Es ist soweit, die Jahreszeit der Addams Family. Und nachdem letztes Jahr die Serie rund um die Tochter des Hauses, Wednesday, auf der Nevermore Academy lief entbrannte rein regelrechter Hype um die Häkelmodelle in der Serie. Deswegen gibt es hier ein paar Ideen von mir, wie man auch andere Modelle passend für das Wednesday Feeling stricken, häkeln und nähen kann.
Lisa Loring as Wednesday Addams in ‘The Addams Family’ | Walt Disney Television via Getty Images Photo Archives/Walt Disney Television via Getty Images
Das Mini-Kleid
Wednesdays Mode orientiert sich in den Comics wie auch den Serien an Kinderkleidung zwischen 1930 und 1960. Die Mode ist sehr glatt, sehr einfach geschnitten und mit kleinen Krägen versehen. Und 2015 brachte Burda Style ein ganz wunderbares Modell heraus: Patti. Inspiriert von Mary Quants Mini-Dress‘. Mit Manschetten und Peter-Pan Kragen. Mit kleinen Mustern passend zu Nina Riccis Wednesday gibt es hier auch eine Version.
Der Schachbrett Pullunder
In der Serie von 2022 trägt Wednesday gerne Häkelkleidung aus dicker Wolle. Und Bloodymaryarts hat eine Version Wednesday Addams Checkered Crochet Vest erstellt. Ebenso gibt es die zweite Version bei Atelier Sonny Days. Passend für den Abend vor dem Fernseher und leicht nach zu machen.
Nina Ricci als Wednesday Adams in The Adams Family Tumblr
Abnehmbarer Kragen
Was wäre Wednesday ohne ihr kleines Krägelchen? Man muss nicht gleich ein ganzes Kleid machen. EIn kleiner weißer Kragen tut es auch. In Anlehnung an die 1960er Version von Lisa Loring als Wednesday gibt es hier eine gestrickte Version von Starcrossedknits. Wer es aber gerne dramatischer mag kann bei Etsy dieses Modell, inspiriert von der neuen Serie nutzen.
Das Raven Dance Dress
Seien wir ehrlich, jeder fand dieses Kleid toll. Nach Aussagen von Kostümdesignerin Coleen Atwood handelt es sich um ein Vintage Kleid des sagenhaften Hauses Maison Alaia – Azzedine Alaia war ein Meister der Schnittführung. Das Kleid wurde abgeändert um Jenna Ortega zu passen und existiert in verschiedenen Formen. Und deswegen hier eine Version zum nachnähen.
Der Snood
Für jeden der gerne schnell und Leicht etwas häkeln möchte: Enids Snood, oder Unendlichkeitsschal oder Tube-Schal – nennt es wie ihr wollt . Der Schal ist leicht und schnell gemacht. Übrigens, die Designerin dieser Schalls ist Anneliese Nicola, die ihr auf Etsy finden könnt, sogar die Original-Anleitung.
Jenna Ortega als ‚Wednesday‘ | MATTHIAS CLAMER/NETFLIX
In den 1960er Jahren wurde die Mode für alle Geschlechter und Altersgruppen zunehmend legerer. Die Damenmode folgte drei großen Trends: eine Fortsetzung der damenhaften Eleganz des vorangegangenen Jahrzehnts, wie sie die First Lady Jacqueline Kennedy trug, die jugendlichen Stile von Mary Quant und der Einfluss des Space Age sowie der „Hippie“-Stil, vor allem durch östliche Kleidung geprägt wurde, der späten 1960er Jahre. Bei der Herrenmode gab es immer mehr Farben und Muster, militärische Einflüsse und neue Mode-Ikonen in Form von Rockstars. Die Kindermode veränderte sich weniger stark, wurde aber ebenfalls legerer und farbenfroher und gemustert.
Die adrette First Lady
In den 1950er Jahren wurde die Mode vom Geschmack einer wohlhabenden, reifen Dame dominiert. Paris blieb der Motor der Modeindustrie mit anspruchsvoller Haute Couture, die in regelmäßigen Kollektionen von Größen wie Cristóbal Balenciaga und Hubert de Givenchy (dem Schöpfer von Audrey Hepburns ikonischem schwarzen Kleid in Frühstück bei Tiffany, 1961) produziert wurde. Doch die Zeiten änderten sich bald.
In den ersten Jahren des Jahrzehnts knüpfte die Mode an die 1950er Jahre an. Beim Übergang von einem Jahrzehnt zum nächsten wurden Rockanzüge und dazu passende Accessoires betont. Die First Lady Jacqueline Kennedy verkörperte diesen Look während der Präsidentschaftskampagne und der kurzen Präsidentschaft ihres Mannes. Sie wurde auf der ganzen Welt für ihren gepflegten, damenhaften Look bewundert, der aus kastenförmigen Rockanzügen und luxuriösen Mänteln bestand, die alle mit weißen Handschuhen, Perlen und einem passenden Hut kombiniert wurden.
Dieser Look wurde von Größen wie Hubert de Givenchy und Cristóbal Balenciaga kreiert, doch im Laufe des Jahrzehnts wurde deutlich, dass sich in den 1960er Jahren eine neue Art von Designer durchsetzte: Das kulturelle Phänomen, das als Swinging London bezeichnet wurde, begann 1955, erreichte aber seinen Höhepunkt Anfang bis Mitte der 1960er Jahre. Es war ein Phänomen, das sich auf die Jugend konzentrierte und Musik und Mode in den Mittelpunkt stellte.
Youthquake und die Jugendmode
In England war zu Beginn der 1960er Jahre war das Einkommen der jungen Leute so hoch wie seit dem Ende des II. Weltkriegs nicht mehr. Die gestiegene Wirtschaftskraft förderte ein neues Identitätsgefühl und das Bedürfnis, dieses zum Ausdruck zu bringen. Die Modeindustrie reagierte schnell, indem sie Mode für junge Leute schuf. Die Beatniks und die Mods waren zu Beginn des Jahrzehnts besonders einflussreich. Mit ihrem Engagement für Kleidung im europäischen Stil, die sich durch kräftige Farben und Linien auszeichnete, und ihrer Vorliebe für amerikanische Soul- und R&B-Musik trugen die Mods dazu bei, den Geschmack junger Menschen überall zu treffen, und inspirierten den Look von Bands wie The Who, The Small Faces und The Beatles.
