Warum Game of Thrones besser ist

Ein Vergleich – Game of Thrones vs. House of the Dragons

Ja, Game of Thrones ist seit vier Jahren vorbei und House of the Dragon hat einen fulminanten Start hingelegt. Trotz Pandemie und anderen Voraussetzungen. Dennoch ist der Name Game of Thrones immer noch ein Begriff. Googlesuchen, Merchandise und Interviews mit den Darstellern sind immer noch hoch. Obwohl das Ende kontrovers war. Doch was macht Game of Thrones tatsächlich besser?  Oder vielmehr woran liegt es, dass Game of Thrones trotz vergleichsweise kleinem Budget einen viel größeren Einfluss ausgeübt hat als House of the Dragon? Es kann nicht an den Schauspielern, Regisseuren und Produzenten liegen oder an Skripten.

Game of Thrones und Michele Clapton

Eine ganze Welt – Einflüsse in Game of Thrones

Als vor mehr als zehn Jahren die Serie Game of Thrones anlief, wurde eine neue Fantasy-Welt in die Öffentlichkeit getragen. Die Welt von Westeros. Verantwortlich für die Kostüme war Michele Clapton. Bekannt war sie bereits für die Kostüme von Die Mätresse des Teufels bekannt. Die Britin gewann für Game of Thrones zwei EMMYs und später auch für ihre Kostüme in The Crown.

Arbeit hatten sie und ihr Team engen Kontakt zu George R. R. Martin, konnten aber sehr frei agieren, was die Entwürfe und Entwicklungen der Kostüme betraf. Michele Clapton hatte verschiedene Einflüsse, die immer wieder in den einzelnen Kostümen auftauchen. Als wichtigste Kernelemente können folgende genannt werden: Renaissance, die byzantinische Epoche, Samurai -Rüstungen, römische und griechische Antike. Ferner nennt sie Folklore und Mythologien verschiedener Nomadenstämme als wichtigen Ankerpunkt. 

Die Kleidung von Game of Thrones konzentrierte sich vor allem auf die zwei prominenten Familien: Stark und Lannister. Später auch auf die Familie Tyrell. Einzelne Figuren, deren Kleidung eine prominente Rolle einnahm waren Daenerys Targaryen, Brienne von Tarth und die Nachtwache als Gruppe  Die wichtigsten Kostüme der Serie waren die von Cersei Lannister, Sansa Stark und Daenerys Targaryen

Game of Thrones musste die Welt von Westeros in einem Mikrokosmos zusammenfassen und für den Zuschauer leicht zuzuordnen sein. Dadurch sind Farben, Stoffe, Schnittmuster und Motive das wichtigste, die Figuren einzelnen Gruppen schnell zuzuordnen.

Kostüme in Gruppen

Die Kleidung der Figuren sorgt für eine Unterstützung der Geschichte auf mehreren Ebenen. Es hilft verschiedene Regionen der sieben Königslande und anderen Teilen dieser Welt zuzuordnen und die Figuren voneinander zu unterscheiden, jede dieser Kleidergruppen ist beeinflusst von ihrem Umfeld und der Landschaft. So ist etwa der Norden nicht sehr reich, demzufolge ist die Kleidung der Starks schwere Pelze mit wenig Verzierung oder Schmuck, während die Westlande reich an Edelmetallen sind und die Lannister-Kleidung das zum Ausdruck bringt. Dazu kommt das, was Michele Clapton als „Trickle Down Principle” bezeichnete. Die Kleidung der Adligen ist Vorbild für die Kleidung der Bevölkerung, von den Bediensteten, über den Haushalt bis hin zur Bevölkerung der Region.

Neben diesen Eigenschaften stellt die Kleidung auch politische Beziehungen untereinander her. Etwa die Verbindung von Wappentieren bei Hochzeiten, aber auch Motive, die die Figuren in ihrer Kleidung nutzen, um ihre Situation zum Ausdruck zu bringen.

Die Familie Stark

Als zentrales Beispiel ist die Familie Stark zu sehen. Und die wichtigsten Figuren dieses Stils, gerade zu Beginn der Serie, sind Eddard Stark (Ned), seine Frau Catelyn Stark und die älteste Tochter Sansa Stark. Die Kleidung besteht aus verschiedenen Blau- und Brauntönen. Die Starks herrschen von der Burg Winterfell über den Norden von Westeros, eine dünn besiedelte, kalte Landschaft. Und die Kleidung der Starks ist an das Wetter angepasst: Es gibt graue Blautöne und braune Farben. Die Kleidung ist häufig gefüttert und gesteppt und schwere Wollmäntel mit Fell. Die Kleider haben vornehmlich die Funktion, die Träger vor den Temperaturen zu schützen und wirken auf den ersten Blick schlicht und funktional. Dennoch hebt sich die Kleidung der Starks durch verschiedene Details hervor. Michele Clapton zog Inspiration vor allem aus der nordeuropäischen Kleiderordnung, aber auch asiatische Motive. Gerade die Waffenröcke der Männer sind eher Hosenröcken nachempfunden. Dominierend für die Männerkleidung sind Hemden mit Tunnelzügen, ein Lederwamms, verschiedene gesteppte Westen, Hosen aus dichter Wolle oder Leder und derbe Stiefel.

