Der rote Palast – June Hur

Mord und Geschichte

Als ich den klappentext gelesen habe, wusste ich, dass ich das Buch lesen muss. Nachdem ich jetzt schon in das Rabbithole K-Drama gefallen bin, kann ich auch gleich Bücher lesen. Ich halte nichts von Altersangaben für ein Buch, denn ich bin der festen Überzeugung jeder sollte das Lesen was ihm Spaß macht und dieses war nun zufällig ein Jugendroman und dann auch eine Mischung aus Historienroman und Krimi. Mein letzter Ausflug in dieses Genre ist Jahre her, mit der Reihe um den Samurai/Ermittler Sano Ichiro von Laura Jho Rawland während des Tokugawa-Shogunats Ende des 17. Jahrhunderts.

Zeitlich sind wir nun also gar nicht so weit davon entfernt. Die Periode und auch das Königreich auf dem Gebiet der heutigen zwei Koreanischen Staaten wird als Joseon (조선) bezeichnet und dauerte von 1392 bis 1897. Mitte des 18. Jahrhunderts bewegen wir uns nun im späteren Drittel. Und die Autorin gibt im Nachwort Einblicke in den historischen Kontext des Romans und nennt Quellen, die sie bei ihrer Recherche genutzt hat.
Der Mord an drei Palastschwestern und einer Hofdame versetzt die Hauptstadt Seoul in Unruhe. Geschildert wird es aus Sicht der achtzehn Jahre alten Hyeon, die zunehmend in die glatte Welt der politischen Intrigen hineingezogen wird, als sie, gemeinsam mit dem Hofarzt und einer weiteren Palastschwester, in der Mordnacht von der Kronprinzessin Hyegyeonggung (혜경궁) in den Palast beordert wird, um den Kronprinzen zu pflegen.

Der Kronprinz

Den Palast zu betreten bedeutet, einen blutigen Pfad zu beschreiten. Joseon (Korea), 1758. Unehelichen Töchtern stehen in der Hauptstadt nur wenige Möglichkeiten offen, aber durch harte Arbeit und Studium hat sich die achtzehnjährige Hyeon eine Stelle als Palastschwester verdient. Alles, was sie will, ist, den Kopf unten halten, gute Arbeit leisten und vielleicht endlich die Anerkennung ihres entfremdeten Vaters gewinnen. Doch plötzlich wird Hyeon in die dunkle und gefährliche Welt der Hofpolitik gestoßen, als jemand in einer einzigen Nacht vier Frauen ermordet. Die Hauptverdächtige ist Hyeons Mentorin. Entschlossen, die Unschuld ihrer geliebten Lehrerin zu beweisen, beginnt Hyeon mit ihren eigenen geheimen Ermittlungen. Bei ihrer Suche nach der Wahrheit trifft sie auf Eojin, einen jungen Polizeiinspektor, der ebenfalls auf der Suche nach dem Mörder ist. Als die Beweise beginnen, auf den Kronprinzen als Mörder hinzuweisen, müssen Hyeon und Eojin zusammenarbeiten, um die dunkelsten Ecken des Palastes zu durchsuchen und die tödlichen Geheimnisse hinter dem Blutvergießen aufzudecken.

Bei Hyegeonggungs Mann handelt es sich um eine der tragischen Prinzengestalten der Geschichte: Prinz Sado (사도 세자 / Sado Seja). Prinz Sado, zu Lebzeiten Prinz Jangheon (장헌) war der ursprüngliche Thronfolger nach König  König Yeongjo (영조) von Joseon (1694–1776) in Korea.  Doch Prinz Sados Verhalten wurde zusehends sonderbarer, unberechenbarer und gewalttätig. Yeongjo übertrug ihm in der Hoffnung, es könnte ihm helfen sich zu bessern, königliche Pflichten und Verantwortung. Doch in Gewalt endende Ausbrüche, die mit dem Tod von Bediensteten endeten, führten schließlich dazu, dass Yeongjo seinem Sohn im August 1761 das Schwert zur Selbsttötung reichte. Als dieser seine Aufforderung zum Suizid ablehnte und die Spannung zwischen beiden zunahm, ließ Yeongjo ihn ein Jahr später in eine Reiskiste sperren, in der er ohne Nahrung und Wasser nach acht Tagen verstarb. Dieser Vorfall führte zu einer erneuten Lagerbildung am Hofe. Nach dem Tod seines Sohnes Prinz Sado ernannte Yeongjo seinen Enkel Jeongjo (정조) (1752–1800) (Sohn von Prinz Sado) zum Prinzen und späteren Thronfolger.

Zu Prinz Sados Verhhalten gibt es mehrere Theorien, die die Autorin alle geschickt aufgreift. Prinz Sado entwickelte ein zunehmend exzentrisches gewalttätiges Verhalten, welches ihm von einflussreichen Mitgliedern am königlichen Hof als Geisteskrankheit ausgelegt wurde. Ihm wurde nachgesagt, zahlreiche sexuelle Affären mit Frauen des Hofes gehabt zu haben, Inzest mit einer seiner Schwestern, und in Anfällen Bedienstete des königlichen Hofes misshandelt und auch getötet zu haben. Ursache seines Verhaltens soll eine Syphilisinfektion gewesen sein, die ihn schwachsinnig werden ließ.

Es gibt neben der Theorie einer Geisteskrankheit zwei alternative Theorien zu dem Verhalten des Prinzen. Die erste Theorie geht aus von persönlichen Differenzen zwischen Vater und Sohn, einer schlechten Behandlung durch seinen Vater als Ursache für die Depression und das anschließende Verhalten.

Die zweite Theorie nimmt an, dass Prinz Sado die Strömungen der neuen konfuzianischen Doktrin unterstützte und in diesem Machtkampf den Intrigen der Vertreter der alten Doktrin unterlag und ihm eine Verschwörung gegen seinen Vater am 22. Mai 1762 vorgeworfen wurde.

Sados Verhalten im Roman wird anhand der Aufzeichnungen seiner Frau beschrieben: Die Erinnerungen der Dame Hyegyeong (한중록/Hanjungnok), welche eine Besonderheit in der Geschichtsschreibung darstellen. Selten treten Frauen adliger Familien als Historikerinnen auf. In diesem Fall war es die Bitte ihres Neffen, ihre Erinnerungen aufzuschreiben, wodurch ein Verlauf des Krankheitsbildes des Kronprinzen nachzulesen ist.

Die Palastschwester und der Ermittler

Dreh- und Angelpunkt des Romans ist der Mord in Seoul und der Faktor, der den Spannungsbogen hält. Hyeon und Eojin sind durch ihr Alter ein Bezugspunkt für junge Leser. Es macht Spaß beiden bei ihren Ermittlungen zu folgen und man erfährt in Nebensätzen einiges zur Kleiderordnung und sozialen Zuordnung der Figuren.

Hyeon ist eine Palastschwester, wodurch sie Zugang in den Palast, als auch die Stadt hat. Sie lebt als uneheliche Tochter eines ranghohen Beamten kein einfaches Leben, da ihr ein Name fehlt und ihr dadurch ein Platz in der strengen sozialen Hierarchie nur durch ihre Arbeit zugebilligt werden. Durch ihre Ausbildung zur Schwester, vergleichsweise einer medizinischen Assistenz, kann sie eine Stelle annehmen und hat sich in harter Arbeit die Stellung einer Palastschwester erarbeitet.

Eojin hingegen ist der Sohn einer adligen Familie, der als außergewöhnliches Talent gilt und bereits den Rang eines Ermittlers innehat. Über seinen Hintergrund wird ebenso berichtet aber er bleibt im Vergleich zu Hyeon etwas blasser. Außer seinem Familiären Hintergrund und in den Situationen in denen Hyeon mit ihm interagiert erfährt man wenig über Eojin. Die zarte Liebesgeschichte zwischen den beiden, die sich langsam anbahnt, ist ein kleiner Seitenarm der Geschichte, aber er dominiert nicht, was sehr angenehm ist. Auch ist Eojin kein romantischer Held.

Hoch die Hände, schnelles Ende!

June Hur ist Geschichtsfan, das liest man in diesem Buch überall raus. Nur kommt dadurch das Ende etwas zu kurz, nachdem es zu einem großen Showdown im Palast mit Prinz Sado kam, plätschert dei Story dahin und man merkt, dass die Autorin eigentlich zum Ende kommen möchte. Obwohl da natürlich die Frage ist, wie viel wurde von Seiten des Verlags her gekürzt. Denn die Autorin lässt sich Zeit, Hyeon und Eojin Hinweise und Zeugen zu finden, beschreibt das Leben im Palast und die Aufgaben der einzelnen Palastschwestern, aber das Ende wird dann sehr schnell abgehandelt und plätschert etwas aus.

Fazit

Die Autorin verwebt geschickt Geschichte mit Unterhaltung und Krimi – heraus kam eine fesselnde Mischung die in den 2000ern schon einmal sehr populär war und jetzt wiederentdeckt wird – nicht zu unserem Nachteil. Die Charaktere waren gut ausgearbeitet und man kann sich ein paar Stunden in das 18. Jahrhundert mit „Mantel und Degen“-Mentalität entführen lassen. Jedoch wirkte die Auflösung des Falls etwas hastig. Trotzdem ein lesenswertes Buch, das ich gerne weiterempfehle.

Jeanne d’Arc, die Schutzheilige der Popkultur

Die Sache mit Jeanne

Zum Todestag einer der wohl berühmtesten Frau der französischen Geschichte.