Es bedurfte einer neuen Art von Geschäften, um die Vorherrschaft von Paris zu brechen und das Potenzial der Jugendmode voll auszuschöpfen. Boutiquen waren kleine Selbstbedienungsläden, die in London von Designern gegründet wurden, die erschwingliche Mode für einfache junge Leute anbieten wollten und damit eine ganz andere Erfahrung als die oft recht formellen „Ausstatter“ und Kaufhäuser alten Stils boten. Da sie direkt vor Ort waren, konnten sie ihre Kunden gut kennen lernen und deren Bedürfnisse schnell erfüllen. Die Designer Mary Quant und John Stephen waren die Pioniere dieser neuen Form des Einzelhandels, denn beide eröffneten ihre ersten Geschäfte bereits Mitte der 1950er Jahre. Sie entwarfen und verkauften äußerst einflussreiche Mode, die sich zunächst an der Mod-Ästhetik des hellen, maßgeschneiderten Minimalismus orientierte.
Die Designerin, die das „Youthquake“ anführte, war Mary Quant, die 1955 ihr erstes Geschäft, Bazaar, in der King’s Road in Chelsea, London, eröffnete. Die schlichten, farbenfrohen Entwürfe von Quant sprachen Teenager und junge Leute an, die mehr Geld zur Verfügung hatten als jede Generation zuvor. Sie unterschieden sich von der formellen Mode der älteren Generation und sprachen junge Frauen an, die den kindlichen Stil von Quant zu schätzen wussten
Die Boutique Szene – ein Londoner Modell
In nur wenigen Jahren explodierte die Boutiquenszene. Junge Leute strömten in Scharen in die pulsierenden neuen Läden in der Londoner Kings Road und Carnaby Street, um zu sehen und gesehen zu werden. In diesen mittlerweile ikonischen Läden wurden erschwingliche Kleidungsstücke verkauft, die sich für einen geschäftigen, urbanen Lebensstil eigneten und mit denen die Kundinnen kreative Kombinationen anstellen konnten. Die schmal geschnittenen, farbenfrohen Outfits der Londoner Designer wurden im gesamten Vereinigten Königreich sowie in Europa und Amerika sehr einflussreich und trugen dazu bei, das verführerische Image des Swinging London zu schaffen.
Plastik-Welten
In den 1960er Jahren verliebten sich die jungen Designer in neue Materialien und suchten nach neuen Perspektiven für etablierte Formen. Sie nutzten moderne Kunststoffe und synthetischer Fasern – Plexiglas, PVC, Polyester, Acryl, Nylon, Rayon, Spandex usw.
Die Suche nach einer modernen Form der Kleidung wurde durch das „Papierkleid“ verkörpert. Diese aus Zellulose, Viskose oder Polyester hergestellten Einwegkleider wurden erstmals 1966 als Marketing-Gag für einen Hygieneartikel-Hersteller entwickelt.
Into the Space Age
Ab Mitte der 1960er Jahre drängte André Courrèges die Couture-Schneiderei zu kühn moderner Kleidung. Seine kantigen Minikleider und Hosenanzüge, die oft in den Farben Weiß und Silber des Weltraumzeitalters gehalten waren, wurden mit astronautenähnlichen Accessoires wie flachen Stiefeln, Schutzbrillen und Helmen getragen. Er scheute auch nicht davor zurück, neue, billige Materialien zu verwenden, wenn sie seinen auffälligen Entwürfen am besten dienten.
Pierre Cardin und André Courrèges präsentierten von der Raumfahrt inspirierte Entwürfe in Weiß- und Silberschattierungen. Etuikleider und Minikleider in A-Linie, beide ohne definierte Taille, waren beliebte Silhouetten.
Hippies, Folklore und Maximalismus
In den späten 1960er Jahren war der Stil theatralisch geworden. Mit dem Krieg in Vietnam und den Studentenunruhen in Frankreich begannen die Meinungsbildner, den materialistischen Glanz des Pop zu missbilligen. Dies ging einher mit der Hinwendung zur „Hippie“-Ästhetik.
Die Menschen orientierten sich an der östlichen Kultur, um sich inspirieren zu lassen. Die Ideen und die Mix-and-Match-Ästhetik der kalifornischen Hippie-Bewegung überquerten den Atlantik und gaben den Menschen die Freiheit „anders zu leben“ und Kleidung aus einer Reihe von nicht-westlichen Kulturen zu tragen. Die Modemacher begannen, lange, lockere und mehrlagige Outfits zu tragen, die von Secondhand- oder Vintage-Stilen inspiriert waren, die häufig aus dem späten neunzehnten Jahrhundert und den 1930er Jahren stammten.
Kleider machen Leute. Und Künstler sind in diesem Fall eine ganz eigene Betrachtung wert.
Most of us live our lives in our clothes without realizing their power. But in the hands of artists, garments reveal themselves. They are pure tools of expression, storytelling, resistance and creativity: canvases on which to show who we really are.
In What Artists Wear, style luminary Charlie Porter takes us on an invigorating, eye-opening journey through the iconic outfits worn by artists, in the studio, on stage, at work, at home and at play. From Yves Klein’s spotless tailoring to the kaleidoscopic costumes of Yayoi Kusama and Cindy Sherman; from Andy Warhol’s signature denim to Charlotte Prodger’s casualwear, Porter’s roving eye picks out the magical, revealing details in the clothes he encounters, weaving together a new way of understanding artists, and of dressing ourselves.
Part love letter, part guide to chic, and featuring generous photographic spreads, What Artists Wear is both a manual and a manifesto, a radical, gleeful, inspiration to see the world anew-and find greater pleasure and possibility in the clothes we all wear.
Inhaltsangabe
Was sagt Kleidung über uns aus? Wer wir sind. Wo wir herkommen. Was wir gerade machen. Aber was ist, wenn Kleidung mehr ist? Nämlich ein Teil der Kunst und der Inszenierung. Charlie Porters Buch „What Artists wear“ widmet sich genau dieser Frage.
Künstler?
Normalerweise widmet Mode sich eher Menschen, die im Licht der Öffentlichkeit stehen. Politiker, Prominente, Musiker, Sportler und Schauspieler – das Ökosystem, bestehend der Mode und Unterhaltungsbranche, lebt vom Sehen und Zeigen. Aber Künstler? Diese umgibt ein Enigma, eine schattenhafte Gestalt, die nie greifbar ist und deren Kunstwerke es sind, an die man denkt.