Die Kleidung der Frauen sind gerade geschnittene Wollkleider. Diese unterscheiden sich lediglich in den Volumen ihrer Röcke, da weite Röcke eine höhere soziale Stellung anzeigen. Die weiteren Röcke sind unpraktischer für Feldarbeit. Ein dekoratives Element sind Knoten um den Halsausschnitt. Nach Michele Clapton impliziert es, dass ein Mädchen noch nicht im heiratsfähigen Alter ist. Eine Figur, die dieses Motiv zu Beginn trägt, ist Sansa Stark, als älteste Tochter von Eddard Stark und Catelyn Tully ist sie im passenden Alter für mögliche Heiratspläne.

Catelyn Stark stammt aus der wohlhabenden Familie Tully, die über die Flusslande herrscht. Sie hat Eddard Stark nach dem Tod seines älteren Bruders geheiratet und ist Herrin von Winterfell. Auch nach fünfzehn Jahren empfindet Catelyn den Norden immer noch als Fremd und pflegt eine gewisse höfische Kultur, die eher von den anderen Adelsfamilien der sieben Königslande praktiziert wird. Anders als Eddard Stark ist sie mit der Religion der Sieben aufgewachsen. Ihre Kleidung ist immer wieder mit Fischmotiven versehen, da der Fisch das Wappentier der Tullys ist. Catelyn trägt häufiger grünblaue Töne, was sie sowohl als Tully als auch als Stark kennzeichnet. Ihre Krägen sind mit Stickereien versehen. Michele Clapton zufolge hat Catelyn diese Technik mit in den Norden gebracht.

Die Familie Lannister

Die reichste Familie in Westeros stellt das auch sehr deutlich dar. Die Materialien sind Edelmetalle. Gold wird in Dekorationen verwendet, ob an den Rüstungen oder der zivilen Kleidung. Die zweite wichtige Farbe ist rot. Die Wappenfarben der Lannisters ziehen sich durch die Kleidung und repräsentieren ihren Reichtum, ihre Macht und das Selbstverständnis der Familie. Insbesondere durch das Familienoberhaupt Tywin Lannister (Charles Dance). Seine Kinder Cersei, Jaime und Tyrion zeigen in ihren Kostümen auch jeweils Referenzen. Insbesondere Cersei Lannister in Staffel 2, nach dem Tod von Robert Baratheon, stellt ihre Familienzugehörigkeit deutlich heraus. Die Brüder Jamie und Tyrion hingegen sind variabel, Jamie trägt zu Beginn die Rüstung der Königsgarde, Tyrions Kleidung wird im Laufe der Zeit aufwändiger. Besonders als Hand des Königs.

Die Kleidung der Lannister hat stärkere asiatische Einflüsse, insbesondere weite Arme, die auch in Kennzeichnend für Königsmund (Kings Landing) sind. Noch deutlicher wird es an der Rüstung von Tywin Lannister in Staffel 2, wo deutlich ein Einfluss japanischer Rüstungen zu finden ist.  Ein weiteres Motiv ist ein deutlich militärischer Einfluss auf die Kleidung. Für die Lannisters ist Kleidung eine Rüstung in den sozialen Gefügen, in denen sie leben. Insbesondere für Cersei.

Die Familie Tyrell

Der dritte, prominente Familie, die eine bestimmte Dominanz in Mode zeigt, ist die Familie Tyrell. Die neben den Lannisters die wohlhabendste Familie in Westeros ist. Die Tyrells regieren die Weite, die landwirtschaftlich stärkste Region des Landes, die vor allem für ihren Wein bekannt ist, aber auch die anderen Regionen mit Lebensmitteln versorgt. 

Die Tyrells sind anders als die Lannisters zeigen ihren Wohlstand vor allem durch die Materialien ihrer Kleidung

Anders als die Familie Lannister sind die Tyrells mit floralen Motiven umgeben – zum einen weil die Rose das Hauswappen ist, zum anderen aber auch weil der Wohlstand der Familie auf Landwirtschaft begründet ist. Auch sind bei den Tyrells starke Einflüsse moderner Designer zu finden. Etwa sind die Kleider von Margaery Tyrell in starker Anlehnung an Alexander McQueen zu finden. Auch steht sie in direktem Kontrast zu Cersei Lannister.

Kleider als Teil der Figur

Ein weiterer Punkt ist, dass Kleidung eine Geschichte transportieren muss, und an welchem Punkt der Geschichte die Figur sich befindet. Drei gute Beispiele dafür sind Cersei Lannister, Sansa Stark und Margaery Tyrell. Sansa Stark wird zu Beginn der Geschichte in den Farben der Stark gezeigt. Wobei ihre Farben etwas heller sind, da Sansa sich gerne von ihrer Familie absetzen möchte und die Vorstellung hat, einmal als Königin in Königsmund zu herrschen. Als Eddard Stark zur Hand des Königs berufen wird und nach Königsmund reist, übernimmt Sansa, die ihren Vater begleitet, sehr schnell die höfische Kleidung. Vor allem imitiert sie Cersei Lannister und ihre Hofdamen. Sansa Stark wird in die Intrigen am Hof hineingezogen und zunehmend zum Spielball der Lannisters. Ihre Kleidung wird heller, fragiler und Motive wie Libellen tauchen auf und Sansas Kleidung wird voluminöser, um sie zu schützen. Mit der Flucht aus Königsmund verlässt sie Pastelltöne und trägt, schwarz oder graue Blautöne. Sansa Stark, mit ihrer Rückkehr zu Winterfell übernimmt wieder ihre Familienfarben.

