Das Mädchen, das in den Wellen verschwand – Axie Oh

Korea ist Hip. Ich glaube, damit erzähle ich niemandem etwas Neues. K-Drama, K-Pop tummeln sich bei allen bekannten Verdächtigen und damit wächst auch das Interesse an koreanischer Geschichte und Kultur. Aus diesem Grund habe ich mir den Jugendroman „Das Mädchen, das in den Wellen verschwand“ zu Gemüte geführt.

Jedes Jahr wüten in Minas Heimat tödliche Stürme. Und jedes Jahr wird das schönste Mädchen in die Fluten geworfen. Denn eines Tages, so die Legenden, soll die wahre Braut des Meeresgottes auserwählt werden und den Unwettern ein Ende bereiten. Doch dieses Jahr greift Minas Bruder in das Ritual ein und gerät dabei in Lebensgefahr. Um ihn zu retten, opfert Mina sich freiwillig. Im Reich der Geister stellt sie allerdings fest, dass auf dem Meeresgott ein Fluch liegt. Und ihr nur dreißig Tage bleiben, um ihn zu brechen und die Stürme für immer zu beenden …

Märchen neu erzählt

Der Roman basiert auf einer populären Legende: 심청전 (Shimcheongjeong) oder „Die Geschichte von Shim Cheong“. Die Ursprünge der Geschichte sind nicht genau geklärt, allerdings sind drei verschiedene Versionen vorhanden, die mit 18. Jahrhundert geschrieben wurde, was nahelegt das es unterschiedliche Fassungen und Versionen des Stoffes gegeben hat. Die Ausgangslage ist immer die gleiche, dass die 15 Jahre alte Shim Cheong in das Indang Meer springt und durch eine Gottheit zur Erde zurückgeschickt wird.

Ein historischer Stoff neu erzählt, ist immer was für mich. Die Quellenlage ist ein Erzählungssammlung, die ein Thema hat, dass wir in verschiedenen antiken Stoffen haben; Die Liebe eines Kindes zu seinen Eltern, die insbesondere in den Ländern Asiens ein umfangreiches Konzept darstellt, in dem Kinder für ihre Eltern in jedweder Weise sorge sie Rrspektieren und dieser Respekt ein Teil des Verhaltens innerhalb der Gesellschaft darstellt. Auch die antike, europäische Sagenkultur kennt eine Version der Idee. Die der Charitas Romana (die römische Liebe). Der Verurteilte Valerius Maximus wird durch die Muttermilch seiner Tochter vor dem Hungertod bewahrt und dieser Akt steht so für das Sinnbild der Liebe eines Kindes zu seinen Eltern.

Frischzellenkurs für antike Stoffe

Axie Oh hat sich also dieser populären Geschichte angenommen, und die für ein Jugendlichen Lesepublikum angepasst. Die Hauptfigur Mina tritt an die Stelle von Shim Cheong und gelangt dadurch in die Zwischenwelt von Leben und Tod im Reich des Meeresgottes. Dort hat sie 30 Tage Zeit den Fluch des Meeresgottes zu brechen und nicht eine der zahllosen Verlobten zu werden, die als Wachen, Ehefrauen oder Dienerinnen die Stadt unterhalb des Meeres bevölkern.

Mina ist eine dieser Protagonistinnen, die man schnell ins Herz schließt – sie ist ein fünfzehnjähriges Mädchen, was in eine Welt hineingerät in der sie überleben muss und in der sie durch die Hilfe dreier Freunde zwar die Regeln erfährt, aber sie logischerweise nicht immer beherrscht. Sie macht Fehler, ist temperamentvoll und liebenswert. Aber auch stur, was einen manchmal in den Wahnsinn treibt.

Shin, der Wächter dieser Welt, ist derjenige mit dem Mina am meisten aneinandergerät und dessen Schicksal mit ihrem verbunden ist. Natürlich startet die Beziehung der beiden von einem auf und ab geprägt, was auch viel auf Missverständnissen beruht.

Folklore ist das neue Pop

Alles in Allem, ist es eine schöne Geschichte, eines Vollmärchens, die sich gut lesen lässt. Neben den Protagonisten gibt es einen groben Einblick in die Vorstellungen von Jenseits, Folklore und verschiedenen magischen Wesen, die zugunsten im Stil einer Fantasy-Romance etwas abgemildert wurden und dadurch zu liebenswerten Charakteren werden. Allen voran Shins begleiter – ein Kirin und ein Imugi. Ein Kirin ist ein Fabelwesen in der ostasiatischen Mythologie, oft dargestellt als Mischung aus Hirsch, Drache und Pferd, und gilt als Glückssymbol. Imugi sind in der koreanischen Folklore schlangenartige, unvollständige Drachen, die als Vorstufe zu vollwertigen Drachen gelten. Daneben erfährt man von einer Vorstellung des Jenseits und des naturreligiösen Kults, im koreanischen Raum.

Der rote Palast – June Hur

Mord und Geschichte

Als ich den klappentext gelesen habe, wusste ich, dass ich das Buch lesen muss. Nachdem ich jetzt schon in das Rabbithole K-Drama gefallen bin, kann ich auch gleich Bücher lesen. Ich halte nichts von Altersangaben für ein Buch, denn ich bin der festen Überzeugung jeder sollte das Lesen was ihm Spaß macht und dieses war nun zufällig ein Jugendroman und dann auch eine Mischung aus Historienroman und Krimi. Mein letzter Ausflug in dieses Genre ist Jahre her, mit der Reihe um den Samurai/Ermittler Sano Ichiro von Laura Jho Rawland während des Tokugawa-Shogunats Ende des 17. Jahrhunderts.

Zeitlich sind wir nun also gar nicht so weit davon entfernt. Die Periode und auch das Königreich auf dem Gebiet der heutigen zwei Koreanischen Staaten wird als Joseon (조선) bezeichnet und dauerte von 1392 bis 1897. Mitte des 18. Jahrhunderts bewegen wir uns nun im späteren Drittel. Und die Autorin gibt im Nachwort Einblicke in den historischen Kontext des Romans und nennt Quellen, die sie bei ihrer Recherche genutzt hat.
Der Mord an drei Palastschwestern und einer Hofdame versetzt die Hauptstadt Seoul in Unruhe. Geschildert wird es aus Sicht der achtzehn Jahre alten Hyeon, die zunehmend in die glatte Welt der politischen Intrigen hineingezogen wird, als sie, gemeinsam mit dem Hofarzt und einer weiteren Palastschwester, in der Mordnacht von der Kronprinzessin Hyegyeonggung (혜경궁) in den Palast beordert wird, um den Kronprinzen zu pflegen.

Der Kronprinz

Den Palast zu betreten bedeutet, einen blutigen Pfad zu beschreiten. Joseon (Korea), 1758. Unehelichen Töchtern stehen in der Hauptstadt nur wenige Möglichkeiten offen, aber durch harte Arbeit und Studium hat sich die achtzehnjährige Hyeon eine Stelle als Palastschwester verdient. Alles, was sie will, ist, den Kopf unten halten, gute Arbeit leisten und vielleicht endlich die Anerkennung ihres entfremdeten Vaters gewinnen. Doch plötzlich wird Hyeon in die dunkle und gefährliche Welt der Hofpolitik gestoßen, als jemand in einer einzigen Nacht vier Frauen ermordet. Die Hauptverdächtige ist Hyeons Mentorin. Entschlossen, die Unschuld ihrer geliebten Lehrerin zu beweisen, beginnt Hyeon mit ihren eigenen geheimen Ermittlungen. Bei ihrer Suche nach der Wahrheit trifft sie auf Eojin, einen jungen Polizeiinspektor, der ebenfalls auf der Suche nach dem Mörder ist. Als die Beweise beginnen, auf den Kronprinzen als Mörder hinzuweisen, müssen Hyeon und Eojin zusammenarbeiten, um die dunkelsten Ecken des Palastes zu durchsuchen und die tödlichen Geheimnisse hinter dem Blutvergießen aufzudecken.

Bei Hyegeonggungs Mann handelt es sich um eine der tragischen Prinzengestalten der Geschichte: Prinz Sado (사도 세자 / Sado Seja). Prinz Sado, zu Lebzeiten Prinz Jangheon (장헌) war der ursprüngliche Thronfolger nach König  König Yeongjo (영조) von Joseon (1694–1776) in Korea.  Doch Prinz Sados Verhalten wurde zusehends sonderbarer, unberechenbarer und gewalttätig. Yeongjo übertrug ihm in der Hoffnung, es könnte ihm helfen sich zu bessern, königliche Pflichten und Verantwortung. Doch in Gewalt endende Ausbrüche, die mit dem Tod von Bediensteten endeten, führten schließlich dazu, dass Yeongjo seinem Sohn im August 1761 das Schwert zur Selbsttötung reichte. Als dieser seine Aufforderung zum Suizid ablehnte und die Spannung zwischen beiden zunahm, ließ Yeongjo ihn ein Jahr später in eine Reiskiste sperren, in der er ohne Nahrung und Wasser nach acht Tagen verstarb. Dieser Vorfall führte zu einer erneuten Lagerbildung am Hofe. Nach dem Tod seines Sohnes Prinz Sado ernannte Yeongjo seinen Enkel Jeongjo (정조) (1752–1800) (Sohn von Prinz Sado) zum Prinzen und späteren Thronfolger.

Zu Prinz Sados Verhhalten gibt es mehrere Theorien, die die Autorin alle geschickt aufgreift. Prinz Sado entwickelte ein zunehmend exzentrisches gewalttätiges Verhalten, welches ihm von einflussreichen Mitgliedern am königlichen Hof als Geisteskrankheit ausgelegt wurde. Ihm wurde nachgesagt, zahlreiche sexuelle Affären mit Frauen des Hofes gehabt zu haben, Inzest mit einer seiner Schwestern, und in Anfällen Bedienstete des königlichen Hofes misshandelt und auch getötet zu haben. Ursache seines Verhaltens soll eine Syphilisinfektion gewesen sein, die ihn schwachsinnig werden ließ.

