„Is anyone alive out there? Can you hear me?“ Um Officer Lowe aus Titanic zu zitieren.
Es ist jetzt schon eine ganze Zeit lang her, dass ich überhaupt hier geschrieben habe. Und ich gebe zu, ich dachte echt, ich habe keine Lust mehr, dass dieser Blog wieder einmal so eine kurze Idee war, die ich jetzt wieder liegen lasse. Aber ich habe doch gemerkt, ich bin noch nicht fertig damit. Ich brauche einen Ort um meiner Kreativität und meiner Leidenschaft für Geschichte und Geschichten einen Raum zu geben. Außerdem war wieder einmal die Frage da, über was will ich eigentlich schreiben?
2024 war für mich, wie so viele ein anstrengendes Jahr, was mir den Spaß am Schreiben verleidet hat und jetzt möchte ich diese kleine Ecke im Internet mit Leben füllen.
Wildflower Library
Ich habe in diesem Jahr nicht so viel gelesen, aber so langsam kommt wieder Freude auf und ich habe mir wieder Bücher geschnappt, die ich gerne vorstellen will.
Ich mag zwar Modegeschichte, aber ich möchte auch Themen behandeln, die mich aus der Geschichte in dem Moment interessieren und auch, wie die Quellenlage dazu ist.
Films & Knits
Ich glaube es ist ein offenes Geheimnis, das ich gerne Stricke und dazu gerne Filme sehe. Und natürlich möchte ich das gerne verbinden und über meine liebsten Genre: Fantasy, Historienfilme und Literaturverfilmungen reden.
Und was das Stricken betrifft? Ich will natürlich gerne Modelle, ob historische oder aktuelle Modelle vorstellen und zeigen.
Slow Living
Nachdem 2024 eine echte Achterbahnfahrt war, möchte ich 2025 wesentlich ruhiger verbringen, mi Freunden und vielen schönen, aber ruhigen Momenten und Orten, die ich gerne besuchen will.
Außerdem habe ich vor, endlich wieder mit dem kreativen Schreiben beginnen und euch über die Entwicklungen darüber auf dem laufenden halten. Ich habe seit Jahren eine Idee für eine Geschichte im Kopf, die ich endlich beginnen möchte zu schreiben.
Und damit hoffe ich auf einen schönes, ruhiges 2025
Niemand beherrscht den wohligen Grusel so sehr wie Tim Burton. Der Regisseur dem wir Edward mit den Scherenhänden oder Sleepy Hollow verdanken. Er begann als Animator bei Disney und führte Regie bei viel beachteten Kurzfilmen wie Vincent (1982) und Frankenweenie (1984), bevor er den Sprung ins Spielfilmgeschäft schaffte.
Sein Kinodebüt gab er 1985 mit Pee-Wee’s Big Adventure. Seitdem hat Burton eine bemerkenswerte Karriere hingelegt. Sein visueller Stil ist einzigartig und verbindet die europäische Kunstästhetik des 19. und 20. Jahrhunderts mit amerikanischem Kitsch. Dieser Stil wird mittlerweile als „Burtonesque“ bezeichnet.
Gothic in der Vorstadt
Die visuelle Vorstellungskraft des Regisseurs bringt oft gotische Architektur und Atmosphäre mit seiner eigenen Erziehung im sonnigen Los Angeles zusammen. Eigentlich sollte das gar nicht funktionieren – eine Welt der Dunkelheit, der wilden Moore und Spukschlösser, gekreuzt mit pastellfarbenen Bungalows, Lattenzäunen und grünen Rasenflächen, so amerikanisch wie Apfelkuchen. Und doch ist Burton bei der Verschmelzung dieser unwahrscheinlichen Welten auf kreatives Gold gestoßen. Der Kontrast ist in fast allen seinen Filmen zu sehen. Die Burgruine, die in Edward Scissorhands“ über der Vorstadt thront, ist ein klassischer Burton-Touch. Die gotische Vorstadt wird in „Frankenweenie“ in animierter Form wieder aufgegriffen. In „Dark Shadows“ ist das gotische Herrenhaus der Familie Collins in den Bäumen über dem Fischerhafen von Collinsport versteckt.
Deutscher Expressionismus
Der Regisseur beschrieb die berühmte deutsche Kunstrichtung in dem Buch „Burton on Burton“ (Mark Salisbury, 1995) als „das Innere des Kopfes von jemandem, wie ein verinnerlichter Zustand, der nach außen getragen wird.“ Das gilt nicht nur für die Hell-Dunkel-Lichteffekte, sondern auch für das Produktionsdesign und die wild übertriebenen Kulissen und Dekors. Man denke nur an das Schloss des Erfinders in Edward Scissorhands oder ganz Gotham City in Batman Returns. Burtons filmisches Universum ist dem deutschen Expressionismus geschuldet.