Cersei Lannister im Gegensatz dazu trägt in der ersten Staffel helle, leichte Pastelltöne mit bestickten Vogelmotiven. Sie sieht sich selbst als Frau, die ihre Intelligenz nicht ausnutzen kann und von ihrem Mann, Robert Baratheon, unterdrückt ist. Mit dem Tod von Robert beginnt eine farbliche Veränderung. Sie beginnt die Familienfarben der Lannisters zu tragen und anstelle der Vogelmotive trägt sie den Löwen der Lannisters. Dieses Motiv zieht sich danach durch ihre ganzen Kostüme. Da sie in Margaery zunehmend Konkurrenz sieht, beginnt Cersei ab Staffel 4 einige Kleiderschnitte von Margaery zu übernehmen, aber nach dem Schandgang, wird Cerseis Kleidung zunehmend gerader und glatter, mit militärischen Motive wie etwa Schulterklappen und Brustplatten. Auch verschwinden starke Farben, und Cersei Lannister trägt schwarz, mit Referenzen an ihren Vater Tywin Lannister, aber auch noch die Motive des Löwen.

Margaery Tyrell hingegen beginnt mit leichten, mädchenhaften Kleidern mit fließenden Schnitten. Sie heiratet Renley Baratheon, Robert Baratheons jüngeren Bruder, in der Hoffnung auf eine politische Allianz zu bilden, da Renley Ansprüche auf den Eisernen Thron erhebt. Renley stirbt durch ein Attentat seines Bruders Stannis. Margaery als junge Witwe wird nun mit Joffrey Lannister verheiratet. Ihre Kleidung wird nun extravaganter, körperbetonter und expressionistischer. Motive wie die goldene Rose, oder Rosen im Allgemeinen werden immer wieder genutzt und zeigen sie vor allem als Teil einer Familie. Vor allem einer wohlhabenden Familie, die ihren Wohlstand zur Schau stellt, aber anders als die Lannisters stärker darauf angewiesen ist.

House of the Dragon – Jany Temime 

Als Erweiterung der Welt um Westeros ist nun House of the Dragon. Die Serie zeigt die Familie Targaryen zu einem Zeitpunkt ihrer unangefochtenen Herrschaft über Westeros. Die erste Staffel steht unter den Vorboten des “Tanz der Drachen”, einem Krieg, der die Thronansprüche von Rhanerya Targaryen und ihrem Halbbruder Aemon Targaryen auslöste. Das Kostümdesign wurde von Jany Temime übernommen. Jany Temines Arbeit findet sich vor allem in Filmen und House of the Dragon war ihre erste Serienarbeit. Anders als Michele Clapton konnte Jany Temime bereits auf eine bestehende Welt aufbauen.

Der Höhepunkt der Targaryen

Der Vorteil, den Jany Temime hatte, war, dass es bereits eine feste, etablierte Ausstattung der Welt gab, die sie erweitern sollte. Anders aber als für Michele Clapton bestand die Herausforderung das Haus Targaryen, das in Game of Thrones nur durch Daenerys Targaryen und ihren Bruder Viserys dargestellt wurde. Für die Familie Targaryen gab es zudem keine genaue Rhetorik, da Daenerys’ auf dem Kontinent Essos in verschiedenen Kulturen lebt und deren Kleidung trägt. Viserys’ Kleidung zeigt Drachenmotive als Stickereien. Anders aber als die beiden Geschlechter ist die Geschichte der Targaryens in House of the Dragons zum Höhepunkt ihrer Macht angesiedelt. Die Familie hat einen unangefochtenen Herrschaftsanspruch auf Westeros, durch lebende Drachen und den Reichtum der Krone. Jany Temime legte daher den Fokus auf zwei Punkte – zum einen, dass die Handlung 200 Jahre vor den Handlungen von Game of Thrones spielte und die Kleidung dementsprechend aussehen musste und Kleidung die auf antike Hochkulturen schließen ließ. Ihre Inspiration waren Byzanz und die Renaissance. Der Wohlstand der Targaryens sollte sich vor allem durch ihre Kleidung darstellen, die kostspielig und aufwändig war.

Rhaenyra und Alysanne – Kommunikation durch Kleidung

Die beiden wichtigsten weiblichen Figuren, Rhaenyra Targaryen und ihre Kindheitsfreundin Alysanne Hohenturm sind zu beginn der Handlung in leicht, wenig aufwendige Kleider. Wobei Rhaenyra Targaryen bereits von Beginn hat viele Drachenmotive in irgendeiner  Weise trägt, Alysanne hingegen weiche Schnitte. Nach dem Tod von Rhaenyras Mutter beginnt ihr Vater, Otto Hohenturm, seine Tochter als zweite Ehefrau des Königs zu positionieren. Alysanne trägt zunehmend erwachsene Kleidung, zum Teil auch Kleidung ihrer eigenen Mutter, um reifer und weiblicher zu wirken. 

In der gleichen Zeit wird Rhaenyra als Erbin ihres Vaters Viserys eingeführt. Und ab diesem Moment wird ihre Kleidung aufwendiger. Sie trägt antikisierenden Schmuck und Kleidung, die an rituelle Kleidung erinnert. Nach Angaben von Jany Temime ist dieses Kleid ein antikes Kleidungsstück, das in den Generationen weitergereicht wird und inspiriert ist von antiken Mosaiken und orthodoxen Heiligendarstellungen aus byzantinischen Kirchen. Die Hochzeitskleidung von Rhaenyra und Daemon ist inspiriert von traditioneller japanischer Kleidung und Kopfschmuck. 

