Fashion Eras I love: 1920s

Warum begeistere ich mich für Mode? Ja, gute Frage. Ich glaube es begann damit, dass ich immer gerne historische oder historisch inspirierte Filme gesehen habe. Als Kind Märchen, als Teenager Period Dramas (Hi Mr. Thornton!) und dann ging es weiter mit Bio-Pics, Ereignisfilmen und Literaturadaptionen. Und was mir immer gefiel waren, die Kleider der Figuren (Ich will immer noch Lady Ediths Gardrobe aus Downton Abbey.) Und angefangen hat es dann wirklich, als ich mich mit Mode als Gesellschaftlichen Konzept befasst habe. Wie die meisten erst einmal mit Rockabilly und irgendwann dann 1900er – 1910er bis ich festgestellt hab: eigentlich gefallen mir andere Schnitte und Silhouetten viel mehr.

Flapper Fashion

Eigentlich ist es ein Irrtum zu glauben um 1920er schnitten sich alle Fraen die Haare ab und wurden zu Flappern oder Moderne Frauen. Auch das Flapper Girl war eigentlich ein Konzept: eine schicke, junge Frau die als Sekretärin oder Verkäuferin arbeitete und Abends nach Nachtleben genoss. Aber eins stimmt: die Mode wurde nach Ende des I. Weltkrieges immer gradliniger. Die Röcke wurden gerade und begannen nach Oben zu wandern, um 1926 Knielänge zu erreichen. Auch aus dem Grund, dass nicht mehr mehrfach am Tag Kleidung gewechselt wurde – wer berufstätig ist, kann nicht vier oder fünf mal am Tag Kleider wechseln.

( Branger/Roger Viollet via Getty Images)

Abendmode

Die Abend Garderobe wurde bestickt, bedruckt, appliziert, Schmuck wurde zunehmend Modeschmuck, so dass Mode der höheren Gesellschaft immer leichter Nachzuahmen wurde. Aber eines wurde sie Nicht: Mit Fransen behängt. Das ist eine Erfindung der 1950er Jahre und später vor allem für Karnevalskostüme beliebt (wem es Spaß macht, tragt es!)

Sportmode

Sport wurde auch vorher schon betrieben – Fahrradfahren brachte zwischen 1900 und 1910 das Radkostüm und den Hosenrock, aber in den 1920er Jahren gab es ein Konzept für weibliche Sportmode mit Tennisdress und Schwimmgarderobe. Wandergarrobe wurde zunehmend auch an das weibliche Publikum angepasst. Vor allem Dank Vorbildern wie Anne Kellerman.

Avantgarde, Schrägschnitt und Coco Chanel

Mode in den 1920er Jahren wurde acuh imme rmehr von Künstlern beeinflusst. Madeleine Vionnet, Elsa Schiapparelli und Coco Chanel brachten eine neue IDee von Mode hervor. Wärhedn Madeleine Vionnet vor allem für den Schrägschnitt begannt ist, dass Schnitte Diagonal zum Webverlauf geschnitten wurden und damitder Stoff fließen konnte, brachte Coco Chanel eine reduzierte, androgyne Mode in die Gesellschaft. Im Fokus stand Bequemlichkeit und Bewegungsfreiheit. Und Elsa Schiapparelli? Diese Begann sehr für mit Künstlern zusammen zu arbeiten udn einen SUrrealen Stil zu entwickeln, der bis heute für das Haus Schiapparelli steht. Mode wurde immer mehr zu einem Experimentierfeld.

Bewegungsfreiheit

Was die 1920er Jahren durchzieht ist vor allem eines – Bewegungsfreiheit. KLeidung, egal ob für Männer oder Frauen erlaubtene ine wesentlich größere Bewegungsfreiheit als vorher. Kleidung wurde bequemer, weil sie den ganzen Tag getragen wurde.

Flappers im Film

In einem Artikel der Motion Picture Weekly aus dem Jahr 1922 über Marie Prevosts Ein gefährlicher kleiner Dämon, der die Kinobetreiber dazu bringen sollte, den Film zu verleihen, hieß es, dass die große Attraktion der Film sei: „Der Reiz der Flapper-Geschichte; das, was jeder sehen will, ob er es gut findet oder nicht, einfach weil er den Flapper selbst liebt.“

In der Tat war die Flapper-Kultur in den 1920er Jahren ein großes Geschäft für Hollywood. Zu den frühen Schauspielerinnen mit Flapper-Allüren gehörten Clarine Seymour, Olive Thomas und Dorothy Gish. Nach 1920 gehörten Schauspielerinnen wie Gladys Waton, Marie Prevost und Viola Dana zu den ersten, die als „Flapper-Typen“ bezeichnet wurden.

Es folgten weitere Flapper-Stars wie der Megastar Clara Bow, Joan Crawford und Louise Brooks. Die meisten „Flapper-Filme“ waren leichte Komödien, in denen brave Mädchen zumindest versuchten, sich schlecht zu benehmen, oder freche, aber nette Mädchen, die sich amüsierten, bevor sie sich schließlich auf eine Romanze einließen. Auch „College-Filme“ waren Teil des Flapper-Genres. Diese Filme waren es vielleicht, die den Flapper in der Kultur der 1920er Jahre „etablierten“ und den Bubikopf und die kürzeren Röcke zum alltäglichen Stil machten.

Und das letzte Wort gebührt selbstverständlich dem Chronisten der 1920er:

“It’s rather futile to analyze flappers. They are just girls–all sorts of girls. Their one common trait being that they are young things with a splendid talent for life.”

F. Scott Fitzgerald

Ich bin meine eigene Muse

Die Muse des Künstlers ist eine der am meisten romantisierten Figuren der Kunstgeschichte, wenn nicht sogar der gesamten Popkultur. und mit der Muse verbinden wir ein ganz bestimmtes Bild. Oftmals Frauen, die sich im Kunstmilieu bewegen und Künstler zu großartigen Arbeiten inspirieren. Sei es durch Ausstrahlung und Charakter, intellektuelle Stimulation oder menschliche Zuwendung. Gleichzeitig darf man aber auch nie vergessen, dass es oft der einzige Weg für eine Frau war selbst eine Künstlerische Karriere einzuschlagen.

Eines der eindrücklichsten Verhältnisse von Muse und Künstler war die Beziehung zwischen Gustav Klimt und seiner lebenslangen Freundin , der avantgardistischen Schneiderin Emilie Flöge. Ihr ganzes Leben lang, arbeiteten sie auf kreativer Ebene zusammen. Klimt entwarf als Gastdesigner Kleider für Flöges Firma, und Flöge posierte für seine Gemälde.

Emilie Flöge, Ölgemälde von Gustav Klimt, 1902, Museum Wien


Noch heute ist das traditionelle Bild der Muse – eine junge, schöne Frau, die von einem (weißen, männlichen) kreativen Genie „entdeckt“, poliert und der Welt wie eine Eliza Dolittle präsentiert wird, vorherrschend. Warum?