Es gibt neben der Theorie einer Geisteskrankheit zwei alternative Theorien zu dem Verhalten des Prinzen. Die erste Theorie geht aus von persönlichen Differenzen zwischen Vater und Sohn, einer schlechten Behandlung durch seinen Vater als Ursache für die Depression und das anschließende Verhalten.

Die zweite Theorie nimmt an, dass Prinz Sado die Strömungen der neuen konfuzianischen Doktrin unterstützte und in diesem Machtkampf den Intrigen der Vertreter der alten Doktrin unterlag und ihm eine Verschwörung gegen seinen Vater am 22. Mai 1762 vorgeworfen wurde.

Sados Verhalten im Roman wird anhand der Aufzeichnungen seiner Frau beschrieben: Die Erinnerungen der Dame Hyegyeong (한중록/Hanjungnok), welche eine Besonderheit in der Geschichtsschreibung darstellen. Selten treten Frauen adliger Familien als Historikerinnen auf. In diesem Fall war es die Bitte ihres Neffen, ihre Erinnerungen aufzuschreiben, wodurch ein Verlauf des Krankheitsbildes des Kronprinzen nachzulesen ist.

Die Palastschwester und der Ermittler

Dreh- und Angelpunkt des Romans ist der Mord in Seoul und der Faktor, der den Spannungsbogen hält. Hyeon und Eojin sind durch ihr Alter ein Bezugspunkt für junge Leser. Es macht Spaß beiden bei ihren Ermittlungen zu folgen und man erfährt in Nebensätzen einiges zur Kleiderordnung und sozialen Zuordnung der Figuren.

Hyeon ist eine Palastschwester, wodurch sie Zugang in den Palast, als auch die Stadt hat. Sie lebt als uneheliche Tochter eines ranghohen Beamten kein einfaches Leben, da ihr ein Name fehlt und ihr dadurch ein Platz in der strengen sozialen Hierarchie nur durch ihre Arbeit zugebilligt werden. Durch ihre Ausbildung zur Schwester, vergleichsweise einer medizinischen Assistenz, kann sie eine Stelle annehmen und hat sich in harter Arbeit die Stellung einer Palastschwester erarbeitet.

Eojin hingegen ist der Sohn einer adligen Familie, der als außergewöhnliches Talent gilt und bereits den Rang eines Ermittlers innehat. Über seinen Hintergrund wird ebenso berichtet aber er bleibt im Vergleich zu Hyeon etwas blasser. Außer seinem Familiären Hintergrund und in den Situationen in denen Hyeon mit ihm interagiert erfährt man wenig über Eojin. Die zarte Liebesgeschichte zwischen den beiden, die sich langsam anbahnt, ist ein kleiner Seitenarm der Geschichte, aber er dominiert nicht, was sehr angenehm ist. Auch ist Eojin kein romantischer Held.

Hoch die Hände, schnelles Ende!

June Hur ist Geschichtsfan, das liest man in diesem Buch überall raus. Nur kommt dadurch das Ende etwas zu kurz, nachdem es zu einem großen Showdown im Palast mit Prinz Sado kam, plätschert dei Story dahin und man merkt, dass die Autorin eigentlich zum Ende kommen möchte. Obwohl da natürlich die Frage ist, wie viel wurde von Seiten des Verlags her gekürzt. Denn die Autorin lässt sich Zeit, Hyeon und Eojin Hinweise und Zeugen zu finden, beschreibt das Leben im Palast und die Aufgaben der einzelnen Palastschwestern, aber das Ende wird dann sehr schnell abgehandelt und plätschert etwas aus.

Fazit

Die Autorin verwebt geschickt Geschichte mit Unterhaltung und Krimi – heraus kam eine fesselnde Mischung die in den 2000ern schon einmal sehr populär war und jetzt wiederentdeckt wird – nicht zu unserem Nachteil. Die Charaktere waren gut ausgearbeitet und man kann sich ein paar Stunden in das 18. Jahrhundert mit „Mantel und Degen“-Mentalität entführen lassen. Jedoch wirkte die Auflösung des Falls etwas hastig. Trotzdem ein lesenswertes Buch, das ich gerne weiterempfehle.

Gods and Kings – Dana Thomas

In Gods and Kings Dana Thomas, author of Deluxe, tells the story of how John Galliano and Alexander McQueen changed the face of fashion

In the first decade of the 21st century the fashion world was dominated by two different but equally successful and turbulent figures. WIn the first decade of the 21st century the fashion world was dominated by two different but equally successful and turbulent figures. Within twelve months, Alexander McQueen had committed suicide, and John Galliano had professionally imploded. Who was to blame? And how was fashion changed by their rise and fall? Spanning the 80s, 90s and noughties, Gods and Kings tells the story of these two charismatic figures and times of great change in the world of fashion, from London’s raucous art and club scene to the old-world glamour of Parisian couture, and reveals the machinations of this notoriously secretive industry.

Klappentext

Am Donnerstagabend feierte John Galliano einen Triumph in Paris. Mit Artisanal, der Frühjahr/Sommer Kollektion 2024 für Maison Margiela hat John Galliano mit einem Schlag all das Zurückgeholt, was ich in den letzten Jahren an Mode schmerzlich vermisst habe: Das Gefühl, dass Mode uns Träumen lassen kann.

John Galliano ist ein Designer, über den man nur schwer sprechen kann. Er ist ein unvergleichliches Talent und kreatives Genie, das für einige der denkwürdigsten Kollektionen verantwortlich ist, die je gezeigt wurden. Er hat auch mit einigen Dämonen gekämpft und wurde „cancelled“, bevor dieser Begriff wirklich aufkam.

Seit seiner Entlassung bei Dior im Jahr 2011 ist es relativ ruhig um ihn geworden, auch nachdem er 2014 als Kreativdirektor zu Maison Margiela kam. Doch seit der Artisanal-Show 2024 von Maison Margiela am Donnerstagabend ist es mit der Zurückhaltung vorbei. Galliano ließ sich von dem ungarisch-französischen Künstler Brassaï und seinen voyeuristischen Fotografien des nächtlichen Paris inspirieren, was sich in der Kulisse der Show – unter der vom Vollmond beleuchteten Pont Alexandre III – ebenso widerspiegelte wie in den Figuren, die über den Laufsteg schritten, und in der Farbpalette der Kollektion.

Unter dem Eindruck dieser Show habe ich eines meiner Lieblingsbücher über die Modeindustrie der letzten 10 Jahres herausgeholt und erneut gelesen: Gods and Kings. Ein Buch, dass sich mit dem kometenhaften Aufstieg und olympischen Fall der wichtigsten Designer der 1990er und 2000er Jahre: John Galliano und Alexander McQueen.

Beide sind streitbare Personen. Insbesondere John Galliano ist für mich eine persönliche Herausforderung. Er ist ein Künstler seines Metiers. Aber zurecht wurde er 2011 wegen wiederholtem Antisemitismus gefeuert. Alexander McQueen ist ein nicht weniger kreativer, aber problematischer Designer gewesen.

Das Buch beschreibt alternierend den Werdegang der beiden Modedesigner. Dabei erhält man auch einen sehr guten Einblick wie das doch harte Modebuisness hinter den Kulissen das Leben der Designer prägen: der Druck innerhalb von sechs Monaten eine neue Kollektion zu entwerfen. Und dabei nicht nur eine: Haute Couture, Ready to wear, Cruise… die Liste wächst und wächst. Dabei ist das Ganze nicht reißerisch sondern sehr gut recherchiert.

Beide Designer, kamen nicht aus einem klassischen Bürgerlichen Hintergrund, sondern aus der Arbeiterklasse, was sie beide zu Außenseitern machte. Insbesondere Alexander McQueen litt unter vermeintlichem oder echtem Getuschel über ihn.

Gods and Kings ist eine hervorragende Chronik über das Leben zweier Modesuperstars und den Tribut, den es für ihr Leben forderte. Als Wunderkinder für ihre Visionen und handwerklichen Fähigkeiten anerkannt, wuchsen sie nie über ihren Ruhm hinaus, um ihre persönlichen Dämonen zu beruhigen. McQueen brachte seine zum Schweigen, indem er Selbstmord beging, und Galliano implodierte sozial, wie beruflich.

Ihre Geschichten sind interessant, weil sich ihre Lebenswege in der Schule auf einem ähnlichen Weg zu Ruhm und Erfolg kreuzten. Sie stürzten zur gleichen Zeit ab, wobei Galliano mehr oder weniger aufrecht blieb. Es hinterließ bei mir den Eindruck, dass wahre Kreativität zwar ein wenig verrückt ist, aber auch zerstört, wenn sie völlig verrückt ist, was im Fall dieser beiden Männer sicherlich der Fall war. Alles in allem ein interessantes Buch.

Und nun 10 Jahre später scheint Galliano eine Renaissance zu erleben.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Penguin (4. Februar 2016)
  • Sprache ‏ : ‎ Englisch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 432 Seiten
  • Preis : 13,16 €

The Costumes of Downton Abbey – Emma Marriot

An Official Companion to the Downton Abbey Films and TV SeriesAn exclusive inside look at the intricate and glamorous costuming of the popular PBS series, with complete historical detail and beautiful imagery.

An inside look at the intricate costuming of the popular PBS series, including character costume choices and the historic fashion trends characteristic of the aristocracy during the Edwardian era.

Appealing to Anglophiles, costume and sewing aficionados, and fans of the hit series, The Costumes of Downton Abbey presents—with comprehensive historical detail and beautiful imagery—the design decisions and wardrobe intricacies that shaped the glamour and elegance of the characters of Downton Abbey.

Featuring the fashion of both upstairs and downstairs cast members, this title explores the unique daytime, evening, special occasion, and wedding wardrobes that led to a 2011 Emmy and several Emmy nominations for Outstanding Costumes for a Series. Detailed photographs, fan-favorite stills from the television series, and designer notes and insights make this a delightful and informative guide to the role costumes played in the character portrayal, story development, and art direction of the series.

