoton, förmlich und nur das Nötigste. Ihre Verhaltensweise ist die, eines Soldaten im Dienst. Nach und nach wird sie empathischer und zeigt selbst Gefühle. Dies spiegelt sich auch in dem Ton der Stimme wieder sowie in der Art, wie ihre Sätze formuliert sind. Die Geschichte führt einen durch die Gefühlswelten von Violet, den Personen um sie herum, ihren Klienten und die Entwicklung Violets Gefühlswelt.

Dadurch, dass Violet anfangs keine Emotionen zeigt, ist es noch verständlich um dem Zuschauer eine ähnliche Stimmung wie Violet zu geben. Jedoch bei den letzteren Klienten, wo Violet wirklich mit ihnen mitfühlt und dies deutlich zeigt, war der Aufbau der Gefühle des Zuschauers zu den Figuren nicht ausreichend um mich tiefergehend zu bewegen. In Violet Evergarden wird in den ersten Minuten klar, dass der Major Gilbert nicht mehr bei Violet sein kann um ihr Befehle zu geben.


Als Gesamtwerk ist Violet Evergarden ein Anime, welcher in erster Linie unterhält, welcher besondere Charaktere zeigt und kleinere, in sich geschlossene, aber auch lehrreiche Geschichten der Klienten enthält, jedoch auch zum Nachdenken anregt.

2024 – Keep walking weird

Wann machst du das alles eigentlich? Das ist irgendwie eine Frage, die ich immer wieder gestellt bekomme. Ja, womit eigentlich? Als sei Freizeit etwas was ich in rauen Mengen habe. Die Antwort ist: ich plane meine Wochenenden und ich pendele. Und wenn ich im Zug sitze: Strickzeug raus und Kopfhörer auf. Ich höre Podcasts oder schaue eine Serie, während die Hände beschäftigt sind.

Stricken ist eine tolle Beschäftigung. Und die meisten Muster sind gar nicht so schwer. Ich habe meistens ein oder zwei Sachen, dann denen ich arbeite und die ich wechselnd dabei habe, um etwas abwechselnd zu habe. Ich habe eine Kopie der Anleitung, die ich mitnehme und auf der ich Anmerkungen aufschreibe, markiere und aushake. Derzeit arbeite ich an einem Pullover und einer Strickjacke und ich hoffe euch demnächst bereits das eine oder andere zeigen zu können.

Ich habe 2023 irgendwie wenig gelesen. Überraschend, weil ich eigentlich gerne lese. Aber 2023 war irgendwie nicht das beste Jahr, obwohl ich die Buchmesse besucht habe und da habe ich zum ersten Mal seit langem wieder Bücher in der Hand gehabt, die ich lesen wollte. Ich habe seit langem wieder Bücher wirklich lesen wollen. Dieses Jahr kommt hoffentlich mehr. Außerdem suche ich gerne Bücher für Ausflüge und nach Dingen, die mich aktuell interessieren.

Museen sind etwas wunderschönes. Bei diversen Museen habe ich die Newsletter abonniert, um mir Ausstellungen zu suchen, die mich interessieren und auf dem neuesten Stand zu sein. Ausstellungen besuchen ist etwas wunderschönes. Man kann stundenlang in den Räumlichkeiten bleiben, sich die Werke ansehen und jeder hat seine eigene Sicht auf ein Werk, die Umstände warum Künstler wie etwas geschaffen haben oder welche Gegenstände zeigen uns etwas über unsere Geschichte.

The Costumes of Downton Abbey – Emma Marriot

An Official Companion to the Downton Abbey Films and TV SeriesAn exclusive inside look at the intricate and glamorous costuming of the popular PBS series, with complete historical detail and beautiful imagery.

An inside look at the intricate costuming of the popular PBS series, including character costume choices and the historic fashion trends characteristic of the aristocracy during the Edwardian era.

Appealing to Anglophiles, costume and sewing aficionados, and fans of the hit series, The Costumes of Downton Abbey presents—with comprehensive historical detail and beautiful imagery—the design decisions and wardrobe intricacies that shaped the glamour and elegance of the characters of Downton Abbey.

Featuring the fashion of both upstairs and downstairs cast members, this title explores the unique daytime, evening, special occasion, and wedding wardrobes that led to a 2011 Emmy and several Emmy nominations for Outstanding Costumes for a Series. Detailed photographs, fan-favorite stills from the television series, and designer notes and insights make this a delightful and informative guide to the role costumes played in the character portrayal, story development, and art direction of the series.

Inhaltsangabe

Ich habe nicht gezögert, dieses Buch zu kaufen, weil es so teuer war und weil es keine Bilder vom Inneren des Buches gab. Ich bin einfach ein Fan der Serie und ich bereue es nicht, dieses Buch bestellt zu haben.

Es ist sehr umfangreich, mit vielen detaillierten, vollfarbigen Bildern. Es befasst sich mit jeder Figur, sowie mit verschiedenen Ereignissen und anderen Elementen. Von Entwürfen, über Materialien und Schnitten, sowie der Entwicklung der Garderobe in der Handlung wird alles abgedeckt.

Natürlich ist es bei so vielen Charakteren/Kostümen unmöglich, alles unterzubringen, aber die Autoren leisten gute Arbeit, wenn es darum geht, wie die Kostüme verwendet wurden, um Charaktere/Settings/Handlungen zu etablieren.

Es enthält eine Menge toller Farbfotos von Kleidung und Accessoires aus der Serie – nicht nur Fotos der Darsteller, sondern auch Design-Skizzen und Fotos derer, die einige der Looks beeinflusst haben. Viele Beschreibungen und Informationen über die Mode.

Das Buch deckt jede Staffel der Fernsehserie und beide Filme ab. Es ist ein Muss für Downton-Fans, für Leute, die sich für historische Kostüme interessieren, für Leute, die sich für Mode interessieren (vor allem die 1920er Jahre).

Bring no Clothes – Charlie Porter

Why do we wear what we wear? To answer this question, we must go back and unlock the wardrobes of the early twentieth century, when fashion as we know it was born.

In Bring No Clothes, acclaimed fashion writer Charlie Porter brings us face to face with six members of the Bloomsbury Group, the collective of artists and thinkers who were in the vanguard of a social and sartorial revolution. Each of them offers fresh insight into the constraints and possibilities of fashion today: from the stifling repression of E. M. Forster’s top buttons to the creativity of Vanessa Bell’s wayward hems; from the sheer pleasure of Ottoline Morrell’s lavish dresses to the clashing self-consciousness of Virginia Woolf’s orange stockings. As Porter carefully unpicks what they wore and how they wore it, we see how clothing can be a means of artistic, intellectual and sexual liberation, or, conversely, a tool for patriarchal control.