Die schwebende Kamera
In den Filmen von Tim Burton gibt es eine Menge Kamerabewegungen. Sie wird ausdrucksstark eingesetzt, und der Effekt ist pure filmische Handwerkskunst. Die Kamera ist oft an einem Dolly, einem Kran, manchmal sogar an einem Hubschrauber oder dem traditionellen Steadicam-Gerät befestigt. Manchmal hat man das Gefühl, sich in einer Achterbahn oder Geisterbahn zu befinden. Eine der charakteristischen Kamerabewegungen von Burton ist die Kamerafahrt in hohem Winkel, die gleitet und sich schlängelt. Sie wird eingesetzt, um die Kulissen zur Geltung zu bringen und das maximale filmische Potenzial der Bilder zu erreichen. Beispiele für diese Kameraästhetik sind in jedem einzelnen Film zu sehen. Vor allem in den Vorspannsequenzen setzt Burton die hochwinklige, wandernde Kamera ein.
Keine Streifen, kein Burton
Wir wissen, dass die Figuren von Tim Burton einzigartig sind – und das nicht nur um ihrer selbst willen, sondern weil sie ein wesentlicher Aspekt der Ästhetik von Tim Burton sind. Seine Figuren zeichnen sich durch ihre übertriebenen Merkmale aus: langes, krauses Haar, hängende Augen, schlaksige Gliedmaßen usw. Aber die übertriebenen Merkmale dieser Figuren dienen oft als Vorwand, um ihre menschliche Seite zu verbergen.
Das ist auf die lange Zusammenarbeit mit Colleen Atwood zurückzuführen. Die Kostümdesignerin hat in mehr als 12 Burton-Produktionen die Kostüme entworfen. Ihre Zusammenarbeit hat einige der besten Kostüme der jüngeren Kinogeschichte hervorgebracht, wie zum Beispiel die Kostüme von Edward Scissorhands und Sweeney Todd.
Kennzeichnend für Burton sind Elemente aus der Gothic-Subkultur, Viktorianische Andeutungen und Gestreifte Kleidung. Etwa Beetlejuice’s Anzug, Wednesday Addams Schuluniform oder Sweeney Todds Standkleidung.
Der blasse Junge
Burtons männliche Protagonisten sind blass und groß, schlaksig und mit wirren Haaren. Die wichtigste Figure, die dabei sofort auffällt ist Edward mit den Scherenhänden. Der starke Kontrast zwischen der pastellfarbenen Kleidung aus den 1950er Jahren und dem schwarzen Gothic-Anzug, den Edward Scissorhands trägt, ist ein visueller Hinweis darauf, wie sehr er sich vom Rest der Gesellschaft unterscheidet und isoliert ist. Aber nicht nur Edward bedient diese Figur – Sweeny Todd, Beetlejuice und Barnabas Collins. Sie sind verrückt, weise, Außenseiter und zugehörig in einem.
Die schöne Puppe
Jede weibliche Hauptfigur von Tim Burton entspricht diesem Bild. Egal ob Blond oder Brünett. Sie sind das genaue Gegenteil zu dem blassen Jungen. Mit ordentlichem Haar in perfekter Kleidung. Fast eine viktorianische Puppe. Häufig in 1950er New Look von Christian Dior, wahlweise mit offenen Haaren oder strenger Frisur. So etwa in Alice im Wunderland: Wir beginnen das Bild mit dem klassischen blauen Alice-Kleid, einer Silhouette, die von Christian Diors Kollektion von 1947 inspiriert ist. Als Alice in den Kaninchenbau fällt und in eine fremde Welt eintritt, macht ihr Kleid eine bedeutende Veränderung durch, während sie schrumpft und wächst. Schwarze Verzierungen, Streifen und kontrastierende Farben werden hinzugefügt, um den bekannten Gothic-Stil vieler seiner Werke zu erreichen. Zusammen mit den scharfen Wangenknochen, den großen Augen, dem bleichen Teint und den dunklen Augenringen sind diese Figuren unverkennbar für Burton. Genauso wie Sally, Mrs. Lovett und Emma Bloom.