Inhaltsangabe

Ich habe nicht gezögert, dieses Buch zu kaufen, weil es so teuer war und weil es keine Bilder vom Inneren des Buches gab. Ich bin einfach ein Fan der Serie und ich bereue es nicht, dieses Buch bestellt zu haben.

Es ist sehr umfangreich, mit vielen detaillierten, vollfarbigen Bildern. Es befasst sich mit jeder Figur, sowie mit verschiedenen Ereignissen und anderen Elementen. Von Entwürfen, über Materialien und Schnitten, sowie der Entwicklung der Garderobe in der Handlung wird alles abgedeckt.

Natürlich ist es bei so vielen Charakteren/Kostümen unmöglich, alles unterzubringen, aber die Autoren leisten gute Arbeit, wenn es darum geht, wie die Kostüme verwendet wurden, um Charaktere/Settings/Handlungen zu etablieren.

Es enthält eine Menge toller Farbfotos von Kleidung und Accessoires aus der Serie – nicht nur Fotos der Darsteller, sondern auch Design-Skizzen und Fotos derer, die einige der Looks beeinflusst haben. Viele Beschreibungen und Informationen über die Mode.

Das Buch deckt jede Staffel der Fernsehserie und beide Filme ab. Es ist ein Muss für Downton-Fans, für Leute, die sich für historische Kostüme interessieren, für Leute, die sich für Mode interessieren (vor allem die 1920er Jahre).

Bring no Clothes – Charlie Porter

Why do we wear what we wear? To answer this question, we must go back and unlock the wardrobes of the early twentieth century, when fashion as we know it was born.

In Bring No Clothes, acclaimed fashion writer Charlie Porter brings us face to face with six members of the Bloomsbury Group, the collective of artists and thinkers who were in the vanguard of a social and sartorial revolution. Each of them offers fresh insight into the constraints and possibilities of fashion today: from the stifling repression of E. M. Forster’s top buttons to the creativity of Vanessa Bell’s wayward hems; from the sheer pleasure of Ottoline Morrell’s lavish dresses to the clashing self-consciousness of Virginia Woolf’s orange stockings. As Porter carefully unpicks what they wore and how they wore it, we see how clothing can be a means of artistic, intellectual and sexual liberation, or, conversely, a tool for patriarchal control.

Travelling through libraries, archives, attics and studios, Porter uncovers fresh evidence about his subjects, revealing them in a thrillingly intimate, vivid new light. And, as he is inspired to begin making his own clothing, his perspective on fashion – and on life – starts to change. In the end, he shows, we should all ‚bring no clothes,‘ embracing a new philosophy of living: one which activates the connections between the way we dress and the way we think, act and love.

Inhaltsangabe

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich über dieses Buch sagen soll. Ich hatte bereits What Artists wear von Charlie Porter gelesen. Und daher war ich gespannt auf „Bring no clothes: Bloomsbury and the Philosophy of Fashion“ gefreut und dann war ich nur noch entsetzt.

Das Buch scheint eher eine persönliche Selbstverwirklichungsmanie von Charlie Porter gewesen sein. Und das mit Ankündigung. Zunächst erst einmal zu den Kritikpunkten

Queer for everyone

Queer wird dermaßen inflationär benutzt, das ich mich gezwungen fühlte etwas klar zu stellen. Queer ist ein Begriff des 21. Jahrhunderts, denn die Personen der Bloomsbury Group für sich nicht benutzt haben können. Weil es ihn so in der Verwendung noch nicht gab. Und als jemand der Seit Jahren Mode und Modegeschichte unterrichtet ist das einfach eine grobe Fahrlässigkeit, für die das Buch alleine schon dem Autor um die Ohren gehauen gehört.

Bad Taste

Schlecht zusammengerumpelte Kleidung mit fragwürdigen Löchern als großes Statement zu verkaufen gehört da ebenfalls dazu. Ganz ehrlich, das er das in Tradition zu der Bloomsbury Group stellt, spottet jeder Beschreibung. Es stimmt die Angehörigen dieser Gruppe wurden dafür öfter schief angesehen. Aber ob der Autor nun einen Pullove rmit Loch am Bauch trägt und Leute ihn darum im Sommer beneiden – ich bezweifle es.

Das Buch „ The Bloomsbury Look“ von Wendy Hitchmough arbeitet den Einfluss der Bloomsbury Group auf die Mode deutlicher heraus. Dieses Buch nimmt einen etwas spezifischeren Blickwinkel auf Bloomsbury ein – den ihres Einflusses auf die Mode; das Buch befasst sich hauptsächlich mit der Selbstidentität der Gruppe durch ihre eigene Einstellung zur Kleidung (und zum Ausziehen); es gibt ein Kapitel über Familienfotografie – wie sie den individuellen Stil enthüllte und wie sie sich selbst und einander sahen – dies führt zur Projektion dieses Stils durch Gemälde, dann die Textil- und Kleiderentwürfe, Schmuck usw. und die bohèmehaften, avantgardistischen Produktionen der Omega-Werkstätten.

Daher empfehle ich eher „The Bloomsbury Look“ zu lesen.

Fanboy failure

Charlie Porter ist ein Bloomsbury Fanboy. Das wird in jeder Zeile deutlich. Das dass sei ihm gegönnt, denn wir alle haben unsere Helden in der Geschichte, die uns begeistern und inspirieren. Und es steht wohl nicht in Zweifel, dass dieser Zirkel in den 1920er und 30er Jahren einen Einfluss auf moderne Sichtweisen und auch Wirtschaft mitgestalten konnte. Insbesondere John Maynard Keynes und Virgina Woolf sind bis heute fest verankert. Allerdings muss auch deutlich gesagt werden, dass mit Ausbruch des II. Weltkrieges die Bloomsbury Group zunehmend an Bedeutung verlor und bis in die 1970er Jahre nahezu völlig vergessen war, bis die Texte Virgina Woolfs wiederentdeckt wurden.

Charlie Porter fällt in diesem Buch jenem Narrativ zum Opfer, was sich mit der Wiederentdeckung der Gruppe festsetzte. Dass sie auf jede soziale Gruppe Einfluss gehabt hätten, vor allem die geheim gelebte Homo- und Bisexualität. Und da er, Charlie Porter, sich selbst der LGBTQ+ Community zurechnet, steht für ihn außer Frage, dass die Bloomsburys wie eine Art Schutzheilige dieser vorangegangen sind.

Kritische Diskussion? Och nö.

Es mag gemein klingen, aber auch wenn der Autor zunächst versucht zu sagen, dass er sich bewusst ist, dass die Gruppe durchaus diskutabel ist, so scheint es ihn hinterher nicht zu bekümmern. Ich muss zugeben, dass ich einen ziemlich kritischen Blick habe, wenn es um die Bloomsbury-Gruppe geht. Nachdem ich eine Reihe von Büchern über diese Gruppe gelesen habe, entwickelte ich eine Abneigung gegen das cliquenhafte, elitäre Auftreten. Man kann sagen, dass sie wie viele dieser Gruppierungen, innerhalb der Gruppe tolerant waren, aber das gilt nicht zwingend nach Außen.

Sie waren Produkte ihrer Zeit, Erziehung, sozialen Herkunft und den vorherrschenden gesellschaftlichen Strömungen. Virginia Woolfs Tagebücher geben einen umfassenden Einblick, dass sie von Autoren der Working Class nichts hielt, unter anderem James Joyce. Roger Fry und Clive Bell, die ihren eigenen Kreis und eine bestimmte Art französischer Malerei förderten und bewusst jede moderne Kunst ignorierten, die ihnen nicht gefiel oder die sie nicht mitgestalten konnten.

Kontext, Kontext Kontext

All das wird von Charlie Porter ausgespart, um ein eigenes Narrativ zu schaffen, dass weder der Komplexität der Bloomsbury Group Rechnung trägt, noch dem Anspruch des Buch etwas über den Einfluss, den die Gruppe auf Mode und Kleidungsgepflogenheiten hatte, zu sagen. Umso verwunderlicher ist es, dass er 2023 eine Ausstellung in Charleston kuratierte.

Mit welchen Konzepten hat die Gruppe nun gegen das Patriachat aufbegehrt? Es fehlt der Kontext, der zeitliche Rahmen, die gesellschaftlichen Vorgaben und die Umbrüche Großbritanniens in Gänze. Haben diese Menschen in einer Art Vakuum existiert? DAs gehört zum Grundhandwerk, wenn man ein Buch über den Einfluss einer Gruppe auf die Gesellschaft sprechen will. Und allein die Tatsache, dass das fehlt ist für dieses Buch ein Problem. Stattdessen ist es das Schwärmen eines Fanboys, der sein Fantasiegebilde, das er um sich und diese Gruppe herumaufgebaut hat, nicht stören lassen will.

Fazit

Bei einem Buch, welches sich angeblich mit der Philosophie der Mode oder besser der Kleidung der Protagonisten beschäftigt, erwarte ich nicht, dass ich sowohl über deren sexuelle Orientierung, als auch über die des Verfassers informiert werde. Zudem versucht der Autor offenbar seine persönlichen Erfahrungen als „Erbe“ der Bloomsbury Gruppe zu sehen und verliert sich in seinem Fanboy-Kosmos.

Kein Zweifel, dass die Kleidung eines Menschen einiges über seine Persönlichkeit verrät, aber wenn der Autor alle visuellen Informationen nur „queer“ und als „Queer History“ interpretiert ist das wenig überzeugend und auch nicht angemessen. Es ist alarmierend wie sehr offenbar versucht wird, eine Gruppe in eine Geschichtsschreibung zu quetschen, die nicht mehr dazu gedacht ist die Komplexität einer modernen Gesellschaft zu beleuchten, sondern nur noch auf Selbstbeweihräucherung und Klientelpolitik aus ist. Die Geschichte der Sexualität ist lang und genauso ein Teil der Menschheitsgeschichte, aber sicherlich sollte sie nicht dazu dienen sich ständig selbst in der eignen Großartigkeit zu bestätigen.

Alles in allem völlig am Thema vorbei.