Warum kann die Popkultur nicht genug von der jugendlichen Märtyrerin bekommen, die ihr Land zum Sieg führte? Sie ist schon seit langem eine Figur, die in jeder Generation auf großes Interesse stößt und angesichts ihrer asketischen Ausstrahlung eine unwahrscheinliche Ikone darstellt.

Im 14. Jahrhundert in einer Bauernfamilie geboren, wuchs sie während des blutigen hundertjährigen Krieges zwischen England und Frankreich auf. Im Alter von dreizehn Jahren hatte sie göttliche Visionen, dass sie Frankreich zum Sieg führen würde. Ihr Glaube war so stark, dass sie den zukünftigen König Karl VII. kennenlernte und ihn davon überzeugte, sie bei der Belagerung von Orléans anzuführen, als sie erst siebzehn Jahre alt war. Es folgten weitere Siege, die zur Krönung des Königs im Jahr 1429 führten. Jeannes Ruf wurde zur Legende, verstärkt durch das furchteinflößende Bild eines jugendlichen Mädchens in Rüstung, das den Angriff anführte. Im folgenden Jahr wurde sie jedoch von den mit den Engländern verbündeten Burgundern gefangen genommen und wegen Hexerei, Ketzerei und Tragen von Männerkleidung vor Gericht gestellt. Im Jahr 1431 wurde sie auf einem öffentlichen Platz in Rouen auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Sie wurde 1920 von der katholischen Kirche als Schutzpatronin Frankreichs heiliggesprochen.

Jeanne d’Arc und die Popkultur

In der Vorstellung der Modewelt ist der Teenager, der eine französische Armee zum Sieg führte, zum Symbol für Unberührbarkeit geworden – amazonenhaft, androgyn, abwechselnd transgressiv und erotisch. Ihre Jugend ist Teil der Anziehungskraft, ebenso wie ihre Kleidung. Was ist heißer als eine Frau in einer Rüstung? In den letzten dreißig Jahren wurde sie häufig auf Laufstegen und in Leitartikeln zitiert. Jean-Paul Gaultier steckte sie 1994 in eine verzierte Rüstung und ein bäuerliches Korsett. Alexander McQueen huldigte ihr 1998 in einer Kollektion mit dem Titel „Joan“ auf unheimliche Weise. 2006 milderte John Galliano ihre harten Kanten ab, indem er ihr eine goldene Halbschale über schwungvolle Couture-Drapierungen legte.

Für die Popkultur wurde Jeanne sowohl zur Kriegerkönigin als auch zum Opfer des Patriarchats – die unbezwingbare Frau in Rüstung, die dafür bestraft wurde (obwohl man selten zugeben wird, dass Jeanne d’Arc solche Kleidung nicht nur aus Gründen der Bequemlichkeit oder des Pragmatismus oder sogar der Vorliebe trug, sondern auch wegen der allgegenwärtigen Bedrohung durch sexuelle Gewalt).

Oft ist sie mehr Archetyp als reale Person und reiht sich ein in Reihe berühmter Heldinnen und realer oder erfundener Figuren, die häufig als Muse herangezogen werden: Elizabeth I., Alice im Wunderland, Princess Di, Virginia Woolfs Orlando. Sie wird auf den Laufstegen von High-Fashion-Models verkörpert und neigt dazu, in diesen Kontexten sehr schön zu sein, wobei sie sich auf der weiblichen Seite der Androgynität aufhält. In dieser Hinsicht lehnt sie sich an eine visuelle Tradition an, die von den schwülen Gemälden der Präraffaeliten bis zu den vielen Schauspielern reicht, die sie auf der Leinwand gespielt haben, darunter Ingrid Bergman, Jean Seberg und Milla Jovovich, die mitreißende Reden halten, während sie in die Schlacht reiten und sich den männlichen Autoritäten stellen, die sie schließlich töten werden.

Bands wie O.M.D huldigten ihr in Synthie Pop, in der eine Frau mit rotem Mantel durch die schneeweiße Landschaft galoppiert und Leonhard Cohen setzte ihr ein lyrisches Denkmal absoluter Einsamkeit. Jeanne d’Arc ist Heldin, Heilige, Märchenfigur in einem.

Sogar in den japanischen Manga hielt Jeanne Einzug. Die Mangaka Arina Tanemura konzipierte ihre erfolgreichste Serie „Jeanne die Kamikazediebin“ (Kamikaze Kaito Jeanne) um die französische Nationalheldin. Hier wird im Shojo Stil Jeanne in Gestalt einer 16-jährigen Schülerin wiedergeboren und fängt Dämonen, die Sie in Schachfiguren bannt.

Es ist nach wie vor die beste und beunruhigendste Interpretation der Heiligen, mit Modellen in Kettenhemden und kirchlich inspirierten Stücken mit blutroten Kontaktlinsen war die Schau „Joan“ von Alexander McQueen. Das Finale zeigte eine einsame Figur in einem Feuerring, deren roter Perlenrock die Feuersbrunst widerspiegelte. Für McQueen war Jeanne eine faszinierende Figur, nicht nur wegen ihres Charismas oder ihrer maskulinen Kleidung, sondern wegen ihrer Überzeugung.

Jeanne – ein Opfer des Zeitgeist?

In Jeanne d’Arc: The Image of Female Heroism (1981) stellt die Wissenschaftlerin Marina Warner fest, dass das Bild der Jeanne d’Arc im Laufe der Jahrhunderte zu einer Chiffre geworden ist, die „sofort vor dem geistigen Auge präsent ist: knabenhafte Haltung, kurzgeschnittenes Haar, mittelalterliche Kleidung, Rüstung, ein Hauch von spiritueller Erhabenheit gemischt mit physischem Mut“. Warners zentrales Argument ist, dass jede Epoche und jede kulturelle Bewegung Johanna für ihre eigenen Zwecke umgestaltet hat, indem sie von ihr nahm, was sie brauchte.

Obwohl sie eine reale historische Figur ist, ist sie auch „die Protagonistin einer berühmten Geschichte in der zeitlosen Dimension des Mythos, und die Art und Weise, wie diese Geschichte erzählt wird, erzählt eine andere Geschichte“ Jeanne wurde von Feministinnen bis hin zu rechtsextremen Nationalisten als Patriotin, Mystikerin, heilige Jungfrau, Hexe und vieles mehr dargestellt. Sie wurde im Einklang mit unserem Verständnis von Sexualität und Geschlecht neu gelesen und reklamiert. In ihrer Biografie von 1936 deutete Vita Sackville-West an, dass sie lesbisch gewesen sein könnte. In einer Inszenierung des Globe Theaters in London wurde Jeanne als nicht-binär vorgestellt.

Die Mode neigt dazu, den Mut und die Kleidung zu nehmen und das Göttliche wegzulassen. Religiöse Visionen und Stimmen sind künstlerisch schwieriger umzusetzen, da sie eine relativ komplexe Auseinandersetzung mit Fragen der Theologie und Mystik oder des Wahnsinns erfordern. Das Märtyrertum ist ebenfalls heikel, aber es ist reizvoll, in einer Zeit, in der der öffentliche Diskurs von Debatten über Hexenjagden, Annullierungen und Schwarz-Weiß-Moral beherrscht wird, flüchtig darauf anzuspielen. McQueens Antwort zeichnet sich nicht nur durch ihre Tiefe, sondern auch durch ihre Trostlosigkeit aus. Es ist einfach zu sagen, dass man sich auf einen Märtyrer bezieht. Schicken Sie ein Model mit kurzgeschorenem Haar und Kettenhemd, und Joan taucht sofort in der Vorstellung auf.

Es ist gewagter, eine gewisse Affinität zu dem Glauben, der Marginalisierung, dem Fanatismus und der Verletzlichkeit zu suggerieren, die das Märtyrertum erfordert das ist die ultimative Schwierigkeit für jede historische Figur, die von der Modeindustrie aufgegriffen wird. Es liegt in der Natur der Modenschau, dass sie erzählerische Anker braucht – einen Ausgangspunkt, eine „Muse“, eine Reihe visueller und historischer Anhaltspunkte. Ist es nicht unvermeidlich, dass solche Figuren in einem Bereich, in dem es letztlich um die Herstellung und den Verkauf von Kleidung geht, hohl und klischeehaft werden – reduziert auf bloße Oberfläche? McQueen hat bewiesen, dass es auch anders geht; andere sind ihm gefolgt, und in der Zukunft wird es unweigerlich weitere geben.

Bring no Clothes – Charlie Porter

Why do we wear what we wear? To answer this question, we must go back and unlock the wardrobes of the early twentieth century, when fashion as we know it was born.

In Bring No Clothes, acclaimed fashion writer Charlie Porter brings us face to face with six members of the Bloomsbury Group, the collective of artists and thinkers who were in the vanguard of a social and sartorial revolution. Each of them offers fresh insight into the constraints and possibilities of fashion today: from the stifling repression of E. M. Forster’s top buttons to the creativity of Vanessa Bell’s wayward hems; from the sheer pleasure of Ottoline Morrell’s lavish dresses to the clashing self-consciousness of Virginia Woolf’s orange stockings. As Porter carefully unpicks what they wore and how they wore it, we see how clothing can be a means of artistic, intellectual and sexual liberation, or, conversely, a tool for patriarchal control.

Travelling through libraries, archives, attics and studios, Porter uncovers fresh evidence about his subjects, revealing them in a thrillingly intimate, vivid new light. And, as he is inspired to begin making his own clothing, his perspective on fashion – and on life – starts to change. In the end, he shows, we should all ‚bring no clothes,‘ embracing a new philosophy of living: one which activates the connections between the way we dress and the way we think, act and love.