Johnny Depp
Johnny Depp und Tim Burton haben acht sehr erfolgreiche Filme zusammen gedreht. Wenn Depp auf der Leinwand eine Reihe seltsamer und wunderbarer Figuren spielt – den jungen Mann mit der Schere an der Hand, den schlechtesten Regisseur der Welt in „Ed Wood“, den trotteligen Polizisten Ichabod Crane aus „Sleepy Hollow“, Willy Wonka in „Charlie und die Schokoladenfabrik“, Victor in „Corpse Bride“ (Synchronisation), den mörderischen Barbier in „Sweeney Todd: The Demon Barber of Fleet Street“; der verrückte Hutmacher aus „Alice im Wunderland“ oder der Vampir Barnabas Collins in „Dark Shadows“ – es ist zweifellos ein Element von Burtons Persönlichkeit darin zu finden.
Die Burton Renaissance
Burtons Geschichten, die oft wie verschleierte Autobiografien wirken, verwenden Kostüme, um einen für Burton typischen Stil zu erreichen. Diese „burtoneske“ Anziehungskraft, die in den späten 80ern bis in die 90er Jahre hinein sehr ausgeprägt war, wurde mit seinen neueren Werken wie Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children stark abgeschwächt, aber in nach der Veröffentlichung des Addams Family-Spinoffs Wednesday hoffe ich, wie viele andere auch, auf ein Wiederaufleben des Stils von Tim Burton in seiner Fortsetzung von Beetlejuice.
Hallo, hallo. Ich bin durch den Wald und durch den Brand – mit einer satten Erkältung und jeder Menge Hitchcock Filme. Eigentlich hatte ich vor diese Reihe früher zu starten, aber jetzt hat es den Altmeister des Horrorfilms getroffen.
Wer das Glück hatte, ein Originaldrehbuch von Alfred Hitchcock in die Hände zu bekommen, konnte auf fast jeder Seite genaue Anweisungen lesen. Jedes Kostüm war detailliert angegeben. Es gab einen Grund für jede Farbe, jeden Stil, und er war sich bei allem, wofür er sich entschied, absolut sicher. Die subtilen Details waren für Hitchcock als einer der ikonischen Regisseure Hollywoods am wichtigsten. Der aus dem vereinigten Königreich stammende Regisseur machte sich gemeinsam mit seiner Frau einen Namen, der für seine spannenden und psychologisch komplexen Geschichten bekannt war.
Für den Regisseur von 52 Filmen war es wichtig, eine visuelle Sensation zu schaffen. Dies gelang ihm durch eine Inszenierung, die aufgrund ihrer unterbewussten Wirkung auf den Zuschauer revolutionär war. Alles, vom Kamerawinkel bis zur stimmungsvollen Farbgebung, war ein sorgfältig ausgeklügelter Plan. Hitchcock hatte eine genaue Vorstellung davon, wie er seine Geschichten erzählen wollte. In jedem Hitchcock-Film gibt es eine stilvolle weibliche Figur mit eiskaltem Auftreten: die Hitchcock-Heldin.
Seit 1935 präsentierte Alfred Hitchcock in seinen Filmen die „kühle Blondine“. Weibliche Hauptfiguren, die auf elegante, raffinierte Weise kultiviert und beherrscht waren. Allerdings verbarg sich unserer ihrer äußerlichen, kalten Lieblichkeit eine Skrupellosigkeit, Courage und offensive Sexualität. Als Vorläuferin dieses Typus gilt Marlene Dietrich. Die als „Hitchcock – Blondinen“ bekannten Schauspielerinnen waren Grace Kelly, Kim Novak und Tippi Hedren.
Hitchcock verstand, dass die physischen Elemente bei der Darstellung einer Figur, insbesondere ihre Kleidung, von großer Bedeutung sind, um eine Geschichte zu erzählen. In den 1930er bis 1960er Jahren waren Kostüme eine Sache, aber der Stil war ein ganz anderer. Maßgeschneiderte Kostüme mit taillierten Schnitten und klassische und von der Couture inspirierte Kleider prägten das Bild der rätselhaften Hitchcock-Frau. Die scharfen Silhouetten, die Hitchcock bevorzugte, waren Zeichen der Zeit und griffen oft auf die neueste Mode aus Paris zurück. Viele der Kostümentwürfe für seine Filme wurden von der Pariser Couture inspiriert, und Marlene Dietrich bat den Modeschöpfer Christian Dior, ihr Kostüm zu entwerfen. Die Schauspielerin, eine der größten Diven Hollywoods, wurde bei Verhandlungen mit Hitchcock mit den Worten zitiert: „No Dior, no Dietrich“.