Herausgeber : Particular Books
Erscheinungsdatum : 7. September 2023
Sprache : Englisch

Preis: 19,55€ 

Jeanne d’Arc – Heldin, Heilige und Ikone

Jeanne d’Arc, auch bekannt als die Jungfrau von Orleans, wurde Ende des 15. Jahrhunderts geboren und gilt als symbolische Figur der französischen Geschichte. Eine Geschichte, die filmreif ist. Ein Bauernmädchen aus der französischen Provinz, wird von Gott berufen, Frankreich von den Engländern im hundertjährigen Krieg zu befreien. Nach Siegen und dem Triumph der Krönung Karls VII. sinkt ihr Stern und sie wird von den Engländern auf dem Marktplatz von Rouen verbrannt.

Jeanne in der Popkultur

Als historische Figur wird Jeanne d’Arc immer wieder in der Popkultur dargestellt. Ob in Filmen, Büchern oder Musik, ihre Geschichte inspiriert Künstler seit ihrem Tod. Doch was macht den Reiz dieser Geschichte aus und wie wird Jeanne dargestellt?


Zu ihren Lebzeiten gibt es exakt ein Bild. Eine stilisierte Zeichnung einer Frau mit Kettenhemd, langen Haaren und Rock. Als gesichert gilt, dass der Verfasser Jeanne nie gesehen hat. Aussagen ihrer Kampf und Weggefährten schildern Jeanne als ca. 157 oder 158 cm groß, mit dunkeln, kurzgeschnittenen Haaren, sonnengebräunt und mit großen, dunkeln Augen. Der wichtigste Aspekt aber ist, in dem Moment, als Jeanne die Bühne der Weltgeschichte betritt, kleidet sie sich nicht in Frauenkleidern sondern in Männerkleidung. Sowohl, weil sie das Leben eines Soldaten führte, aber auch um der Vergewaltigung zu entgehen. In einer Welt in der Kleidung auch ein Ausdruck der sozialen Gefüge und einer gottgegebenen Weltordnung ist, stellt Jeanne etwas undenkbares dar.

Die Kleiderordnung

Das Tragen von Kleidung war in männlich und weiblich eingeteilt. Die Lehren der katholischen Kirchen sahen in dem Tragen von Kleidung die dem anderen Geschlecht zugeordnet waren eine Sünde, wobei es auch in Quellen wie Thomas von Aquin aussagen gibt, dass es Ausnahmen gibt, wie etwa dem Verkleiden um Feinden zu entfliehen oder weil keine anderen Kleider verfügbar sind oder ähnliche Gründe. Susan Schibanoff zufolge erlaubt die mittelalterliche Gesellschaft das tragen von Kleidung des anderen Geschlechtes als ein teil einer temporären Verkleidung, wie etwa bei Theateraufführungen oder Gauklern, verbot aber das aneignen und leben der Merkmale des dargestellten Geschlechtes.

Sicher ist, das es eine gewisse Akzeptanz für Travestie in bestimmten Kontexten gab. So etwa weibliche Heilige, die sich als Mönche verkleideten. Als Konsequenz bestand die Anklage von Jeanne d’Arc darin dass sie nichts getan habe um ihre Geschlecht vollständig zu verbergen und sich der männlichen Welt anzugleichen. Was bedeutet, dass anders als die weiblichen Heilige, die ihre Geschlecht vollständig verbargen und als Männer lebten, hatte Jeanne weder ihr Geschlecht noch die „Zeichen ihrer biologischen Weiblichkeit verborgen.

Ihre Anklage ist lang und kompliziert. Sie wird in zwölf von siebenundsechzig Anklagepunkten schuldig gesprochen. Da Jeanne d’Arc ihrem Glauben abschwört wird ihr Urteil in eine lebenslange Haft umgewandelt. Letztendlich wird das Tragen von Männerkleidung ihr zum Verhängnis und sie als notorisch rückfällige Häretikerin verbrannt.

Mit den Tod von Jeanne d’Arc beginnt aber auch ihr Mythos. Die Geschichte der gottgesandten Jungfrau, dass gegen die fremden Besatzer aufbegehrt und die politische Wende im hundertjährigen Krieg einleitet. Sie inspirierte Schriftsteller, Musiker und Künstler über jede Zeit hinaus.

In der Filmwelt wurde Jeanne d’Arc bereits mehrfach porträtiert. Ein bekannter Film ist die Verfilmung von Luc Bessons „Jeanne d’Arc“ aus dem Jahr 1999. Hier wird die Geschichte der Jungfrau von Orleans erzählt, die ihr Leben opferte, um Frankreich vor der englischen Invasion zu schützen. Der Film weist einige historische Ungenauigkeiten auf, vermittelt jedoch gut die entschlossene und mutige Jeanne d’Arc.

Joan of Arc!

Auch in der Musikwelt gibt es viele Songs über Jeanne d’Arc. Von Leonard Cohen und Arcarde Fire über die Band OMD haben unterschiedliche Künstler ihre Geschichte in verarbeitet. In dem Song wird das tragische Schicksal der Jungfrau von Orleans erzählt, die von den Engländern gefangen genommen und schließlich auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde.

Jeanne in Fashion

Jeanne d’Arc hat auch Einflüsse in der Modeindustrie und anderen Bereichen des Kunsthandwerks. So war der 1920er Pagenschnitt für Frauen an Quellen von Jeanne d’Arcs verbrügten Kurzhaarschnitt angelehnt und ein Symbol zur Selbstermächtigung der Frau

Einzelne Designer haben sich von der Geschichte inspirieren lassen und Kleidungsstücke kreiert, die an die Rüstung eines mittelalterlichen Ritters erinnern.

Jeanne d’Arc ist eine zeitlose Figur, die immer wieder in verschiedenen Popkultur-Formen auftaucht. Obwohl ihre Geschichte tausend Jahre zurückliegt, regt sie immer noch die Kreativität von Künstlern an und ist ein wichtiger Bestandteil der Kulturgeschichte von Frankreich und der Welt.

The fashionable Good Omens

Mein Lieblingszitat aus Good Omens? Erziraphaels „Das ist schick!“ als Crowley ihn fragt, warum er einen viktorianischen Kragen trägt. Und jetzt wo Staffel 2 bald herauskommt, wenden wir uns doch einmal den Modischen Erscheinungen von Arziraphael und Crowley zu.

Verantwortlich für die Kostüme von Staffel 1 war Clair Anderson, die unteranderem Black Mirror, Secret Invasion und The Limehouse Golem ausstattete. Ihre bisher populärste Arbeit war aber mit Sicherheit Good Omens. Die Geschichte von Neil Gaiman und Terry Pratchett über einen Engel und einen Dämon, die seit der Schöpfung auf der Erde verweilen und nun den Weltuntergang aufhalten müssen. Dazu noch Hexenjäger, satanische Nonnen und Die freundlichen und hilfreichen Weissagungen der Hexe Agnes Spinner. Eine Reihe Dämonen die ewig lauern können und Erziraphaels hervorragend bestücktes Antiquariat.

Himmlische Roben und höllische Lumpen

Die Unterscheidung zwischen Engeln und Dämonen ist erst einmal einfach. Hell Engel, dunkel Dämonen. Doch danach wird es interessant. Die Geschichte im Roman wie in der Serie spielt an verschiedenen Geographischen Schauplätzen: Mesopotamien und Galiläa, antikes Rom ehe beide sich auf der britischen Insel niederlassen: das England der Arthus Sage, die Welturaufführung von Hamlet, das viktorianische London, die Swinging Sixties und nun das London des 21. Jahrhunderts. Alle diese kleinen Schnipsel tragen zu einem großen Ganzen bei.

Es gibt zwei Farbpositionen. Die Engel tragen Farben wie Weiß, Creme, Gold beigemischt mit hellen Blautönen. Die Schnitte sind eher formale Schnitte mit der Herrenschneiderei. Etwa die Anzüge (von Zenga) und Sportgarderobe von Erzengel Gabriel aus Kaschmir. Auch das weitere himmlische Personal trägt gerade geschnittene, helle Anzüge und keine Unterscheidung zwischen männlicher oder weiblicher Garderobe.

Die Dämonen hingegen sind in Schwarz, Grau und Rottönen gekleidet. Im Gegensatz zu den perfekt gekleideten Engeln, in gestärkten Anzügen und Hemden, sind die Dämonen in formloseren Schnitten gekleidet. Die Schnitte sind gerade gehalten, mit eckigen Schultern, mit ausgefransten Kanten, als Referenz auf das Höllenfeuer.

Erziraphael – der viktorianische Gentleman

Erziraphael ist einer der Engel, die den Eingang zum Paradies bewachten. Seine Kleidung ist in weichen, fließenden Formen, aus warmen Cremetönen. Neil gaimans aussage nach ist Erziraphael „kind-looking gentleman whose sartorial style runs to bow-ties. He thinks a little tartan is nifty, and would use the word ’nifty‘ with pride.“ Da Erziraphael seit ca 6000 Jahren auf der Erde wandelt ist es schwirig genau seine Kostüme einzuordnen, denn si ändern sich und passen sich den Umgebung an. Allerdings ist zu sehen, dass sein stil vor allem ende des viktorianischen Zeitalters in seiner jetzigen Form gestalt annimmt. Durch die möglichkeit seine unterschiedlichen Stile zu betrachten, gibt es di eMöglichkeit seine Essenz, seinen allgemeinen Stil kennen zu lernen.

Wie die meisten Engel trägt er vor allem Elfenbein, Creme und Beige mit weiß Tönen und einem blauen Farbakzenten. Und sein Look nimmt um 1860 seine Grundform an, die seit dem nur in Nuancen variert um sich an das veränderte Umfeld anzupassen.

Erzirapahels Hauptkostüm in der Serie orientiert sich an spätviktorianischer Tageskleidung für Herren, ist aber so angepasst, dass es auch im 21 Jahrhundert funktionieren würde. Ein pastellblaues Hemd mit Samtweste, mit einer Krawatte mit Tartanmuster. Er trägt eine elfenbeinfarbene Hose und Oxford schuhen mit einem cremeweißen Gehrock. Anders, als bei den Erzengeln wirkt sein Stil jedoch Weicher, weniger gestärkt und perfektionistisch.