Der Look als Marke
Und dann gibt es auch die, die sich selbst zur Marke machten: Andy Warhol, Joseph Boyes oder Carolee Schneeman. Ein bestimmter Look, der perfektioniert und in die Öffentlichkeit getragen wird.
Im Laufe der Zeit, kann diese Strategie zu einem Ikonenstatus führen. Karl Lagerfeld, war zu jedem Zeitpunkt in seinem Look „Karl Lagerfeld“. Dolly Parton. Steve Jobs. Paris Hilton. Marlene Dietrich. Königin Elizabeth I. von England – die Idee ist immer dieselbe. Man bekommt genau das, was auf der Verpackung steht. Wir alle erkennen die Macht dieses wiederkehrenden Looks an.
Aber wie Kleidet sich nun ein Künstler? Charlie Porter wirft schlaglichtartig Blicke auf unterschiedliche Genrationen von Künstlern. Und es wird deutlich, wie sehr sich in den 1960er und 1970er Jahren die Haltung zu Kleidern veränderte. Künstler machen sich selbst zum Kunstwerk in Performance Art und suchen die Öffentlichkeit – vor allem künstlerische Randgruppen der Zeit: Frauen und afro-amerikanische Künstler. Aber obwohl sie in der Öffentlichkeit auftauchen, bleiben sie hauptsächlich in ihren Studios. Kleidung ist eine Melange aus Arbeitskleidung und Kunstfigur – ein Konzept das bereits in den 1920er durch Bauhaus – Künstler und Italienische Futuristen begünstigt wird. Ein Overall, ein Arbeitskittel, eine wiederkehrende Uniform, die für die handwerkliche Tätigkeit genutzt wird. Und dann auch wieder ein Gegenstand der Inszenierung. Ein Beispiel: Wenn Hubert de Givenchy in seinem Schneiderkittel den Laufsteg betrat war es, als ob er nur kurz das Atelier verlassen hatte. Anders hingegen Jackson Pollock, der sich aktiv bei der Malerei portraitierte. Der Zugang zu Mode, laut Porter, ist intuitiv, weil Künstler nicht fest in der Alltagswelt verankert sind. Das sehr abgeschottete Leben macht das ganze Möglich.
Und was ist mit…?
So schön diese Ideen sind, so sehr widmet Porter sich vor allem aber Vollzeit-Künstlern, die ihren Beruf ausüben. Es fehlt eines massiv: Künstler mit Nebeneinkommen, Künstler, die immer in einem anderen Hauptberuf arbeiteten und dadurch wesentlich stärker im Alltagsleben eingebunden waren und die sozialen Kodierungen kennen und gleichzeitig doch Kunst schaffen konnten, weil nicht jeder die Mittel oder Chancen hat sich 100% seiner künstlerischen Selbstentfaltung zu widmen. Und auch, dass wir alle in einer Gesellschaft koexistieren können.
Ein Plädoyer für Individualismus
Das Buch plädiert leidenschaftlich für das auseinandersetzen mit sich selbst und wie wir Kleidung tragen sollten und könnten, auch in jedem Alter. Kleidung muss nicht rein funktional oder trendgebunden sein oder den engen Vorgaben der Haute Couture entsprechen. Sie kann praktisch, sentimental, elegant und eklektisch sein und ein fundamentaler Ausruck der eignen Person aber auch dem Bild, dass wir in die Öffentlichkeit tragen wollen.
Herausgeber : Penguin Erscheinungsdatum : 27 Mai 2021 Sprache : Englisch
Die 1950er sind beinahe ein Mythos der Modegeschichte. Nach der stoffsparenden, pragmatischen Mode der 1940er schwelgte Europa und die USA in extravaganten Stoffen und Schnitten. Das letzte Jahrzehnt der Grandezza und dem Schwelgen in Eleganz und Stoffen.
Gleichzeitig sind die 1950er Jahre das Jahrzehnt, in der Mode immer bequemer und lockerer wurde. Insbesondere durch amerikanische Filme und Lebensweise, die sich in Europa etablierte.
Cocktailkleid und Tiki-Party
Obwohl es für Frauen zunehmend akzeptabel wurde, zu bestimmten Anlässen Hosen zu tragen, tendierte die Modestimmung in den fünfziger Jahren insgesamt zu Weiblichkeit und Förmlichkeit. Dies gilt insbesondere für die Abendmode, als das Cocktailkleid in der Öffentlichkeit eingeführt wird. Weniger formell als das bodenlange Abendkleid aber eleganter als Tageskleidung. Diese Kleider, die zu den neuen Cocktailpartys getragen wurden, hatten die Länge eines Tageskleides, waren stilistisch eher an einem Abendkleid orientiert. Populär wurden auch Mottopartys wie etwa die Tikiparty, basierend auf polynesischer, ozeanischer und hawaiianischer Popkultur – Gartenfackeln, bunte Cocktailschirmchen, tropische Blumenmuster und der Mai Tai.
Schwelgen in Haute Couture
Bei der formellen Abendgarderobe blieb das Kleid mit vollem Rock während des gesamten Jahrzehnts die Mode, auch wenn Etuikleider und figurbetonte Kleider populär wurden. Das relativ neue trägerlose Mieder war besonders beliebt.
Quelle: Pinterest
Doch obwohl der Look allgegenwärtig war, war er nicht der einzige, der in den fünfziger Jahren an Bedeutung gewann. Tatsächlich entwickelten sich im Laufe der Zeit in der 50er Jahre Mode zwei Strömungen: der volle, schwingende Rock und ein gerader, eleganter Bleistiftrock.
Im Laufe der 50er wurde diese Auswahl vielfältiger. Auch da Couturiers wie Christóbal Balenciaga, Charles James und Hubert de Givenchy andere Silhouetten einführten. Die Mode wurde weniger strukturiert und geradliniger. Chanel und Dior entwarfen Kostüme, die weniger formell waren sondern sich an der Figur von Frauen orientierten. Givenchy führte das Etuikleid ein und Balenciaga Chemise-Kleider, mit der von ihm bevorzugten, schwingenden Silhouette.