Je weiter die Handlung voranschreitet, umso mehr ändert sich die Kleidung der beiden Mädchen/Frauen. Rhaenyra trägt stark strukturierte Kleidung, mit hohen Taillenabschlüssen und voluminösen Röcken. Ihre Position als Erbin ihres Vaters wird durch die Verwendung von Farben und Stickereien gezeigt. Sie trägt Drachenmotive in Form von Knöpfen und Stickereien, ihre Kleidung nimmt Schuppenmotive und Feuerelemente mit auf. 

Alysanne hingegen beginnt ihre Kleidung vor allem immer mehr als kommunikative Waffe einzusetzen. Nachdem sie als Frau in einem männerdominierten Umfeld immer wieder der Faustpfand war, wird ihre Kleidung hochgeschlossen und in den Familienfarben der Hohenturms. 

Daemon Targaryen – Royal Rouge

Daemon ist der jüngere Bruder von König Viserys und der Anführer der Stadtwache. Seine Kleidung zeichnet sich auch genau dadurch aus. Er ist meist in praktischer Kleidung zu sehen: Stiefeln, Hemd, Wams und Hosen. Anders als sein Bruder ist er schlichter gekleidet, aber immer in den Familienfarben und der entsprechenden Qualität und Eleganz.  Er ist der militärische der beiden Brüder, aber auch vergleichsweise zupackend. Er gräbt die Dracheneier aus, führt die militärischen Gegenschläge gegen die Aufstände durch und setzt die Thronansprüche seiner Familie über alles. Dennoch ist Daemon auch gefährlich, frustriert in seiner Rolle und eine gefährliche Figur in der politischen Landschaft. 

Seine Position innerhalb der Familie wechselt immer wieder, aber letztendlich gehört er zu dem Familienverbund der Targaryen. 

Viserys – der Statuenkönig.

Die interessanteste, aber auch tragische Figur ist König Viserys Targaryen, gespielt von Paddy Considine. Viserys durchläuft eine extreme, physische Veränderung durch eine nicht näher benannte Krankheit. 

Im Laufe der Handlung wird seine Kleidung immer schwerer, drückender, aber auch kaschierender, um den Verlust von Gliedmaßen zu verstecken. Ebenso wird seine Kleidung voluminöser, ausladender, um den körperlichen Verfall zu betonen. Und je mehr die Krankheit seinen Körper zeichnet, umso mehr wird mit Prothesen versucht, das zu verstecken. So dass Viserys am Ende eher einer lebenden Statue als einem Menschen gleicht. 

Warum Game of Thrones besser ist?

Obwohl die Produktion von House of the Dragon deutlich ausgereifter und nach dem Standard moderner Fernsehserien gedreht wurde, blieb sie hinter Game of Thrones zurück. Die Ausstattung der Figuren, der Sets aber auch der einzelnen Schauspieler war überragend, aber sie blieb genau das: einzeln betrachtete Elemente. Jede Figur durchlebt ihre eigene Geschichte, ihren eigenen Handlungsstrang, ohne dass es sich zu einer gemeinsamen Einheit verbindet. Allerdings beschränkt sich ihre Arbeit auch auf eine Staffel, so dass man auf die folgenden Staffeln und die Entwicklung gespannt sein kann.

Michele Claptons Design schuf über acht Staffeln eine Zusammengehörigkeit von Gruppen in sozialen Gefügen, Normen und Orten. Und schaffte es, den Spagat Figuren sowohl einer Familie oder einem Verbund zuzuordnen und sie gleichzeitig eine individuelle Geschichte durchleben zu lassen.

Eingekleidetes Westeros – Eine Game of Thrones Studie

Fantasywelten und eine Welt im Umbruch

Game of Thrones hat seine Spuren in der Film- und Fernsehwelt hinterlassen. Umso spannender ist es, dass die Welt von George R.R. Martin genaugenommen etlichen Regeln und Normen unterliegt, im Bezug auf historische Kleider und Kleiderordnungen, wenn wir die Beschreibungen der Romane betrachten, wie sich Westeros in seiner Kleidung definiert.

Wie entsteht eine Kleiderordnung ?

Betrachtet man die Frage nach Geschichte und Fantasy, vermischen sich die Vorstellungen seit dem Überraschungserfolg von J.R.R. Tolkiens Universum – gleichzeitig rezipiert Fantasy vieles der Mittelalterlichen Sagenkultur, die historisch verordnet werden. Mit Anmerkungen verschiedener historischer Ereignisse, die George R. R. Martin im Laufe der Jahre als Inspiration für sein Universum der Reihe von “Das Lied von Eis und Feuer” genannt hat, kann die Gesellschaft innerhalb zwei verschiedener historischer Epochen auf dem Europäischen Kontinent zugeordnet werden.

Ein Großteil der sozialen Ordnung beruht auf einer mittelalterlichen Ständegesellschaft, die sich bis in die frühe Neuzeit, die Renaissance und den Absolutismus erstreckt. Ein Großteil der Bevölkerung lebt und arbeitet in einer landwirtschaftlichen Struktur rund um Burgen, die der sozialen Oberschicht gehören. Diese unterteilt sich in herrschaftliche Häuser, Ritter, Administrative und die jeweiligen Familien, die direkt von der Krone zu Statthaltern ernannt wurden. Dieser Titel ist erblich und kann nur durch Entzug der Krone, Tod oder den Eintritt in einen zölibatären Orden, Königsgarde, Nachtwache oder Maester, entzogen bzw. abgegeben werden.