Crowley – 60s, 90s and Rock’n Roll

Anders als Eziraphael ist Crowley… entspannter. Anders als Erziraphael wechselt er die Kleidung regelmäßiger und passt sich dem veränderten Zeitgeist an. Seine Farbpalette ist schwarz, rauchige Grautöne und rot. Gleichbleibend sind seine Schlangenaugen, die er seit der römischen Antike hinter Sonnenbrillen versteckt und sein Schlangenmotiv an seiner linken Gesichtshälfte.

Crowlys Garderobe ist etwas legerer, da sie weniger formal wirkt, weniger abnähte und ein loserer Schnitt, auch wenn sie nicht immer 100% passen und mal zu weit oder zu eng wirken.

Sein Kernoutfit ist eine viktorianische Herrenhose, ein Jacket und ein Hemd. dazu ein lose Kragenband und wechselnde Haarstile. Seine Sonnenbrillen wechseln je nach Jahrzehnt und Stil, so dass er immer wieder in der Masse untertauchen kann. Insbesondere im 20 Jahrhundert, ist Crowley für jeden Modetrend zu begeistern, auch wenn er immer etwas verspätet wirkt. Damit hebt er sich auch von anderen Dämonen ab, die nie viel Zeit auf der Erde verbringen.

Quellen

EMMY CONTENDER: HOW GOOD OMENS DESIGNED 6,000 YEARS OF COSTUMES FOR AZIRAPHALE AND CROWLEY

HOW GOOD OMENS‘ COSTUME DESIGNER DRESSED THE SHOW’S HANDSOME DEVILS (AND ANGELS)

Eingekleidetes Westeros: Identitäten durch Stoffe und Farben

Was sagen Farben und Kleidung über die soziale Stellung der Personen aus?

Westeros ist eine strikt nach Ständen geordnete Welt, geordnet nach den Prinzipien mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Ständegesellschaft – der soziale Rang definiert den Zugang zu Bildung, Gütern, Macht und auch das Strafsystem ist darüber geregelt.  Die Zuordnung eines sozialen Ranges erfolgt vor allem über die getragene Kleidung, die die einzelnen Personen jeweils leicht dem sozialen Stand, dem sie angehören,  zuordnen lassen.

Adel

Die adligen Familien in Westeros  stehen an der Spitze einer sozialen Hierarchie und haben sowohl durch ihre Materialien als auch den sozialen Stand die Möglichkeit, diese durch ihre Kleidung auszudrücken. Dabei hat soziale Kleidung nicht nur die Funktion, den Wohlstand einer Familie auszudrücken, sondern ist auch Teil des ökonomischen als auch sozialen Gefüges – Adelsfamilien müssen ihren Herrschaftsanspruch nicht nur durch Geburt, als auch durch ihre soziale Performanz immer wieder legitimieren. Soziale Performanz ist das Auftreten und Gebaren  einer Person aus den jeweiligen Familien, das mittels Kleidung, ihrer Funktion als höchste gesetzgebende Autorität und dem Schutz der ihnen untergebenen Bevölkerung ausgedrückt wird. Durch Verwendung von kostbaren, seltenen Materialien, hoher Handwerkskunst vermitteln sie einen nonverbalen Eindruck von ihrer sozialen Stellung und ihrer Funktion und legitimieren dadurch wiederum ihren Status.

Cersei Lannister

Cersei Lannister nimmt innerhalb der Geschichte drei verschiedene Funktionen ein: die Königin von Westeros und Mutter des Kronprinzen, Tochter des Familienoberhauptes Tywin Lannister und später Herrin von Casterley Rock. Als Angehörige der reichsten Familie Westeros und Tochter des einflussreichen Lords und vormaligen Hand Tywin Lannister steht sie in der sozialen Hierarchie von allen weiblichen Figuren am höchsten. Dementsprechend kostspielig und aufwendig ist ihre Kleidung – von Brokat, Seide, myrrischer Spitze, edelsteinbesetztem Schmuck und aufwendigen Frisuren zielt alles darauf ab einen größtmöglichen Effekt zu erzielen und sie in der Position als Königin zu legitimieren.  Durch die offene Zuschaustellung von Wohlstand wird unmittelbar ihre Macht gezeigt.

Cerseis Farben

Ihre Farbwahl in den Büchern ist vor allem Grün oder Gold. Sowohl ihre Haar als auch ihre Augenfarbe, aber auch ihre Kleidung oder Schmuckwahl wird immer wieder auf diese Farbschemen zugesprochen. Die Farbe grün hatte in der Mittelalterlichen und Frühneuzeitlichen Ständegesellschaft allerdings unterschiedliche Formen. Grün galt als Farbe von Liebe und Hoffnung, aber auch Teufelsdarstellungen wird mit einem grünen Rock bekleidet gesehen. Fahle, blasse Gelb oder Grüne Farben waren soziale Randfiguren: Prostituierte, die jüdischen Stadtbewohner mussten den gelben Judenhut tragen oder einen kreisförmigen „gelben Fleck“. Goldgelb wiederum war dem Klerus vorbehalten.

Diese Legitimation wird später in Frage gestellt, als sie unter Anklage steht und von ihrem Onkel in Absprache mit den militanten Glaubensbrüdern zu einem Schandgang gezwungen wird.

Klerus und Orden

Eine weitere soziale Gruppe ist der Glaube in Westeros. Die zwei Religionen, die im Land dominierend sind ist der Glaube der Sieben und der Glaube an die Alten Götter, der sich im Norden erhalten hat. Wie in jeder Religion wird der Glaube der Sieben ist hierarchisch geregelt, je höher der Stand innerhalb der Kirche, desto aufwendiger die Kleidung, bis hin zur Kristallenen Krone des höchsten Amtsinhabers, des Hohen Septon, der in Königsmund residiert. Die einfachen Septone, die in der Bevölkerung den Glauben predigen, finden sich einfache Kleidung. Während der Bettelordern, der Spatzen, der militante Armut predigt, vor allem in Lumpen gekleidet sind um ihre Armut öffentlich zu zelebrieren.

Eine Besonderheit ist der Orden der schweigenden Schwestern. Ein nonnenähnlicher Ordnern, der vor allem für die Totensorge zuständig ist. Sie tragen grau und verhüllen sich vollständig, was ihren abgeschiedenen Status. Zudem sprechen sie nicht, was sie noch mehr zu sozialen Außenseitern macht.

Die zölibatären Krieger

Zwei Orden werden in den Büchern näher beschrieben. Die Nachtwache und die Königsgarde.

Die Nachtwache

Die Nachtwache ist ein Orden von Kriegern, die an der Mauer, der nördlichsten Grenze Westeros ewige Wache halten. Ihre Kleidung ist schwarz, weswegen sie von den Wildlingen auch als Krähen bezeichnet werden. Dienst in der Nachtwache bedeutet den Verzicht auf Land, Titel, Heirat und der Zugehörigkeit zu einer Familie. Aber Familien aus dem Norden des Landes schicken nach wie vor jüngere Söhne in diesen Orden, als teil von Tradition aber auch der Regelung von Erbangelegenheiten. Ihre Kleidung weißt vor allem auf ihre Rolle eines Ordens hin, der einer Tradition verbunden ist, aber keine Individualität kennt.

Die Westerosi selbst nehmen die Nachtwache vor allem als Soziale Randgruppe wahr. Verurteilte Verbrecher können, anstelle einer Todesstrafe in die Verbannung an die Mauer geschickt werden. Damit ist klar, dass die Nachtwache sich außerhalb der alltäglichen sozialen Gesellschaft befindet.

Die Königsgarde

Die Königsgarde oder auch „die weißen Brüder“ hingegen sind ein elitärer Verbund aus sieben der besten Krieger des Landes zum Schutz der Königsfamilie. Gekleidet in weiß sind sie das Gegenteil der schwarzen Nachtwache. Obwohl in den Büchern auch Krieger aus sozial niederen Familien genannt werden, versteht sich die Königsgarde vor allem als eine Auszeichnung für sozial Hochrangige Familien. So werden Namen wie Tyrell, Lannister, Hohenturm und Dayne genannt.

Wie die Nachtwache verzichtet auch die Königsgarde mit einem Gelübde auf Titel, Land und Ehe. Dennoch behalten die Mitglieder weitestgehend ihre individuelle Identität, da ihre Biografien in einem Buch gesammelt werden und sie ihren Familien zugeordnet werden.

Die Nichtfarben und deren Bedeutung

Die Farben der beiden Orden stehen sich gegenüber und als Nichtfarben haben sie auch eine symbolische Bedeutung. Schwarz als Farbe von Tod, Trauer und Nacht. Weiß hingegen die ist Farbe von Unschuld, Reinheit und Vollkommenheit.

Beide Orden erfüllen ähnliche Funktionen, sind aber durch ihre Farben mit unterschiedlichen Bedeutungen assoziiert und werden dementsprechend wahrgenommen. Obwohl ihre Farben einen symbolischen Charakter haben und dieser den jeweiligen Orden zugesprochen wird, ist in der Handlung klar, dass die Orden meist das genaue Gegenteil ihrer Assoziation sind.

Von Schweigenden Schwestern und gesichtslosen Männern

Kleidung kann eine Identität aber auch komplett eliminieren. SO die Orden, die unmittelbar mitd em Tod in Verbindung gebracht werden: Die Schweigenden Schwestern und die Gesichtslosen Männer.

Die Frauen des Fremden

Die schweigenden Schwestern sind ein nonnenähnlicher Orden, in dem die Frauen komplett in Grau gekleidet und verschleiert sind. ihre wichtigste Funktion ist die Totensorge: das Waschen, Aufbahren und Parfümieren. In dem Westerosi Glauben bringt der Anblick des Todes Unglück.

Die Schwestern nehmen Frauen und Mädchen aller sozialen Schichten auf. Vor allem aber ist es ein Rückzugsort für Witwen. Teilweise wird aber auch eine Frau zur Strafe zu den Schweigenden Schwestern geschickt.