Travelling through libraries, archives, attics and studios, Porter uncovers fresh evidence about his subjects, revealing them in a thrillingly intimate, vivid new light. And, as he is inspired to begin making his own clothing, his perspective on fashion – and on life – starts to change. In the end, he shows, we should all ‚bring no clothes,‘ embracing a new philosophy of living: one which activates the connections between the way we dress and the way we think, act and love.

Inhaltsangabe

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich über dieses Buch sagen soll. Ich hatte bereits What Artists wear von Charlie Porter gelesen. Und daher war ich gespannt auf „Bring no clothes: Bloomsbury and the Philosophy of Fashion“ gefreut und dann war ich nur noch entsetzt.

Das Buch scheint eher eine persönliche Selbstverwirklichungsmanie von Charlie Porter gewesen sein. Und das mit Ankündigung. Zunächst erst einmal zu den Kritikpunkten

Queer for everyone

Queer wird dermaßen inflationär benutzt, das ich mich gezwungen fühlte etwas klar zu stellen. Queer ist ein Begriff des 21. Jahrhunderts, denn die Personen der Bloomsbury Group für sich nicht benutzt haben können. Weil es ihn so in der Verwendung noch nicht gab. Und als jemand der Seit Jahren Mode und Modegeschichte unterrichtet ist das einfach eine grobe Fahrlässigkeit, für die das Buch alleine schon dem Autor um die Ohren gehauen gehört.

Bad Taste

Schlecht zusammengerumpelte Kleidung mit fragwürdigen Löchern als großes Statement zu verkaufen gehört da ebenfalls dazu. Ganz ehrlich, das er das in Tradition zu der Bloomsbury Group stellt, spottet jeder Beschreibung. Es stimmt die Angehörigen dieser Gruppe wurden dafür öfter schief angesehen. Aber ob der Autor nun einen Pullove rmit Loch am Bauch trägt und Leute ihn darum im Sommer beneiden – ich bezweifle es.

Das Buch „ The Bloomsbury Look“ von Wendy Hitchmough arbeitet den Einfluss der Bloomsbury Group auf die Mode deutlicher heraus. Dieses Buch nimmt einen etwas spezifischeren Blickwinkel auf Bloomsbury ein – den ihres Einflusses auf die Mode; das Buch befasst sich hauptsächlich mit der Selbstidentität der Gruppe durch ihre eigene Einstellung zur Kleidung (und zum Ausziehen); es gibt ein Kapitel über Familienfotografie – wie sie den individuellen Stil enthüllte und wie sie sich selbst und einander sahen – dies führt zur Projektion dieses Stils durch Gemälde, dann die Textil- und Kleiderentwürfe, Schmuck usw. und die bohèmehaften, avantgardistischen Produktionen der Omega-Werkstätten.

Daher empfehle ich eher „The Bloomsbury Look“ zu lesen.

Fanboy failure

Charlie Porter ist ein Bloomsbury Fanboy. Das wird in jeder Zeile deutlich. Das dass sei ihm gegönnt, denn wir alle haben unsere Helden in der Geschichte, die uns begeistern und inspirieren. Und es steht wohl nicht in Zweifel, dass dieser Zirkel in den 1920er und 30er Jahren einen Einfluss auf moderne Sichtweisen und auch Wirtschaft mitgestalten konnte. Insbesondere John Maynard Keynes und Virgina Woolf sind bis heute fest verankert. Allerdings muss auch deutlich gesagt werden, dass mit Ausbruch des II. Weltkrieges die Bloomsbury Group zunehmend an Bedeutung verlor und bis in die 1970er Jahre nahezu völlig vergessen war, bis die Texte Virgina Woolfs wiederentdeckt wurden.

Charlie Porter fällt in diesem Buch jenem Narrativ zum Opfer, was sich mit der Wiederentdeckung der Gruppe festsetzte. Dass sie auf jede soziale Gruppe Einfluss gehabt hätten, vor allem die geheim gelebte Homo- und Bisexualität. Und da er, Charlie Porter, sich selbst der LGBTQ+ Community zurechnet, steht für ihn außer Frage, dass die Bloomsburys wie eine Art Schutzheilige dieser vorangegangen sind.

Kritische Diskussion? Och nö.

Es mag gemein klingen, aber auch wenn der Autor zunächst versucht zu sagen, dass er sich bewusst ist, dass die Gruppe durchaus diskutabel ist, so scheint es ihn hinterher nicht zu bekümmern. Ich muss zugeben, dass ich einen ziemlich kritischen Blick habe, wenn es um die Bloomsbury-Gruppe geht. Nachdem ich eine Reihe von Büchern über diese Gruppe gelesen habe, entwickelte ich eine Abneigung gegen das cliquenhafte, elitäre Auftreten. Man kann sagen, dass sie wie viele dieser Gruppierungen, innerhalb der Gruppe tolerant waren, aber das gilt nicht zwingend nach Außen.

Sie waren Produkte ihrer Zeit, Erziehung, sozialen Herkunft und den vorherrschenden gesellschaftlichen Strömungen. Virginia Woolfs Tagebücher geben einen umfassenden Einblick, dass sie von Autoren der Working Class nichts hielt, unter anderem James Joyce. Roger Fry und Clive Bell, die ihren eigenen Kreis und eine bestimmte Art französischer Malerei förderten und bewusst jede moderne Kunst ignorierten, die ihnen nicht gefiel oder die sie nicht mitgestalten konnten.

Kontext, Kontext Kontext

All das wird von Charlie Porter ausgespart, um ein eigenes Narrativ zu schaffen, dass weder der Komplexität der Bloomsbury Group Rechnung trägt, noch dem Anspruch des Buch etwas über den Einfluss, den die Gruppe auf Mode und Kleidungsgepflogenheiten hatte, zu sagen. Umso verwunderlicher ist es, dass er 2023 eine Ausstellung in Charleston kuratierte.

Mit welchen Konzepten hat die Gruppe nun gegen das Patriachat aufbegehrt? Es fehlt der Kontext, der zeitliche Rahmen, die gesellschaftlichen Vorgaben und die Umbrüche Großbritanniens in Gänze. Haben diese Menschen in einer Art Vakuum existiert? DAs gehört zum Grundhandwerk, wenn man ein Buch über den Einfluss einer Gruppe auf die Gesellschaft sprechen will. Und allein die Tatsache, dass das fehlt ist für dieses Buch ein Problem. Stattdessen ist es das Schwärmen eines Fanboys, der sein Fantasiegebilde, das er um sich und diese Gruppe herumaufgebaut hat, nicht stören lassen will.

Fazit

Bei einem Buch, welches sich angeblich mit der Philosophie der Mode oder besser der Kleidung der Protagonisten beschäftigt, erwarte ich nicht, dass ich sowohl über deren sexuelle Orientierung, als auch über die des Verfassers informiert werde. Zudem versucht der Autor offenbar seine persönlichen Erfahrungen als „Erbe“ der Bloomsbury Gruppe zu sehen und verliert sich in seinem Fanboy-Kosmos.