Das Kostüm
Es wäre aber auch falsch zu glauben, dass Mode nur rein repräsentativ sein konnte. Die 1950er Jahren brachten nämlich auch eine zunehmende Kultur mit sich, die in den 1920er Jahren bereits begonnen hatte. Frauen wurden in Berufen sichtbar – zum Teil aus Not heraus, da Ehemänner im Krieg geblieben waren, aber auch, weil Berufstätigkeit für Frauen erstrebenswert wurde. Nach wie vor allerdings schieden viele Frauen nach der Heirat aus dem Berufsleben aus.
Quelle: Pinterest
Auch wenn in den 1930er und 1940er Jahren Frauen als Arbeitskräfte ebenso beschäftigt waren, wurde in den 50er Jahren das optische Bild dazu geschaffen: Das Kostüm. Ein zweiteiliges Kleidungsstück bestehend aus Rock und Jacke, angelehnt an die klassische Herrenschneiderei und den Uniformen der 1940er. Die Sekretärin, Bürokraft, Verkäuferin, Flugbegleiterin, Lehrerin – das Kostüm war ein perfekte Ergänzung in nahezu jedem, damals für Frauen typischen Beruf.
Sportlich-casual
Während Designer wie Dior, Balenciaga und Charles James wunderschöne Couture-Stücke kreierten, hielt die Begeisterung für Sportbekleidung an. Für Männer und Frauen. James Dean und Elvis Presley avancierten zu Superstars der Jugendlichen.
Die amerikanische Designerin Claire McCardell, die in den 1940er Jahren berühmt wurde, produzierte weiterhin ihre beliebten Wickelkleider. Während die Mode in den 1950er Jahren insgesamt auf Eleganz setzte, wendeten sich junge Frauen sportlichen und weniger formellen Designs wie denen von McCardell zu, wie dem Sommerkleid und dem Badeanzug. Eines der vielleicht dauerhaftesten Bilder der Alltagsmode der fünfziger Jahre ist der Tellerrock. Dieser einfache Bahnenrock wurde mit engen Twinsets, Pullovern oder Blusen kombiniert und obwohl sie viel lässiger waren als die Haute Couture aus Paris, folgten diese Kombinationen der Idee des New Look mit einer definierten Taille und einem vollen Rock. Beliebt wurden zur Mitte der 1950er Jahre auch Capri-Hosen für Frauen – in knie- oder wadenlänge mit seitlichem Schlitz. Populär machte diesen Look Audrey Hepburn,als Gesicht einer jungen, modernen Frau.
Stilvolle Kleidung & Filmstars
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Unabhängig von der Tageszeit war es in diesem Jahrzehnt außerordentlich wichtig, dass eine Frau tadellos gekleidet war. Das bedeutete perfekt gepflegtes Haar, makelloses Make-up und passende Accessoires: Hut Handschuhe und passende Handtasche. Dies wurde durch die glamouröse Modefotografie der Zeit gefördert. Und nicht zuletzt weil Designer zunehmend auch Popstars ihrer Zeit wurden und in Sachen Stil und Mode Tipps gaben. Christian Dior veröffentlichte seinen Stilratgeber ebenso wie die Hollywood-Designerin Edith Head. Schauspielerinnen wie Grace Kelly, Audrey Hepburn und Marilyn Monroe wurden zu Stilikonen der 50er Jahre. Nicht zuletzt weil Hollywood den Wunsch nach Haute Couture bediente und Schauspielerinnen in abgeänderten Entwürfen von Designern zeigte. Zeitschriften, Schallplatten und Sonderartikel bedienten den Wunsch es Stars in Hollywood gleich zu tun.
An Lee Alexander McQueen kommt man einfach nicht vorbei. Der britische Designer war eine der zentralen Figuren der jüngeren Modegeschichte und vor allem bekannt für seine dramatischen Inszenierungen. Sein Tod 2010 erschütterte die Mode- und Kreativwelt und beendete auch schlagartig die hedonistische Lebensweise innerhalb der Modeszene um die Jahrhundertwende. Bereits 2011 widmete das Metropolitan Museum of Modern Art ihm eine retrospektive Ausstellung: “ Alexander McQueen: Savage Beauty“. Und passend dazu gab es diesen Ausstellungsband.
Alexander McQueen (1969 – 2010) was one of the most influential, imaginative and inspirational designers at the turn of the millennium. His fashions both challenged and expanded the conventional parameters of clothing beyond utility to a compelling expression of culture, politics and identity. Focusing on the most iconic and acclaimed designs of his prolific career, this stunning book examines McQueen’s inimitable technical virtuosity and its subversion of traditional tailoring and dressmaking practices. This book also focuses on the highly sophisticated narrative structures found in McQueen’s collections and in his astonishing and extravagant runway presentations, which suggested the most avant-garde installation and performance art. Intended as an assessment of Alexander McQueen’s entire career, this book includes in-depth studies of six collections that illustrate and encapsulate thematic chapters as well as an interview with Sarah Burton, the new creative director of Alexander McQueen who had been the designer’s right-hand design aide since 1996.
Inhaltsangabe
Wer sich mit Alexander McQueen als Label befasst, kommt um McQueens Stationen nicht herum, um seine Formsprache zu lernen. Alexander McQueen wurde als Schneider in der altehrwürdigen Saville Row ausgebildet, der Straße der gehobenen Herrenschneider. Nach Saville Row arbeitete er kurzzeitig für die Theaterkostümbildner Angels and Bermans, wo er Kostüme für Stücke wie Les Misérables anfertigte. Mit 20 Jahren arbeitete er für Koji Tatsuno und dann für Romeo Gigli in Mailand, bevor er nach London zurückkehrte, um 1990 das Central Saint Martins College of Art and Design zu besuchen. 1992 fiel er der einflussreichen Journalistin Isabella „Izzy“ Blow mit seiner Abschlusskollektion Jack the Ripper stalks his Victims auf, die seine ganze Kollektion aufkaufte und McQueen förderte. Heute befindet sich die Kollektion in der Sammlung von Daphne Guinness.
McQueen war unter anderem einer der jüngsten Designer, die den Titel „British Designer of the Year“ erhielten, den er zwischen 1996 und 2003 viermal gewann; er wurde außerdem zum CBE ernannt und 2003 vom Council of Fashion Designers zum „International Designer of the Year“ gekürt.