Westeros wird in sieben verschiedene Gebiete unterteilt: Der Norden mit den Bäreninseln und Skagos, das grüne Tal, die Flusslande, die Westlande mit den vorgelagerten EIseninseln, die Kronlande und die Insel Drachenstein, die Sturmlande mit den Inseln Estermont und Tarth, die Weite mit der Weininseln Arbor, Dorne. Die sieben Landstriche werden als die Sieben Königslande bezeichnet, die ein Synonym für Westeros sind. Die Hauptstadt Königsmund liegt an einer natürlichen Meeresbucht in den Königslanden und ist die Hauptstadt des Landes, von wo aus der König auf dem Eisernen Thron herrscht.

Fantasywelten und Mittelalter

Um sich einen Überblick über Westeros und seine Kleidungsgegebenheiten zu verschaffen, ist es wichtig, zunächst zu definieren, in welcher Gesellschaft sich die Welt von Westeros befindet. Was ein Großteil ihrer sozialen und wirtschaftlichen Mechanismen sind und wie sich daraus die Möglichkeiten ergeben, wie die Figuren ihre Kleidung und Textilien erwerben. Westeros, wie sehr viele Welten der Fantasy, ist ein Hybrid aus verschiedenen historischen Welten, eines haben sie aber alle gemeinsam: es handelt sich um eine Gesellschaft vor der Industrialisierung und Elektrifizierung. Das bedeutet, es ist eine Gesellschaft, die vor allem auf Landwirtschaft beruht, mit einer Auswahl an Maschinen, die maximal mit menschlicher oder tierischer Kraft bewegt werden können.
Demzufolge werden auch Textilien in der Produktion langwierig und teuer sein, da sie meist aus regional verfügbaren Quellen in Handarbeit hergestellt und dementsprechend vertrieben werden. Es gibt zwar einen interkontinentalen Warenverkehr zwischen den Kontinenten Westeros und Essos, dieser landet aber nur an bestimmten Häfen und ermöglicht einen eingeschränkten Warenkonsum, der meist für die soziale Oberschicht bestimmt ist. Dieser Konsum ist jedoch Luxus und ist losgelöst von den zunächst wichtigsten Aspekten von Kleidung und ihrer Funktion. Diese richtet sich nach den klimatischen Gegebenheiten und regionalen Besonderheiten der einzelnen Landstriche. Westeros ist ein Kontinent der Extreme, der eine große Bandbreite von klimatischen Verhältnissen bietet und dementsprechend aufgeteilt wird.

Dem Autor zufolge ist Westeros der Größe nach mit Südamerika zu vergleichen, in Geographie ähnelt er den Britischen und Irischen Inseln – das Klima variiert stark zwischen extremer Hitze und Kälte. Die Jahreszeiten dauern meist mehrere Jahre an. Der Norden ist ein schneereiches Gebiet, das sogar in den Sommerjahren Schneefall hat. Getrennt wird ein teil des Nordens durch “die Mauer” – ein Bauwerk, dessen Hintergrund niemand kennt und was Westeros von einer Bevölkerung “jenseits der Mauer” trennt – die in gebieten Leben die zum teil noch eisiger und lebensbedrohlicher sind. Dieses Gebiet umfasst eine Taigaartige Steppe bis zu Polarregionen, die nicht näher erforscht sind. Laut George R.R. Martin ist das Gebiet jenseits der Mauer, ein Großteil des Kontinents und wahrscheinlich größer als Grönland.

Im Süden des Kontinents, Dorne, ist das Klima dagegen heiß und trocken und die einzige Wüstenregion. Westeros sind im Norden, Osten und Westen verschiedene Inseln vorgelagert: die Bäreninsel, Skagos, die Eiseninseln (Archipel), Tarth, Estermont , Drachenstein und der Arbor.

Die Gegend von Westeros sind auch von Gebirgsketten durchzogen, die Teils als natürliche Grenzen dienen: Die Mondberge trennen das Tal von Arryn weitestgehend von Westeros ab, die roten Berge von Dorne, lagern den bewohnten Gebieten Dornes vor und die Frostfänge sind jenseits der Mauer eine natürliche Grenze zu den Polarregionen. Eine weitere natürliche Grenze und auch Routen sind Flüsse, die Möglichkeiten des Handelns und Reisens bieten. Jenseits der Mauer sind folgende Flüsse bekannt: Milchwasser und der Geweihfluss. An der Mauer Richtung des Nordens finden sich “Der letzte Fluss”, der Weißklinge und das Wimmernde Wasser. Der größte Fluss Westeros`, der dreiarmige Trident und seine Nebenflüsse Rotfurt, Blaufurt und Grünfurt geben den Flusslanden ihren Namen. Der Schwarzwasser (Königslande), Der Mander (Weite mit den Nebenflüssen Cockelswhent und Blue Byrne), Dorne Grünblut (Scourge) und der Brimstone – an den Flüssen finden sich die wichtigsten Siedlungen neben den Hauptreiserouten, die von Königsmund aus führen: Königsweg (von Sturmkap über Schnellwasser und Winterfell bis zur Schwarzen Festung. Die Flussstraße von Hohenehr über Schnellwasser bis nach Casterleystein, Die Seestraße von Casterleystein bis nach Rosengarten, die Rosenstraße von Altsass bis an eine Kreuzung in den Strumlanden auf den Königsweg, der Knochenweg von Sturmkap über Sommerhall nach Eisenwald in Dorne.