Zum einen ist es ein romantisches Bild, dass der magischen Symbiose zweier Menschen auf intellektuellem Niveau, ein Hauch von Geheimnis und keuscher Sinnlichkeit und zugleich die Idee einer avantgardistischen Kunstbewegung. Allen Anstrengungen zum trotz, ein solches Bild zu dekonstruieren: es wird immer einen Platz behalte, weil es eine nostalgisch, romantische Vorstellung bedient.
Das bedeutet nicht, dass alte Geschichten darüber, wer als großer Künstler bekannt wird und wer in Nebenrollen wie der Muse stecken bleibt, über Bord geworfen werden.

Musen durch die Zeiten

Die Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts ist dominiert von Männlichen Künstlern. Und das heißt nicht, dass diese Herren nicht bedeutende Beiträge geleistet haben – Monets Seerosen sind immer noch Bezaubernd, und Gaugins tahitianische Frauen ein intensives Farbspiel oder die gesamte Orientalismus- und Egyptomanie bis in die 1950er Jahre. Berühmte Künstler-Muse-Beziehungen wie Picasso und Marie-Thérese oder Camille Claudel und Rodin sind in die Kunstgeschichte und unser kulturelles Gedächtnis eingegangen. Aber wir vergessen, dass diese Frauen selbst Künstlerinnen waren, ganz zu schweigen dass sie Individuen waren. Das beste Beispiel ist Rodin und Claudel – sie selbst war eine hervorragende Bildhauerin, hat Eng mit Rodin zusammengearbeitet, aber die Geschichte hat sie in die Rolle der Geliebten, Modell und Muse verwiesen.

Die moderne Muse?

Auch Heute funktioniert genau dieses Konzept noch sehr gut, wenn wir uns das Werk der meisten Künstler ansehen. Ich schreibe meist über Mode, wo es am deutlichsten wird. Es resultierte in legendären Verbindungen wie Ines de La Fresange und Karl Lagerfeld, Hubert de Givenchy & Audrey Hepburn, Loulou de La Falaise und Yves Saint Laurent. Frauen die ein Schönheitsideal verkörpern: daran ist nichts auszusetzen und ich plädiere dafür, dass man die kreative Stimme nicht zum erliegen bringen darf Aber man muss innehalten und sich fragen: was genau wird hier gesagt und gezeigt?

Und obwohl die Kunst gewagt und visionär sein mag, bekommt die Öffentlichkeit keinen Blick hinter die Kulissen der Beziehung. In der Öffentlichkeit in harmonisches, einvernehmliches Bild der Freundin des Hauses, des Künstlers und eine Menge Presse. Dabei zeichnet sich häufig ein anderes Bild: eine schlecht definierte Geschäftsbeziehung voller Abhängigkeiten, die manchmal an Ausbeutung grenzt. Zum Preis von schöner Kleidung. Und die Gefahr dass irgendwann die Muse ersetzt wird.


Das heißt aber wiederum nicht, dass Musen nicht gebraucht werden. Die ständige Suche nach Inspiration ist ein wichtiger Teil des Künstlerdaseins und die ganze Welt kann Inspiration sein: Natur, Städte, Musik, Gelesenes, Gesehenes und andere Menschen. Wer von uns ist nicht schon einmal von einem Menschen, dem wir begegnet sind, Freunde, Musiker oder einfach einem YouTuber, Tiktoker und Twitcher völlig inspiriert worden? Die Rolle der Muse ist ein wesentlicher Bestandteil der Kreativität und der Kunst, daran ändert sich nichts und sollte sich auch nicht. Wir brauchen Muse. Und für junge, aufstrebende Künstler kann die Zusammenarbeit mit reiferen Künstlern ungemein beflügelnd sein ein neues Verständnis in der eignen Arbeit sein.

Jeanne d’Arc – Heldin, Heilige und Ikone

Jeanne d’Arc, auch bekannt als die Jungfrau von Orleans, wurde Ende des 15. Jahrhunderts geboren und gilt als symbolische Figur der französischen Geschichte. Eine Geschichte, die filmreif ist. Ein Bauernmädchen aus der französischen Provinz, wird von Gott berufen, Frankreich von den Engländern im hundertjährigen Krieg zu befreien. Nach Siegen und dem Triumph der Krönung Karls VII. sinkt ihr Stern und sie wird von den Engländern auf dem Marktplatz von Rouen verbrannt.

Jeanne in der Popkultur

Als historische Figur wird Jeanne d’Arc immer wieder in der Popkultur dargestellt. Ob in Filmen, Büchern oder Musik, ihre Geschichte inspiriert Künstler seit ihrem Tod. Doch was macht den Reiz dieser Geschichte aus und wie wird Jeanne dargestellt?


Zu ihren Lebzeiten gibt es exakt ein Bild. Eine stilisierte Zeichnung einer Frau mit Kettenhemd, langen Haaren und Rock. Als gesichert gilt, dass der Verfasser Jeanne nie gesehen hat. Aussagen ihrer Kampf und Weggefährten schildern Jeanne als ca. 157 oder 158 cm groß, mit dunkeln, kurzgeschnittenen Haaren, sonnengebräunt und mit großen, dunkeln Augen. Der wichtigste Aspekt aber ist, in dem Moment, als Jeanne die Bühne der Weltgeschichte betritt, kleidet sie sich nicht in Frauenkleidern sondern in Männerkleidung. Sowohl, weil sie das Leben eines Soldaten führte, aber auch um der Vergewaltigung zu entgehen. In einer Welt in der Kleidung auch ein Ausdruck der sozialen Gefüge und einer gottgegebenen Weltordnung ist, stellt Jeanne etwas undenkbares dar.

Die Kleiderordnung

Das Tragen von Kleidung war in männlich und weiblich eingeteilt. Die Lehren der katholischen Kirchen sahen in dem Tragen von Kleidung die dem anderen Geschlecht zugeordnet waren eine Sünde, wobei es auch in Quellen wie Thomas von Aquin aussagen gibt, dass es Ausnahmen gibt, wie etwa dem Verkleiden um Feinden zu entfliehen oder weil keine anderen Kleider verfügbar sind oder ähnliche Gründe. Susan Schibanoff zufolge erlaubt die mittelalterliche Gesellschaft das tragen von Kleidung des anderen Geschlechtes als ein teil einer temporären Verkleidung, wie etwa bei Theateraufführungen oder Gauklern, verbot aber das aneignen und leben der Merkmale des dargestellten Geschlechtes.

Sicher ist, das es eine gewisse Akzeptanz für Travestie in bestimmten Kontexten gab. So etwa weibliche Heilige, die sich als Mönche verkleideten. Als Konsequenz bestand die Anklage von Jeanne d’Arc darin dass sie nichts getan habe um ihre Geschlecht vollständig zu verbergen und sich der männlichen Welt anzugleichen. Was bedeutet, dass anders als die weiblichen Heilige, die ihre Geschlecht vollständig verbargen und als Männer lebten, hatte Jeanne weder ihr Geschlecht noch die „Zeichen ihrer biologischen Weiblichkeit verborgen.