Der romantische Künstler
McQueen gilt als derjenige, der Dramatik und Extravaganz auf den Laufsteg brachte; er nutzte neue Technologien und Innovationen, um seinen Schauen eine andere Note zu verleihen, und schockierte und überraschte das Publikum oft. Die von ihm kreierten Silhouetten haben der Mode ein Gefühl von Romanti, Fantasie und Rebellion verliehen. Gleichzeitig wurden seine Entwürfe maßgeblich auch in der Alltagsmode verwendet, wie die von ihm kreierten Bumster, tiefgeschnittene Hüfthosen, die einen Teil des Gesäß freiließen.
Genau dieses Gefühl wird in diesem Ausstellungsband vermittelt. Der Band unterteilt sich in die Bereiche: the Romantic Mind, Romantic Gothic, Romantic Nationalism, Romantic Exoticism, Romantic Primitivism, Romantic Naturalism und Cabinet of Curiosities. Das Werk Alexander McQueens ist vor allem durch dramtische, romantische Extravaganz inszeniert worden, kombiniert mit morbiden Details aus der Viktorianischen Kultur, aber auch Musealer Strukturen wie Nationalismus und den Sammlungen des British Museum und des Victoria & Albert Museum aus der Zeit des Empire. Insbesondere die schottische Kultur und Geschichte inspirierte McQueen.
McQueen und die Popkultur
McQueen war nicht nur ein Künstler sondern hatte auch einen erheblichen Einfluss auf die zeitgenössischen Künstler, die in der ersten Dekade dieses Jahrtausends auftauchten. Er entwarf maßgeschneiderte Designs für die Musikkünstler David Bowie und Björk, die für ihre Albumcover und Tourneen verwendet wurden. Lady Gaga trug in ihrem Video zu „Bad Romance“ mehrere Entwürfe von McQueen, darunter das letzte Outfit aus Platons Atlantis.
Kontroversen und ein menschliches Drama
Es wäre aber auch zu leicht McQueen als dieses große, kreative Genie zu sehen, dass in seiner Traumwelt existierte. Durchaus gab es mehrere Punkte in seiner Person, die in seinem Nachleben nicht gern besprochen werden.
McQueen wurde 1996 zum Chefdesigner von Givenchy ernannt. Hubert de Givenchy, der Gründer des für seine elegante Couture bekannten Labels, kritisierte McQueens Ernennung und bezeichnete sie als „totales Desaster“, woraufhin McQueen bei seiner Ankunft bei Givenchy den Gründer als „irrelevant“ beschimpfte. Später gab er zu die Stelle aufgrund des Gehalts angenommen zu haben
Bei anderen Schauen wurde McQueen wegen frauenfeindlicher Entwürfe kritisiert, die manche als erniedrigend für Frauen betrachteten. In La Poupée (F/S 1997), das von Hans Bellmers Die Puppe inspiriert war, ließ McQueen Models in Metallfesseln stecken, was Beobachter als Sklaverei auffassten, während das silberne Mundstück in Eshu (H/W 2000) die Trägerin zwang, ihre Zähne zu entblößen. Auch das Sexpuppen-Lippen-Make-up der Models in The Horn of Plenty (H/W 2009-10) wurde als hässlich und frauenfeindlich kritisiert.
Ebenso wird sein Lebensstil nicht genauer betrachtet. Alexander McQueen galt als menschenscheu und hatte wenige Freunde. Keine seiner Beziehungen, auch die kurze Ehe mit seinem Partner George Forsyth, hielten lange. Dennoch blieb er meist mit ihnen in freundschaftlichem Kontakt. McQueen litt zeitlebens unter seinem Übergewicht, was er teils mit radikalen Diäten und Konsum von Drogen versuchte zu bekämpfen. Er war HIV-positiv und wurde zunehmend mit Sterblichkeit konfrontiert – sowohl mit seiner eigenen als auch mit der der Menschen, die ihm am nächsten standen. Obwohl seine Beziehung zu Isabella Blow litt, war er am Boden zerstört, als sie 2007 Selbstmord beging. in den letzten drei Jahren entwickelte er zunehmend psychische Probleme, war jedoch psychisch und physisch nicht immer in der Verfassung Therapiesitzungen wahrzunehmen. Im Februar 2010 verstarb seine Mutter, was McQueen in eine tiefe Krise stürzte und auf seinem Twitteraccount dokumentiert war. Im März 2010 wählte McQueen den Freitod.
Nachleben
Das Label Alexander McQueen besteht bis heute. Die derzeitige Chefdesignerin ist McQueens rechte Hand, Sarah Burton. Ihre Entwürfe haben das Label in eine kohärente Marke umgewandelt. Heute bekannt sind die asymmetrischen Hosenanzüge und dramatischen Kleider. Bekannt ist die Marke vor allem für kräftige Farbpaletten. Die Kollektionen richten sich an Damen und Herren im oberen Preissegment.
Die wohl wichtigste Arbeit, seit dem Ableben von Alexander McQueen waren das Brautkleid von bürgerlichen Catherine Middleton, heute Prinzessin von Wales, anlässlich ihrer Hochzeit mit Prinz William Mountbatten-Windsor und das Brautjungfernkleid ihrer Schwester Philippa am 29. April 2011.
Fazit
Andrew Bolton hatte die Aufgabe den Ausstellungsband zu schreiben und das ist ihm gelungen. Das Buch befasst sich hervorragend mit McQueen als kreativem Designer, als Künstler und Visionär der Laufstegkunst. Da es 2011 noch sehr nah an McQueens Schaffensphase war, sind viele seine Kontroversen nicht in die Betrachtung eingeflossen – was verständlich ist. Ist das aber gut? Das finde ich nicht, denn McQueens problematisches Verhalten gehört ebenso zu seiner Biografie wie sein künstlerisches Schaffen und beeinflusste viele seine Arbeiten.
Mit dem Börsencrash 1928 endeten die wilden 1920er Jahre mit einem dumpfen Schlag, die Folge war eine weltweite Wirtschaftskrise und das junge, enthusiastische Flapper der 1920er Jahre musste die die glitzernde Abendwelt gegen Gediegenheit und Praktikabilität eintauschen.
Die elegante Dame
Mode ändert sich nie über Nacht, sondern langsam. Allerdings deuteten sich bereits ende der 1920er Jahre eine Abkehr von der leichten Mode der 1920er an. Langsam wurden die Farben wieder dunkler. Braun, Grau und Erdtöne wurden im Winter populär, im Sommer blieb es bei hellen, leichten Stoffen, die meistens Pastellfarben oder mit kleinen Mustern bedruckt waren. Die Röcke wurden wieder länger und reichten an die Waden, die Schnitte wurden schmal und sparsam an Stoffen und Taschen an die Röcke.
