Es dauerte zwar etwas, aber ich bin jetzt auch in das Thema K-Drama reingekommen. Und zwar mit der Serie „My demon“.
Do Do-Hee ist die Erbin der Future Group. Sie hat eine arrogante und kühle Persönlichkeit, die niemandem vertraut. Der Liebe gegenüber ist sie zynisch. Do Do-Hee lässt sich mit einem Dämon namens Jeong Gu-Won ein und geht mit ihm eine Scheinehe ein. Ihr Leben erfährt große Veränderungen.
Jeong Gu-Won kann bis in alle Ewigkeit leben, indem er gefährliche, aber reizvolle Geschäfte mit Menschen macht – 10 Jahre leben sie ihr Traumleben und werden darauf hin in die Hölle geschickt. Er sieht auf die Menschen herab und streift seit 200 Jahren wie ein Raubtier über diese Welt. Als er sich mit Do Do-Hee einlässt, verliert er auf einmal seine Macht. Um seine eigene Auslöschung zu verhindern, muss er Do Do-Hee beschützen, die ihm seine ganze Macht genommen hat. Ihre Beziehung entwickelt sich romantisch.
Why do we love a K-Drama ?

Eine Frage, die ich mir ständig gestellt habe. Als Teenager war es ziemlich schwer an Filme, Serien oder Musik aus dem asiatischen Raum heran zu kommen. J-Pop kam damals auf und einige Überbleibsel finden sich noch in den Untiefen einiger Kisten bei mir. Jetzt auf einmal ist es mit einem Klick möglich und ich musste mich daran erst gewöhnen, was mal exotisch und fremd war auf einmal leicht zugänglich ist. Und dann war es auf einmal wieder da: die Storylines, die Musik, eine gute Slow-Burn Romanze, das Pretty Boy-Syndrom und eine Gesellschaft, die so fremd und doch vertraut erscheint. Doch zurück zu My Demon.
Fashion Galore!
Ein Blick auf dieses Drama genügt um zu sehen, dass sich hier Marken die Klinke in die Hand gedrückt haben. Die Hauptdarsteller tragen Couronne Thom Browne, Valentino, JOHNNY HATES JAZZ, Tiffin, Swarovski, SONGZIO, WOOYOUNGMI – die Liste kann ewig weiter gehen.

Die Mode die gezeigt wird, ist elegant, häufig betont es die Schultern, markante Reviers und Blusen mit Schluppen. Übergroße Strickwaren, Zopfmuster und fließende Roben. Wenn ich es zusammenfassen würde, war es ein Gefühl von „Chanel in Business“.
Past Life Love
Ein Thema, das neben der Slow Burn Romanze niemand so gut beherrscht wie das K-Drama – natürlich ist Do Do-Hee eine Reinkarnation, und zwar die von Gu-Wons großer Liebe, weswegen er zum Dämon wurde. Traditionelle Kleidung der Joseon Era (1392–1897), in diesem Fall der 1830er Jahre.

Ein spannender Aspekt war aber auch die Einführung des christlichen Glaubens. Deswegen ist die Geschichte hier sehr gut datierbar, Missionare kamen erst 1837 aus China nach Korea, ebenso die gewaltsame Verfolgung und Ermordung von Christen. Erst 1886 wurden die Verfolgungen eingestellt und 1899 die Religionsfreiheit gewährt.

Christliche Themen wie Erlösung, Sünden und Vergebung ziehen sich durch das ganze Drama.

Just two kids being married
Wenn es um Romanzen geht, sobald dann der Aspekt des gegenseitigen Anschmachtens und heimlicher Blicke vorbei ist – wird es zuckrig süß. My Demon bildet keine Ausnahme und dabei fällt auf, wie jung beide Hauptdarsteller wirken und wie jung sie tatsächlich sind. Und genau so sind die Bilder der beziehungen. Sparziergänge, seifenblasen, gemeinsam was süßes Essen.

Die Formel für schwierige Fragen in Zuckerguss
Das, was K-Dramen immer wieder schaffen und was mich verblüfft ist, dass sie schwierige Themen: Kindesvernachlässigung, Trauma, Kriegsvergangenheit, Spiritualität, Schönheitsops in ein Umfeld zu packen, in dem man sich damit balanciert auseinandersetzen kann, ohne das es schwierig wird.

Das ist eine erzählerische Leistung, die gar nicht so einfach ist. Gleichzeitig sind die Serien ein Exzess an Wohlstand, Konsum von Luxusmarken und wirken beinahe nostalgisch an die Technikcolorfilme der 1950er Jahre.
Nächste Station: My ID is Gangnam Beauty!


