Durch die Kleidung der Schwestern wird jede Individualität ausgeschlossen und die soziale Stellung ist nicht mehr zu kennen und Teil einer gesichtslosen Entität.

Die gesichtslosen Männer

Die Gesichtslosen Männer sind ein religiöser Orden der einen Totenkult aufgebaut hat. Sie dienen dem „gesichtslosen Gott“ indem sie Mordaufträge als Opfergabe an ihren Gott annehmen. Ungeachtet von sozialem Stand oder Bezahlung. Die Religion sieht den Gott der vielen Gesichter in jeder Religion.

Die Kleidung in Bravoos ist genau geregelt: die Priester tragen Kutten, in den nichtfarben Schwarz (rechts) und Weiß (links) mit einem Gürtel. Die Gehilfen der Priester tragen weiß rechts und schwarz links, aber keinen Gürtel. Während Novizen Schwarz weiße Roben mit einer schwarzen Tunika tragen. Die Diener des Ordens tragen ungefärbte Kleidung.

Keine Identität

Beiden Orden, die direkt mit Tod und Sterben assoziiert sind, kennen keine Identität mehr, da ihre Kleidung bereits darin angelegt ist. durch den Tod als schweigende, universelle Kraft werden die Vertreter dieser zu einer Gesichts- und identitätslosen Gestalt.

Bevölkerung – Die breite Masse

Der größte Teil der Bevölkerung von Westeros sind das „Smallfolk“. Die Bauern, Kaufleute, Händler und Handwerker in den jeweiligen Regionen, in denen sie leben. Aber wenig gibt es über sie zu sagen.

Die wichtigsten Quellen sind die Kapitel von Brienne von Tarth und Arya Stark. die Materialien und Qualität ihrer Kleidung ist im ersten Teil von „Eingekleidetes Westeros“ beschrieben. Die Vorstellung, dass die Bevölkerung aber nur in grau-braunen Lumpen herumlief dürfte nicht stimmen – da Kleidung Teuer in der Herstellung ist, wird sie regelmäßig ausgebessert. Die Färbetechniken von Stoffen sieht vor, dass Kleidung jeder Art gefärbt wurde. Meistens können Farbstoffe aus Pflanzen gewonnen werden, etwa Hölzern, Pilzen und verschiedenen Pflanzen und Mineralien.

So können Farben wie Grün, Gelb, Braun, matte Rot- oder Blautöne erzeugt werden. Je teurer und kostspieliger die Kleidung wird, desto höher der soziale Stand.

Fazit

Die Kleidung in Game of Thrones kommuniziert sehr viel über die sozialen Gefüge der Figuren und ihre Zuordnung – insbesondere durch Farben und Stile können Personen ihrem Sozialen Stand schnell zugeordnet werden, wobei Kleidung auch dafür sorgt, dass jede Individualität verschwindet. Vor allem bei religiösen Verbünden oder Kriegerorden.

Aber auch die Farben sorgen für eine eindeutige Assoziation einer Person oder Gruppe. So können intensiv gefärbte, Kleider den Status einer Adelfamilie anzeigen, während die Grauenroben der Schweigenden Schwestern diesen Status entziehen.

Quellen

Katrin Kania: Kleidung im Mittelalter. Materialien-Konstruktion-Nähtechnik. Ein Handbuch, Köln, Weimar und Wien 2010

Else Östergard: Woven into the earth, Aarhus Universitetsforlag 2004

A Wiki of Ice & Fire

https://www.mittelalterliche-kleidung.com/gewandungen-glossar/

5 Books for Fashion History Beginners

Ich liebe Modegeschichte, seit ich denken kann. Vieles davon kommt von den Märchenfilmen die ich als Kind geschaut habe und die Kostüme der Schauspieler gesehen habe. Und die Illustrationen in Märchenbüchern. Und irgendwann kamen dann neben Literatur auch Bücher über Modegeschichte zu und mein Bücherregal kann nicht voll genug davon sein.

Hier ist eine Liste, was für einen Einstieg hervorragend funktioniert.

Fashion. The definitive Visual Guide von DK (Autor), Caryn Franklin (Vorwort)

Einmal eine komplette Übersicht über die wichtigsten Abschnitte der Modegeschichte? Vom antiken Ägypten über Marie Antoinette zu Alexander McQueen und Chanel? Dann ist Fashion. The definitive Visual Guide ein guter Anfang, mit einer großen Bilder- und Fotoauswahl werden die wichtigsten Strömungen erklärt und zusammengefasst.

Achtung aber, der Schwerpunkt liegt auf westlicher Kleidung!

Geschichte der Mode vom 18. bis zum 20. Jahrhundert von Kyoto Costume Institute (KCI) (Herausgeber)

Dieses Buch der Modegeschichte wartet mit vielen schönen Bildern auf.  Mit einer Einführung in die wichtigsten Epochen. Eine absolute Empfehlung für jemanden, der sich in den Bereich Mode einlesen und einen Überblick gewinnen möchte. Allerdings wird hier Kenntnis von Stoffen und Schnitten vorausgesetzt. Jeder Epoche wird Rechnung getragen und ermöglichen es, die Fülle von Mode zu fassen.

Reading Fashion In Art von Ingrid E. Mida

Dieses Buch ist eine Mischung von Mordgeschichte und Kunstgeschichte. Aber Kleidung und Mode sind unerlässlich wenn wir uns mit ihr oder Kunst befassen. Wir lernen dabei eine ganze Menge über die Darstellung von Mode, die soziale Bedeutung und Mode als Kommunikationsmittel.  Reading Fashion In Art  ist eine Schritt für Schritt Anleitung um Kleidung in Kunst zu analysieren, mit Übungen zu Gemälden, Fotografien, Zeichnungen und Installationen.

Die ‘…in detail’ Reihe vom Victoria and Albert Museum

Wenn ich V&A lese, weiß ich, es kann nur gut sein. Das V&A Museum hat die „in Detail“ Reihe zur Mode des 18, 19. und 20 Jahrhunderts rausgebracht. Die Bände nehmen sich den leicht zu übersehenden Aspekten von Mode an wie Konstruktion, Abschlüssen, Knöpfen und Verschlüssen. Eine Reihe, die man immer wieder zur Hand nehmen kann. Ein Großteil der Bilder sind hochauflösend Online zu bestaunen.

Jedes Buch zur Modegeschichte vom V&A

Also falls man es noch nicht bemerkt hat, ich bin Fan des V&A. Sie stellen mit die besten Cofee Table Books für ihre Ausstellungen her. Und einige habe ich in meinem Besitz. Etwa Dior: Designer of DreamsAlice – Curiouser and Curiouser , Dior – A new Look, a New Enterprise, und Charles James Designer in Detail. Ein kleiner Tipp: als Paperback sind sie billiger und leichter zu tragen.

Meine Empfehlungen sind in diesem Falle etwas breiter und allgemeiner gehalten ohne in eine spezielle historische Richtung zu gehen oder einen bestimmten Designer zu nennen. Es gibt so viele unglaublich gute Bücher über Modegeschichte, nicht zu vergessen Biografien der wichtigsten Designer. Es gibt für jeden Aspekt der Modegeschichte, der einem am Herzen liegt.

Gibt es ein bestimmtes Buch, was ihr empfehlen würdet um sich in das Thema Modegeschichte einzulesen?

Eingekleidetes Westeros – Eine Game of Thrones Studie

Fantasywelten und eine Welt im Umbruch

Game of Thrones hat seine Spuren in der Film- und Fernsehwelt hinterlassen. Umso spannender ist es, dass die Welt von George R.R. Martin genaugenommen etlichen Regeln und Normen unterliegt, im Bezug auf historische Kleider und Kleiderordnungen, wenn wir die Beschreibungen der Romane betrachten, wie sich Westeros in seiner Kleidung definiert.

Wie entsteht eine Kleiderordnung ?

Betrachtet man die Frage nach Geschichte und Fantasy, vermischen sich die Vorstellungen seit dem Überraschungserfolg von J.R.R. Tolkiens Universum – gleichzeitig rezipiert Fantasy vieles der Mittelalterlichen Sagenkultur, die historisch verordnet werden. Mit Anmerkungen verschiedener historischer Ereignisse, die George R. R. Martin im Laufe der Jahre als Inspiration für sein Universum der Reihe von “Das Lied von Eis und Feuer” genannt hat, kann die Gesellschaft innerhalb zwei verschiedener historischer Epochen auf dem Europäischen Kontinent zugeordnet werden.

Ein Großteil der sozialen Ordnung beruht auf einer mittelalterlichen Ständegesellschaft, die sich bis in die frühe Neuzeit, die Renaissance und den Absolutismus erstreckt. Ein Großteil der Bevölkerung lebt und arbeitet in einer landwirtschaftlichen Struktur rund um Burgen, die der sozialen Oberschicht gehören. Diese unterteilt sich in herrschaftliche Häuser, Ritter, Administrative und die jeweiligen Familien, die direkt von der Krone zu Statthaltern ernannt wurden. Dieser Titel ist erblich und kann nur durch Entzug der Krone, Tod oder den Eintritt in einen zölibatären Orden, Königsgarde, Nachtwache oder Maester, entzogen bzw. abgegeben werden.

Westeros wird in sieben verschiedene Gebiete unterteilt: Der Norden mit den Bäreninseln und Skagos, das grüne Tal, die Flusslande, die Westlande mit den vorgelagerten EIseninseln, die Kronlande und die Insel Drachenstein, die Sturmlande mit den Inseln Estermont und Tarth, die Weite mit der Weininseln Arbor, Dorne. Die sieben Landstriche werden als die Sieben Königslande bezeichnet, die ein Synonym für Westeros sind. Die Hauptstadt Königsmund liegt an einer natürlichen Meeresbucht in den Königslanden und ist die Hauptstadt des Landes, von wo aus der König auf dem Eisernen Thron herrscht.