Ihre Anklage ist lang und kompliziert. Sie wird in zwölf von siebenundsechzig Anklagepunkten schuldig gesprochen. Da Jeanne d’Arc ihrem Glauben abschwört wird ihr Urteil in eine lebenslange Haft umgewandelt. Letztendlich wird das Tragen von Männerkleidung ihr zum Verhängnis und sie als notorisch rückfällige Häretikerin verbrannt.

Mit den Tod von Jeanne d’Arc beginnt aber auch ihr Mythos. Die Geschichte der gottgesandten Jungfrau, dass gegen die fremden Besatzer aufbegehrt und die politische Wende im hundertjährigen Krieg einleitet. Sie inspirierte Schriftsteller, Musiker und Künstler über jede Zeit hinaus.

In der Filmwelt wurde Jeanne d’Arc bereits mehrfach porträtiert. Ein bekannter Film ist die Verfilmung von Luc Bessons „Jeanne d’Arc“ aus dem Jahr 1999. Hier wird die Geschichte der Jungfrau von Orleans erzählt, die ihr Leben opferte, um Frankreich vor der englischen Invasion zu schützen. Der Film weist einige historische Ungenauigkeiten auf, vermittelt jedoch gut die entschlossene und mutige Jeanne d’Arc.

Joan of Arc!

Auch in der Musikwelt gibt es viele Songs über Jeanne d’Arc. Von Leonard Cohen und Arcarde Fire über die Band OMD haben unterschiedliche Künstler ihre Geschichte in verarbeitet. In dem Song wird das tragische Schicksal der Jungfrau von Orleans erzählt, die von den Engländern gefangen genommen und schließlich auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde.

Jeanne in Fashion

Jeanne d’Arc hat auch Einflüsse in der Modeindustrie und anderen Bereichen des Kunsthandwerks. So war der 1920er Pagenschnitt für Frauen an Quellen von Jeanne d’Arcs verbrügten Kurzhaarschnitt angelehnt und ein Symbol zur Selbstermächtigung der Frau

Einzelne Designer haben sich von der Geschichte inspirieren lassen und Kleidungsstücke kreiert, die an die Rüstung eines mittelalterlichen Ritters erinnern.

Jeanne d’Arc ist eine zeitlose Figur, die immer wieder in verschiedenen Popkultur-Formen auftaucht. Obwohl ihre Geschichte tausend Jahre zurückliegt, regt sie immer noch die Kreativität von Künstlern an und ist ein wichtiger Bestandteil der Kulturgeschichte von Frankreich und der Welt.

Jane Birkin – Mehr als nur die Tasche

Jane Birkin, die englische Sängerin, Schauspielerin und Inbegriff der Französischen Kunstgruppen der 1960er und 1970er Jahre ist am 16. Juli im alter von 76 Jahren gestorben. Sie hinterlässt zwei Töchter.

Den meisten wird Jane Birkin als Namensgeberin der Birkin Bag von Hermès bekannt sein, aber ihre Karriere umfasste deutlich mehr. Sie betrat den Blick der Öffentlichkeit 1966 in Michelangelo Antonionis Blow-Up und hauchte 1969 verfürerisch „Je t’aime…. moi non plus“ im Duett mit Serge Gainsbourg. Dieses Lied war eigentlich für Brigitte Bardot gedacht und wurde zu einem kleinen Skandal. Birkin und Gainsbourg arbeiteten bis zu seinem Tod 1991 zusammen. Gerade ihre folgenden Jahre als Musikerin widmete sie politischen Liedern und wurde 2001 als OBE für ihre Leistungen als Schauspielerin und der anglo-französischen Verständigung gesehen.

Insgesamt veröffentliche Birkin 10 Alben und spielte in 65 Filmen mit, inklusive Der Swimmingpool mit Romy Schneider 1969 und Tod auf dem Nil 1978. 1973 brachte sie ihre erstes Album „Di Doo Dah“ heraus und in Erinnerung an Serge Birkin erschient Birkin/Gainsbourg: Le Symphonique. Sie tourte damit in Calais, London und New York Birkin, die seit den 1960er Jahren in Frankreich lebte, erhielt 2004 und 2015 den französischen Ordre National du Mérite.

Die Stilikone

Jane Birkin ist eine absolute Stilikone. Ihre androgyne Figur wurde ein Sinnbild von Chelsea bis Cannes. Mit ihren Minikleidern, Männerhemden und Schlaghosen wurde sie eine Verkörperung der 1960er und 70er. Sie Schminkte sich puppenhafte Augen mit Wimpern und Kajal, betonte ihren Schmollmund und trug ein Pony. Sie selbst sah ihren Look als Vierzigjährige als deutlich interessanter an. Und die Tasche, deren Namensgeberin sie war, wurde 1984 herausgebracht.

Die legendäre Tasche

2010 erzählte sie The New York Times Style Magazin, dass sie in einem Flugzeug saß und der Stauraum ihres Platzes sich öffnete und aller Inhalt herausfiel. Sie beklagte sich bei ihremSitznachbarn, dass sie wünschte es gäbe genau die Tasche von Hermès, die groß genug wäre ihre ganzen Sachen zu verstauen. Und Ihr Sitznachbar war der Chef Designer Jean-Louis Dumas. Die Tasche wurde nach Birkins Vorstellungen entworfen und bis Heute at sich an ihrem Grunddesign nichts geändert. 2015 allerdings wurde ihr Name entfernt, nachdem die Organisation PETA Hermès ‚ Bezugsquellen und Tierhaltungen veröffentlicht hatte.

Eine kurze Geschichte der Modenschau

Die Pariser Fashion Week ist vorbei und die Augen der Modeinteressierten, Schaffenden, Fans sind auf die Plätze in der ersten Reihe ebenso gerichtet, wie auf den Laufsteg.

Es ist mittlerweile allgemein bekannt, dass Celebrities und A-Lister ein Teil der Modenschau sind. Es nutzt die Bekanntheit zu steigern, die neusten Looks zu präsentieren und ihr Image mit der Marke zu verknüpfen.

Aber auch die Modehäuser profitieren von dem Rummel um Kunst-, Kultur und Medienschaffende, Promis und Schauspieler. Ob Influencer, Schauspieler, bekannte Namen in der ersten Reihe ist ein festes Thema. Aber seit wann, ist das der Fall? Dieses Phänomen ist älter als Anna Wintour oder Doja Cat.

Charles Worth – Erfinder der Modenschau

So lange wie es Modenschauen gibt, gibt es die erste Reihe. Die Idee eines Exklusiven Erlebnisses, die neusten Kollektionen und Entwürfe präsentiert zu bekommen, entstand – wie zu erwarten – in Paris im Haus Worth. Der Engländer Charles Frederick Worth lies in den 1860er Jahren in seinem Modehaus seine Entwürfe von Verkäuferinnen, die als Models fungierten, seiner Kundschaft vorführen. Seine Käuferinnen waren die Adelshäuser Europas, unter anderem die österreichische Kaiserin Elisabeth II. genannt Sisi.