Kein Zweifel, dass die Kleidung eines Menschen einiges über seine Persönlichkeit verrät, aber wenn der Autor alle visuellen Informationen nur „queer“ und als „Queer History“ interpretiert ist das wenig überzeugend und auch nicht angemessen. Es ist alarmierend wie sehr offenbar versucht wird, eine Gruppe in eine Geschichtsschreibung zu quetschen, die nicht mehr dazu gedacht ist die Komplexität einer modernen Gesellschaft zu beleuchten, sondern nur noch auf Selbstbeweihräucherung und Klientelpolitik aus ist. Die Geschichte der Sexualität ist lang und genauso ein Teil der Menschheitsgeschichte, aber sicherlich sollte sie nicht dazu dienen sich ständig selbst in der eignen Großartigkeit zu bestätigen.

Alles in allem völlig am Thema vorbei.

Herausgeber : Particular Books
Erscheinungsdatum : 7. September 2023
Sprache : Englisch

Preis: 19,55€ 

Warum kleiden wir uns für Silvester?

Ab und zu ist es schön, die Jogginghose und das bequeme Shirt gegen ein bisschen Lametta und Glitzer zu tauschen. Aber haben Sie sich schon einmal gefragt, warum wir alle Register ziehen, um das neue Jahr einzuläuten? Die Geschichte des Mode zu Silvester ist interessant und führt uns über alle möglichen Umwege zu unseren auffälligen Pailletten und kilometerlangen falschen Wimpern. Von der Verkleidung in Kuhhäuten bis zum Anziehen von weißem Nerz, bevor der Wecker klingelt, haben sich die Menschen seit Tausenden von Jahren für diesen Anlass herausgeputzt.

Die Perlenstickerei und die teuren Kleider sind nur unsere eigene Interpretation in der Zeit, in der wir leben. Es ist nichts Neues, sich zu Beginn eines neuen Jahres herauszuputzen. Im Folgenden erfahren Sie, warum wir uns zu Silvester in Schale werfen – fühlen Sie sich mit den Legionen von Menschen verbunden, die vor tausend Jahren das Gleiche taten wie Sie.

Wie alles begann

Bevor man die Lametta-Version versteht, muss man die heidnische Version verstehen. Man nimmt an, dass die Schotten eine der ersten Gruppen waren, die Silvester feierten, und dass ihre Variante „Hogmanay“ genannt wurde. Und so wie man für eine große Feier eine Perlenkette auf dem Bett ausbreitet, so kleideten sie sich für das Ereignis, indem sie Rinderhäute anzogen. Menschen trugen Rinderhäute und entzündeten Lagerfeuer, wobei das Feuer symbolisch für die Reinigung des Gemenschaft und des Dorfes steht. Noch heute gibt es in Teilen Deutschlands ähnliche Versionen wie die Perchtläufe, in der Frau Perchta mit ihrem Gefolge durch das Dorf zieht.

Während sich die Schotten mit Fellen schmückten, feierten die Römer ihren Vorabend mit einem Bankett Als der heilige Bonifatius, ein Missionar aus England, im Jahr 742 Rom besuchte, war er entsetzt über das Ausmaß der Feierlichkeiten. Die Menschen tanzten auf den Straßen, die Tische waren mit Speisen und Getränken überladen, die Leute sangen in betrunkenem Zustand, und die Frauen trugen Amulette um den Hals, die sie dem Meistbietenden zum Kauf anboten.

In anderen Kulturen – wie im alten Babylon – wurde die Zeit zwischen dem alten und dem neuen Jahr als ein Kampf zwischen Chaos und Ordnung angesehen. Während die beiden miteinander kämpften, wurden die Regeln und die Ordnung umgekehrt, und die Menschen verkleideten sich, um diese Zeit zu markieren, bis die Kontrolle um Mitternacht wiederhergestellt war.

Neuere Traditionen

Spulen wir ein paar Jahrtausende zurück, und der neuere Aberglaube erklärt vielleicht, warum wir das Bedürfnis haben, in unseren besten und glitzerndsten Kleidern den Countdown bis Mitternacht zu zählen.

Für viele galt Neujahr als ein neuer Anfang. Aus diesem Grund begannen viele Menschen gerne so, wie sie es vorhatten, weiterzumachen. Viele Bräuche, Traditionen und Aberglauben sind mit dem gemeinsamen Glauben verbunden, dass das, was man in der Silvesternacht oder am Neujahrstag tut, den Ton oder das Muster für das kommende Jahr vorgibt.

Nach britischem Volksglauben durfte man zum Beispiel am 1. Januar nicht einmal Schmutz aus dem Haus fegen, da sonst die Gefahr bestand, dass man sein Glück wegfegt. Man durfte nur neue Dinge ins Haus bringen, um den Reichtum des kommenden Jahres zu garantieren.

Die 1800er brachten große Partys

Vor dem späten 19. Jahrhundert war Silvester eher eine Familienangelegenheit, bei der die Menschen zu Predigten gingen und das vergangene Jahr Revue passieren ließen. Doch als wir uns dem Goldenen Zeitalter näherten, verdrängten Partys mit Krachmachern und Wunderkerzen diese stillen Besinnungen der Erneuerung.

Da immer mehr Menschen in die Großstädte zogen, wollten sie die Kirchenbänke gegen Partys tauschen. Und das taten sie auch. In einem Artikel der Washington Post vom 1. Januar 1916 heißt es:

„Die New Yorker gaben sich heute Abend dem Feiern und Lärmen hin. Die fröhlichste Silvesternacht aller Zeiten“

so das Urteil derer, die die Geschichte des Broadway und anderer Straßen, in denen die weißen Lichter brennen, genau kennen. Eine halbe Stunde bevor das Glockenspiel der alten Trinity das Jahr 1916 offiziell ankündigte, kündigten das Läuten der Kirchenglocken, das Kreischen der Pfeifen von Fabriken, Fähren und Schiffen aller Art und das Getöse unzähliger Blechhupen das Herannahen von Mitternacht an. Je näher die Stunde rückte, desto lauter wurde das Geschrei.

Mit der Elektrifizierung der Städte wurde das Nachtleben durch eine umfassende Straßenbeleuchtung, die Beleuchtung verschiedener Vergnügungsstätten und elektrische Straßen- und U-Bahnen möglich, die es den Menschen ermöglichten, sich effektiv in den Städten zu bewegen.