Im Laufe seiner Filmkarriere arbeitete Hitchcock mit mehreren Kostümbildnern zusammen, vor allem aber mit Edith Head. Ihre Zusammenarbeit erstreckte sich auf mehr als 11 gemeinsamen Filmen. Eine der vielleicht größten frühen Arbeiten von Head an der Seite von Hitchcock war der Film „Fenster zum Hof“ von 1954, in dem Kelly die Rolle der mondänen Lisa Fremont spielte, die sich durch ihre Kleidung in Szene setzen wollte. Hitchcocks Vision von Fremont als Modefanatikerin hatte mit dem übergreifenden Thema des Films zu tun, dem Voyeurismus und der Vorstellung, aufgrund seiner Kleidung bewundert und beobachtet zu werden.
Head entwarf für Kellys Figur eine Reihe von Kleidern im Couture-Stil mit wallenden Ballerina-Röcken und Rohseidenanzügen von Cristóbal Balenciaga. Die Stücke waren repräsentativ für den Einfluss der französischen Couture im Amerika der Nachkriegszeit nach der Erfindung des „New Look“ von Dior, bei dem die Taillen minimiert und die Röcke maximiert wurden.
1958 setzten Head und Hitchcock ihre Zusammenarbeit mit „Vertigo“ fort, einem Film über Besessenheit und Identität, in dem Kim Novak die Rolle der Madeleine Elster spielte. Es heißt, dass Hitchcock die Idee für die genaue Farbe eines Anzugs für Novaks Figur im Kopf hatte, noch bevor die Dreharbeiten begannen. Die Kombination aus grauem Rock und schwarzen Pumps, die Head sich vorstellte, sollte die geisterhafte Farbe des Nebels in San Francisco, in dem der Film gedreht wurde, widerspiegeln. Anfänglich wollte Novak den Anzug nicht tragen, weil sie behauptete, sich darin nur schwer bewegen zu können. Doch die Qualität des Anzugs trug schließlich dazu bei, dass sie sich bei der Darstellung ihrer Figur visuell unwohl fühlte.
1960 schuf Hitchcock seinen wohl berühmtesten Film, „Psycho“ . Diesmal arbeitete der Regisseur nicht mit Head zusammen, sondern mit einer ihrer Kolleginnen, der Kostümbildnerin Rita Riggs, die zuvor an „Die Vögel“ und „Marie“ mitgearbeitet hatte. Für „Psycho“ war es von entscheidender Bedeutung, dass Janet Leighs Figur, Marion Crane, so sympathisch war, dass ihr früher Tod im Film einen großen Schock beim Publikum auslösen würde. Und tatsächlich steht ihr Kleid selbst für die Entwicklung ihrer Figur im Film. Für die Produktion bestand Hitchcock darauf, dass Riggs gekaufte Kleidung verwendet, um das Kleiderbudget von Cranes Job als Sekretärin einzuhalten. Riggs kaufte einen Großteil der Kleider im Kaufhaus Jax in Beverly Hills, wo sie Baumwoll- und Jerseykleider bevorzugte.
Hitchcocks Einfluss auf die Filmmode zeigt sich darin, dass die Kostüme über so viele Jahre hinweg ikonische Momente der Filmgeschichte geblieben sind. Im Laufe der Zeit wurden die Looks von den Designern als Inspiration für ihre Kollektionen übernommen. Alexander McQueen hat mehrere seiner Kollektionen dem düsteren Horror der Hitchcock-Filme nachempfunden. Die Liebe des Designers zu Vögeln führte dazu, dass er sich für seine gleichnamige Frühjahr/Sommer-Kollektion 1995 auf den Film The Birds von 1963 bezog. Später, bei seiner Herbst/Winter-Show 2005, zeigte er verschiedene klassische Hitchcock-Stile in gedeckten Farben und zeitloser 50er-Jahre-Schneiderei. Und fast ein Jahrzehnt später schuf Prada mit seiner Herbst/Winter 2013 Show die perfekte Garderobe für einen Krimi mit vielen Nerzstolen und dramatischen Anzügen.
Noch heute üben Hitchcocks Filme eine Faszination aus, die weit über die Modewelt hinausgeht. Die Frauenfiguren, die er für seine Filme schuf, brachten eine neue Art von Femme fatale hervor, eine Frau, die durch ihre Kleidung Raffinesse und Aufregung ausstrahlt. Hitchcock war sehr genau, wenn es um seine Bilder ging, und die Mode war nie ein nachträglicher Gedanke. Wenn es um Hollywood-Klassiker geht, steckte bei den Hitchcock-Heldinnen der Teufel wirklich im Detail.