Fantasywelten und Mittelalter

Um sich einen Überblick über Westeros und seine Kleidungsgegebenheiten zu verschaffen, ist es wichtig, zunächst zu definieren, in welcher Gesellschaft sich die Welt von Westeros befindet. Was ein Großteil ihrer sozialen und wirtschaftlichen Mechanismen sind und wie sich daraus die Möglichkeiten ergeben, wie die Figuren ihre Kleidung und Textilien erwerben. Westeros, wie sehr viele Welten der Fantasy, ist ein Hybrid aus verschiedenen historischen Welten, eines haben sie aber alle gemeinsam: es handelt sich um eine Gesellschaft vor der Industrialisierung und Elektrifizierung. Das bedeutet, es ist eine Gesellschaft, die vor allem auf Landwirtschaft beruht, mit einer Auswahl an Maschinen, die maximal mit menschlicher oder tierischer Kraft bewegt werden können.
Demzufolge werden auch Textilien in der Produktion langwierig und teuer sein, da sie meist aus regional verfügbaren Quellen in Handarbeit hergestellt und dementsprechend vertrieben werden. Es gibt zwar einen interkontinentalen Warenverkehr zwischen den Kontinenten Westeros und Essos, dieser landet aber nur an bestimmten Häfen und ermöglicht einen eingeschränkten Warenkonsum, der meist für die soziale Oberschicht bestimmt ist. Dieser Konsum ist jedoch Luxus und ist losgelöst von den zunächst wichtigsten Aspekten von Kleidung und ihrer Funktion. Diese richtet sich nach den klimatischen Gegebenheiten und regionalen Besonderheiten der einzelnen Landstriche. Westeros ist ein Kontinent der Extreme, der eine große Bandbreite von klimatischen Verhältnissen bietet und dementsprechend aufgeteilt wird.

Dem Autor zufolge ist Westeros der Größe nach mit Südamerika zu vergleichen, in Geographie ähnelt er den Britischen und Irischen Inseln – das Klima variiert stark zwischen extremer Hitze und Kälte. Die Jahreszeiten dauern meist mehrere Jahre an. Der Norden ist ein schneereiches Gebiet, das sogar in den Sommerjahren Schneefall hat. Getrennt wird ein teil des Nordens durch “die Mauer” – ein Bauwerk, dessen Hintergrund niemand kennt und was Westeros von einer Bevölkerung “jenseits der Mauer” trennt – die in gebieten Leben die zum teil noch eisiger und lebensbedrohlicher sind. Dieses Gebiet umfasst eine Taigaartige Steppe bis zu Polarregionen, die nicht näher erforscht sind. Laut George R.R. Martin ist das Gebiet jenseits der Mauer, ein Großteil des Kontinents und wahrscheinlich größer als Grönland.

Im Süden des Kontinents, Dorne, ist das Klima dagegen heiß und trocken und die einzige Wüstenregion. Westeros sind im Norden, Osten und Westen verschiedene Inseln vorgelagert: die Bäreninsel, Skagos, die Eiseninseln (Archipel), Tarth, Estermont , Drachenstein und der Arbor.

Die Gegend von Westeros sind auch von Gebirgsketten durchzogen, die Teils als natürliche Grenzen dienen: Die Mondberge trennen das Tal von Arryn weitestgehend von Westeros ab, die roten Berge von Dorne, lagern den bewohnten Gebieten Dornes vor und die Frostfänge sind jenseits der Mauer eine natürliche Grenze zu den Polarregionen. Eine weitere natürliche Grenze und auch Routen sind Flüsse, die Möglichkeiten des Handelns und Reisens bieten. Jenseits der Mauer sind folgende Flüsse bekannt: Milchwasser und der Geweihfluss. An der Mauer Richtung des Nordens finden sich “Der letzte Fluss”, der Weißklinge und das Wimmernde Wasser. Der größte Fluss Westeros`, der dreiarmige Trident und seine Nebenflüsse Rotfurt, Blaufurt und Grünfurt geben den Flusslanden ihren Namen. Der Schwarzwasser (Königslande), Der Mander (Weite mit den Nebenflüssen Cockelswhent und Blue Byrne), Dorne Grünblut (Scourge) und der Brimstone – an den Flüssen finden sich die wichtigsten Siedlungen neben den Hauptreiserouten, die von Königsmund aus führen: Königsweg (von Sturmkap über Schnellwasser und Winterfell bis zur Schwarzen Festung. Die Flussstraße von Hohenehr über Schnellwasser bis nach Casterleystein, Die Seestraße von Casterleystein bis nach Rosengarten, die Rosenstraße von Altsass bis an eine Kreuzung in den Strumlanden auf den Königsweg, der Knochenweg von Sturmkap über Sommerhall nach Eisenwald in Dorne.

Entlang der Routen finden sich die größten Waldgebiete, der Wolfswald um Winterfell, der Königswald südlich von Königsmund und angrenzend an die Sturmlande, der Regenwald im Süden.

Beide Kontinente erleben die gleichen Auswirkungen von Jahreszeiten. Die Dauer der jeweiligen Jahreszeit ist unvorhersehbar und varriiert. Zwar werden in der Zitadelle von Altsass Klimaaufzeichnungen vorgenommen um einen Rhytmus der Jahreszeiten zu bestimmten, allerdings ist es nach wie vor eine ungenaue Wissenschaft.

Häuser & Region

Mit den geographischen Gegebenheiten ist ersichtlich, wie sich klimatische und geographische Strukturen auf die Wahl von Kleidern ausüben, nicht nur ihrer Optik nach, sondern vor allem dem Material und der Funktion von Kleidung.

Der Norden: Die Starks

Beherrscht wird der Norden durch das Haus Stark von der Burg Winterfell aus. Der Norden bildet flächenmäßig die größte Region der sieben Königslande, ist aber die Bevölkerungsärmste, aufgrund der harten und langen Winters. Die wichtigste Stadt und Hafen der Region ist Weißwasserhafen im Nordosten. Da die klimatischen Wetterwechsel dort am stärksten zuschlagen, sind die Aufbaustrukturen weniger auf die Produktion von Textilmaterial ausgelegt, sondern der von Nahrung, die für die Vorratshaltung gebraucht wird. Weitere Lebensmittel, Textilien und Rohmaterial werden über den Weißwasserhafen importiert. Burgen wie Winterfell betreiben Gewächshäuser, um eine eigene Lebensmittelproduktion zu ermöglichen. Trotz dieser Vorkehrungen sind Hunger und Tod in den Winterjahren nichts ungewöhnliches.
Um den klimatischen Strukturen des Nordens gerecht zu werden, tragen die Bewohner vor allem schwere, dichte Wolle, Felle, Filz und gekochtes Leder sowie dicht gewebte Naturfasern. Für festlichere Kleidung vermutlich auch Brokatstoffe in Winterfell. Das erste Ziel der Kleidung ist es, die Menschen warm zu halten und vor Witterung zu schützen und ihnen das Überleben zu sichern. Daher liegt sie dicht an und besteht aus mehreren Schichten und wird in vielen Fällen auch mit Wolle gefüttert sein, um eine zusätzliche Isolation zu gewährleisten.

Das Grüne Tal: Die Arryns

Das Grüne Tal und die Mondberge wird von dem Haus Arryn beherrscht. Ihr Sitz die die Burg Hohenehr und die Wichtigste Hafenstadt ist Möwenstadt im Osten von Westeros. Die Region ist von Bergen im Westen und vom Meer im Osten begrenzt und liegt weitestgehend isoliert da. Nachrichten aus und in das Tal sind schwer zu vermitteln. Seine Grenzen werden von Bergstämmen bevölkert, die in nomadischen Strukturen leben.
Da es sich bei dieser Region um eine Hochlandebene handelt, wird ein Großteil der Bevölkerung vor allem von der Viehzucht leben und weniger von Feldwirtschaft. Ebenso wie die Bergstämme wird vor allem wahrscheinlich gejagt und gesammelt. Kleidung muss also vor allem strapazierfähig sein, so dass ein Großteil feste Naturfasern, Wolle, Hanf, Nessel und Leder beinhalten wird, vielleicht auch Felle, von erlegten Tieren.
Bergstämme, die als Nomaden funktionieren, werden vor allem durch Jagen und Sammeln bestimmt, sowie Kleidung, die durch Raubzüge erbeutet wird. Durch die Hafenregion kommen importierte Lebensmittel, Stoffe und Händler in die Region. Ein Teil der Kleidung wird wahrscheinlich auch importiert, da die lokale Oberschicht den Gepflogenheiten des Südens stärker entsprechen kann.

Die Flusslande: Die Tullys

Die Flusslande bilden das zentrale Land in den Königslanden. Beherrscht wird es durch das Haus Tully von der Burg Schnellwasser aus. Das Land war ursprünglich kein eigenständiges Königreich, sondern ist aus administrativen Gründen den anderen Königslanden gleichgestellt. Die Flusslande zeichnen sich durch drei Binnenländische Handelsstädte aus: Seegart, Salzpfann und Jungfernteich und sind Schauplatz einer der populärsten Geschichten in Westeros “Florian und Jonquil”. Geprägt wird das Land durch die Flüsse – allen voran dem Trident mit seinen Nebenarmen und dem Fluss Trommelstein, der in den Westlanden entspringt.
Die Flusslande sind durch die vielen Flussregionen ein Handelsknotenpunkt vor allem Richtung Norden und die Region durch Flüsse fruchtbar für den Ackerbau. Um das kühlere Klima abzufedern, werden vor allem feste Woll- und Naturfaser genutzt. Ähnlich wie in den Mondbergen Hanf, Flachs und Nessel sowie Wolle, die wahrscheinlich vor Ort verarbeitet werden können, mit einer hohen Dichte an Handelsplätzen siedeln sich automatisch auch Handwerker an. Die Flusslande sind aufgrund des Handels eine Wohlhabende Region, was bessere Verarbeitungsmöglichkeiten und höhere Verdienste von Händlern, Handwerkern und Kaufleuten bietet. Über die Handelspunkte werden auch Stoffe wie Seide importiert, die wahrscheinlich dichter gewebt werden, um dem Klima besser zu entsprechen – also Formen von Brokat und Damast.