Entlang der Routen finden sich die größten Waldgebiete, der Wolfswald um Winterfell, der Königswald südlich von Königsmund und angrenzend an die Sturmlande, der Regenwald im Süden.

Beide Kontinente erleben die gleichen Auswirkungen von Jahreszeiten. Die Dauer der jeweiligen Jahreszeit ist unvorhersehbar und varriiert. Zwar werden in der Zitadelle von Altsass Klimaaufzeichnungen vorgenommen um einen Rhytmus der Jahreszeiten zu bestimmten, allerdings ist es nach wie vor eine ungenaue Wissenschaft.

Häuser & Region

Mit den geographischen Gegebenheiten ist ersichtlich, wie sich klimatische und geographische Strukturen auf die Wahl von Kleidern ausüben, nicht nur ihrer Optik nach, sondern vor allem dem Material und der Funktion von Kleidung.

Der Norden: Die Starks

Beherrscht wird der Norden durch das Haus Stark von der Burg Winterfell aus. Der Norden bildet flächenmäßig die größte Region der sieben Königslande, ist aber die Bevölkerungsärmste, aufgrund der harten und langen Winters. Die wichtigste Stadt und Hafen der Region ist Weißwasserhafen im Nordosten. Da die klimatischen Wetterwechsel dort am stärksten zuschlagen, sind die Aufbaustrukturen weniger auf die Produktion von Textilmaterial ausgelegt, sondern der von Nahrung, die für die Vorratshaltung gebraucht wird. Weitere Lebensmittel, Textilien und Rohmaterial werden über den Weißwasserhafen importiert. Burgen wie Winterfell betreiben Gewächshäuser, um eine eigene Lebensmittelproduktion zu ermöglichen. Trotz dieser Vorkehrungen sind Hunger und Tod in den Winterjahren nichts ungewöhnliches.
Um den klimatischen Strukturen des Nordens gerecht zu werden, tragen die Bewohner vor allem schwere, dichte Wolle, Felle, Filz und gekochtes Leder sowie dicht gewebte Naturfasern. Für festlichere Kleidung vermutlich auch Brokatstoffe in Winterfell. Das erste Ziel der Kleidung ist es, die Menschen warm zu halten und vor Witterung zu schützen und ihnen das Überleben zu sichern. Daher liegt sie dicht an und besteht aus mehreren Schichten und wird in vielen Fällen auch mit Wolle gefüttert sein, um eine zusätzliche Isolation zu gewährleisten.

Das Grüne Tal: Die Arryns

Das Grüne Tal und die Mondberge wird von dem Haus Arryn beherrscht. Ihr Sitz die die Burg Hohenehr und die Wichtigste Hafenstadt ist Möwenstadt im Osten von Westeros. Die Region ist von Bergen im Westen und vom Meer im Osten begrenzt und liegt weitestgehend isoliert da. Nachrichten aus und in das Tal sind schwer zu vermitteln. Seine Grenzen werden von Bergstämmen bevölkert, die in nomadischen Strukturen leben.
Da es sich bei dieser Region um eine Hochlandebene handelt, wird ein Großteil der Bevölkerung vor allem von der Viehzucht leben und weniger von Feldwirtschaft. Ebenso wie die Bergstämme wird vor allem wahrscheinlich gejagt und gesammelt. Kleidung muss also vor allem strapazierfähig sein, so dass ein Großteil feste Naturfasern, Wolle, Hanf, Nessel und Leder beinhalten wird, vielleicht auch Felle, von erlegten Tieren.
Bergstämme, die als Nomaden funktionieren, werden vor allem durch Jagen und Sammeln bestimmt, sowie Kleidung, die durch Raubzüge erbeutet wird. Durch die Hafenregion kommen importierte Lebensmittel, Stoffe und Händler in die Region. Ein Teil der Kleidung wird wahrscheinlich auch importiert, da die lokale Oberschicht den Gepflogenheiten des Südens stärker entsprechen kann.

Die Flusslande: Die Tullys

Die Flusslande bilden das zentrale Land in den Königslanden. Beherrscht wird es durch das Haus Tully von der Burg Schnellwasser aus. Das Land war ursprünglich kein eigenständiges Königreich, sondern ist aus administrativen Gründen den anderen Königslanden gleichgestellt. Die Flusslande zeichnen sich durch drei Binnenländische Handelsstädte aus: Seegart, Salzpfann und Jungfernteich und sind Schauplatz einer der populärsten Geschichten in Westeros “Florian und Jonquil”. Geprägt wird das Land durch die Flüsse – allen voran dem Trident mit seinen Nebenarmen und dem Fluss Trommelstein, der in den Westlanden entspringt.
Die Flusslande sind durch die vielen Flussregionen ein Handelsknotenpunkt vor allem Richtung Norden und die Region durch Flüsse fruchtbar für den Ackerbau. Um das kühlere Klima abzufedern, werden vor allem feste Woll- und Naturfaser genutzt. Ähnlich wie in den Mondbergen Hanf, Flachs und Nessel sowie Wolle, die wahrscheinlich vor Ort verarbeitet werden können, mit einer hohen Dichte an Handelsplätzen siedeln sich automatisch auch Handwerker an. Die Flusslande sind aufgrund des Handels eine Wohlhabende Region, was bessere Verarbeitungsmöglichkeiten und höhere Verdienste von Händlern, Handwerkern und Kaufleuten bietet. Über die Handelspunkte werden auch Stoffe wie Seide importiert, die wahrscheinlich dichter gewebt werden, um dem Klima besser zu entsprechen – also Formen von Brokat und Damast.