Die Jacken wurden kurzer und kantiger aber meist mit dramatischen Umschlägen. Beliebt waren abnehmbare Pelzkrägen und Umschläge. Vervollständigt wurde diese Kombination mit einem kleinen Hut, der eng anliegend war, anstelle aber der 1920er Hüte selten zu ausladenden Formen tendierte.
Die Silhouette der Mode wurde insgesamt eleganter und gediegener, dadurch das sie stärker auf Nähte wertlegte und weniger auf Dekor durch Stickerei oder Applikationen oder Accessoires wie Gürtel, Schuhspangen oder starke Farbkontraste.
Cally Blackman fasst es in 100 Years of Fashion treffend zusammen: “By the early 1930s, the fashionable silhouette was evolving into a slender, elongated torso with widening shoulders and a neat head with softly waved short hair” (13).
Der Schrägschnitt
Neben den strengen Schnitten wurde vor allem in den 1930er Jahren ien Schnitt sehr beliebt: Der Schrägschnitt oder Biascut. Als wichtigste Vertreterin gilt Madeleine Vionnet. Die Designerin begann in den 1920er Jahren, den Schrägschnitt zu verwenden, und in den dreißiger Jahren wurde er zu einer beliebten Methode, um Kleider zu entwerfen, die die weiblichen Kurven umschmeichelten. Schrägschnitt bedeutet, dass der Stoff in einem Winkel von 45 Grad gegen das Gewebe geschnitten wird, wodurch ein fließendes, körperbetontes Kleidungsstück entsteht. Vor allem am Abend schufen Satinkleider mit tiefem Rücken eine schlanke und feminine Silhouette, die sich nach unten hin verbreiterte und Kurven umschloss, die zuvor nicht umschlossen waren. Auch andere Designer wendeten diese Methode an.
Während die Abendmode von der körpernahen Silhouette dominiert wurde, kehrte die Tagesmode zu Romantik und Weiblichkeit zurück. Tageskleider gab es in einer Vielzahl von Mustern: geblümt, kariert, gepunktet und mit abstrakteren Mustern. Sie hatten eine klar definierte Taille und fielen von der Mitte der Wade bis knapp über den Knöchel. Beliebt waren elegante Anzüge mit klaren Linien und skulpturalen, definierten Schultern. Die übertriebene Schulterpartie – bei Anzügen oder Kleidern – war ein Markenzeichen der Mode der 1930er Jahre und wurde durch Polsterungen, Stoffschichten oder andere Verzierungen hervorgehoben.
Die Surerealisten und Elsa Schiaparelli
Die in den 1920er Jahren populär gewordene Designerin Elsa Schiaparelli hob ihre Entwürfe in den 1930er Jahren auf ein neues Niveau und arbeitete mit surrealistischen Künstlern wie Salvador Dalí und Jean Cocteau zusammen. Sie benutzte Zeichnungen der letzteren, um ihre Kleidungsstücke zu verzieren oder ganze Designideen neu zu entwickeln. Wie etwa der Hut-Schuh. Viele ihrer Kollektionen orientierten sich zwar an der vorherrschenden Mode, enthielten aber auch einzigartige Verzierungen und Wendungen, die nur ihr eigen waren. Ihre tadellos geschneiderten Entwürfe der dreißiger Jahre vertraten die starke Schulterpartie und die eingeschnürte Taille, die für diese Zeit charakteristisch waren.
In dieser Zeit ließen sich die Frauen zunehmend von den Filmstars modisch inspirieren. Hollywood verbreitete die Mode unter den Massen und Stars wie Greta Garbo, Marlene Dietrich und Bette Davis wurden zu den ersten Stilikonen Hollywoods. Viele Frauen in aller Welt versuchten, ihrem Stil nachzueifern. Erleichtert wurde dies durch das Aufkommen von Make-up und der Schönheitsindustrie, die es den Frauen ermöglichten, ihre Lieblingsstars für wenig Geld zu kopieren. Blackman schreibt:
“Every woman could imitate and buy into, at relatively little cost, the look of her favourite stars, if only through copying their makeup and hairstyles: cinema democratized the empire of fashion by making glamour accessible.”
Cally Blackmann: 100 years of Faschion, S. 14
Natürlich hatte auch die Depression Einfluss auf die Mode und trug zu dieser Demokratisierung bei, insbesondere in den Vereinigten Staaten. Vor den 1930er Jahren kauften die Käufer Kopien der Pariser Designs und verkauften sie in ihren Heimatländern weiter. Da die Weltwirtschaftskrise jedoch alle Bereiche der Wirtschaft und des Lebens in den USA betraf, wurden auf diese Kopien neue Zölle in Höhe von neunzig Prozent erhoben (Laver 246). Toiles (ein Musselin- oder anderes billiges Stoffmuster eines Kleidungsstücks) durften jedoch zollfrei eingeführt werden.
Am Ende des Jahrzehnts war Europa in den Zweiten Weltkrieg eingetreten, und die USA hatten die Große Depression noch nicht hinter sich gelassen. Als die dreißiger Jahre zu Ende gingen, hatte sich bereits der beliebte Stil mit breiten, gepolsterten Schultern, schmalen Taillen und kürzeren A-Linien-Röcken herausgebildet, der die frühen vierziger Jahre dominieren sollte.
In den 1930er Jahren wurde die Mode stark vom Film und insbesondere von Hollywood beeinflusst. Männer-, Frauen- und Kindermode orientierten sich an der Filmmode, wobei Stars wie Clark Gable, Jean Harlow und Shirley Temple zu den vielen gehörten, die die Mode direkt beeinflussten. Auch die Rückkehr zum Konservatismus nach den Roaring Twenties prägte die Mode in dieser Zeit.
Eigentlich sollte heute ein neuer Beitrag zu einem Thema entscheiden. Allerdings wollte mir gerade wirklich nichts einfallen. Nada, Niente, Nothing.
In der letzten Zeit war ich auch unzufrieden und wusste nicht, woran das liegt. Also habe ich mir eine Woche Zeit genommen und darüber nachgedacht: Mein Blog besteht momentan nur aus Artikeln. Und eigentlich war ich ursprünglich damit auch völlig zufrieden. Allerdings fühle ich mich gerade sehr darin eingeschränkt. Und noch einen Social Media Kanal zu bespielen, wollte ich nicht.