Schließlich begannen die Amerikaner, die Uhrzeit genau zu verfolgen: Sie trugen Taschenuhren, füllten ihre Häuser mit Uhren und schmückten ihre öffentlichen Gebäude mit immer größeren Uhren und lauteren Glocken. So wurde der Countdown bis Mitternacht – bis zum exakten Zeitpunkt der Ankunft des neuen Jahres – zu einem sehr aufregenden Moment, in dem eine von Uhren besessene Öffentlichkeit ihre neue Orientierung an der genauen und präzisen Zeit in die Tat umsetzen konnte. Mit dieser Vorfreude im Hinterkopf bildete sich eine neue Partykultur heraus.

Das Nachtleben verwandelte Silvester in eine Modenschau

Und da immer mehr Restaurants üppige Bankette veranstalteten und in den Clubs Shows mit Cocktails und Tanz stattfanden, war Silvester nun nicht mehr nur ein besonderer Anlass, sondern die größte Party des Jahres – was sich auch in der Kleidung der Menschen widerspiegelte.

Viele Silvesterpartys wurden von Clubs, Restaurants und Hotels gesponsert. Sie beinhalteten mehrgängige Mahlzeiten, Champagner und Tanz zu Musik, die von einem Orchester gespielt wurde. Je näher Mitternacht rückte, desto mehr Lärm wurde gemacht, und um Punkt Mitternacht wurden Küsse ausgetauscht und Trinksprüche ausgesprochen“, erzählt sie. Und die Veranstaltung wurde noch spezieller, als sich der ganze Saal in Schale warf.

Aber wenn man nicht zu einem Bankett gehen wollte (oder sich die Eintrittskarte nicht leisten konnte), gab es immer noch zahlreiche Feste, die zu Hause veranstaltet wurden. Von der königlichen Gesellschaft bis hin zu Wohnungseigentümern in bescheidenen Häusern mussten alle in ihren besten Kleidern erscheinen. Andere Leute begannen, Partys zu Hause zu veranstalten und ersetzten die Orchester oft durch das Radio. Radiosender übertrugen aus Veranstaltungsorten und veranstalteten Silvester-‚Tanzpartys‘.

In der Washington Post vom 3. Januar 1909 beschrieb Page Six die Outfits bei einer viel besprochenen Silvesterparty in einem der Häuser der Prominenz.

Eine Silvesterparty wurde von Mrs. J. Ellen Foster, Miss Pierce und Miss Hellen Varick Boswell aus New York veranstaltet. Mrs. Foster trug ein Kleid aus schwarzer Fadenspitze über cremefarbenem Satin und Chiffon, mit vielen Verzierungen. Miss Pierce trug ein Pariser Kleid aus rosafarbener und bronzefarbener Chiffonseide, mit Applikationen aus Indescents. Miss Boswell trug ein Empire-Kleid aus schwarzem Chenille-Netz, das mit goldenen Stoffen besetzt war.

Und von da an wurden Glanz und Glamour nur noch größer. Es reichte nicht mehr aus, einfach das übliche Freitagabendkleid anzuziehen; die Leute mussten alle Register ziehen. In einem Artikel der New York Times vom 3. Januar 1923 wurde über einen Schmuckdiebstahl berichtet, der einer Partygängerin auf dem Heimweg nach den nächtlichen Festivitäten passiert war. Und die Menge an Glitzer, die gestohlen wurde, zeigt, wie sehr sich die Leute für diesen Anlass herausgeputzt haben.

Mrs. Irene Schoellkopf, Frau von C.P. Hugo Schoellkopf, einem Fabrikanten aus Buffalo, wurde am frühen Montagmorgen nach einer Silvesterparty in einer Wohnung in der 64 West Fifty-second Street, zwischen der Fifth und der Sixth Avenue, überfallen und ihres Schmucks im Wert von 500.000 Dollar beraubt.

Von Kuhfellen bis hin zu Glitzer im Wert von einer halben Million – wir hatten schon immer das Bedürfnis, uns für den Jahreswechsel in Schale zu werfen. Möge das diesjährige Outfit dieser langen Geschichte Ehre machen.

Dressing for a Director: Tim Burton

Niemand beherrscht den wohligen Grusel so sehr wie Tim Burton. Der Regisseur dem wir Edward mit den Scherenhänden oder Sleepy Hollow verdanken. Er begann als Animator bei Disney und führte Regie bei viel beachteten Kurzfilmen wie Vincent (1982) und Frankenweenie (1984), bevor er den Sprung ins Spielfilmgeschäft schaffte.

Sein Kinodebüt gab er 1985 mit Pee-Wee’s Big Adventure. Seitdem hat Burton eine bemerkenswerte Karriere hingelegt. Sein visueller Stil ist einzigartig und verbindet die europäische Kunstästhetik des 19. und 20. Jahrhunderts mit amerikanischem Kitsch. Dieser Stil wird mittlerweile als „Burtonesque“ bezeichnet.

Gothic in der Vorstadt

Die visuelle Vorstellungskraft des Regisseurs bringt oft gotische Architektur und Atmosphäre mit seiner eigenen Erziehung im sonnigen Los Angeles zusammen. Eigentlich sollte das gar nicht funktionieren – eine Welt der Dunkelheit, der wilden Moore und Spukschlösser, gekreuzt mit pastellfarbenen Bungalows, Lattenzäunen und grünen Rasenflächen, so amerikanisch wie Apfelkuchen. Und doch ist Burton bei der Verschmelzung dieser unwahrscheinlichen Welten auf kreatives Gold gestoßen. Der Kontrast ist in fast allen seinen Filmen zu sehen. Die Burgruine, die in Edward Scissorhands“ über der Vorstadt thront, ist ein klassischer Burton-Touch. Die gotische Vorstadt wird in „Frankenweenie“ in animierter Form wieder aufgegriffen. In „Dark Shadows“ ist das gotische Herrenhaus der Familie Collins in den Bäumen über dem Fischerhafen von Collinsport versteckt.

Deutscher Expressionismus

Der Regisseur beschrieb die berühmte deutsche Kunstrichtung in dem Buch „Burton on Burton“ (Mark Salisbury, 1995) als „das Innere des Kopfes von jemandem, wie ein verinnerlichter Zustand, der nach außen getragen wird.“ Das gilt nicht nur für die Hell-Dunkel-Lichteffekte, sondern auch für das Produktionsdesign und die wild übertriebenen Kulissen und Dekors. Man denke nur an das Schloss des Erfinders in Edward Scissorhands oder ganz Gotham City in Batman Returns. Burtons filmisches Universum ist dem deutschen Expressionismus geschuldet.