Charles Frederik Worth, 1892

Aber erst in den 1920er Jahren entwickelte sich die Idee hin dazu, dass Desingerinnen wie Coco Chanel, Madeleine Vionnet und Elsa Schiaparelli damen der gehobenen Gesellschaft einluden ihre Couture Schauen zu besuchen. Dabei handelte es sich um Kundinnen der Häuser. Darunter Hollywood Schauspielerinnen wie Marlene Dietrich. 1931 zeigte Elisa Schiaparelli eine Kollektion im Kaufhaus Saks, wozu allerdings keine Fotografen eingeladen wurden.

Fashion Royalty

Wenn es um die Macht von Bildern geht war es Christian Dior, der 1947 die Presse in dazubat. Er hatte bereits einen Kundenkreis von bekannten Persönlichkeiten. So waren der Photojournalist John Chillingworth, Marie Louise Bousquet und Carmel Snow von Harper’s Bazaar eingeladen. Und der Modefotograf Richard Avedon – einige der wichtigsten Vertreter ihrer Generation im Modegeschäft. Die Tatsache, dass Dior ein Genie der Inszenierung war, zeigt sich darin das er nicht nur Gesellschaftsdamen einlud, sondern auch Adelige. So besuchte Prinzessin Margaret (Schwester von Königin Elizabeth II.) eine Dior Schau 1954 in Blenheim Palace. Unter den geladenen Gästen war John Spencer-Churchill, Duke of Marlborough und seine Frau Alexandra Mary Cardogan Spencer-Churchill. Bis in die 1950er Jahre war das Verhältnis einer Modenschau das von Designer, die an Kunden verkaufen wollten und weniger ein großes, internationales Event.

In den 1960er Jahren änderte sich das Wesen einer Modenschau völlig vollkommen ausgebildet. Mit dem Aufstieg von Designern wie Yves Saint Laurent – der 1966 seine Rive Gauche Boutique eröffnet hatte. Stars wie Barbara Streisand, Marlene Dietrich, Catherine Deneuve und Bianca Jagger wurden Gesichter auf den Modenschauen. Mit ihrem Bekanntheitsgrad zogen sie Aufmerksamkeit auf die Marke YSL. Und die ersten Kollaborationen entstanden, mit der legendären Freundschaft zwischen Hubert de Givenchy und Audrey Hepburn. Bereits Givenchy erkannte den Wnadel und lancierte 1952 eine Pret-A-Porter Linie seines Hauses und 1968 eine Herrenkollektion. Allerdings wurde 1973 die erste „Pret -A-Porter“-Schau in Paris abgehalten, entstanden aus dem „Battle of Versailles“ einer Schau zwischen US-Amerikanischen und franzöischen Desigern. Aus diesem Event entstand die erste Ready-to-Wear Modenschau in Paris, während es die New Yorker Fashion Week bereits seit 1943 gab.

Kunst, Parties und das Supermodel

In den 1980er Jahren änderte sich das Wesen einer Modenschau erneut. Ging es bis zu diesem Moment um das Präsentieren von Kleidung entwickelte sich die Modenschau hin zu einer gigantischen Kunstinstallation. 1984 präsentierte Thierry Mugler seinen „Walk of Angels“ eine durchchoreographierte Schau, in der Models nicht mehr nur Kollektionen präsentierten sondern zu Charakteren wurden. Gleichzeitig wurden nicht mehr nur Künstler aus der Unterhaltungsindustrie eingeladen sondern auch Namen wie Andy Warhol saßen in der ersten Reihe. Andere Designer, aber auch persönliche Freunde und Bekannte wurden eingeladen. So etwa lud der amerikanische Designer Halston den Inhaber des Studio 54 Steve Rubell ein, Mick Jagger und Models, mit denen er persönlich befreundet war – Lauren Hutton, Marisa Berenson und Karen Bjornson. Diese Idee von einem intimen Zusammentreffen von Freunden, die aber alle Stars sind, gilt bis heute. So wirkte und wirkt es weniger wie eine geschäftliche Beziehung.

Die Industrie selbst begann auch eigene Superstars zu erzeugen. Waren es zunächst die Designer, bildete sich Ende der 80er Jahre ein Phänomen heraus, dass es zu vor nicht gab: das Supermodel. Bis zu diesem Zeitpunkt waren Models rein zur Präsentation der Kollektion zu verstehen. Mit dem veränderten Wesen der Modenschau mussten Models ein „mehr“ leisten. Sie brauchten eine eigene Persönlichkeit, die diesen Schauen gerecht wurde. Diese Namen sind noch heute bekannt: Naomi Champell, Linda Evangelista, Christy Turlington, Claudia Schiffer und Kate Moss. Supermodels gab es bereits zuvor, aber in den 90er Jahren wurden diese Models zu Prominenten.

Die Jahrhundertwende und darüber hinaus

Mit dem Supermodel und einem neuen Prominenzverständnis änderte sich auch das Verhältnis zu Celebrities. Diese wurden zunehmend auch in Schauen eingebunden. Nicht mehr nur als Gäste, sondern auch als Teil der Schauen. So lief Dita von Teese für Jean Paul Gaultier, Elizabeth Debicki ist Brand Ambassador für Dior, Vincent Cassel für [], Jeff Goldblum war das Gesicht von Prada. Wo die Reise hingeht, werden wir sehen.

The Lady Di Look Book: What Diana Was Trying to Tell Us Through Her Clothes – Eloise Moran

Hin und wieder kaufe ich Bücher, weil ich durch Zufall auf sie aufmerksam werde. Einer meiner Lieblingspodcasts „Dressed. The History of Fashion“ – hatte vor einigen Monaten die Autorin des Buches „The Lady Di Look Book“ zu Gast. Ich kann mich noch an die Berichterstattung zum Tod von Lady Diana erinnern, auch wenn ich um die Bedeutung dieser Frau keinerlei Ahnung hatte.

Lady Diana Spencer ist eine Ikone. Allen voran wie sie die Wahrnehmung einer Prinzessin verändert hat und Wegbereiterin der modernen Königsfamilie war, im Bezug auf charitative Tätigkeit. Reden wir über Diana kommen verschiedene Schlaglichter hervor: die Märchenhochzeit 1981, die junge Mutter mit ihren zwei Kindern, das Enthüllungsbuch mit Andrew Morton, die Scheidung, die als „War of the Waleses“ betitelt wurde, Dianas umfassende charitative Arbeiten, ihre modischen Statements und ihr viel zu früher Unfalltod 1997.