Inhaltsangabe

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich über dieses Buch sagen soll. Ich hatte bereits What Artists wear von Charlie Porter gelesen. Und daher war ich gespannt auf „Bring no clothes: Bloomsbury and the Philosophy of Fashion“ gefreut und dann war ich nur noch entsetzt.

Das Buch scheint eher eine persönliche Selbstverwirklichungsmanie von Charlie Porter gewesen sein. Und das mit Ankündigung. Zunächst erst einmal zu den Kritikpunkten

Queer for everyone

Queer wird dermaßen inflationär benutzt, das ich mich gezwungen fühlte etwas klar zu stellen. Queer ist ein Begriff des 21. Jahrhunderts, denn die Personen der Bloomsbury Group für sich nicht benutzt haben können. Weil es ihn so in der Verwendung noch nicht gab. Und als jemand der Seit Jahren Mode und Modegeschichte unterrichtet ist das einfach eine grobe Fahrlässigkeit, für die das Buch alleine schon dem Autor um die Ohren gehauen gehört.

Bad Taste

Schlecht zusammengerumpelte Kleidung mit fragwürdigen Löchern als großes Statement zu verkaufen gehört da ebenfalls dazu. Ganz ehrlich, das er das in Tradition zu der Bloomsbury Group stellt, spottet jeder Beschreibung. Es stimmt die Angehörigen dieser Gruppe wurden dafür öfter schief angesehen. Aber ob der Autor nun einen Pullove rmit Loch am Bauch trägt und Leute ihn darum im Sommer beneiden – ich bezweifle es.

Das Buch „ The Bloomsbury Look“ von Wendy Hitchmough arbeitet den Einfluss der Bloomsbury Group auf die Mode deutlicher heraus. Dieses Buch nimmt einen etwas spezifischeren Blickwinkel auf Bloomsbury ein – den ihres Einflusses auf die Mode; das Buch befasst sich hauptsächlich mit der Selbstidentität der Gruppe durch ihre eigene Einstellung zur Kleidung (und zum Ausziehen); es gibt ein Kapitel über Familienfotografie – wie sie den individuellen Stil enthüllte und wie sie sich selbst und einander sahen – dies führt zur Projektion dieses Stils durch Gemälde, dann die Textil- und Kleiderentwürfe, Schmuck usw. und die bohèmehaften, avantgardistischen Produktionen der Omega-Werkstätten.

Daher empfehle ich eher „The Bloomsbury Look“ zu lesen.

Fanboy failure

Charlie Porter ist ein Bloomsbury Fanboy. Das wird in jeder Zeile deutlich. Das dass sei ihm gegönnt, denn wir alle haben unsere Helden in der Geschichte, die uns begeistern und inspirieren. Und es steht wohl nicht in Zweifel, dass dieser Zirkel in den 1920er und 30er Jahren einen Einfluss auf moderne Sichtweisen und auch Wirtschaft mitgestalten konnte. Insbesondere John Maynard Keynes und Virgina Woolf sind bis heute fest verankert. Allerdings muss auch deutlich gesagt werden, dass mit Ausbruch des II. Weltkrieges die Bloomsbury Group zunehmend an Bedeutung verlor und bis in die 1970er Jahre nahezu völlig vergessen war, bis die Texte Virgina Woolfs wiederentdeckt wurden.

Charlie Porter fällt in diesem Buch jenem Narrativ zum Opfer, was sich mit der Wiederentdeckung der Gruppe festsetzte. Dass sie auf jede soziale Gruppe Einfluss gehabt hätten, vor allem die geheim gelebte Homo- und Bisexualität. Und da er, Charlie Porter, sich selbst der LGBTQ+ Community zurechnet, steht für ihn außer Frage, dass die Bloomsburys wie eine Art Schutzheilige dieser vorangegangen sind.

Kritische Diskussion? Och nö.

Es mag gemein klingen, aber auch wenn der Autor zunächst versucht zu sagen, dass er sich bewusst ist, dass die Gruppe durchaus diskutabel ist, so scheint es ihn hinterher nicht zu bekümmern. Ich muss zugeben, dass ich einen ziemlich kritischen Blick habe, wenn es um die Bloomsbury-Gruppe geht. Nachdem ich eine Reihe von Büchern über diese Gruppe gelesen habe, entwickelte ich eine Abneigung gegen das cliquenhafte, elitäre Auftreten. Man kann sagen, dass sie wie viele dieser Gruppierungen, innerhalb der Gruppe tolerant waren, aber das gilt nicht zwingend nach Außen.

Sie waren Produkte ihrer Zeit, Erziehung, sozialen Herkunft und den vorherrschenden gesellschaftlichen Strömungen. Virginia Woolfs Tagebücher geben einen umfassenden Einblick, dass sie von Autoren der Working Class nichts hielt, unter anderem James Joyce. Roger Fry und Clive Bell, die ihren eigenen Kreis und eine bestimmte Art französischer Malerei förderten und bewusst jede moderne Kunst ignorierten, die ihnen nicht gefiel oder die sie nicht mitgestalten konnten.

Kontext, Kontext Kontext

All das wird von Charlie Porter ausgespart, um ein eigenes Narrativ zu schaffen, dass weder der Komplexität der Bloomsbury Group Rechnung trägt, noch dem Anspruch des Buch etwas über den Einfluss, den die Gruppe auf Mode und Kleidungsgepflogenheiten hatte, zu sagen. Umso verwunderlicher ist es, dass er 2023 eine Ausstellung in Charleston kuratierte.

Mit welchen Konzepten hat die Gruppe nun gegen das Patriachat aufbegehrt? Es fehlt der Kontext, der zeitliche Rahmen, die gesellschaftlichen Vorgaben und die Umbrüche Großbritanniens in Gänze. Haben diese Menschen in einer Art Vakuum existiert? DAs gehört zum Grundhandwerk, wenn man ein Buch über den Einfluss einer Gruppe auf die Gesellschaft sprechen will. Und allein die Tatsache, dass das fehlt ist für dieses Buch ein Problem. Stattdessen ist es das Schwärmen eines Fanboys, der sein Fantasiegebilde, das er um sich und diese Gruppe herumaufgebaut hat, nicht stören lassen will.

Fazit

Bei einem Buch, welches sich angeblich mit der Philosophie der Mode oder besser der Kleidung der Protagonisten beschäftigt, erwarte ich nicht, dass ich sowohl über deren sexuelle Orientierung, als auch über die des Verfassers informiert werde. Zudem versucht der Autor offenbar seine persönlichen Erfahrungen als „Erbe“ der Bloomsbury Gruppe zu sehen und verliert sich in seinem Fanboy-Kosmos.

Kein Zweifel, dass die Kleidung eines Menschen einiges über seine Persönlichkeit verrät, aber wenn der Autor alle visuellen Informationen nur „queer“ und als „Queer History“ interpretiert ist das wenig überzeugend und auch nicht angemessen. Es ist alarmierend wie sehr offenbar versucht wird, eine Gruppe in eine Geschichtsschreibung zu quetschen, die nicht mehr dazu gedacht ist die Komplexität einer modernen Gesellschaft zu beleuchten, sondern nur noch auf Selbstbeweihräucherung und Klientelpolitik aus ist. Die Geschichte der Sexualität ist lang und genauso ein Teil der Menschheitsgeschichte, aber sicherlich sollte sie nicht dazu dienen sich ständig selbst in der eignen Großartigkeit zu bestätigen.

Alles in allem völlig am Thema vorbei.

Herausgeber : Particular Books
Erscheinungsdatum : 7. September 2023
Sprache : Englisch

Preis: 19,55€ 

Warum kleiden wir uns für Silvester?

Ab und zu ist es schön, die Jogginghose und das bequeme Shirt gegen ein bisschen Lametta und Glitzer zu tauschen. Aber haben Sie sich schon einmal gefragt, warum wir alle Register ziehen, um das neue Jahr einzuläuten? Die Geschichte des Mode zu Silvester ist interessant und führt uns über alle möglichen Umwege zu unseren auffälligen Pailletten und kilometerlangen falschen Wimpern. Von der Verkleidung in Kuhhäuten bis zum Anziehen von weißem Nerz, bevor der Wecker klingelt, haben sich die Menschen seit Tausenden von Jahren für diesen Anlass herausgeputzt.

Die Perlenstickerei und die teuren Kleider sind nur unsere eigene Interpretation in der Zeit, in der wir leben. Es ist nichts Neues, sich zu Beginn eines neuen Jahres herauszuputzen. Im Folgenden erfahren Sie, warum wir uns zu Silvester in Schale werfen – fühlen Sie sich mit den Legionen von Menschen verbunden, die vor tausend Jahren das Gleiche taten wie Sie.

Wie alles begann

Bevor man die Lametta-Version versteht, muss man die heidnische Version verstehen. Man nimmt an, dass die Schotten eine der ersten Gruppen waren, die Silvester feierten, und dass ihre Variante „Hogmanay“ genannt wurde. Und so wie man für eine große Feier eine Perlenkette auf dem Bett ausbreitet, so kleideten sie sich für das Ereignis, indem sie Rinderhäute anzogen. Menschen trugen Rinderhäute und entzündeten Lagerfeuer, wobei das Feuer symbolisch für die Reinigung des Gemenschaft und des Dorfes steht. Noch heute gibt es in Teilen Deutschlands ähnliche Versionen wie die Perchtläufe, in der Frau Perchta mit ihrem Gefolge durch das Dorf zieht.