Die schwebende Kamera

In den Filmen von Tim Burton gibt es eine Menge Kamerabewegungen. Sie wird ausdrucksstark eingesetzt, und der Effekt ist pure filmische Handwerkskunst. Die Kamera ist oft an einem Dolly, einem Kran, manchmal sogar an einem Hubschrauber oder dem traditionellen Steadicam-Gerät befestigt. Manchmal hat man das Gefühl, sich in einer Achterbahn oder Geisterbahn zu befinden. Eine der charakteristischen Kamerabewegungen von Burton ist die Kamerafahrt in hohem Winkel, die gleitet und sich schlängelt. Sie wird eingesetzt, um die Kulissen zur Geltung zu bringen und das maximale filmische Potenzial der Bilder zu erreichen. Beispiele für diese Kameraästhetik sind in jedem einzelnen Film zu sehen. Vor allem in den Vorspannsequenzen setzt Burton die hochwinklige, wandernde Kamera ein.

Keine Streifen, kein Burton

Wir wissen, dass die Figuren von Tim Burton einzigartig sind – und das nicht nur um ihrer selbst willen, sondern weil sie ein wesentlicher Aspekt der Ästhetik von Tim Burton sind. Seine Figuren zeichnen sich durch ihre übertriebenen Merkmale aus: langes, krauses Haar, hängende Augen, schlaksige Gliedmaßen usw. Aber die übertriebenen Merkmale dieser Figuren dienen oft als Vorwand, um ihre menschliche Seite zu verbergen.

Das ist auf die lange Zusammenarbeit mit Colleen Atwood zurückzuführen. Die Kostümdesignerin hat in mehr als 12 Burton-Produktionen die Kostüme entworfen. Ihre Zusammenarbeit hat einige der besten Kostüme der jüngeren Kinogeschichte hervorgebracht, wie zum Beispiel die Kostüme von Edward Scissorhands und Sweeney Todd.

Kennzeichnend für Burton sind Elemente aus der Gothic-Subkultur, Viktorianische Andeutungen und Gestreifte Kleidung. Etwa Beetlejuice’s Anzug, Wednesday Addams Schuluniform oder Sweeney Todds Standkleidung.

Der blasse Junge

Burtons männliche Protagonisten sind blass und groß, schlaksig und mit wirren Haaren. Die wichtigste Figure, die dabei sofort auffällt ist Edward mit den Scherenhänden. Der starke Kontrast zwischen der pastellfarbenen Kleidung aus den 1950er Jahren und dem schwarzen Gothic-Anzug, den Edward Scissorhands trägt, ist ein visueller Hinweis darauf, wie sehr er sich vom Rest der Gesellschaft unterscheidet und isoliert ist. Aber nicht nur Edward bedient diese Figur – Sweeny Todd, Beetlejuice und Barnabas Collins. Sie sind verrückt, weise, Außenseiter und zugehörig in einem.

Die schöne Puppe

Jede weibliche Hauptfigur von Tim Burton entspricht diesem Bild. Egal ob Blond oder Brünett. Sie sind das genaue Gegenteil zu dem blassen Jungen. Mit ordentlichem Haar in perfekter Kleidung. Fast eine viktorianische Puppe. Häufig in 1950er New Look von Christian Dior, wahlweise mit offenen Haaren oder strenger Frisur. So etwa in Alice im Wunderland: Wir beginnen das Bild mit dem klassischen blauen Alice-Kleid, einer Silhouette, die von Christian Diors Kollektion von 1947 inspiriert ist. Als Alice in den Kaninchenbau fällt und in eine fremde Welt eintritt, macht ihr Kleid eine bedeutende Veränderung durch, während sie schrumpft und wächst. Schwarze Verzierungen, Streifen und kontrastierende Farben werden hinzugefügt, um den bekannten Gothic-Stil vieler seiner Werke zu erreichen. Zusammen mit den scharfen Wangenknochen, den großen Augen, dem bleichen Teint und den dunklen Augenringen sind diese Figuren unverkennbar für Burton. Genauso wie Sally, Mrs. Lovett und Emma Bloom.

Johnny Depp

Johnny Depp und Tim Burton haben acht sehr erfolgreiche Filme zusammen gedreht. Wenn Depp auf der Leinwand eine Reihe seltsamer und wunderbarer Figuren spielt – den jungen Mann mit der Schere an der Hand, den schlechtesten Regisseur der Welt in „Ed Wood“, den trotteligen Polizisten Ichabod Crane aus „Sleepy Hollow“, Willy Wonka in „Charlie und die Schokoladenfabrik“, Victor in „Corpse Bride“ (Synchronisation), den mörderischen Barbier in „Sweeney Todd: The Demon Barber of Fleet Street“; der verrückte Hutmacher aus „Alice im Wunderland“ oder der Vampir Barnabas Collins in „Dark Shadows“ – es ist zweifellos ein Element von Burtons Persönlichkeit darin zu finden.

Die Burton Renaissance

Burtons Geschichten, die oft wie verschleierte Autobiografien wirken, verwenden Kostüme, um einen für Burton typischen Stil zu erreichen. Diese „burtoneske“ Anziehungskraft, die in den späten 80ern bis in die 90er Jahre hinein sehr ausgeprägt war, wurde mit seinen neueren Werken wie Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children stark abgeschwächt, aber in nach der Veröffentlichung des Addams Family-Spinoffs Wednesday hoffe ich, wie viele andere auch, auf ein Wiederaufleben des Stils von Tim Burton in seiner Fortsetzung von Beetlejuice.

5 Ideen für Wednesday

Es ist soweit, die Jahreszeit der Addams Family. Und nachdem letztes Jahr die Serie rund um die Tochter des Hauses, Wednesday, auf der Nevermore Academy lief entbrannte rein regelrechter Hype um die Häkelmodelle in der Serie. Deswegen gibt es hier ein paar Ideen von mir, wie man auch andere Modelle passend für das Wednesday Feeling stricken, häkeln und nähen kann.

Lisa Loring as Wednesday Addams in ‘The Addams Family’ | Walt Disney Television via Getty Images Photo Archives/Walt Disney Television via Getty Images

Das Mini-Kleid

Wednesdays Mode orientiert sich in den Comics wie auch den Serien an Kinderkleidung zwischen 1930 und 1960. Die Mode ist sehr glatt, sehr einfach geschnitten und mit kleinen Krägen versehen. Und 2015 brachte Burda Style ein ganz wunderbares Modell heraus: Patti. Inspiriert von Mary Quants Mini-Dress‘. Mit Manschetten und Peter-Pan Kragen. Mit kleinen Mustern passend zu Nina Riccis Wednesday gibt es hier auch eine Version.

Der Schachbrett Pullunder

In der Serie von 2022 trägt Wednesday gerne Häkelkleidung aus dicker Wolle. Und Bloodymaryarts hat eine Version Wednesday Addams Checkered Crochet Vest erstellt. Ebenso gibt es die zweite Version bei Atelier Sonny Days. Passend für den Abend vor dem Fernseher und leicht nach zu machen.