Eine Tour-de-Force beim Rosinenpicken

Das Buch ist Visuell ein Genuss! Die Seiten sind laut und bunt, egal ob das Layot oder die Outfit. Allerdings kann es nicht über einen schlecht geschriebenen Text hinwegdeuten. Das Buch nimmt für sich in Anspruch Dianas Biographie und Persönlichkeit durch ihre Kleiderwahl zu nachzuvollziehen. Aber schnell fiel auf, dass die Autorin vor allem aus dem Bereich des Social Media kommt und die Aufteilung und Wortwahl genau so erfolgt: Di’s Revenge Gym Look! The Sloanie Look! Di’s 90’s buisness Look! Mit jeweils 5 kurzen Auflistungen, wie man ihn nachstylen kann. Es würde auch kein Problem darstellen, diese Looks in ihre Bestandteile aufzubrechen und zu erklären wie sie funktionieren – wenn die Autorin sich nicht dauernd in Widersprüche verstricken würde.

Das Hauptargument der Autorin ist, dass Dianas Outfits seien ein Narrativ ihrer Biographie. Allerdings fehlen völlig Dianas primäre Kleidung als junge Mutter: große weiße Krägen über Tunikakleidern. Moran beschreibt „There was no way to describe some of Diana’s early on duty looks as anything except utterly heinous – think royal-themed cosplay, but from the Crusade era. Robin Hood-esque, feather-adorned hats and terrifying tartans would have you thinking Camilla paid off Diana’s stylist for some serious sartorial sabotage.” Schauen wir uns Dianas soziales Umfeld an, war das eine Standardkleidung ihrer sozialen Gruppe. Und ob diese Looks der Autorin nun persönlich gefallen oder nicht ist irrelevant, denn sie sind ein Teil von Dianas Biographie und ihrem öffentlichen Auftreten.

Das Kleidung Botschaften und Statements sind, ist allgemein bekannt, egal ob soziale Proteste oder formelle Anlässe. Das was in Dianas Leben dem am Nächsten kam, dürfte der Auktionskatalog von Christies 1987 sein. Allerdings erwähnt Eloise Moran dies mit keinem Wort.

Selektive Wahrnehmung

Das wohl größte Problem ist Morans Wahrnehmung von Diana. So etwa ihre Darstellung, dass Diana in den 1980er Jahren eine konservative Kleiderwahl bestehend aus Pastelltönen und Karomustern getroffen hätte, aber dann immer wieder auf Dianas pinken Lama Pullover zu sprechen kommt. Mit Attributen wie „kawaii Sock „-Look überträgt sie Trends in eine Zeit, die diese Bezeichnung so nicht kannte. Und leider setzt sich dieser Trend im ganzen Buch fort. So bezeichnet sie Dianas Wahl die Spencer Tiara 1983 zu tragen als wegweisend, als ob sie davor und nach nie wieder diese Tiara getragen hat. Oder dass Moran Diana zuschreibt mit ihrem elfenbeinfarbenen Kleid am Tag der rechtskräftigen Scheidung ihre Freiheit darzustellen – und das obwohl man deutlich ihren Verlobungsring sieht.

Bedeutung, wo (nicht immer) eine ist

Die Grundproblematik des Buches liegt allerdings darin, dass Eloise Moran konstant versucht jedem Outfit eine Bedeutung zu geben. Z.B Der „Black Sheep Sweater“, wo sie schreibt: “because the Spencers were the UK’s oldest sheep farming family, the black sheep sweater Diana wore ‘certainly…reflects not just her inward thoughts about her new family and foray into public life, but memories of rejection from her childhood and teenage years.’ Es kann sich aber auch einfach um einen Pullover handeln, wie er in den 1980er Jahren üblich war.

Ein weiteres Beispiel war ein weißes Outfit von 1985 mit einer Fliege: Looking back, this suffragette white skirt set…and black bow tie strikes a more symbolic meaning—she’s the outcast, claustrophobically sandwiches between the Prince and the ‘men in grey.’” – Vielleicht ist es aber auch einfach nur ein typisches 1980er Jahre Outfit, wenn man sich die geladenen Gäste anschaut, sticht Diana nicht heraus, was Material, Schnitt oder Kombinationen betrifft.

Do your Research!

Das wohl bekannteste Bild von Diana in den 1990er Jahren dürfte wohl „Revenge Dress“ sein, dass sie 1994 trug, als Charles zugab eine Affäre zu haben: „When Diana bravely stepped out of the car, wearing her little black dress, she became the shining hero the country was pining for“ und „the mini-train of her dress fluttered symbolically, standing in contrast to the twenty-five foot train of her wedding dress“. Als Hintergrundinformation ist es Wichtig zu wissen, dass das Kleid von Christina Stambolian nicht die erste Wahl der Prinzessin für diesen Abend war. Und sicherlich hatte Diana nicht ihr Hochzeitskleid an diesem Abend im Kopf. Biographen und Zeitzeugen haben bestätigt, dass sie an diesem Abend Valentino tragen wollte, allerdings sich jemand verplappert hatte. Nichts destotrotz war dieses Kleid ein Statement.

Die Sache mit dem Schwarz

Das Gerücht, dass Mitglieder der Königlichen Familie kein Schwarz tragen dürfen. Das stimmt so nicht. Es stimmt, dass die mitgleider des Britischen Königshauses zu offiziellen Anlässen keine komplett schwarze Kleidung tragen, dass ist dem Remembrance Day vorbehalten und beim Tod eines Familienmitgliedes. Trotzdem ist es nicht so, dass man nie Schwarz in der Kleidung gesehen hat. Wie die Autorin es in ihrem eigenen Buch immer und immer wieder zeigt, hat Diana in seit den 1980er Jahren immer wieder schwarz getragen: Zu Filmpremieren, Theateraufführungen oder royalen Besuchen.

Recherche, Datierung, Zeit!

Ein nächstes Problem ist Morans durcheinanderwerfen von Ereignissen, Zeiten und Orten. So nennt Sie Diana „Duchess“ im ersten Viertel des Buches, ein Titel, den sie getragen hat sondern ein Spitzname. Das gleiche Gilt für die Behauptung, erst durch das Panorama Interview hätte die Öffentlichkeit Dianas Seite der Geschichte gehört. Andrew Morton, hatte bereits zuvor mit ihr gemeinsam „Diana. Her own words“ veröffentlicht. Ebenso gibt die Autorin Datierung an, die schlichtweg falsch sind: Dianas Morgenübelkeit in Australien, obwohl sie bei dem Australienbesuch nicht Schwanger war. Ein Kleid, dass angeblich ihre Schwangerschaft verbergen sollte, obwohl die Schwangerschaft bereits öffentlich gemacht worden war. Abschließend möchte ich noch auf die schrillen Kommentare zu den Erzählungen hinweisen. Es gibt einen schmalen Grat zwischen respektlos und unreif, und Moran hat ihn bei weitem nicht erreicht.