Während sich die Schotten mit Fellen schmückten, feierten die Römer ihren Vorabend mit einem Bankett Als der heilige Bonifatius, ein Missionar aus England, im Jahr 742 Rom besuchte, war er entsetzt über das Ausmaß der Feierlichkeiten. Die Menschen tanzten auf den Straßen, die Tische waren mit Speisen und Getränken überladen, die Leute sangen in betrunkenem Zustand, und die Frauen trugen Amulette um den Hals, die sie dem Meistbietenden zum Kauf anboten.

In anderen Kulturen – wie im alten Babylon – wurde die Zeit zwischen dem alten und dem neuen Jahr als ein Kampf zwischen Chaos und Ordnung angesehen. Während die beiden miteinander kämpften, wurden die Regeln und die Ordnung umgekehrt, und die Menschen verkleideten sich, um diese Zeit zu markieren, bis die Kontrolle um Mitternacht wiederhergestellt war.

Neuere Traditionen

Spulen wir ein paar Jahrtausende zurück, und der neuere Aberglaube erklärt vielleicht, warum wir das Bedürfnis haben, in unseren besten und glitzerndsten Kleidern den Countdown bis Mitternacht zu zählen.

Für viele galt Neujahr als ein neuer Anfang. Aus diesem Grund begannen viele Menschen gerne so, wie sie es vorhatten, weiterzumachen. Viele Bräuche, Traditionen und Aberglauben sind mit dem gemeinsamen Glauben verbunden, dass das, was man in der Silvesternacht oder am Neujahrstag tut, den Ton oder das Muster für das kommende Jahr vorgibt.

Nach britischem Volksglauben durfte man zum Beispiel am 1. Januar nicht einmal Schmutz aus dem Haus fegen, da sonst die Gefahr bestand, dass man sein Glück wegfegt. Man durfte nur neue Dinge ins Haus bringen, um den Reichtum des kommenden Jahres zu garantieren.

Die 1800er brachten große Partys

Vor dem späten 19. Jahrhundert war Silvester eher eine Familienangelegenheit, bei der die Menschen zu Predigten gingen und das vergangene Jahr Revue passieren ließen. Doch als wir uns dem Goldenen Zeitalter näherten, verdrängten Partys mit Krachmachern und Wunderkerzen diese stillen Besinnungen der Erneuerung.

Da immer mehr Menschen in die Großstädte zogen, wollten sie die Kirchenbänke gegen Partys tauschen. Und das taten sie auch. In einem Artikel der Washington Post vom 1. Januar 1916 heißt es:

„Die New Yorker gaben sich heute Abend dem Feiern und Lärmen hin. Die fröhlichste Silvesternacht aller Zeiten“

so das Urteil derer, die die Geschichte des Broadway und anderer Straßen, in denen die weißen Lichter brennen, genau kennen. Eine halbe Stunde bevor das Glockenspiel der alten Trinity das Jahr 1916 offiziell ankündigte, kündigten das Läuten der Kirchenglocken, das Kreischen der Pfeifen von Fabriken, Fähren und Schiffen aller Art und das Getöse unzähliger Blechhupen das Herannahen von Mitternacht an. Je näher die Stunde rückte, desto lauter wurde das Geschrei.

Mit der Elektrifizierung der Städte wurde das Nachtleben durch eine umfassende Straßenbeleuchtung, die Beleuchtung verschiedener Vergnügungsstätten und elektrische Straßen- und U-Bahnen möglich, die es den Menschen ermöglichten, sich effektiv in den Städten zu bewegen.

Schließlich begannen die Amerikaner, die Uhrzeit genau zu verfolgen: Sie trugen Taschenuhren, füllten ihre Häuser mit Uhren und schmückten ihre öffentlichen Gebäude mit immer größeren Uhren und lauteren Glocken. So wurde der Countdown bis Mitternacht – bis zum exakten Zeitpunkt der Ankunft des neuen Jahres – zu einem sehr aufregenden Moment, in dem eine von Uhren besessene Öffentlichkeit ihre neue Orientierung an der genauen und präzisen Zeit in die Tat umsetzen konnte. Mit dieser Vorfreude im Hinterkopf bildete sich eine neue Partykultur heraus.

Das Nachtleben verwandelte Silvester in eine Modenschau

Und da immer mehr Restaurants üppige Bankette veranstalteten und in den Clubs Shows mit Cocktails und Tanz stattfanden, war Silvester nun nicht mehr nur ein besonderer Anlass, sondern die größte Party des Jahres – was sich auch in der Kleidung der Menschen widerspiegelte.

Viele Silvesterpartys wurden von Clubs, Restaurants und Hotels gesponsert. Sie beinhalteten mehrgängige Mahlzeiten, Champagner und Tanz zu Musik, die von einem Orchester gespielt wurde. Je näher Mitternacht rückte, desto mehr Lärm wurde gemacht, und um Punkt Mitternacht wurden Küsse ausgetauscht und Trinksprüche ausgesprochen“, erzählt sie. Und die Veranstaltung wurde noch spezieller, als sich der ganze Saal in Schale warf.

Aber wenn man nicht zu einem Bankett gehen wollte (oder sich die Eintrittskarte nicht leisten konnte), gab es immer noch zahlreiche Feste, die zu Hause veranstaltet wurden. Von der königlichen Gesellschaft bis hin zu Wohnungseigentümern in bescheidenen Häusern mussten alle in ihren besten Kleidern erscheinen. Andere Leute begannen, Partys zu Hause zu veranstalten und ersetzten die Orchester oft durch das Radio. Radiosender übertrugen aus Veranstaltungsorten und veranstalteten Silvester-‚Tanzpartys‘.

In der Washington Post vom 3. Januar 1909 beschrieb Page Six die Outfits bei einer viel besprochenen Silvesterparty in einem der Häuser der Prominenz.

Eine Silvesterparty wurde von Mrs. J. Ellen Foster, Miss Pierce und Miss Hellen Varick Boswell aus New York veranstaltet. Mrs. Foster trug ein Kleid aus schwarzer Fadenspitze über cremefarbenem Satin und Chiffon, mit vielen Verzierungen. Miss Pierce trug ein Pariser Kleid aus rosafarbener und bronzefarbener Chiffonseide, mit Applikationen aus Indescents. Miss Boswell trug ein Empire-Kleid aus schwarzem Chenille-Netz, das mit goldenen Stoffen besetzt war.

Und von da an wurden Glanz und Glamour nur noch größer. Es reichte nicht mehr aus, einfach das übliche Freitagabendkleid anzuziehen; die Leute mussten alle Register ziehen. In einem Artikel der New York Times vom 3. Januar 1923 wurde über einen Schmuckdiebstahl berichtet, der einer Partygängerin auf dem Heimweg nach den nächtlichen Festivitäten passiert war. Und die Menge an Glitzer, die gestohlen wurde, zeigt, wie sehr sich die Leute für diesen Anlass herausgeputzt haben.

Mrs. Irene Schoellkopf, Frau von C.P. Hugo Schoellkopf, einem Fabrikanten aus Buffalo, wurde am frühen Montagmorgen nach einer Silvesterparty in einer Wohnung in der 64 West Fifty-second Street, zwischen der Fifth und der Sixth Avenue, überfallen und ihres Schmucks im Wert von 500.000 Dollar beraubt.

Von Kuhfellen bis hin zu Glitzer im Wert von einer halben Million – wir hatten schon immer das Bedürfnis, uns für den Jahreswechsel in Schale zu werfen. Möge das diesjährige Outfit dieser langen Geschichte Ehre machen.

Dressing for a Director: Alfred Hitchcock

Hallo, hallo. Ich bin durch den Wald und durch den Brand – mit einer satten Erkältung und jeder Menge Hitchcock Filme. Eigentlich hatte ich vor diese Reihe früher zu starten, aber jetzt hat es den Altmeister des Horrorfilms getroffen.

Wer das Glück hatte, ein Originaldrehbuch von Alfred Hitchcock in die Hände zu bekommen, konnte auf fast jeder Seite genaue Anweisungen lesen. Jedes Kostüm war detailliert angegeben. Es gab einen Grund für jede Farbe, jeden Stil, und er war sich bei allem, wofür er sich entschied, absolut sicher. Die subtilen Details waren für Hitchcock als einer der ikonischen Regisseure Hollywoods am wichtigsten. Der aus dem vereinigten Königreich stammende Regisseur machte sich gemeinsam mit seiner Frau einen Namen, der für seine spannenden und psychologisch komplexen Geschichten bekannt war.

Für den Regisseur von 52 Filmen war es wichtig, eine visuelle Sensation zu schaffen. Dies gelang ihm durch eine Inszenierung, die aufgrund ihrer unterbewussten Wirkung auf den Zuschauer revolutionär war. Alles, vom Kamerawinkel bis zur stimmungsvollen Farbgebung, war ein sorgfältig ausgeklügelter Plan. Hitchcock hatte eine genaue Vorstellung davon, wie er seine Geschichten erzählen wollte. In jedem Hitchcock-Film gibt es eine stilvolle weibliche Figur mit eiskaltem Auftreten: die Hitchcock-Heldin.

Seit 1935 präsentierte Alfred Hitchcock in seinen Filmen die „kühle Blondine“. Weibliche Hauptfiguren, die auf elegante, raffinierte Weise kultiviert und beherrscht waren. Allerdings verbarg sich unserer ihrer äußerlichen, kalten Lieblichkeit eine Skrupellosigkeit, Courage und offensive Sexualität. Als Vorläuferin dieses Typus gilt Marlene Dietrich. Die als „Hitchcock – Blondinen“ bekannten Schauspielerinnen waren Grace Kelly, Kim Novak und Tippi Hedren.