Nina Ricci als Wednesday Adams in The Adams Family
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Abnehmbarer Kragen

Was wäre Wednesday ohne ihr kleines Krägelchen? Man muss nicht gleich ein ganzes Kleid machen. EIn kleiner weißer Kragen tut es auch. In Anlehnung an die 1960er Version von Lisa Loring als Wednesday gibt es hier eine gestrickte Version von Starcrossedknits. Wer es aber gerne dramatischer mag kann bei Etsy dieses Modell, inspiriert von der neuen Serie nutzen.

Das Raven Dance Dress

Seien wir ehrlich, jeder fand dieses Kleid toll. Nach Aussagen von Kostümdesignerin Coleen Atwood handelt es sich um ein Vintage Kleid des sagenhaften Hauses Maison Alaia – Azzedine Alaia war ein Meister der Schnittführung. Das Kleid wurde abgeändert um Jenna Ortega zu passen und existiert in verschiedenen Formen. Und deswegen hier eine Version zum nachnähen.

Der Snood

Für jeden der gerne schnell und Leicht etwas häkeln möchte: Enids Snood, oder Unendlichkeitsschal oder Tube-Schal – nennt es wie ihr wollt . Der Schal ist leicht und schnell gemacht. Übrigens, die Designerin dieser Schalls ist Anneliese Nicola, die ihr auf Etsy finden könnt, sogar die Original-Anleitung.

Jenna Ortega als ‚Wednesday‘ | MATTHIAS CLAMER/NETFLIX

The Birds

Eigentlich muss man zu diesem Hitchcock Klassiker nichts mehr schreiben. Das kleine Örtchen Bodega Bay wird von Vögeln angegriffen und niemand sagt warum. Dafür muss man die Filmvorlage von Daphne du Maurier kennen, denn in dieser Kurzgeschichte von 1952 wird die Handlung deutlicher.

Die ursprüngliche Handlung spielt in Daphne du Mauriers Wahlheimat Cornwall. Dort lebt der Kriegsinvalide Nat Hocken, der die Schwarmbildung und die Invasion der Vögel miterleben muss und hinter dieser Invasion eine kollektive Intelligenz fürchtet, die sich gegen ihn und seine Landsleute richtet. In einem mentalen Kriegszustand erwartet er den Morgen.

Die Grundgeschichte hat Alfred Hitchcock übernommen und in einen klassischen, amerikanischen Ferienort verlegt. Das fiktive Badegebiet Bodega Bay. Die attraktive Melanie Daniels, die dem Anwalt Mitch Brenner gefolgt ist, wird schnell zum Ziel der Angriffe.

Die Hitchcock Blondine

Alfred Hitchcocks weibliches Ideal in den Filmen war die kalte Blondine, wie sie von Grace Kelly, Kim Novak und Tippi Hedren gespielt wurden. Perfekt sitzende Kleidung, kein Luftzug bewegt das Haar – es heißt Hitchcocks ideales Frauenbild wäre Marlene Dietrich gewesen und die Inspiration für „Die rote Lola“. Mit Grace Kellys Heirat verlor Hitchcock seine favorisierte Schauspielerin und suchte nach einer Neuen. Die Wahl fiel auf die Newcomerin Tippi Hedren. Die geschiedene, alleinerziehende Mutter lebte in New York und arbeitete erfolgreich als Model für Werbefilme wie den Diätdrink Sego. Dadurch fiel sie Hitchcock und seiner Frau auf, die nach einer passenden Besetzung für Die Vögel suchten. Tippi Hedren hatte nicht viel Praktische Schauspielerfahrung, außer einer kleinen Nebenrolle. Hitchcock gab Hedren die Hauptrolle. Für Die Vögel erhielt sie 1964 den Golden Globe als beste Nachwuchsdarstellerin. Ihre Zweite Arbeit mit Hitchcock, Marnie, wurde gemischt aufgenommen. 2016 wurde ihre Darstellung von Richard Brody als eine der besten Darstellungen der Filmgeschichte bezeichnet.

Hitchcock allerdings hatte mehr Interesse an Hedren, als das rein Berufliche. In ihrer 2016 erschienen Biografie warf Hedren Hitchcock vor, sie mehrfach sexuell belästigt zu haben. Hedren selbst beschrieb ihre Empfindungen Hitchcock gegenüber mit „Dankbarkeit und Abscheu. Respekt und Fassungslosigkeit.“

Nachdem sie ihn mehrfach abgelehnt hatte und Hitchcock eine Zusammenarbeit verweigerte, hielt er sie dennoch zwei weitere Jahre unter Vertrag. Das Studiosystem in Hollywood ermöglichte es ihm, ohne ihr Wissen, Rollenangebote abzulehnen. Als Hedren nach zwei Jahren aus dem Vertrag herauskam, hatte ihre Karriere an Momentum verloren und sie konnte, trotz guter Filmproduktionen nie mehr an ihren Erfolg anknüpfen.

Die Vögel – Ein Kriegsfilm

Alfred Hitchcock entwirft das apokalyptische Bild eines Kriegszustandes. Durch eine Hobby-Ornithologin wird von der Schwarmintelligenz der Vögel gesprochen, aber auch die Frage gestellt, aus welchem Grund Vögel angreifen sollten. Ein genauer Grund wird nie genannt. Die Vögel verkörpern eine feindliche Macht, die von der See aus in das Landesinnere eindringen. Immer wieder kommen durch Radiodurchsagen Andeutungen, dass die Vögel an verschiedenen Stellen angreifen und sich weiter ins Landesinnere vorwagen. Sie formieren sich und rasen im Sturzflug auf ihre Opfer zu, als würde gleich eine Luftschlacht beginnen. Diese Sturzflüge werden durch den Lärm des bedrohlichen Vogelgeschreis untermalt.

Man verbarrikadiert sich im Haus, als würden gleich die Bomber einer Luftstreitmacht herannahen und Alfred Hitchcock inszeniert diese klaustrophobische Angst als Angriff der Vögel.

Die Mutterfigur

Es gibt aber auch noch eine Weitere Eben, die ein typisches Element von Hitchcock ist: Oedipus. Auch diese Thematik sehen wir in diesem Film, auf einer zwischenmenschlichen Ebene, wenn es um die Beziehung von Mutter und Kind geht. So wird die Mutter von Mitch als eine anhängliche, von Verlustängsten geplagte Frau inszeniert, die jede Beziehung ihres Sohnes unterbindet.

Daher gibt es im Film zwei Erzählungen: Die globale Invasion der Vögel, die in den Krieg zieht. Die andere Ebene ist die zwischenmenschliche Beziehung der Menschen.

Dressing for a Director: Alfred Hitchcock

Hallo, hallo. Ich bin durch den Wald und durch den Brand – mit einer satten Erkältung und jeder Menge Hitchcock Filme. Eigentlich hatte ich vor diese Reihe früher zu starten, aber jetzt hat es den Altmeister des Horrorfilms getroffen.