Neben sinnlosen Sprüchen wie „Jeez, bitter much ?“ und „All men are bastards“ bezeichnet sie den Vorfall, als Camilla, die 1994 in der Öffentlichkeit mit Brötchen beworfen wurde, als Gerechtigkeit. Diese infernalische Abneigung gegen die jetzige Queen Consort ist extrem beunruhigend, wenn man bedenkt, dass die Autorin fünf Jahre alt war, als Diana starb. Die Geschichte über die Ehe zwischen Charles und Diana ist gut dokumentiert und kommentiert, somit ist das wiederholen von Phrasen und einer festgefahrenen Meinung, die aus den 1990er Jahren resultiert, hat und blendet komplett aus, was Biographen nach Dianas Tod beschrieben haben.

Fazit

Ich weiß nicht, was sagen soll. Wenn man eine schöne Zusammenstellung von Bildern von Lady Diana sehen will, ein Coffetable book für Deko braucht – dann ist das Buch schön. Aber zum Lesen? Nein.

Über die Autorin:

Eloise Moran ist eine in London geborene und in Los Angeles lebende Modeschriftstellerin und Betreiberin des Instagram-Accounts @ladydirevengelooks, der derzeit 105.000 Follower hat. Über den Account wurde bereits in The New Yorker, The LA Times und The Telegraph berichtet, wo Eloise dafür gelobt wurde, die Instagram-Generation mit Dianas rachsüchtigem Kleidungsstil vertraut zu machen. Moran ist Modeschriftstellerin und Marketingstrategin und war in Großbritannien Redakteurin für die Luxusmodemarke Opening Ceremony. Sie lebt in East LA mit ihrem wertvollsten Besitz: einem originalen Virgin Atlantic Sweatshirt, das Lady Diana selbst getragen hat. Eloise hatte einen Auftritt in der Channel 4-Dokumentation Diana: Queen of Style.

Eine Studie in Pink

Mit den ersten Bildern von Greta Gerwigs Barbie ging es los: Pink kommt mit Wucht zurück. Und nicht zwingend zarte Rosétöne. Nein, das leuchtende „Barbie Pink“. Doch keine Farbe war so unterschiedlich im Laufe der Geschichte wie Pink.

Wie die meisten, habe ich als Kind mit Barbie gespielt. Eine Puppe, die man mit verschiedenen Kleidern in unterschiedliche Situationen stellen konnte. Aber auch die Laufstege zeigten in den letzten zwei Jahren Mut zur Farbe. Barbie konnte alles tragen. Und darum die Frage, warum wird Pink immer als Mädchenfarbe beschrieben

Elegant, rebellisch und nicht nur für Mädchen

Elvis Presley fuhr einen Cadillac, Marilyn Monroes figurformendes Kleid in „Blondinen bevorzugt“ oder der „Pussyhat“. Sie alle sind Pink!

Im laufe der Jahrhunderte wurde Pink in vielen Nuancen und sozialen Konzepten wahrgenommen: feminin, erotisch, kitschig, elegant und progressiv. Pink wandelt sich immer wieder.

Pink wandelte sich in den letzten drei Dekaden von einer zarten, fragilen Farbe in die neue Farbe für hip, androgyn stark. Pink kam und blieb!

Eine bunte Geschichte

In Europa wurde Pink das erste mal Mitte des 18. Jahrhunderts beliebt. Die Europäische Aristokratie, Männer wie Frauen, trugen zarte Farbtöne als Zeichen für Luxus und Aristokratie. Madame de Pompadour, die einflussreichste Geliebte von Ludwig XV und Politikerin, wurde 1757 sogar Namensgeberin eines Farbe der Porzellanmanufaktur Sèvres: Rose Pompadour.

Die Assoziation mit Weiblichkeit begann erst in der Post-Napoleonischen Welt des 19. Jahrhunderts. Die Kleidung der Männer wurde dunkler und gediegener, während Frauen sich in hellen Pastelltönen kleideten. Pink wurde zum Ausdruck von Zerbrechlichkeit. Passend zu dem vorherrschenden, puppenhaften Schönheitsideal. Gleichzeitig wurde Pink auch zunehmend mit Erotik assoziiert. Insbesondere durch die Darstellung in Literatur uns Kunst – und immer in Verbindung mit Weiblichkeit.

Mit der Industrialisierung und der Herstellung chemischer Farben wurde Pink immer billiger in der Herstellung. Vor allem starke, zuweilen grelle Töne wie Magenta. Pink wurde von einer luxuriösen Farbe zu einer billigen Ware, die vor allem mit Prostitution assoziiert wurde.

Seien Rückkehr in die Haute Couture begann erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der französische Couturier Paul Poiret begann Roben in hellen und pastellenen Tönen zu kreieren, neben Kirschrot, Korallenrot und Fuchsie. Ab den 1950er Jahren wurde Pink zum stereotypen Farbbild für Frauen der Nachkriegszeit.

Pretty in Pink

Pink wurde in den 1960er Jahren wieder neu gedacht. Coco Chanel stellte ihr Kostüm in zarten Pinktönen vor, Jackie Kennedy und Marilyn Monroe verbanden Pinkt mit der Vorstellung von Eleganz und Luxus. Nach und nach wurde von der Musikwelt Pink übernommen, bunter und lauter. Auch wurde dank Madonna Pink 1990 durch ihren Auftritt mit Jean Paul Gaultier erotischer als zuvor. Und obwohl Pink seit den 2000er Jahren erst als Farbe für Männer (wieder) verstanden wird, gab es doch immer ein roséfarbenes Herrenhemd.

Pink in aller Welt

Pink scheint eine Farbe zu sein, die wohl die heftige Diskussionen hervorruft. Im positiven, wie negativen. Und genauso unterschiedlich wird Pink wahrgenommen. Während Pink in asiatischen Kulturen, insbesondere in Japan, oft mit einer jugendlichen, weiblichen Niedlichkeit versehen wird, ist es auf dem indischen Subkontinent Geschlechtsneutral mit Kleidungsstücken, Schmuck und Turbanen in Pinktönen.

Pinke Merkmale

Pink ist aber nicht nur eine Frage von Modeerscheinungen sondern auch sozialen Gruppen. In der NS-Diktatur wurden Rosa Winkel in Konzentrationslagern dazu verwendet, Homosexuelle zu erkennen und in dne 1970er Jahren wurde dieses Symbol verkehrt, und wurde zum Symbol der Schwulenbewegung. Pink wurde zunehmend eine Frage die in verschiedenen Flaggen innerhalb der LGBTQ Bewegung nutzt wurde.

Darüber hinaus wurde Pink das Symbol gegen Brustkrebs, in Form einer Pinken Schleife. In den USA wurde Pink von Protestierenden als Symbol für körperliche Selbstbestimmung und Soziale Gerechtigkeit.

Pink, wie jede Farbe, durchläuft eine Neudeutung in gesellschaftlichen Kontexten. Es ist nicht mehr nur eine Farbe für die für eine kindliche Mädchenhaftigkeit steht. Pink kann hübsch und stark sein, feminin und feministisch.

Quellen

Steele, Valerie: Pink. The History of a punk, pretty, powerfl Color. Thames & Hudson, London 2018.