Hitchcock verstand, dass die physischen Elemente bei der Darstellung einer Figur, insbesondere ihre Kleidung, von großer Bedeutung sind, um eine Geschichte zu erzählen. In den 1930er bis 1960er Jahren waren Kostüme eine Sache, aber der Stil war ein ganz anderer. Maßgeschneiderte Kostüme mit taillierten Schnitten und klassische und von der Couture inspirierte Kleider prägten das Bild der rätselhaften Hitchcock-Frau. Die scharfen Silhouetten, die Hitchcock bevorzugte, waren Zeichen der Zeit und griffen oft auf die neueste Mode aus Paris zurück. Viele der Kostümentwürfe für seine Filme wurden von der Pariser Couture inspiriert, und Marlene Dietrich bat den Modeschöpfer Christian Dior, ihr Kostüm zu entwerfen. Die Schauspielerin, eine der größten Diven Hollywoods, wurde bei Verhandlungen mit Hitchcock mit den Worten zitiert: „No Dior, no Dietrich“.

Im Laufe seiner Filmkarriere arbeitete Hitchcock mit mehreren Kostümbildnern zusammen, vor allem aber mit Edith Head. Ihre Zusammenarbeit erstreckte sich auf mehr als 11 gemeinsamen Filmen. Eine der vielleicht größten frühen Arbeiten von Head an der Seite von Hitchcock war der Film „Fenster zum Hof“ von 1954, in dem Kelly die Rolle der mondänen Lisa Fremont spielte, die sich durch ihre Kleidung in Szene setzen wollte. Hitchcocks Vision von Fremont als Modefanatikerin hatte mit dem übergreifenden Thema des Films zu tun, dem Voyeurismus und der Vorstellung, aufgrund seiner Kleidung bewundert und beobachtet zu werden.

Head entwarf für Kellys Figur eine Reihe von Kleidern im Couture-Stil mit wallenden Ballerina-Röcken und Rohseidenanzügen von Cristóbal Balenciaga. Die Stücke waren repräsentativ für den Einfluss der französischen Couture im Amerika der Nachkriegszeit nach der Erfindung des „New Look“ von Dior, bei dem die Taillen minimiert und die Röcke maximiert wurden.

1958 setzten Head und Hitchcock ihre Zusammenarbeit mit „Vertigo“ fort, einem Film über Besessenheit und Identität, in dem Kim Novak die Rolle der Madeleine Elster spielte. Es heißt, dass Hitchcock die Idee für die genaue Farbe eines Anzugs für Novaks Figur im Kopf hatte, noch bevor die Dreharbeiten begannen. Die Kombination aus grauem Rock und schwarzen Pumps, die Head sich vorstellte, sollte die geisterhafte Farbe des Nebels in San Francisco, in dem der Film gedreht wurde, widerspiegeln. Anfänglich wollte Novak den Anzug nicht tragen, weil sie behauptete, sich darin nur schwer bewegen zu können. Doch die Qualität des Anzugs trug schließlich dazu bei, dass sie sich bei der Darstellung ihrer Figur visuell unwohl fühlte.

1960 schuf Hitchcock seinen wohl berühmtesten Film, „Psycho“ . Diesmal arbeitete der Regisseur nicht mit Head zusammen, sondern mit einer ihrer Kolleginnen, der Kostümbildnerin Rita Riggs, die zuvor an „Die Vögel“ und „Marie“ mitgearbeitet hatte. Für „Psycho“ war es von entscheidender Bedeutung, dass Janet Leighs Figur, Marion Crane, so sympathisch war, dass ihr früher Tod im Film einen großen Schock beim Publikum auslösen würde. Und tatsächlich steht ihr Kleid selbst für die Entwicklung ihrer Figur im Film. Für die Produktion bestand Hitchcock darauf, dass Riggs gekaufte Kleidung verwendet, um das Kleiderbudget von Cranes Job als Sekretärin einzuhalten. Riggs kaufte einen Großteil der Kleider im Kaufhaus Jax in Beverly Hills, wo sie Baumwoll- und Jerseykleider bevorzugte.

Hitchcocks Einfluss auf die Filmmode zeigt sich darin, dass die Kostüme über so viele Jahre hinweg ikonische Momente der Filmgeschichte geblieben sind. Im Laufe der Zeit wurden die Looks von den Designern als Inspiration für ihre Kollektionen übernommen. Alexander McQueen hat mehrere seiner Kollektionen dem düsteren Horror der Hitchcock-Filme nachempfunden. Die Liebe des Designers zu Vögeln führte dazu, dass er sich für seine gleichnamige Frühjahr/Sommer-Kollektion 1995 auf den Film The Birds von 1963 bezog. Später, bei seiner Herbst/Winter-Show 2005, zeigte er verschiedene klassische Hitchcock-Stile in gedeckten Farben und zeitloser 50er-Jahre-Schneiderei. Und fast ein Jahrzehnt später schuf Prada mit seiner Herbst/Winter 2013 Show die perfekte Garderobe für einen Krimi mit vielen Nerzstolen und dramatischen Anzügen.

Noch heute üben Hitchcocks Filme eine Faszination aus, die weit über die Modewelt hinausgeht. Die Frauenfiguren, die er für seine Filme schuf, brachten eine neue Art von Femme fatale hervor, eine Frau, die durch ihre Kleidung Raffinesse und Aufregung ausstrahlt. Hitchcock war sehr genau, wenn es um seine Bilder ging, und die Mode war nie ein nachträglicher Gedanke. Wenn es um Hollywood-Klassiker geht, steckte bei den Hitchcock-Heldinnen der Teufel wirklich im Detail.

Andrew Wilson- Alexander McQueen. Blood beneath the Skin

Hinweis: diese Rezension beinhaltet Suizid, Drogenmissbrauch und psychische Erkrankungen. Sollte das jemanden triggern bitte nicht weiterlesen.

When Alexander McQueen committed suicide in February 2010, aged just 40, a shocked world mourned the loss of its most visionary fashion designer.

McQueen had risen from humble beginnings as the youngest child of an East London taxi driver to scale the heights of fame, fortune and glamour. He designed clothes for the world’s most beautiful women including Kate Moss and Naomi Campbell. In business he created a multi-million pound luxury brand that became a favourite with both celebrities and royalty, most famously the Duchess of Cambridge who wore a McQueen dress on her wedding day.

But behind the confident facade and bad-boy image, lay a sensitive soul who struggled to survive in the ruthless world of fashion. As the pressures of work intensified, so McQueen became increasingly dependent on the drugs that contributed to his tragic end. Meanwhile, in his private life, his failure to find lasting love with a string of boyfriends only added to his despair. And then there were the dark secrets that haunted his sleep.

Inhaltsbeschreibung

Ich gebe zu, dass ich vor der Lektüre dieses Buches nur Eckdaten über Leben von Lee Alexander McQueen wusste. Ich bin niemand, der seine unkritisch Arbeit verehrt, aber sie zählt zu den wichtigsten der modernen Mode – fast einzigartig könnte sie alle Funktionen erfüllen und den Rang von bildender Kunst erreichen. Nicht zuletzt widmete das V&A und das MET McQueen Ausstellungen und beide Häuser sind im Besitz zahlreicher Arbeiten. Und ich war neugierig auf die Figur hinter der Gestalt „Alexander McQueen“ – den Privatmann, den seine Freunde Lee nannten.

Für mich war der Widerhall des gesamten Buches ein sehr kreativer Mensch, der mehr als ein problematischer Mensch war, dem aber alle um ihn herum dieses Verhalten „verziehen“ haben, weil er so war, wie er war.

Der Mythos Alexander McQueen

Das Buch wurde von seiner Kindheit bis zu seinem frühen Tod geschrieben. Es schildert das Leben eines Mannes mit Talent, Tatendrang, künstlerischer Selbstüberzeugung und einem Workaholic, der bis in die Nacht hinein arbeitete. Und das Buch zeigt ein Leben in Extremen. McQueen war ein sensibler und schüchterner Mann der, wie die meisten von uns, sowohl zu außergewöhnlicher Liebe und Großzügigkeit fähig war, als auch ein grausamer Tyrann gegenüber seinen Partnern und Arbeitskollegen.

Das Buch schildert eines deutlich: McQueen war nicht in der Lage, die Gefühle anderer zu verstehen. Es war ihm unmöglich, gesunde Beziehungen zu führen und aufgrund seines geringen Selbstwertgefühls und seines Drogenmissbrauchs hatte er ernsthafte Vertrauensprobleme. Sein lebenslanges Gewichtsproblem, dass er teils mit radikalen Diäten zu bekämpfen versuchte, trug wenig zu seinem Selbstwertgefühl in einem Arbeitsumfeld bei, dass von Äußerlichkeiten, Frivolität und Schönheitsidealen lebt.

Isabella Blow

Die wohl wichtigste Figur in McQueens kreativer Wirkung war die Modejournalistin Isabella Blow, die McQueen einmal als eine Mischung aus Herzogin und Fischverkäuferin bezeichnete. Seine Beziehung zu Isabella Blow war der interessanteste Part, denn obwohl sie aus sehr unterschiedlichen Verhältnissen stammten, waren sie sich sehr ähnlich. Im Bezug auf ihren modischen Scharfsinn und kreative Ausdrucksweise, aber auch im Bezug auf ihr geringes Selbstwertgefühl, ihr destruktives Verhalten und ihre psychischen Probleme. Und obwohl Alexander McQueen sich damals bereits von ihr distanziert hatte, traf Blows Selbstmord ihn schwer.

Blow spielte eine wichtige Rolle bei der Förderung der großen, kreativen Köpfe der Modebranche. Die nach ihr benannte Isabella Blow Foundation, fördert bis heute junge Talente.