Die Westlande: Die Lannisters

Die Westlande werden durch das Haus Lannister beherrscht, deren Sitz auf Casterleystein ist. Die Gegend ist hügelig und niedrige Berge bestimmten die Landschaft. Die wichtigste Stadt vor Casterley ist Lannishort, die zugleich der Hafen ist. Die Region ist reich an Edelmetallen, die dort abgebaut werden und dementsprechend Handel betreiben. Angrenzend an die Flusslande bilden sich an den Grenzen Handelsplätze, so dass vermutlich ein Großteil der Waren importiert werden kann und die verbleibenden Felder zur Lebensmittelproduktion genutzt werden können, aber auch teils für die Textilproduktion genutzt werden. Da die Westlande reich sind, können Sie einen Teil importieren und kaufen. Da ein Großteil der Bevölkerung vermutlich im Bergbau tätig ist, muss die Kleidung robust sein, Nässe und Kälte abfedern. So werden Wolle, Nessel und Loden oder Filz einen Hauptteil der Bekleidung darstellen.
Als großes Handelszentrum wird Lannishort eine Vielzahl an teuren Importen fördern. So auch Kleidung, die von reichen Kaufleuten, Adeligen und Honoratioren getragen werden. Wahrscheinlich Seide in Form von Damast und Brokat da sowohl Casterley als auch die Lannishort direkt an der Küste liegen, aber auch Mode aus Königsmund wird von Vasallen und den Lannisters selbst geordert.

Die Eiseninseln: Die Graufreuds

Nordwestlich vorgelagert vor den Westland liegt das Archipel der Eiseninseln, bestehend aus Groß Wiek, Alt Wiek, Harlau, Schwarzfluth, Orgmont, Salzklipp und Peik. Eine regnerische, kalte Seeregion, die von einem Kriegervolk bewohnt wird – die sich selbst Eisenmänner nennen. Das Haus Graufreud beherrscht diese Region, wobei sich die Traditionen weitestgehend von denen auf dem Festland unterscheiden. So werden im Falle mehrere Thronansprüche ein Thing einberufen um die unterschiedlichen Ansprüche zu hören und zu entscheiden. Die Kultur der Eisenmänner besteht nach wie voraus Seekrieg und Piraterie. Da sie vor allem aus Seefahrern und Piraten bestehen – wird die Kleidung vor allem für Seefahrt genutzt werden: wasserabweisende KLeidung wie Wolle, Nessel, behandeltes Leder, Loden oder Filz.

Die Kronlande: Hybride

Die Hauptstadt der sieben Königslande ist Königsmund, von wo aus der König auf dem Eisernen Thron herrscht. Die Stadt selbst liegt in der Schwarzwasser bucht, was sie gleichzeitig zu einer Hafenstadt macht. Andere Knotenpunkte, rund um Königsmund sind Dämmertal und Rosby. Vorgelagert in der Meerenge sind die Inseln Drachenstein, Dirftmark und Klaueninsel. Drachenstein verwaltet diese Inseln selbstständig. ALs Knotenpunkt des Reiches, laufen vor Königsmund verschiedene Routen zusammen so dass sowohl Waren dort ankommen als auch vertrieben werden. Die Kleidung dort wird eine Kombination aus verschiedenen Stoffes ein die sowohl von dem Nachbar Kontinent Essos ankommen, als auch aus Dorne, YiTi, Mereen, den Sommerinseln und ähnliches. Gemäß der Bedeutung der Stadt siedeln sich dort eine Reihe hochspezialisierter Fachkräfte an, die den Hof und Nobilitäten der Stadt mit hochwertigen Waren und Dienstleistungen versorgen.
Die Bewohner können unmittelbar an neusten Waren und Importen teilhaben, die nicht sofort in andere Teile des Landes gelangen.

Die Sturmlande: Die Baratheons

Die Sturmlande werden vom Haus Baratheon beherrscht und die Burg Sturmkap bildet das Zentrum. Zu den Sturmlanden gehören mehrere Inseln, wie Estermont und Tarth. Die Bucht, in der die Burg liegt, wird aufgrund der heftigen Stürme als Schriffbruch-Bucht bezeichnet. Die Sturmlande zeichnen sich durch ihre großen Waldgebiete aus. Dazu zählen der Regenwald und der Königswald. Die Region ist mäßig bevölkert mit einem feuchten Klima und fruchtbaren Gebieten.
Die Sturmlande sind eine Gegend die vor allem per Namen, an der Küste liegen und von Stürmen betroffen sind, demzufolge muss die Kleidung zwei wichtige Funktionen erfüllen – Gegen Wind und Witterung schützen- folglich Brokat, Damast, schwere Baumwolle, Wolle, Leder. Da Tarth und Estermont meist die ersten Anlegeplätze für Handelsschiffe aus Essos sind, wird Ein teil der Waren importiert werden können und es eventuell auch zu Hybriden kleidungsverhalten kommen – die Inseln Tarth und Estermont werden nicht näher beschrieben, das Bekleidungsverhältnis wird ähnlich sein, obwohl Tarth mit Marmorhandel ebenfalls einen Wohlstand halten wird.
Durch den Wald wird ein Teil der Bevölkerung in der Forstwirtschaft arbeiten . So etwa Köhler. Ein Teil der Bekleidung wird ebenfalls Fell oder Pelz sein um vor den Temperaturen im Wald Schutz zu bieten.