Paetz, Annette, Isa Fleischmann-Heck (Hrsg.): Zeitkolorit. Mode und Chemie im Farbenrausch 1850-1930, Nünnich-Asmus Verlag und Media GmbH, Oppenheim am Rhein 2019

Von Bild-Lilli zu Barbie

Große Kulleraugen, lange blonde Mähne und ein rosa Lippenstiftlächeln. Jeder redet über Barbie. Oder viel mehr jeder redet über den Trailer von Greta Gerwings neuem Film „Barbie“ und Barbies unvergessenen pinken Puschelheels!

Barbie Teaser Trailer 2

Doch was macht Barbie eigentlich zu diesem dauerhaften Kultphänomen? Das Franchise ist mittlerweile riesig. Barbie hat verschiedene Berufe, einen großen Freundeskreis, drei kleine Schwestern, Haustiere, einen Freund – Ken. Sogar in diversen Filmen hat sie unterschiedliche Rollen gespielt: Ballerina, Prinzessin, Meerjungfrau, Fee, Modejournalistin, Rockstar – Barbie ist wandelbar und immer wieder neu zu entdecken. Und vielleicht ist es auch genau das, was Barbie so interessant macht.

Aber Barbie war nicht immer diese erste emanzipatorische Spielfigur für. Tatsächlich war ihr originales Design angelehnt an eine deutsche Comic Figur. Eine freche Sekretärin namens Lilli. Ja, keine Zahnärztin, keine Chirurgin sondern einmal eine schicke, freche Angestellte. Und ganz sicher war sie nicht als Spielzeug gedacht.

Bild-Lilli

Als Barbie in den 1950ern auf den Markt kam, gab es bereits ihre deutsche Vorgängerin „Bild Lilli“- eine Comicfigur von Reinhard Beuthien, erschienen in der Bild Zeitung. Lilli war ein Phänomen der Nachkriegszeit, schick, ehrgeizig, auf der Suche nach einem reichen Gönner und leicht verrucht.

Sie war schnell und frech mit ihren Antworten. In einem Comic wurde Lilli von einem Polizisten ermahnt, dass es verboten sei einen Bikini auf der Straße zu tragen. Ihre Antwort? „Zweiteilige Badeanzüge sind verboten? Na gut, welches Teil soll ich ausziehen?“

Vom Comic zur Puppe

Lilli wurde in den 1950er Jahren extrem beliebt. So sehr, dass das sie als Puppe verkauft wurde. Sie war in zwei Größen erhältlich – 30 cm und 19cm. Ihre Arme und Beine waren beweglich aber anstelle von geknickten Füßen, trug Lilli angegossene schwarze High Heels. Ihre Lippen und Fingernägel waren rot und ihre halbgeschlossenen Augen mit einem Cat-Eye geschminkt. Ihre Haare waren Blond, Schwarz oder Rot, mit einem Pferdeschwanz und einem gelockten Pony. Dazu eine maßstabsgetreue Bildzeitung.

Sie war als Werbegeschenk in Bars und Tabakläden zu erwerben. Besonders beliebt war sie als Geschenk zu Junggesellenabschieden und hing an den Rückspiegeln von Autos oder LKWs. Allerdings wurde sie zunehmend bei Kindern als Spielzeug beliebt, da es Puppen bis zu diesem Zeitpunkt nur als Kinder gab. Bild-Lilli war eine der ersten Modepuppen, die eine erwachsene Frau darstellten.

Modepuppe

Die Bild-Lilli wurde mit einem Kleiderset verkauft, außerdem gab es zahlreiche Kleidungsstücke für sie. Diese spiegeln den Zeitgeist der 50er Jahre wider – Lilli hatte für alle Gelegenheiten etwas Passendes: Cocktailkleider, Strandanzüge, Baumwollkleider, Pyjamas und Kostüme aus Popeline. Eine Werbebroschüre nannte Lilli als mit ihrer Garderobe „der Star jeder Bar“.

Mitte der 50er Jahre kaufte Ruth Handler, eine der Gründerinnen von Mattel, Modelle von Lilli und schuf nach ihren Vorlagen Barbie. Diese hatte ihr Debut am 9. März 1959

1964 erwarb Mattel die Recht von Bild-Lilli und die Produktion wurde eingestellt. Und jetzt „I’m a Barbie Girl, in my Barbie World – Life in Plastic, I’ts Fantastic!“ – Gerngeschehen Freunde!

Quellen

sammeln-Sammler: Bild-Lilli

Gerling, Peggy und Swantje Köhler: The Truth about Lilli – A Politically Correct Report about Germany’s most Famous Fashion Doll. In: Barbie Bazaar, Februar 1999

Knaak, Silke: Deutsche Modepuppen der 50er und 60er Jahre, 2005

Modegeschichte mit KI – Teil 2

Eigentlich hatte ich darüber nachgedacht über den tragischen Fall der Tiefseeerforschung zu sprechen, aber ich fühle mich schlichtweg nicht qualifiziert genug das zu tun. Die Titanic ist eines meiner ersten Geschichtsinteressen gewesen und hat einen besonderen Platz in meinem Geschichtsverständnis. Der verstorbene Paul-Henry „PH“ Nargeolet war einer meiner frühesten Helden und es wird einfach dauern, bis ich dieses Ereignis verstanden habe und mich berufen fühle darüber zu sprechen. Zumal dieses Unglück nichts mit dem Gegenstand zu tun hat, über den ich in Geschichte spreche: Mode. In den letzten Tagen habe ich die ersten Schauen in Paris verfolgt und insbesondere LOEWE und DIOR Men war ein sehr interessantes Konzept, auf das ich, in den nächste Tagen zurück kommen werde. Doch zunächst geht es hier weiter mit den drei Dekaden, die ich mit KI habe erstellen lasse. Für alle die noch mal zwishcen 1920 und 1940 schauen wollen, geht es hier zum Teil 1.

1950s Fashionista in a Little Black Dress

Ja, nun, dann schauen wir uns das hier einmal an. Make-up und Frisur stimmt. Das Kleid hat alle Attribute eines 1950er Kleides, wie es Christian Dior gefertigt hätte. Oberkörper enganliegend, die Taille betont und darunter ein weiter Glockenrock. Allerdings die Knopfleiste stimmt in dem Sinne nicht. Blusenkleider wurden in den 195er getragen, waren aber praktischer und glatter im Schnitt. Der Ausschnitt ist viel zu tief für ein Tageskleid und wäre so nur in Abendgarderobe aufgetreten. Auf ihrem Kopf trägt sie… ich würde vermuten einen Fascinator, was ein netter Aspekt ist, aber in den 1950er würde eine Dame einen Hut tragen. Der Schmuck ist sehr überdreht – es soll vermutlich eine mehrreihige Perlenkette sein, ebenso ein mehrreihiges Perlenarmband.