Was von McQueen übrig blieb

Jedes Kapitel stand für eine Periode mit interessanten Interviews, die Andrew Wilson über diese Zeit geführt hat. Alle Freunde von McQueen verschmolzen in meinem Kopf miteinander, ebenso wie seine Kollegen. Seine Liebe zur Landschaft, zum Meer, zu den schottischen Familienwurzeln und zu seiner Hunde floss in sein Werk ein, stand aber gleichzeitig im Widerspruch zu einer städtischen Existenz, die in rasendem Tempo geführt wurde.

Aber ich hatte das Gefühl, dass über bestimmte Themen geschwiegen wurde. Es gab viele Aussagen von Menschen aus seinem Umfeld, dass er sich gefangen fühlte oder unter großem Druck zu stehen schien. Andere sagten, dass sie ihrem ärgsten Feind den Erfolg in der Modebranche nicht wünschen würden. Warum genau?

Es mag daran liegen, dass viele Weggefährten von McQueen noch leben und das Andenken an McQueen und ihre Profession schützen wollen, ebenso wie die Tatsache das Familie und Freunde natürlich ein ganz bestimmtes Bild vermitteln wollten. Sein kometenhafter Aufstieg führte gleichzeitig zu einem Fall ins Bodenlose, auf Euphorie folgten Phasen tiefster Depressionen.

Er beging Selbstmord. Das ist bitter und schlimm. Aber nach diesem Buch hatte ich keine Kraft für Mitleid mit diesem Mann, außer dass er diese Erde in einem relativ jungen Alter verlassen hat.

Herausgeber ‏ : ‎ Simon + Schuster Inc.

Erscheinungsdatum: 10. März 2016

Sprache ‏ : ‎ Englisch

Taschenbuch ‏ : ‎ 400 Seiten

Preis: 8,39 €

Hinweise:

Telefonseelsorge zur Suizidprävention

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung – Sucht & Drogenhilfe

Am Anfang steht das Fell

Denken wir an Mode, drängt sich automatisch die Kleidermode auf. Die Trends die uns in regelmäßigen Abständen von Zeitungen, Online-Portalen und Influencern gezeigt werden. Doch die Ursprünge von Kleidung und Mode, ist weitaus mehr und liegt in den Anfängen der Menschheitsgeschichte. Warum sollte man sich überhaupt mit Mode beschäftigen? Weil Mode viel mehr über uns aussagt, als wir zuerst meinen.

Kleidung – Von der Notwendigkeit zum Statussymbol

Kleidung gehört neben Nahrung und Obdach zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Sie erfüllt eine Schutzfunktion vor Kälte, Wind und Regen, schützt vor Verletzungen, im Verkehr oder im Sport. Jedoch kann man Bekleidung, die rein Funktional ist und Mode, die eher Selbstdarstellung oder den sozialen Status Ausdruck vermittelt, unterscheiden.

Vor ca. 130 000 Jahren hängten sich Menschen zum Schutz Tierfelle um den Körper, um sich vor Kälte zu schützen. Auch die erste bearbeitete Kleidung der Steinzeit (ca. 35 000 Jahren), bestand aus dem Fell erlegter Tiere sowie aus Pflanzenfasern oder Baumrinden. Bereits in der frühen Steinzeit begannen Menschen Kleidung in verschiedenen Formen, Farben und mit Mustern herzustellen was vermutet, dass Kleidung mehr Zwecken diente als den Schutz vor Witterung. Historiker gehen davon aus, dass schon von Anfang an ein besondere Felle auch als Schmuck oder Auszeichnung gedient hat. Kleidung signalisierte sehr früh etwas über die Stellung in der Gemeinschaft. Die Textilien und Kleidung der Steinzeitmenschen wurden mit Gürtel, Knöpfen und Hüten kombiniert. Somit bestand auch die Eitelkeit und die soziale Ordnung und nicht ausschließlich die Nützlichkeit bereits in den Anfängen der Kleidung.

Durch die Nähnadel revolutioniert

Für den Modehistoriker James Laven ist die Erfindung der Nähnadel einer der bedeutendsten technologischen Fortschritte der Menschheitsgeschichte. Diese bestanden aus Knochen oder Fischgräten. Erste Funde gehen bis in die Jungsteinzeit zurück und auch das Weben und Spinnen von Fasern. Hochkulturen wie die ägyptische Kultur im Nildelta, die griechische und römische Antike beeinflussten die Mode in Europa weit bis in das 20. Jahrhundert.

Die gesellschaftliche Macht der Mode

Mode leitet sich vom lateinischen Wort modus ab, was so viel bedeutet, wie Maß, Art und Weise oder Zeitgeschmack. Das Wort Mode taucht ab dem 15. Jahrhundert in Frankreich als Beschreibung der neuesten Bekleidungsform auf. Die wichtigsten Merkmale der Mode sind immer die Silhouette, die Farbe und die Materialien. Am auffälligsten ist die Silhouette, wie die Form und Länge des Rockes, das Oberteil mit bestimmten Ärmeln und auch die Körperhaltung, die durch die Kleidung angenommen wurde.

Die Mode beeinflusst nicht nur die Kleidung, sondern das ganze Erscheinungsbild, Verhalten und die Lebensumwelt. Dem „Diktat der Mode“ unterwerfen sich die meisten Menschen bewusst oder unbewusst. Das spricht für die Macht, die Mode auf eine Gesellschaft ausübt, indem sie entweder soziale Schichten abgrenzte oder Schönheitsideale vorgab.

Mode in Epochen

Bis zur Romanik unterschied sich die Frauen- und Männerkleidung nur geringfügig. Erst im 14. Jahrhundert begann man Schnitttechniken zu entwickeln, wodurch die Kleidung unterschiedlicher wurde. Gleichzeit begannen auch Reiseunternehmungen neue Eindrücke und Stoffe aus China, Vorderafrika und später dem amerikanischen Kontinent modische Einflüsse mitzubringen.

Fashion Eras I love: 1940s

Mode in den 1940er Jahren. Aus irgendeinem Grund ist sie gerade im Vintage und Retro Bereich sehr beliebt geworden. Insbesondere die Mode der ersten Hälfte der 1940er Jahre. Diese ist überschattet von dem II. Weltkrieg. Daher ist es verwunderlich, denn die originale Fotos der Zeit zeigen Männer und Frauen hauptsächlich in ihren Uniformen und wenn nicht, dann ist klar zu sehen dass Mode durch Rationierung nicht gerade übermäßig raffiniert ist. Mode wurde vor allem in dieser Zeit in Heimarbeit gefertigt. Magazine und Bücher, ebenso Textile Beispiele geben darüber Aufschluss. Nach dem Krieg lanciert Christian Dior 1947 den Stil, der als New Look bezeichnet wurde. Eine sehr feminine Silhouette, mit weiten schwingenden Röcken und enger Taille, während die Kleidung der von Männern und Kindern durch die sportliche Lässigkeit zunehmend amerikanisiert wirkt.

Das Ende der 1930r Jahre ist der Anfang des II. Weltkrieges. Und genau wie der I. Weltkrieg in den 1910er Jahren, Hatte der II. Weltkrieg einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Mode in der ersten Hälfte der 1940er Jahre, und sogar über sein Ende hinaus. Frankreich, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten hatten bereits etablierte Modeindustrien, die von dem II. Weltkrieg beeinflusst wurden. Nach dem Krieg, wurden diese durch Christian Diors New Look Wiederbelebt.

Anfang der 1940er war Frankreich bereits etabliert als das Zentrum für Damenmode. Allerdings wurde im Juni 1940 Paris von den Deutschen Kräften besetzt und diese Besatzung blieb bis 1944. Obwohl diese zu einer Abwanderung der Pariser Couturiers führt, blieben einige in Paris und gingen weiter ihrem Beruf nach. Aber da Paris von den USA und dem UK abgeschnitten wahr, fand kein genauere Austausch zwischen den drei Ländern statt, so dass diese Designs sich vergleichsweise unterschieden. Die Schnitte waren schwingender und weiter, als zu vergleichsweise geradlinigen Konzepte mit einem glatten Rock die in den USA und dem Vereinigten Königreich vorherrschten.

Quellen: Flickr, Wikimedia, Wikimedia

Außerhalb Frankreich, wurde die Mode von Rationierung dominiert. Kleidung wurde praktisch und sparsam hergestellt und die „Utility clothing“, die durch die Rationierungspolitik im vereinigten Königreich prägend für die 1940er Jahre, dass mit Coupons erworben werden konnte. James Laver schreibt in Costume and Fashion : A Concise History: “ The look was simple but stylish, with good proportion and line. It incorporated padded shoulders, a nipped-in waist, and hems to just below the knee,” (253). Abs 1943 wurde aber auch die Mode ind en USA oder im Deutschen Reich von ähnlcihen Silouhetten gekenntzeichnet. DIe Anzüge waren eher kastenförmig mit aehnlehnung an Militäruniformen und mit runden Krägen. Tweeds und Karomuster wurden von 1930er Jahren übernommen, egenau wie die hellen Farben und Muster, die die sparsame Mode etwas durchbrachen.

Um die rationierte Mode im Vereinigten Königreich etwas Schmeichelnder erscheinen zu lassen wurde vom britischen Parlament die Incorporated Society of London Fashion Designer (Inc.Soc) eingebunden. Designer wie Norman Hartnell, Hardy Amies und Edward Molyneux entwarfen Kleiderschnitte, die in Heimarbeit gefertigt werden konnten um die Coupons für Lebensmittel zu nutzen. Die Historikerin Jayne Shrimpton schreibt in Fashion in the 1940s„: “The [Utility Clothing] initiative might never have succeeded had the government not taken the inspired decision to involve leading London couturiers in the design of Utility clothing” (31). Obwohl das Erscheinen dieses Kleidungsstils sehr einfach war, sollte es durch die Beiträge von namlhaften Designern aufgewertet werden und England als einen Vertreter der Mode über die Kriegsjahre helfen.