Die Weite: Die Tyrells

Die zweitgrößte Region von Westeros wird durch das Haus Tyrell von Rosengarten aus beherrscht. Die Weite hat die Hafenstadt Altsass an der Südwestlichen Meeresküste gelegen, wo die Zitadelle der Maester ihren Sitz hat. Da die Region die fruchtbarste ganz Westros’ ist, ist Haus Tyrell neben den Lannisters die wohlhabendste Familie, was Reichtum, aber auch Truppenstärke betrifft. Der wichtigste Handel der Region ist Wein, vor allem der von der Insel Arbor.
Als eine wohlhabende Region kann die Weite einen Teil ihrer Waren importieren und konkurriert dementsprechend vor allem mit der Hauptstadt des Reiches. In den Knotenpunkten der Handelsstraßen siedeln sich, ähnlich wie in Königsmund, hochspezialisierte Handwerker an, die an Fähigkeiten hohe Preise fordern können. Durch das milde Klima, das in der Weite vorherrscht, wird ein Großteil der Stoffe Seide, leichte Baumwolle, Hanf und Flachs verwendet. Durch den Wohlstand können Kleidungsstücke auch aufwändig mit importierten Stoffen und Spitzen versehen werden.

Dorne: Die Martells

Die Region Dorne ist eine Wüstenregion am südlichsten Teil des Kontinents gelegen beherrscht wird sie durch das Haus Martell von der Burg Sonnspeer aus und hat zwei Hafenstädte – Sonnspeer selbst und die Plankenstadt. Durch die natürlichen Grenzen des dornischen Meeres und den Roten Bergen besitzt Dorne ein große kulturelle und ethnische Eigenständigkeit und kulturelle Identität, ähnlich wie der Norden und die Region ”Jenseits der Mauer”.
Da die Region Großteils Wüste ist, wird ein Großteil der Kleidung, im Gegensatz zum Norden dazu genutzt die Hitze fernzuhalten beziehungsweise eine Temperaturregulierung zu schaffen. Die Stoffe sind leicht und fließen – Seide, Musselin und Batiststoffe. Ebenso robuste Materialien um ein lebensfeindliches Gebiet wie die Wüste zu durchqueren – dichte Baumwolle und Ledergürtel. Auch die Kampftechniken die in Dorne angewandt werden unterscheiden sich von denen in den zentralen Ländern der Sieben Königslande. Die Speerkämpfer von Dorne müssen sich im Vergleich zu den Berittenen Kämpfern auf Geschwindigkeit und Mobilität verlassen, was zu leichteren Rüstungen und Schutzbekleidungen führt.

Die Mauer: Die Nachtwache

Die Nachtwache ist eine zölibatärer Orden, die an der nördlichsten Grenze der sieben Königslande an einem prähistorischen Grenzbau, Die Mauer, ihren Dienst verrichten. Ursprünglich gegründet um die Sieben Königslande vor einer übernatürlichen Gefahr zu schützen, die die Nachtwache mittlerweile ein unterfinanzierter Orden, der vor allem verurteilte Verbrecher, 3. oder 4. Söhne kleinerer Adelshäuser oder Bastarde rekrutiert oder zugewiesen bekommen, um weiterhin bestehen zu können. Dementsprechend ist die Bekleidung, sofern sie beschrieben wird ein Gemisch aus Kleidung der verschiedenen Regionen, der Rekruten, die schwarz eingefärbt wurden. Bei Söhnen aus Adligen Familie wurde eine Ausstattung vorgenommen (Bd. 1) – wichtig also ist in diesem Fall die Homogenität der Farbe und weniger eine gleiche Uniforme Kleidungsstücke.
Um die subarktischen Temperaturen auszuhalten, werden auch vermutlich immer wieder Felle und Pelze von erlegtem Wild eingefärbt und in die bestehende Kleidersammlung aufgenommen. Ein Nebenprodukt der Nahrungsbeschaffung. Ähnliche Muster erscheinen vermutlich bei den Siedlungen kurz vor und hinter der Mauer.

Jenseits der Mauer: Das Freie Volk

Die Region, die von der Mauer von den sieben Königslanden getrennt und unabhängig ist, ist eine große Schneebedeckte Wildnis. Die große Gebirgskette Die Frostfänge, im Osten, der Verfluchte Wald im Westen und das Land des Ewigen Winters im Norden. In diesen Regionen leben Riesen, die weißen Wanderer und eine Bevölkerung die von den Westerosi als Wildlinge bezeichnet werden, sie selbst nennen sich “Das Freie Volk”
Die Angehörigen des freien Volks leben in kleinen, nomadischen Verbünden und leben hauptsächlich von der Jagd und dem Sammeln. Wenige lassen sich auch dauerhaft an einem Ort nieder. Die Kleidung besteht hauptsächlich aus Fellen, Pelzen und Leder, zum Schutz vor den Temperaturen. Ein Teil der Kleidung wird auch von den Zusammenstößen mit der Nachtwache stammen.