Aber nun zum eigentlichen. Ein petite robe noir, das „Kleine Schwarze“ oder jüngst LBD (Little Black Dress) unterlegt einem sehr klaren Stil. Es handelt sich seit den 1950er Jahren um ein glattes Etuikleid nach den Entwürfen von Hubert de Givenchy für Audrey Hepburn in Frühstück bei Tiffany 1961. die orprulente Mode Diors war zu diesem Zeitpunkt und schon Mitte der 1950er bereits abgeklungen und wurde schlichter, gerader und schnörkelloser. Diesen KI Entwurf konnte man also eher in die frühen 1950er datieren, wenn nicht sogar ende der 1940er als Dior 1948 mit seinem Bar-Kleid die Frugalmode beendete.

1960s London Carnaby Street

Ja nun…. ich glaube hier hat die KI völlig versagt. Wenn wir an die Mode London der 1960er denken. Kommt natürlich ein Name sofort in den Sinn: Mary Quant! Die britische Designerin schuf Mitte der 1960er Jahre eine neue, an Jugend gerichtete Mode und einen unerhört kurzen Rock: den Mini! Allerdings werden dabei der Minirock und der Mirkorock sehr gerne verwechselt. Der Mini endet kurz über dem Knie, der Mikro rock bedeckt ur die Oberschenkel.

Aber dieses Bild ist… 2010 Cosplays 1966. Die der Trenchcoat der Dame Links ja, könnte man damals in Vinyl getragen werden. Der Herr ist definitiv im Preppylook unterwegs und die Kombination Rechts… na ja. Gut: Setzen 6.

1970s Fashion

Das Bild hier wiederum hat mich doch etwas ausgesöhnt. Die Farbwahl Stimmt, denn die 1970er sind vor allem zu beginn in sehr warmen, erdtönen belegt. Mit Yves Saint Laurents Le Smoking (1967) wurden Hosenanzüge für Damen Mode. Diese Kombination Rollkragen und Hemd sieht etwas merkwürdig aus, aber beide Stile wurden in den 70ern getragen. Allerdings nicht zusammen. Die große Sonnenbrille war ein Phänomen der 70er und wurde vor allem durch Jackie O. stilisiert. Was die Kopfbedeckung betrifft… seltsam. Ich weiß nicht mal genau was es sein soll.

Fazit

KI ist unterhaltsam, bedrohlich und ein neues Konzept, von dem wir nicht wissen, wie es am Ende ausgeht. Allerdings war dieses kurze Experiment extrem unterhaltsam. Ich hoffe es hat euch gefallen. Und welches Bild war euer Liebling?

Modegeschichte mit KI – Teil 1

Die Idee von künstlicher Intelligenz ist nicht Neu, doch sie macht vielen Angst. Künstliche Intelligenz kann sehr viel und wird uns in vielen Fällen begleiten, auch die Debatte, ob KI-Kunst bald den Beruf des Künstlers übernimmt. Aber derzeit sorgt KI bei mir vor allem für eines: Für Erheiterung. Vor allem, wenn es um Mode und Modedarstellung geht. Also schauen wir doch mal, was KI so hinbekommen hat. Verwendet habe ich für die Herstellung AI ART Generator mit den Vorgaben Art Aquarell

1920s Flapper

Okay, hier war ich sehr überrascht. Die Dame trägt einen Hut, der an einen kleinen Rand hat und an eine Glocé erinnert. Ihre Frisur ist definitiv ein Fakebob – da nicht jede Frau sich den Modernen Kurzhaarschnitt schneiden lassen wollte, gab es diverse Anleitungen für Frisuren, die der Kurzhaarfrisur ähnelten.
Das Make-Up ist definitiv ein Abend-Makeup und auch klassisch an den 1920er Jahren orientiert. Allerdings ist das hier sehr modern. Das Ideal der 1920er war ein puppenhaftes Gesicht, mit einem kleinen Kirschmund.
Die Kette irritiert mich… ich vermute es soll eine mehrreihige Glasperlenkette darstellen. Modeschmuck mit künstlichen Perlen. Strass oder Glasschmuck kam gerade im Mode, gehörte allerdings zur Abendgarderobe. Ebenso wie das angedeutete schulterfreie Kleid. Tageskleidung ist es definitiv nicht.
Alles in allem, bin ich allerdings überrascht. Es sieht nicht schlecht aus.

1930s Film Swing Time

Die 1930er Jahre wurden wieder damenhafter und gediegener. Allerdings hatten auch diese eine wunderbare Eleganz, die vor allem durch Tanzfilme transportiert wurde. Die Röcke wurden länger und pendelten sich auf Wadenlänge ein, wenn es um Tageskleider ging, während die Abendgarderobe Bodenlang wurde. Insgesamt wurde die Mode auch wieder Körperbetonter, mit formenden Oberteilen und glatten, geraden Rockschnitten. Das Traumpaar des Jahrzehnts war Fred Astair und Ginger Rogers. Interessant finde ich, dass die Herren im Hintergrund durchaus die beliebte 1930er Silhouette der Herrenmode tragen. gut geschnittene Anzüge mit einem Doppel-Revers, Hosen mit Bügelfalte und Hüte.
Die Figuren im Vordergrund sind irgendwie…. Ich weiß ja auch nicht. Das Kleid ist definitiv zu kurz und erinnert eher an Der blaue Engel mit Marlene Dietrich. Außerdem.. was hat sie da am Hals? Ein Seil? Ich hoffe doch nicht, dass hier falsche Absichten impliziert werden. Die Kleidung des Herren, kann ich irgendwie nicht genau feststellen. Der Stoff wäre in jedem Fall zu locker für einen Anzug, und irgendwie erinnert es eher an ein Kleid, denn ein Jacket. In beiden Fällen möchte ich aber sagen: die Frisuren stimmen.

1940s Postwar Fashion

Okay, das hier war bisher mein absolutes Highlight! Die Hintergrundfiguren sind… mehr oder weniger Paramilitärisch gekleidet, aber es erinnert deutlich mehr an Militärkleidung aus dem I. Weltkrieg. Und die bEidne Figuren im Vordergrund… ich glaube der Herr trägt zumindest im Oberen BEreich eine zivile Uniform, aber der Knopf ist auf der Falschen seite. Und der Rock… das ist jetzt wirklich erheiternd. Dieser Schnitt würde eher in die 1930er Jahre einer Damengarderobe passen. Die Schuhe kann ich gar nicht verstehen. Sollen das Stiefeletten sein oder Schuhe mit Socken? Die Dame Rechts im Bild passt schon eher. Man trug im Jacken auf Oberschenkellänge, allerdings.. wo ist die restliche Kleidung? Rocke waren damals Knielang. Die Frisur allerdings stimmt wieder, aber es müsste ordentlicherweise ein Hut dazu getragen werden. Eine Handtasche und Handschuhe gehören ebenso dazu, da sie offensichtlich besser situiert ist, um in der Nachkriegszeit so gekleidet zu sein.

OKay. Das waren die ersten 3 Bilder von KI Kunst. Ich bin aber noch nicht fertig. Welches Bild war bisher am besten?