Ich liebe es über Mode und Modegeschichte zu schreiben, es ist das was mir Spaß macht und womit ich mich beschäftigte. Aber ich wusste auch nicht wie ich andere Interessen verbinden kann. Also habe ich mein Notizbuch geschnappt und begonnen, das zu machen, was ich am liebsten mache: alles Aufschreiben, Ideen kondensieren und daraus ein Konzept zu entwickeln, dass ich auch beibehalten kann. Und hier ist der Plan:
Ich werde Montags regelmäßig eine Serie laufen lassen, wo ich mich einem Thema genauer widme.
ja, auch wenn es abgedrochen klingt: Ich lese gerne. Wahnsinnig gerne. Ich liebe Bücher, ich kaufe Bücher, stelle sie überall hin und habe immer eines dabei, wenn ich unterwegs bin. Dienstags wird es daher wöchentlich einen Buchtipp geben. Bücher über Mode, Modegeschichte, Kunst, Ausstellungen, Biografien, Romane und Coffee Table Books.
Das ist ein teil, mit dem ich persönlich gehadert habe. Will ich persönliches preisgeben? Nein, eigentlich nicht, und muss ich auch nicht. Aber ich möchte gerne meine Hobbys teilen: Museumsbesuche, Fotografie, Aquarellmalen und auch das Schreiben.
Modegeschichte ist groß und weit. Und es gibt mehr als meine Auswahl. Daher gibt es einmal Monatlich einen kurzen Überblick über die Mode der Geschichte, soweit sie erforscht ist und ich etwas dazu sagen kann.
Auch wenn es erstmal nicht sofort ins Auge fällt. Mode und Filme haben viel miteinander zu tun. Kleidung erzählt die Geschichte des Films mit. Aus diesem Grund möchte ich Freitags ein paar kurze Anregungen zu Filmen geben und warum sie mir gefallen haben.
Mode bewundere ich nicht nur, sondern versuche auch immer mal selbst welche zu machen. Strick- und Nähprojekte werden deswegen auch vorgestellt und ich hoffe es gefällt.
Ich habe gemerkt dass ich mich mit einem Artikel pro Woche übernehme. Zeit und Recherche sind wichtig, weswegen ich einen langen Modegeschichtsartikel auf einmal im Monat reduzieren will.
Ich bin mir sicher, dass es jedem, der sich mit den 1920ern befasst hat alles ziemlich bekannt vorkommt. Um genauer zu sein, hier eine Liste von 12 Faktoren, die den Aufstieg der lebenslustigen Flapper begünstigten:
Der Erste Weltkrieg
Der Erste Weltkrieg war, der Wendepunkt des 20. Jahrhunderts. Die traumatischen Auswirkungen dieses globalen Konflikts, der zum Tod unzähliger Freunde, Verwandter und Nachbarn führte, zeigten der jungen Generation nicht nur, dass das Leben vergänglich war, sondern brachen auch die alten Systeme der Klassenunterschiede auf.
Die Influenza-Pandemie
Es ist seltsam, dass diese Panidemie, der bis zu 40 Millionen Menschen zum Opfer fielen, als der Erste Weltkrieg zu Ende ging, heute so wenig bekannt ist, aber damals hatte sie eine tiefgreifende Wirkung auf die jungen Menschen, die sie durchlebten.
Beruf und Bildung
Im Gegensatz zu dem, was man vielleicht hört, waren Frauen – vor allem alleinstehende Frauen – viele Jahrzehnte lang ein bedeutender Anteil der Erwerbstätigen. In den 1890er Jahren hatten etwa 25 % der alleinstehenden Frauen im Alter von 15 bis 24 Jahren einen Arbeitsplatz, und etwa 40 % der alleinstehenden Frauen im Alter von 25 bis 35 Jahren. Als jedoch Tausende von jungen Männern ihren Arbeitsplatz verließen, um im Ersten Weltkrieg zu dienen, sprangen junge Frauen für sie ein. Das heißt nicht, dass der Krieg gleichbedeutend mit Emanzipation war, sondern nur, dass mehr junge Frauen in schwierigen Zeiten mehr Verantwortung und Unabhängigkeit übernehmen mussten. Wahrscheinlich waren dies auch Faktoren, die dazu führten, dass mehr Frauen Universitäten besuchten und ein breiteres Ausbildungsangebot für Frauen geschaffen wurde.
Das Wahlrecht
1920 wurde der 19. Verfassungszusatz vollständig ratifiziert, was einen Wendepunkt für die amerikanischen Frauen darstellte und dazu beitrug, dass die Idee der „neuen Frau“ Teil der nationalen Diskussion wurde. Das war natürlich eine ziemlich große Sache.
Konsumverhalten
Mit dem Aufschwung des verarbeitenden Gewerbes und dem wirtschaftlichen Aufschwung kam es zu einem Anstieg des Konsumverhaltens. Immer mehr Produkte richteten sich an junge berufstätige Frauen mit eigenem Geld – von Strümpfen über Deodorants bis hin zu Haarpflegeprodukten. Die Werbung war allgegenwärtig – in Zeitungen, in Filmzeitschriften und auf Zäunen und Gebäuden. Schaufensterauslagen wurden zu einer Kunst.
Popularität von “ Filmen“
Dies ist ein wichtiger Punkt, Leute. Die jungen, charismatischen Schauspielerinnen der Stummfilmzeit trugen wahrscheinlich mehr zur Verbreitung neuer Frisuren und Kleidungsstücke bei als alles andere – und die neu entdeckte Popularität von Make-up war wahrscheinlich dazu gedacht, das Aussehen auf der Leinwand nachzuahmen (obwohl die blasse Haut und das dunkle Lippen- und Augen-Make-up der Stummfilmzeit zu einigen ziemlich gewagten Looks im wirklichen Leben führten!)
Automobile
Das Automobil war ein weiterer wichtiger Faktor in der Flapper-Kultur, da es den jungen Leuten ermöglichte, einfacher und schneller als je zuvor von A nach B zu kommen. Wir können uns gut vorstellen, wie aufregend diese Freiheit gewesen sein muss.