Die Westlande: Die Lannisters

Die Westlande werden durch das Haus Lannister beherrscht, deren Sitz auf Casterleystein ist. Die Gegend ist hügelig und niedrige Berge bestimmten die Landschaft. Die wichtigste Stadt vor Casterley ist Lannishort, die zugleich der Hafen ist. Die Region ist reich an Edelmetallen, die dort abgebaut werden und dementsprechend Handel betreiben. Angrenzend an die Flusslande bilden sich an den Grenzen Handelsplätze, so dass vermutlich ein Großteil der Waren importiert werden kann und die verbleibenden Felder zur Lebensmittelproduktion genutzt werden können, aber auch teils für die Textilproduktion genutzt werden. Da die Westlande reich sind, können Sie einen Teil importieren und kaufen. Da ein Großteil der Bevölkerung vermutlich im Bergbau tätig ist, muss die Kleidung robust sein, Nässe und Kälte abfedern. So werden Wolle, Nessel und Loden oder Filz einen Hauptteil der Bekleidung darstellen.
Als großes Handelszentrum wird Lannishort eine Vielzahl an teuren Importen fördern. So auch Kleidung, die von reichen Kaufleuten, Adeligen und Honoratioren getragen werden. Wahrscheinlich Seide in Form von Damast und Brokat da sowohl Casterley als auch die Lannishort direkt an der Küste liegen, aber auch Mode aus Königsmund wird von Vasallen und den Lannisters selbst geordert.

Die Eiseninseln: Die Graufreuds

Nordwestlich vorgelagert vor den Westland liegt das Archipel der Eiseninseln, bestehend aus Groß Wiek, Alt Wiek, Harlau, Schwarzfluth, Orgmont, Salzklipp und Peik. Eine regnerische, kalte Seeregion, die von einem Kriegervolk bewohnt wird – die sich selbst Eisenmänner nennen. Das Haus Graufreud beherrscht diese Region, wobei sich die Traditionen weitestgehend von denen auf dem Festland unterscheiden. So werden im Falle mehrere Thronansprüche ein Thing einberufen um die unterschiedlichen Ansprüche zu hören und zu entscheiden. Die Kultur der Eisenmänner besteht nach wie voraus Seekrieg und Piraterie. Da sie vor allem aus Seefahrern und Piraten bestehen – wird die Kleidung vor allem für Seefahrt genutzt werden: wasserabweisende KLeidung wie Wolle, Nessel, behandeltes Leder, Loden oder Filz.

Die Kronlande: Hybride

Die Hauptstadt der sieben Königslande ist Königsmund, von wo aus der König auf dem Eisernen Thron herrscht. Die Stadt selbst liegt in der Schwarzwasser bucht, was sie gleichzeitig zu einer Hafenstadt macht. Andere Knotenpunkte, rund um Königsmund sind Dämmertal und Rosby. Vorgelagert in der Meerenge sind die Inseln Drachenstein, Dirftmark und Klaueninsel. Drachenstein verwaltet diese Inseln selbstständig. ALs Knotenpunkt des Reiches, laufen vor Königsmund verschiedene Routen zusammen so dass sowohl Waren dort ankommen als auch vertrieben werden. Die Kleidung dort wird eine Kombination aus verschiedenen Stoffes ein die sowohl von dem Nachbar Kontinent Essos ankommen, als auch aus Dorne, YiTi, Mereen, den Sommerinseln und ähnliches. Gemäß der Bedeutung der Stadt siedeln sich dort eine Reihe hochspezialisierter Fachkräfte an, die den Hof und Nobilitäten der Stadt mit hochwertigen Waren und Dienstleistungen versorgen.
Die Bewohner können unmittelbar an neusten Waren und Importen teilhaben, die nicht sofort in andere Teile des Landes gelangen.

Die Sturmlande: Die Baratheons

Die Sturmlande werden vom Haus Baratheon beherrscht und die Burg Sturmkap bildet das Zentrum. Zu den Sturmlanden gehören mehrere Inseln, wie Estermont und Tarth. Die Bucht, in der die Burg liegt, wird aufgrund der heftigen Stürme als Schriffbruch-Bucht bezeichnet. Die Sturmlande zeichnen sich durch ihre großen Waldgebiete aus. Dazu zählen der Regenwald und der Königswald. Die Region ist mäßig bevölkert mit einem feuchten Klima und fruchtbaren Gebieten.
Die Sturmlande sind eine Gegend die vor allem per Namen, an der Küste liegen und von Stürmen betroffen sind, demzufolge muss die Kleidung zwei wichtige Funktionen erfüllen – Gegen Wind und Witterung schützen- folglich Brokat, Damast, schwere Baumwolle, Wolle, Leder. Da Tarth und Estermont meist die ersten Anlegeplätze für Handelsschiffe aus Essos sind, wird Ein teil der Waren importiert werden können und es eventuell auch zu Hybriden kleidungsverhalten kommen – die Inseln Tarth und Estermont werden nicht näher beschrieben, das Bekleidungsverhältnis wird ähnlich sein, obwohl Tarth mit Marmorhandel ebenfalls einen Wohlstand halten wird.
Durch den Wald wird ein Teil der Bevölkerung in der Forstwirtschaft arbeiten . So etwa Köhler. Ein Teil der Bekleidung wird ebenfalls Fell oder Pelz sein um vor den Temperaturen im Wald Schutz zu bieten.

Die Weite: Die Tyrells

Die zweitgrößte Region von Westeros wird durch das Haus Tyrell von Rosengarten aus beherrscht. Die Weite hat die Hafenstadt Altsass an der Südwestlichen Meeresküste gelegen, wo die Zitadelle der Maester ihren Sitz hat. Da die Region die fruchtbarste ganz Westros’ ist, ist Haus Tyrell neben den Lannisters die wohlhabendste Familie, was Reichtum, aber auch Truppenstärke betrifft. Der wichtigste Handel der Region ist Wein, vor allem der von der Insel Arbor.
Als eine wohlhabende Region kann die Weite einen Teil ihrer Waren importieren und konkurriert dementsprechend vor allem mit der Hauptstadt des Reiches. In den Knotenpunkten der Handelsstraßen siedeln sich, ähnlich wie in Königsmund, hochspezialisierte Handwerker an, die an Fähigkeiten hohe Preise fordern können. Durch das milde Klima, das in der Weite vorherrscht, wird ein Großteil der Stoffe Seide, leichte Baumwolle, Hanf und Flachs verwendet. Durch den Wohlstand können Kleidungsstücke auch aufwändig mit importierten Stoffen und Spitzen versehen werden.

Dorne: Die Martells

Die Region Dorne ist eine Wüstenregion am südlichsten Teil des Kontinents gelegen beherrscht wird sie durch das Haus Martell von der Burg Sonnspeer aus und hat zwei Hafenstädte – Sonnspeer selbst und die Plankenstadt. Durch die natürlichen Grenzen des dornischen Meeres und den Roten Bergen besitzt Dorne ein große kulturelle und ethnische Eigenständigkeit und kulturelle Identität, ähnlich wie der Norden und die Region ”Jenseits der Mauer”.
Da die Region Großteils Wüste ist, wird ein Großteil der Kleidung, im Gegensatz zum Norden dazu genutzt die Hitze fernzuhalten beziehungsweise eine Temperaturregulierung zu schaffen. Die Stoffe sind leicht und fließen – Seide, Musselin und Batiststoffe. Ebenso robuste Materialien um ein lebensfeindliches Gebiet wie die Wüste zu durchqueren – dichte Baumwolle und Ledergürtel. Auch die Kampftechniken die in Dorne angewandt werden unterscheiden sich von denen in den zentralen Ländern der Sieben Königslande. Die Speerkämpfer von Dorne müssen sich im Vergleich zu den Berittenen Kämpfern auf Geschwindigkeit und Mobilität verlassen, was zu leichteren Rüstungen und Schutzbekleidungen führt.

Die Mauer: Die Nachtwache

Die Nachtwache ist eine zölibatärer Orden, die an der nördlichsten Grenze der sieben Königslande an einem prähistorischen Grenzbau, Die Mauer, ihren Dienst verrichten. Ursprünglich gegründet um die Sieben Königslande vor einer übernatürlichen Gefahr zu schützen, die die Nachtwache mittlerweile ein unterfinanzierter Orden, der vor allem verurteilte Verbrecher, 3. oder 4. Söhne kleinerer Adelshäuser oder Bastarde rekrutiert oder zugewiesen bekommen, um weiterhin bestehen zu können. Dementsprechend ist die Bekleidung, sofern sie beschrieben wird ein Gemisch aus Kleidung der verschiedenen Regionen, der Rekruten, die schwarz eingefärbt wurden. Bei Söhnen aus Adligen Familie wurde eine Ausstattung vorgenommen (Bd. 1) – wichtig also ist in diesem Fall die Homogenität der Farbe und weniger eine gleiche Uniforme Kleidungsstücke.
Um die subarktischen Temperaturen auszuhalten, werden auch vermutlich immer wieder Felle und Pelze von erlegtem Wild eingefärbt und in die bestehende Kleidersammlung aufgenommen. Ein Nebenprodukt der Nahrungsbeschaffung. Ähnliche Muster erscheinen vermutlich bei den Siedlungen kurz vor und hinter der Mauer.

Jenseits der Mauer: Das Freie Volk

Die Region, die von der Mauer von den sieben Königslanden getrennt und unabhängig ist, ist eine große Schneebedeckte Wildnis. Die große Gebirgskette Die Frostfänge, im Osten, der Verfluchte Wald im Westen und das Land des Ewigen Winters im Norden. In diesen Regionen leben Riesen, die weißen Wanderer und eine Bevölkerung die von den Westerosi als Wildlinge bezeichnet werden, sie selbst nennen sich “Das Freie Volk”
Die Angehörigen des freien Volks leben in kleinen, nomadischen Verbünden und leben hauptsächlich von der Jagd und dem Sammeln. Wenige lassen sich auch dauerhaft an einem Ort nieder. Die Kleidung besteht hauptsächlich aus Fellen, Pelzen und Leder, zum Schutz vor den Temperaturen. Ein Teil der Kleidung wird auch von den Zusammenstößen mit der Nachtwache stammen.