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In den USA wurde nie eine so starke Rationierung von Kleidung in die Wege geleitet wie im Vereinigten Königreich, und die Abwanderung von Deutschen und französischen Designern sorgte für ein erstes Aufblühen der amerikanischen Modeindustrie, die aufgrund mangelnder Entwürfe aus Paris sich begann zu emanzipieren. Insbesondere in der Kauffertigen Mode. Die zwei wichtigsten Designer dieser Zeit waren Norman Norell und CLaire McCardell. Norell entwarf qualitativ Hochwertige Mode, die die Lücke der Pariser Couture füllte und mit der Verwendung von Strass und Pallietten wurden glitzernder Abendkleider entworfen. McCardell hingegen war maßgeblich and er Entwicklung der amerikanischen Alltagsmode beteiligt. Sie entwarf sportliche, bequeme und praktische Kleider aus Denim, Seersucker und Jersey.

1940 entwickelte sie ein „Popover“-Kleid. Ein Wickelkleid, dass ursprünglich auch teil der Rationierungsmode war und schnell eine Grundlage von McCardells Kollektionen wurde. McCardells einfache, bequeme aber fröhliche Mode waren bis in die 1950er Populär. In den USA begannen aber auch die geflohenen Designer ihre Arbeit aufzunehmen und einen Beitrag in der Amerikanischen Mode zu leisten und NEW York und San Francisco bildeten seit den 1930er Jahren die zwei wichtigsten Modezentren des Landes. Mit der Befreiung von Paris begann auch Frankreich wieder einen Platz in der internationalen Mode zu behaupten

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Der Krieg endete mit der Bedingungslosen Kapitulation von Naz-.Deutschland im Mai 1945, aber das Leben ging nicht automatisch in die Normalität über. Obwohl die Nachkriegszeit bereits ab März 1945 in den meisten Fällen angefangen hatte. In Großbritannien wurde Mode bis 1949 weiterhin rationiert und auch danach waren die Handelsketten und Lieferungen gestört was zu Materialknappheit in UK und den USA führte. Dennoch verlor die pragmatische Mode der Kriegsjahre ihren Reiz als im Februar 1947 Dior seine erste Kollektion vorstellt, die von der Modejournalistin Carmel Snow als „The New Look“ bezeichnet wurde.

Offiziell trug die Kollektion den Namen „Corolle“ (Blütenkrone) . Charakteristisch waren die runden Schultern, die enge Taille und der lange, volle Rock. Ikonisch dafür war der „Bar Suit“, eine weiße, taillierte Jacke und einen vollen, plissierten schwarzen Rock. Obwohl als „New Look“ bezeichnet nimmt Dior Rückgriff auf Mode des frühen 20 Jahrhunderts und bediente sich der Techniken der 19. Jahrhunderts. Dennoch erschuf es einen genauen Gegenentwurf zu der sparsamen Mode der 1940er.

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Nach den Jahren der pragmatischen Sparsamkeit und einfachen Linien war der volle Rock Diors sehr verlockend. Magazine und Schnittmuster nahmen relativ Schnell diese Silhouette. Allerdings deutlich Sparsamer als die Entwürfe Diors, die bis zu 10 oder 20 Meter Stoff brauchen konnten. Diese Entwürfe waren allerdings auch durchaus Kontrovers: von Vorwürfen der Verschwendung von Material hin zu veralteten Frauenrollen der Vorkriegszeit. Dennoch wurde der New Look die populäre modische Silhouette der späten 1940er bis in die 1950er hinein.

Alexander McQueen: Savage Beauty – Andrew Bolton

An Lee Alexander McQueen kommt man einfach nicht vorbei. Der britische Designer war eine der zentralen Figuren der jüngeren Modegeschichte und vor allem bekannt für seine dramatischen Inszenierungen. Sein Tod 2010 erschütterte die Mode- und Kreativwelt und beendete auch schlagartig die hedonistische Lebensweise innerhalb der Modeszene um die Jahrhundertwende. Bereits 2011 widmete das Metropolitan Museum of Modern Art ihm eine retrospektive Ausstellung: “ Alexander McQueen: Savage Beauty“. Und passend dazu gab es diesen Ausstellungsband.

Alexander McQueen (1969 – 2010) was one of the most influential, imaginative and inspirational designers at the turn of the millennium. His fashions both challenged and expanded the conventional parameters of clothing beyond utility to a compelling expression of culture, politics and identity. Focusing on the most iconic and acclaimed designs of his prolific career, this stunning book examines McQueen’s inimitable technical virtuosity and its subversion of traditional tailoring and dressmaking practices. This book also focuses on the highly sophisticated narrative structures found in McQueen’s collections and in his astonishing and extravagant runway presentations, which suggested the most avant-garde installation and performance art. Intended as an assessment of Alexander McQueen’s entire career, this book includes in-depth studies of six collections that illustrate and encapsulate thematic chapters as well as an interview with Sarah Burton, the new creative director of Alexander McQueen who had been the designer’s right-hand design aide since 1996.

Inhaltsangabe

Wer sich mit Alexander McQueen als Label befasst, kommt um McQueens Stationen nicht herum, um seine Formsprache zu lernen. Alexander McQueen wurde als Schneider in der altehrwürdigen Saville Row ausgebildet, der Straße der gehobenen Herrenschneider. Nach Saville Row arbeitete er kurzzeitig für die Theaterkostümbildner Angels and Bermans, wo er Kostüme für Stücke wie Les Misérables anfertigte. Mit 20 Jahren arbeitete er für Koji Tatsuno und dann für Romeo Gigli in Mailand, bevor er nach London zurückkehrte, um 1990 das Central Saint Martins College of Art and Design zu besuchen. 1992 fiel er der einflussreichen Journalistin Isabella „Izzy“ Blow mit seiner Abschlusskollektion Jack the Ripper stalks his Victims auf, die seine ganze Kollektion aufkaufte und McQueen förderte. Heute befindet sich die Kollektion in der Sammlung von Daphne Guinness.

McQueen war unter anderem einer der jüngsten Designer, die den Titel „British Designer of the Year“ erhielten, den er zwischen 1996 und 2003 viermal gewann; er wurde außerdem zum CBE ernannt und 2003 vom Council of Fashion Designers zum „International Designer of the Year“ gekürt.

Der romantische Künstler

McQueen gilt als derjenige, der Dramatik und Extravaganz auf den Laufsteg brachte; er nutzte neue Technologien und Innovationen, um seinen Schauen eine andere Note zu verleihen, und schockierte und überraschte das Publikum oft. Die von ihm kreierten Silhouetten haben der Mode ein Gefühl von Romanti, Fantasie und Rebellion verliehen. Gleichzeitig wurden seine Entwürfe maßgeblich auch in der Alltagsmode verwendet, wie die von ihm kreierten Bumster, tiefgeschnittene Hüfthosen, die einen Teil des Gesäß freiließen.

Genau dieses Gefühl wird in diesem Ausstellungsband vermittelt. Der Band unterteilt sich in die Bereiche: the Romantic Mind, Romantic Gothic, Romantic Nationalism, Romantic Exoticism, Romantic Primitivism, Romantic Naturalism und Cabinet of Curiosities. Das Werk Alexander McQueens ist vor allem durch dramtische, romantische Extravaganz inszeniert worden, kombiniert mit morbiden Details aus der Viktorianischen Kultur, aber auch Musealer Strukturen wie Nationalismus und den Sammlungen des British Museum und des Victoria & Albert Museum aus der Zeit des Empire. Insbesondere die schottische Kultur und Geschichte inspirierte McQueen.

McQueen und die Popkultur

McQueen war nicht nur ein Künstler sondern hatte auch einen erheblichen Einfluss auf die zeitgenössischen Künstler, die in der ersten Dekade dieses Jahrtausends auftauchten. Er entwarf maßgeschneiderte Designs für die Musikkünstler David Bowie und Björk, die für ihre Albumcover und Tourneen verwendet wurden. Lady Gaga trug in ihrem Video zu „Bad Romance“ mehrere Entwürfe von McQueen, darunter das letzte Outfit aus Platons Atlantis.

Kontroversen und ein menschliches Drama

Es wäre aber auch zu leicht McQueen als dieses große, kreative Genie zu sehen, dass in seiner Traumwelt existierte. Durchaus gab es mehrere Punkte in seiner Person, die in seinem Nachleben nicht gern besprochen werden.

McQueen wurde 1996 zum Chefdesigner von Givenchy ernannt. Hubert de Givenchy, der Gründer des für seine elegante Couture bekannten Labels, kritisierte McQueens Ernennung und bezeichnete sie als „totales Desaster“, woraufhin McQueen bei seiner Ankunft bei Givenchy den Gründer als „irrelevant“ beschimpfte. Später gab er zu die Stelle aufgrund des Gehalts angenommen zu haben

Bei anderen Schauen wurde McQueen wegen frauenfeindlicher Entwürfe kritisiert, die manche als erniedrigend für Frauen betrachteten. In La Poupée (F/S 1997), das von Hans Bellmers Die Puppe inspiriert war, ließ McQueen Models in Metallfesseln stecken, was Beobachter als Sklaverei auffassten, während das silberne Mundstück in Eshu (H/W 2000) die Trägerin zwang, ihre Zähne zu entblößen. Auch das Sexpuppen-Lippen-Make-up der Models in The Horn of Plenty (H/W 2009-10) wurde als hässlich und frauenfeindlich kritisiert.