Jazz
Die 1920er Jahre werden nicht umsonst als „Jazz-Zeitalter“ bezeichnet – der neue Musikstil war für die jungen Leute der Inbegriff von „modern“. Jazz zu spielen, dazu zu tanzen und Jazz-Songs zu singen, wurde zur Begeisterung. Es war der Soundtrack des Jahrzehnts.
Tanzen
Apropos Tanzen: In den 1910er und 1920er Jahren gab es wohl kaum einen beliebteren Zeitvertreib als das Tanzen. Die meisten Jugendlichen hatten ihren Lieblingstanzsaal – die Urgroßmutter des Clubs. Man geht davon aus, dass die Liebe zum Tanzen letztlich zum „Flapper Dress“ führte – dem leichten, geraden, meist korsettlosen Kleid, das den Charleston oder den Tango viel einfacher machte.
Romane
Es wird angenommen, dass populäre Romane, insbesondere Liebesromane, einen Einfluss auf die jungen Frauen der 20er Jahre hatten, wie z. B. Bestseller wie Three Weeks von Elinor Glyn, The Sheik von E.M. Hull und The Plastic Age von Percy Marks.
Comic-Strips
Zeitungscomics, sowohl ein- als auch mehrteilige, waren damals ein wichtiger Bestandteil der Popkultur. Sie beeinflussten nicht nur den „Cartoon“-Look und die Gags vieler Stummfilmkomödien (einige Zeichner schrieben sogar Gags für Filmkomiker), sondern die Comicfiguren machten auch verschiedene Slangbegriffe populär – und Slang war, wie wir wissen, eine Art Flapper-Sprache.
Schnaps und Zigaretten
Trotz der Prohibition (die entgegen der weit verbreiteten Meinung ziemlich erfolgreich war) gelang es vielen Leuten, sich in den örtlichen Speakeasies heimlich mit Getränken zu versorgen – Gin Blossom und Highballs waren die übliche Wahl. Und das Rauchen war ein sicherer Weg für einen selbstbewussten jungen Flapper, die Älteren (oder sogar ihre Freunde) zu schockieren.
Große Kulleraugen, lange blonde Mähne und ein rosa Lippenstiftlächeln. Jeder redet über Barbie. Oder viel mehr jeder redet über den Trailer von Greta Gerwings neuem Film „Barbie“ und Barbies unvergessenen pinken Puschelheels!
Barbie Teaser Trailer 2
Doch was macht Barbie eigentlich zu diesem dauerhaften Kultphänomen? Das Franchise ist mittlerweile riesig. Barbie hat verschiedene Berufe, einen großen Freundeskreis, drei kleine Schwestern, Haustiere, einen Freund – Ken. Sogar in diversen Filmen hat sie unterschiedliche Rollen gespielt: Ballerina, Prinzessin, Meerjungfrau, Fee, Modejournalistin, Rockstar – Barbie ist wandelbar und immer wieder neu zu entdecken. Und vielleicht ist es auch genau das, was Barbie so interessant macht.
Aber Barbie war nicht immer diese erste emanzipatorische Spielfigur für. Tatsächlich war ihr originales Design angelehnt an eine deutsche Comic Figur. Eine freche Sekretärin namens Lilli. Ja, keine Zahnärztin, keine Chirurgin sondern einmal eine schicke, freche Angestellte. Und ganz sicher war sie nicht als Spielzeug gedacht.
Bild-Lilli
Als Barbie in den 1950ern auf den Markt kam, gab es bereits ihre deutsche Vorgängerin „Bild Lilli“- eine Comicfigur von Reinhard Beuthien, erschienen in der Bild Zeitung. Lilli war ein Phänomen der Nachkriegszeit, schick, ehrgeizig, auf der Suche nach einem reichen Gönner und leicht verrucht.
Sie war schnell und frech mit ihren Antworten. In einem Comic wurde Lilli von einem Polizisten ermahnt, dass es verboten sei einen Bikini auf der Straße zu tragen. Ihre Antwort? „Zweiteilige Badeanzüge sind verboten? Na gut, welches Teil soll ich ausziehen?“
Vom Comic zur Puppe
Lilli wurde in den 1950er Jahren extrem beliebt. So sehr, dass das sie als Puppe verkauft wurde. Sie war in zwei Größen erhältlich – 30 cm und 19cm. Ihre Arme und Beine waren beweglich aber anstelle von geknickten Füßen, trug Lilli angegossene schwarze High Heels. Ihre Lippen und Fingernägel waren rot und ihre halbgeschlossenen Augen mit einem Cat-Eye geschminkt. Ihre Haare waren Blond, Schwarz oder Rot, mit einem Pferdeschwanz und einem gelockten Pony. Dazu eine maßstabsgetreue Bildzeitung.
Sie war als Werbegeschenk in Bars und Tabakläden zu erwerben. Besonders beliebt war sie als Geschenk zu Junggesellenabschieden und hing an den Rückspiegeln von Autos oder LKWs. Allerdings wurde sie zunehmend bei Kindern als Spielzeug beliebt, da es Puppen bis zu diesem Zeitpunkt nur als Kinder gab. Bild-Lilli war eine der ersten Modepuppen, die eine erwachsene Frau darstellten.
Modepuppe
Die Bild-Lilli wurde mit einem Kleiderset verkauft, außerdem gab es zahlreiche Kleidungsstücke für sie. Diese spiegeln den Zeitgeist der 50er Jahre wider – Lilli hatte für alle Gelegenheiten etwas Passendes: Cocktailkleider, Strandanzüge, Baumwollkleider, Pyjamas und Kostüme aus Popeline. Eine Werbebroschüre nannte Lilli als mit ihrer Garderobe „der Star jeder Bar“.
Mitte der 50er Jahre kaufte Ruth Handler, eine der Gründerinnen von Mattel, Modelle von Lilli und schuf nach ihren Vorlagen Barbie. Diese hatte ihr Debut am 9. März 1959
1964 erwarb Mattel die Recht von Bild-Lilli und die Produktion wurde eingestellt. Und jetzt „I’m a Barbie Girl, in my Barbie World – Life in Plastic, I’ts Fantastic!“ – Gerngeschehen Freunde!
Gerling, Peggy und Swantje Köhler: The Truth about Lilli – A Politically Correct Report about Germany’s most Famous Fashion Doll. In: Barbie Bazaar, Februar 1999
Knaak, Silke: Deutsche Modepuppen der 50er und 60er Jahre, 2005