Warum die Titanic das perfekte Popkultur Phänomen ist
Ich bin fast eine Woche zu spät, aber es wurden neue Aufnahmen vom Wrack des wohl bekanntesten Schiffsunglück des 20. Jahrhunderts an die Öffentlichkeit gegeben. Und Was soll ich sagen? Ja, wenn der Name Titanic kommt, bin ich doch immer wieder aufgeregt und neugierig.

Wie die meisten, habe ich die Titanic das erste Mal durch den Film von James Cameron wahrgenommen. Und dann, als Schülerin, bei einer Freundin den Tauchbericht von Robert Ballard entdeckt. Ballards Bericht war sozusagen der Einstieg in mein anhaltendes Interesse an dem Schiff. Seitdem kam noch ein Film 2012 heraus, ich habe ältere Filme und die Miniserie von 1997 gesehen. Und die Frage, die mich beschäftigt ist: was macht die Titanic zu diesem Phänomen.
Das schwimmende First Class Hotel
Das Konzept der White Star Line war Luxus. Man wollte keine Geschwindigkeit bieten, sondern aller höchsten Komfort. Von der 1. bis zur 3. Klasse. Ja, auch die dritte Klasse war im Vergleich zu anderen Transferschiffen komfortabel eingerichtet – dementsprechend der Preis. Die erste Klasse entsprach der Ausstattung eines Luxushotels mit allen Annehmlichkeiten sowie ein Türkisches Bad, ein Fitnessraum und Café. Auch ein Luxus war, die Nutzung einer modernen Funkanlage Marconi GmbH um persönliche Nachrichten für 9 Pence pro Wort zu übermitteln.
Ebenso wie die zweite Klasse, deren Speiseplan sich nur minimal von 2. Klasse unterschied, waren die Möglichkeiten verschiedene Einrichtungen gemeinsam mit der 1. Klasse zu benutzen. Aber vor allem komfortabel, im Vergleich zu anderen Schiffen waren die Kabinen der 3. Klasse. Mit Tagesdecken auf den Betten, drei Gängen zur Mahlzeit und Aufenthaltsmöglichkeiten.

Gleichzeitig vermittelt das Schiff einen Querschnitt der edwardianischen Gesellschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Diese Schiffe waren vor allem für die anhaltenden Emigrationswellen von Europa in die USA konzipiert. Wenn die 3. Klasse ausgebucht war, waren die Einnahmen der 1. und 2. Klasse reiner Gewinn.
Die unvollendete Reise
Die Geschichte von der Jungfernfahrt, die nie zu Ende gebracht wurde, regt ei Phantasie der Menschen an. Diese Idee, dass etwas nicht beendet wurde, zehrt an unseren Konzepten, wie etwas zu funktionieren hat und beflügelt unsere Vorstellung von „Was wäre wenn.“
Was wäre, wenn Kapitän Smith nicht bei voller Geschwindigkeit in ein Eisfeld gefahren wäre
Was wäre, wenn der 1. Offizier Murdoch nicht in der Nacht die Entscheidung Backbord oder Steuerbord hätte wählen müssen?
Was wäre, wenn die letzten Funkmeldungen über Eiswarnungen doch an die Brücke weiter geleitet worden wären?
Was wäre, wenn es genug Rettungsbote gegeben hätte und 2. Offizier Charles Lighttoller nicht ausschließlich Frauen und Kinder in die Boote gelassen hätte?
Im Grunde wollen wir, dass die Reise fortgesetzt und zu Ende geführt wird. Was aber nie geschehen kann.
Die perfekte Tragödie
Das Schiffsunglück ist wie aus dem Lehrbuch eine griechische Tragödie. Der Mensch, in seiner Hybris, erschafft ein Scheinbar perfektes Objekt mit modernster Technik, dass die Natur besiegen kann. Und dann rammt das Schiff einen Eisberg und sinkt. Und zwar in einer Zeitspanne, die es ermöglicht, dass Menschen ihre Charaktere zeigen können. Es gibt Zeit für Helden und Zeit für Feiglinge. Und diese werden von Filmen immer wieder Rezipiert. John Jacob Astor, der seine schwangere Frau in das Rettungsboot setzte und nach Aussagen von Überlebenden tatkräftig geholfen hat Kinder und Frauen in die Boote zu setzen. Die Musiker, die auf einen Platz im Rettungsboot verzichteten und bis zum Schluss Musik spielten. Die Geschichte des Ehepaar Strauss, dass zusammen bleiben wollte.
Aber auch die der Menschen, die in Todesangst im Sinkvorgang in den Atlantik sprangen, die von dem Schiff in die Tiefe gerissen wurden. Der Reedereibesitzer, der ein in Rettungsboot stieg, während immer noch Menschen auf dem Schiff waren. Zum Teil Migranten, die kein Wort englisch verstanden und nie die Chance hatten sich zu retten.
Diese Geschichten beflügeln unsere Phantasie von dem, was in dieser Nacht passiert sein muss.
Die lange Suche
Das Schiff war nach seinem Untergang von 1912 verschwunden. Kein Geld, keine Technik der Welt schafften es, dass man zu ihr gelangen konnte. Und langsam, aber sicher wurde die Titanic zum Mythos. Geleichzeitig begann sofort die Mediale Erzählung. Durch die Funknotsignale kamen die Informationen im Grunde sehr schnell an und bereits am Tag darauf gab es unterschiedliche Meldungen, was passiert sein müsste.

Durch die Unauffindbarkeit des Wracks und dem Untersuchungsausschuss 1912 bildetes sich der Mythos von der schlafenden Schönen in der tiefe des Atlantiks. Bis 1981 das Schiff durch Robert Ballard und Jean – Marie Michel entdeckt wurde. Ein Wrack, in zwei Teile zerbrochen, in fast vier Kilometern tiefe. Bis dahin gab es die Vorstellung der Titanic als perfekt erhaltenes Schiff. Was zu Szenen, wieder hier führte und auch die Sehnsucht greift, das Schiff wieder an die Oberfläche zu bringen:
Die ewige Warnung
Die Geschichte des Schiffes ist aber vor allem eines. Eine Warnung zu glauben, der Mensch könnte die Natur beherrschen. Wir können über viele kleine Details Simmelieren, wie der Untergang hätte verhindert werden können. Was bleibt, ist die Tatsache dass ein Eisberg diesen Stahlkoloss auf den Grund des Ozeans geschickt hat. Und dass kein Mensch glauben sollte, er könne die Natur beherrschen.

Quellen
Titanic Historical Society Org.
Robert D. Ballard: Das Geheimnis der Titanic
Daniel Klistorner, Steve Hall und Bruce Beveridge: Titanic in Photographs