Wer das Glück hatte, ein Originaldrehbuch von Alfred Hitchcock in die Hände zu bekommen, konnte auf fast jeder Seite genaue Anweisungen lesen. Jedes Kostüm war detailliert angegeben. Es gab einen Grund für jede Farbe, jeden Stil, und er war sich bei allem, wofür er sich entschied, absolut sicher. Die subtilen Details waren für Hitchcock als einer der ikonischen Regisseure Hollywoods am wichtigsten. Der aus dem vereinigten Königreich stammende Regisseur machte sich gemeinsam mit seiner Frau einen Namen, der für seine spannenden und psychologisch komplexen Geschichten bekannt war.

Für den Regisseur von 52 Filmen war es wichtig, eine visuelle Sensation zu schaffen. Dies gelang ihm durch eine Inszenierung, die aufgrund ihrer unterbewussten Wirkung auf den Zuschauer revolutionär war. Alles, vom Kamerawinkel bis zur stimmungsvollen Farbgebung, war ein sorgfältig ausgeklügelter Plan. Hitchcock hatte eine genaue Vorstellung davon, wie er seine Geschichten erzählen wollte. In jedem Hitchcock-Film gibt es eine stilvolle weibliche Figur mit eiskaltem Auftreten: die Hitchcock-Heldin.

Seit 1935 präsentierte Alfred Hitchcock in seinen Filmen die „kühle Blondine“. Weibliche Hauptfiguren, die auf elegante, raffinierte Weise kultiviert und beherrscht waren. Allerdings verbarg sich unserer ihrer äußerlichen, kalten Lieblichkeit eine Skrupellosigkeit, Courage und offensive Sexualität. Als Vorläuferin dieses Typus gilt Marlene Dietrich. Die als „Hitchcock – Blondinen“ bekannten Schauspielerinnen waren Grace Kelly, Kim Novak und Tippi Hedren.

Hitchcock verstand, dass die physischen Elemente bei der Darstellung einer Figur, insbesondere ihre Kleidung, von großer Bedeutung sind, um eine Geschichte zu erzählen. In den 1930er bis 1960er Jahren waren Kostüme eine Sache, aber der Stil war ein ganz anderer. Maßgeschneiderte Kostüme mit taillierten Schnitten und klassische und von der Couture inspirierte Kleider prägten das Bild der rätselhaften Hitchcock-Frau. Die scharfen Silhouetten, die Hitchcock bevorzugte, waren Zeichen der Zeit und griffen oft auf die neueste Mode aus Paris zurück. Viele der Kostümentwürfe für seine Filme wurden von der Pariser Couture inspiriert, und Marlene Dietrich bat den Modeschöpfer Christian Dior, ihr Kostüm zu entwerfen. Die Schauspielerin, eine der größten Diven Hollywoods, wurde bei Verhandlungen mit Hitchcock mit den Worten zitiert: „No Dior, no Dietrich“.

Im Laufe seiner Filmkarriere arbeitete Hitchcock mit mehreren Kostümbildnern zusammen, vor allem aber mit Edith Head. Ihre Zusammenarbeit erstreckte sich auf mehr als 11 gemeinsamen Filmen. Eine der vielleicht größten frühen Arbeiten von Head an der Seite von Hitchcock war der Film „Fenster zum Hof“ von 1954, in dem Kelly die Rolle der mondänen Lisa Fremont spielte, die sich durch ihre Kleidung in Szene setzen wollte. Hitchcocks Vision von Fremont als Modefanatikerin hatte mit dem übergreifenden Thema des Films zu tun, dem Voyeurismus und der Vorstellung, aufgrund seiner Kleidung bewundert und beobachtet zu werden.

Head entwarf für Kellys Figur eine Reihe von Kleidern im Couture-Stil mit wallenden Ballerina-Röcken und Rohseidenanzügen von Cristóbal Balenciaga. Die Stücke waren repräsentativ für den Einfluss der französischen Couture im Amerika der Nachkriegszeit nach der Erfindung des „New Look“ von Dior, bei dem die Taillen minimiert und die Röcke maximiert wurden.

1958 setzten Head und Hitchcock ihre Zusammenarbeit mit „Vertigo“ fort, einem Film über Besessenheit und Identität, in dem Kim Novak die Rolle der Madeleine Elster spielte. Es heißt, dass Hitchcock die Idee für die genaue Farbe eines Anzugs für Novaks Figur im Kopf hatte, noch bevor die Dreharbeiten begannen. Die Kombination aus grauem Rock und schwarzen Pumps, die Head sich vorstellte, sollte die geisterhafte Farbe des Nebels in San Francisco, in dem der Film gedreht wurde, widerspiegeln. Anfänglich wollte Novak den Anzug nicht tragen, weil sie behauptete, sich darin nur schwer bewegen zu können. Doch die Qualität des Anzugs trug schließlich dazu bei, dass sie sich bei der Darstellung ihrer Figur visuell unwohl fühlte.

1960 schuf Hitchcock seinen wohl berühmtesten Film, „Psycho“ . Diesmal arbeitete der Regisseur nicht mit Head zusammen, sondern mit einer ihrer Kolleginnen, der Kostümbildnerin Rita Riggs, die zuvor an „Die Vögel“ und „Marie“ mitgearbeitet hatte. Für „Psycho“ war es von entscheidender Bedeutung, dass Janet Leighs Figur, Marion Crane, so sympathisch war, dass ihr früher Tod im Film einen großen Schock beim Publikum auslösen würde. Und tatsächlich steht ihr Kleid selbst für die Entwicklung ihrer Figur im Film. Für die Produktion bestand Hitchcock darauf, dass Riggs gekaufte Kleidung verwendet, um das Kleiderbudget von Cranes Job als Sekretärin einzuhalten. Riggs kaufte einen Großteil der Kleider im Kaufhaus Jax in Beverly Hills, wo sie Baumwoll- und Jerseykleider bevorzugte.

Hitchcocks Einfluss auf die Filmmode zeigt sich darin, dass die Kostüme über so viele Jahre hinweg ikonische Momente der Filmgeschichte geblieben sind. Im Laufe der Zeit wurden die Looks von den Designern als Inspiration für ihre Kollektionen übernommen. Alexander McQueen hat mehrere seiner Kollektionen dem düsteren Horror der Hitchcock-Filme nachempfunden. Die Liebe des Designers zu Vögeln führte dazu, dass er sich für seine gleichnamige Frühjahr/Sommer-Kollektion 1995 auf den Film The Birds von 1963 bezog. Später, bei seiner Herbst/Winter-Show 2005, zeigte er verschiedene klassische Hitchcock-Stile in gedeckten Farben und zeitloser 50er-Jahre-Schneiderei. Und fast ein Jahrzehnt später schuf Prada mit seiner Herbst/Winter 2013 Show die perfekte Garderobe für einen Krimi mit vielen Nerzstolen und dramatischen Anzügen.