Ebenso wird sein Lebensstil nicht genauer betrachtet. Alexander McQueen galt als menschenscheu und hatte wenige Freunde. Keine seiner Beziehungen, auch die kurze Ehe mit seinem Partner George Forsyth, hielten lange. Dennoch blieb er meist mit ihnen in freundschaftlichem Kontakt. McQueen litt zeitlebens unter seinem Übergewicht, was er teils mit radikalen Diäten und Konsum von Drogen versuchte zu bekämpfen. Er war HIV-positiv und wurde zunehmend mit Sterblichkeit konfrontiert – sowohl mit seiner eigenen als auch mit der der Menschen, die ihm am nächsten standen. Obwohl seine Beziehung zu Isabella Blow litt, war er am Boden zerstört, als sie 2007 Selbstmord beging. in den letzten drei Jahren entwickelte er zunehmend psychische Probleme, war jedoch psychisch und physisch nicht immer in der Verfassung Therapiesitzungen wahrzunehmen. Im Februar 2010 verstarb seine Mutter, was McQueen in eine tiefe Krise stürzte und auf seinem Twitteraccount dokumentiert war. Im März 2010 wählte McQueen den Freitod.

Nachleben

Das Label Alexander McQueen besteht bis heute. Die derzeitige Chefdesignerin ist McQueens rechte Hand, Sarah Burton. Ihre Entwürfe haben das Label in eine kohärente Marke umgewandelt. Heute bekannt sind die asymmetrischen Hosenanzüge und dramatischen Kleider. Bekannt ist die Marke vor allem für kräftige Farbpaletten. Die Kollektionen richten sich an Damen und Herren im oberen Preissegment.

Die wohl wichtigste Arbeit, seit dem Ableben von Alexander McQueen waren das Brautkleid von bürgerlichen Catherine Middleton, heute Prinzessin von Wales, anlässlich ihrer Hochzeit mit Prinz William Mountbatten-Windsor und das Brautjungfernkleid ihrer Schwester Philippa am 29. April 2011.

Fazit

Andrew Bolton hatte die Aufgabe den Ausstellungsband zu schreiben und das ist ihm gelungen. Das Buch befasst sich hervorragend mit McQueen als kreativem Designer, als Künstler und Visionär der Laufstegkunst. Da es 2011 noch sehr nah an McQueens Schaffensphase war, sind viele seine Kontroversen nicht in die Betrachtung eingeflossen – was verständlich ist. Ist das aber gut? Das finde ich nicht, denn McQueens problematisches Verhalten gehört ebenso zu seiner Biografie wie sein künstlerisches Schaffen und beeinflusste viele seine Arbeiten.

  • Alexander McQueen: Savage Beauty
  • Yale University Press (May 31, 2011)
  • ISBN-10: 0300169787
  • ISBN-13: 978-0300169782
  • Preis: 31,99 €

Fashion Eras I love: 1930er

Mit dem Börsencrash 1928 endeten die wilden 1920er Jahre mit einem dumpfen Schlag, die Folge war eine weltweite Wirtschaftskrise und das junge, enthusiastische Flapper der 1920er Jahre musste die die glitzernde Abendwelt gegen Gediegenheit und Praktikabilität eintauschen.

Die elegante Dame

Mode ändert sich nie über Nacht, sondern langsam. Allerdings deuteten sich bereits ende der 1920er Jahre eine Abkehr von der leichten Mode der 1920er an. Langsam wurden die Farben wieder dunkler. Braun, Grau und Erdtöne wurden im Winter populär, im Sommer blieb es bei hellen, leichten Stoffen, die meistens Pastellfarben oder mit kleinen Mustern bedruckt waren. Die Röcke wurden wieder länger und reichten an die Waden, die Schnitte wurden schmal und sparsam an Stoffen und Taschen an die Röcke.

Die Jacken wurden kurzer und kantiger aber meist mit dramatischen Umschlägen. Beliebt waren abnehmbare Pelzkrägen und Umschläge. Vervollständigt wurde diese Kombination mit einem kleinen Hut, der eng anliegend war, anstelle aber der 1920er Hüte selten zu ausladenden Formen tendierte.

Pinterest

Die Silhouette der Mode wurde insgesamt eleganter und gediegener, dadurch das sie stärker auf Nähte wertlegte und weniger auf Dekor durch Stickerei oder Applikationen oder Accessoires wie Gürtel, Schuhspangen oder starke Farbkontraste.

Cally Blackman fasst es in 100 Years of Fashion treffend zusammen: “By the early 1930s, the fashionable silhouette was evolving into a slender, elongated torso with widening shoulders and a neat head with softly waved short hair” (13). 

Der Schrägschnitt

Neben den strengen Schnitten wurde vor allem in den 1930er Jahren ien Schnitt sehr beliebt: Der Schrägschnitt oder Biascut. Als wichtigste Vertreterin gilt Madeleine Vionnet. Die Designerin begann in den 1920er Jahren, den Schrägschnitt zu verwenden, und in den dreißiger Jahren wurde er zu einer beliebten Methode, um Kleider zu entwerfen, die die weiblichen Kurven umschmeichelten. Schrägschnitt bedeutet, dass der Stoff in einem Winkel von 45 Grad gegen das Gewebe geschnitten wird, wodurch ein fließendes, körperbetontes Kleidungsstück entsteht. Vor allem am Abend schufen Satinkleider mit tiefem Rücken eine schlanke und feminine Silhouette, die sich nach unten hin verbreiterte und Kurven umschloss, die zuvor nicht umschlossen waren. Auch andere Designer wendeten diese Methode an.

Eco Fashion Talk

Während die Abendmode von der körpernahen Silhouette dominiert wurde, kehrte die Tagesmode zu Romantik und Weiblichkeit zurück. Tageskleider gab es in einer Vielzahl von Mustern: geblümt, kariert, gepunktet und mit abstrakteren Mustern. Sie hatten eine klar definierte Taille und fielen von der Mitte der Wade bis knapp über den Knöchel. Beliebt waren elegante Anzüge mit klaren Linien und skulpturalen, definierten Schultern. Die übertriebene Schulterpartie – bei Anzügen oder Kleidern – war ein Markenzeichen der Mode der 1930er Jahre und wurde durch Polsterungen, Stoffschichten oder andere Verzierungen hervorgehoben.

Die Surerealisten und Elsa Schiaparelli

Die in den 1920er Jahren populär gewordene Designerin Elsa Schiaparelli hob ihre Entwürfe in den 1930er Jahren auf ein neues Niveau und arbeitete mit surrealistischen Künstlern wie Salvador Dalí und Jean Cocteau zusammen. Sie benutzte Zeichnungen der letzteren, um ihre Kleidungsstücke zu verzieren oder ganze Designideen neu zu entwickeln. Wie etwa der Hut-Schuh. Viele ihrer Kollektionen orientierten sich zwar an der vorherrschenden Mode, enthielten aber auch einzigartige Verzierungen und Wendungen, die nur ihr eigen waren. Ihre tadellos geschneiderten Entwürfe der dreißiger Jahre vertraten die starke Schulterpartie und die eingeschnürte Taille, die für diese Zeit charakteristisch waren.

Vintage.es

Hollywood-Stars werden Modevorbilder

In dieser Zeit ließen sich die Frauen zunehmend von den Filmstars modisch inspirieren. Hollywood verbreitete die Mode unter den Massen und Stars wie Greta Garbo, Marlene Dietrich und Bette Davis wurden zu den ersten Stilikonen Hollywoods. Viele Frauen in aller Welt versuchten, ihrem Stil nachzueifern. Erleichtert wurde dies durch das Aufkommen von Make-up und der Schönheitsindustrie, die es den Frauen ermöglichten, ihre Lieblingsstars für wenig Geld zu kopieren. Blackman schreibt:

“Every woman could imitate and buy into, at relatively little cost, the look of her favourite stars, if only through copying their makeup and hairstyles: cinema democratized the empire of fashion by making glamour accessible.”

Cally Blackmann: 100 years of Faschion, S. 14

Natürlich hatte auch die Depression Einfluss auf die Mode und trug zu dieser Demokratisierung bei, insbesondere in den Vereinigten Staaten. Vor den 1930er Jahren kauften die Käufer Kopien der Pariser Designs und verkauften sie in ihren Heimatländern weiter. Da die Weltwirtschaftskrise jedoch alle Bereiche der Wirtschaft und des Lebens in den USA betraf, wurden auf diese Kopien neue Zölle in Höhe von neunzig Prozent erhoben (Laver 246). Toiles (ein Musselin- oder anderes billiges Stoffmuster eines Kleidungsstücks) durften jedoch zollfrei eingeführt werden.

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Am Ende des Jahrzehnts war Europa in den Zweiten Weltkrieg eingetreten, und die USA hatten die Große Depression noch nicht hinter sich gelassen. Als die dreißiger Jahre zu Ende gingen, hatte sich bereits der beliebte Stil mit breiten, gepolsterten Schultern, schmalen Taillen und kürzeren A-Linien-Röcken herausgebildet, der die frühen vierziger Jahre dominieren sollte.

In den 1930er Jahren wurde die Mode stark vom Film und insbesondere von Hollywood beeinflusst. Männer-, Frauen- und Kindermode orientierten sich an der Filmmode, wobei Stars wie Clark Gable, Jean Harlow und Shirley Temple zu den vielen gehörten, die die Mode direkt beeinflussten. Auch die Rückkehr zum Konservatismus nach den Roaring Twenties prägte die Mode in dieser Zeit.