Noch heute üben Hitchcocks Filme eine Faszination aus, die weit über die Modewelt hinausgeht. Die Frauenfiguren, die er für seine Filme schuf, brachten eine neue Art von Femme fatale hervor, eine Frau, die durch ihre Kleidung Raffinesse und Aufregung ausstrahlt. Hitchcock war sehr genau, wenn es um seine Bilder ging, und die Mode war nie ein nachträglicher Gedanke. Wenn es um Hollywood-Klassiker geht, steckte bei den Hitchcock-Heldinnen der Teufel wirklich im Detail.

Andrew Wilson- Alexander McQueen. Blood beneath the Skin

Hinweis: diese Rezension beinhaltet Suizid, Drogenmissbrauch und psychische Erkrankungen. Sollte das jemanden triggern bitte nicht weiterlesen.

When Alexander McQueen committed suicide in February 2010, aged just 40, a shocked world mourned the loss of its most visionary fashion designer.

McQueen had risen from humble beginnings as the youngest child of an East London taxi driver to scale the heights of fame, fortune and glamour. He designed clothes for the world’s most beautiful women including Kate Moss and Naomi Campbell. In business he created a multi-million pound luxury brand that became a favourite with both celebrities and royalty, most famously the Duchess of Cambridge who wore a McQueen dress on her wedding day.

But behind the confident facade and bad-boy image, lay a sensitive soul who struggled to survive in the ruthless world of fashion. As the pressures of work intensified, so McQueen became increasingly dependent on the drugs that contributed to his tragic end. Meanwhile, in his private life, his failure to find lasting love with a string of boyfriends only added to his despair. And then there were the dark secrets that haunted his sleep.

Inhaltsbeschreibung

Ich gebe zu, dass ich vor der Lektüre dieses Buches nur Eckdaten über Leben von Lee Alexander McQueen wusste. Ich bin niemand, der seine unkritisch Arbeit verehrt, aber sie zählt zu den wichtigsten der modernen Mode – fast einzigartig könnte sie alle Funktionen erfüllen und den Rang von bildender Kunst erreichen. Nicht zuletzt widmete das V&A und das MET McQueen Ausstellungen und beide Häuser sind im Besitz zahlreicher Arbeiten. Und ich war neugierig auf die Figur hinter der Gestalt „Alexander McQueen“ – den Privatmann, den seine Freunde Lee nannten.

Für mich war der Widerhall des gesamten Buches ein sehr kreativer Mensch, der mehr als ein problematischer Mensch war, dem aber alle um ihn herum dieses Verhalten „verziehen“ haben, weil er so war, wie er war.

Der Mythos Alexander McQueen

Das Buch wurde von seiner Kindheit bis zu seinem frühen Tod geschrieben. Es schildert das Leben eines Mannes mit Talent, Tatendrang, künstlerischer Selbstüberzeugung und einem Workaholic, der bis in die Nacht hinein arbeitete. Und das Buch zeigt ein Leben in Extremen. McQueen war ein sensibler und schüchterner Mann der, wie die meisten von uns, sowohl zu außergewöhnlicher Liebe und Großzügigkeit fähig war, als auch ein grausamer Tyrann gegenüber seinen Partnern und Arbeitskollegen.

Das Buch schildert eines deutlich: McQueen war nicht in der Lage, die Gefühle anderer zu verstehen. Es war ihm unmöglich, gesunde Beziehungen zu führen und aufgrund seines geringen Selbstwertgefühls und seines Drogenmissbrauchs hatte er ernsthafte Vertrauensprobleme. Sein lebenslanges Gewichtsproblem, dass er teils mit radikalen Diäten zu bekämpfen versuchte, trug wenig zu seinem Selbstwertgefühl in einem Arbeitsumfeld bei, dass von Äußerlichkeiten, Frivolität und Schönheitsidealen lebt.

Isabella Blow

Die wohl wichtigste Figur in McQueens kreativer Wirkung war die Modejournalistin Isabella Blow, die McQueen einmal als eine Mischung aus Herzogin und Fischverkäuferin bezeichnete. Seine Beziehung zu Isabella Blow war der interessanteste Part, denn obwohl sie aus sehr unterschiedlichen Verhältnissen stammten, waren sie sich sehr ähnlich. Im Bezug auf ihren modischen Scharfsinn und kreative Ausdrucksweise, aber auch im Bezug auf ihr geringes Selbstwertgefühl, ihr destruktives Verhalten und ihre psychischen Probleme. Und obwohl Alexander McQueen sich damals bereits von ihr distanziert hatte, traf Blows Selbstmord ihn schwer.

Blow spielte eine wichtige Rolle bei der Förderung der großen, kreativen Köpfe der Modebranche. Die nach ihr benannte Isabella Blow Foundation, fördert bis heute junge Talente.

Was von McQueen übrig blieb

Jedes Kapitel stand für eine Periode mit interessanten Interviews, die Andrew Wilson über diese Zeit geführt hat. Alle Freunde von McQueen verschmolzen in meinem Kopf miteinander, ebenso wie seine Kollegen. Seine Liebe zur Landschaft, zum Meer, zu den schottischen Familienwurzeln und zu seiner Hunde floss in sein Werk ein, stand aber gleichzeitig im Widerspruch zu einer städtischen Existenz, die in rasendem Tempo geführt wurde.

Aber ich hatte das Gefühl, dass über bestimmte Themen geschwiegen wurde. Es gab viele Aussagen von Menschen aus seinem Umfeld, dass er sich gefangen fühlte oder unter großem Druck zu stehen schien. Andere sagten, dass sie ihrem ärgsten Feind den Erfolg in der Modebranche nicht wünschen würden. Warum genau?

Es mag daran liegen, dass viele Weggefährten von McQueen noch leben und das Andenken an McQueen und ihre Profession schützen wollen, ebenso wie die Tatsache das Familie und Freunde natürlich ein ganz bestimmtes Bild vermitteln wollten. Sein kometenhafter Aufstieg führte gleichzeitig zu einem Fall ins Bodenlose, auf Euphorie folgten Phasen tiefster Depressionen.

Er beging Selbstmord. Das ist bitter und schlimm. Aber nach diesem Buch hatte ich keine Kraft für Mitleid mit diesem Mann, außer dass er diese Erde in einem relativ jungen Alter verlassen hat.

Herausgeber ‏ : ‎ Simon + Schuster Inc.

Erscheinungsdatum: 10. März 2016

Sprache ‏ : ‎ Englisch

Taschenbuch ‏ : ‎ 400 Seiten

Preis: 8,39 €

Hinweise:

Telefonseelsorge zur Suizidprävention

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung – Sucht & Drogenhilfe