Eingekleidetes Westeros: Identitäten durch Stoffe und Farben

Was sagen Farben und Kleidung über die soziale Stellung der Personen aus?

Westeros ist eine strikt nach Ständen geordnete Welt, geordnet nach den Prinzipien mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Ständegesellschaft – der soziale Rang definiert den Zugang zu Bildung, Gütern, Macht und auch das Strafsystem ist darüber geregelt.  Die Zuordnung eines sozialen Ranges erfolgt vor allem über die getragene Kleidung, die die einzelnen Personen jeweils leicht dem sozialen Stand, dem sie angehören,  zuordnen lassen.

Adel

Die adligen Familien in Westeros  stehen an der Spitze einer sozialen Hierarchie und haben sowohl durch ihre Materialien als auch den sozialen Stand die Möglichkeit, diese durch ihre Kleidung auszudrücken. Dabei hat soziale Kleidung nicht nur die Funktion, den Wohlstand einer Familie auszudrücken, sondern ist auch Teil des ökonomischen als auch sozialen Gefüges – Adelsfamilien müssen ihren Herrschaftsanspruch nicht nur durch Geburt, als auch durch ihre soziale Performanz immer wieder legitimieren. Soziale Performanz ist das Auftreten und Gebaren  einer Person aus den jeweiligen Familien, das mittels Kleidung, ihrer Funktion als höchste gesetzgebende Autorität und dem Schutz der ihnen untergebenen Bevölkerung ausgedrückt wird. Durch Verwendung von kostbaren, seltenen Materialien, hoher Handwerkskunst vermitteln sie einen nonverbalen Eindruck von ihrer sozialen Stellung und ihrer Funktion und legitimieren dadurch wiederum ihren Status.

Cersei Lannister

Cersei Lannister nimmt innerhalb der Geschichte drei verschiedene Funktionen ein: die Königin von Westeros und Mutter des Kronprinzen, Tochter des Familienoberhauptes Tywin Lannister und später Herrin von Casterley Rock. Als Angehörige der reichsten Familie Westeros und Tochter des einflussreichen Lords und vormaligen Hand Tywin Lannister steht sie in der sozialen Hierarchie von allen weiblichen Figuren am höchsten. Dementsprechend kostspielig und aufwendig ist ihre Kleidung – von Brokat, Seide, myrrischer Spitze, edelsteinbesetztem Schmuck und aufwendigen Frisuren zielt alles darauf ab einen größtmöglichen Effekt zu erzielen und sie in der Position als Königin zu legitimieren.  Durch die offene Zuschaustellung von Wohlstand wird unmittelbar ihre Macht gezeigt.

Cerseis Farben

Ihre Farbwahl in den Büchern ist vor allem Grün oder Gold. Sowohl ihre Haar als auch ihre Augenfarbe, aber auch ihre Kleidung oder Schmuckwahl wird immer wieder auf diese Farbschemen zugesprochen. Die Farbe grün hatte in der Mittelalterlichen und Frühneuzeitlichen Ständegesellschaft allerdings unterschiedliche Formen. Grün galt als Farbe von Liebe und Hoffnung, aber auch Teufelsdarstellungen wird mit einem grünen Rock bekleidet gesehen. Fahle, blasse Gelb oder Grüne Farben waren soziale Randfiguren: Prostituierte, die jüdischen Stadtbewohner mussten den gelben Judenhut tragen oder einen kreisförmigen „gelben Fleck“. Goldgelb wiederum war dem Klerus vorbehalten.

Diese Legitimation wird später in Frage gestellt, als sie unter Anklage steht und von ihrem Onkel in Absprache mit den militanten Glaubensbrüdern zu einem Schandgang gezwungen wird.

Klerus und Orden

Eine weitere soziale Gruppe ist der Glaube in Westeros. Die zwei Religionen, die im Land dominierend sind ist der Glaube der Sieben und der Glaube an die Alten Götter, der sich im Norden erhalten hat. Wie in jeder Religion wird der Glaube der Sieben ist hierarchisch geregelt, je höher der Stand innerhalb der Kirche, desto aufwendiger die Kleidung, bis hin zur Kristallenen Krone des höchsten Amtsinhabers, des Hohen Septon, der in Königsmund residiert. Die einfachen Septone, die in der Bevölkerung den Glauben predigen, finden sich einfache Kleidung. Während der Bettelordern, der Spatzen, der militante Armut predigt, vor allem in Lumpen gekleidet sind um ihre Armut öffentlich zu zelebrieren.

Eine Besonderheit ist der Orden der schweigenden Schwestern. Ein nonnenähnlicher Ordnern, der vor allem für die Totensorge zuständig ist. Sie tragen grau und verhüllen sich vollständig, was ihren abgeschiedenen Status. Zudem sprechen sie nicht, was sie noch mehr zu sozialen Außenseitern macht.

Die zölibatären Krieger

Zwei Orden werden in den Büchern näher beschrieben. Die Nachtwache und die Königsgarde.

Die Nachtwache

Die Nachtwache ist ein Orden von Kriegern, die an der Mauer, der nördlichsten Grenze Westeros ewige Wache halten. Ihre Kleidung ist schwarz, weswegen sie von den Wildlingen auch als Krähen bezeichnet werden. Dienst in der Nachtwache bedeutet den Verzicht auf Land, Titel, Heirat und der Zugehörigkeit zu einer Familie. Aber Familien aus dem Norden des Landes schicken nach wie vor jüngere Söhne in diesen Orden, als teil von Tradition aber auch der Regelung von Erbangelegenheiten. Ihre Kleidung weißt vor allem auf ihre Rolle eines Ordens hin, der einer Tradition verbunden ist, aber keine Individualität kennt.

Die Westerosi selbst nehmen die Nachtwache vor allem als Soziale Randgruppe wahr. Verurteilte Verbrecher können, anstelle einer Todesstrafe in die Verbannung an die Mauer geschickt werden. Damit ist klar, dass die Nachtwache sich außerhalb der alltäglichen sozialen Gesellschaft befindet.

Die Königsgarde

Die Königsgarde oder auch „die weißen Brüder“ hingegen sind ein elitärer Verbund aus sieben der besten Krieger des Landes zum Schutz der Königsfamilie. Gekleidet in weiß sind sie das Gegenteil der schwarzen Nachtwache. Obwohl in den Büchern auch Krieger aus sozial niederen Familien genannt werden, versteht sich die Königsgarde vor allem als eine Auszeichnung für sozial Hochrangige Familien. So werden Namen wie Tyrell, Lannister, Hohenturm und Dayne genannt.

Wie die Nachtwache verzichtet auch die Königsgarde mit einem Gelübde auf Titel, Land und Ehe. Dennoch behalten die Mitglieder weitestgehend ihre individuelle Identität, da ihre Biografien in einem Buch gesammelt werden und sie ihren Familien zugeordnet werden.

Die Nichtfarben und deren Bedeutung

Die Farben der beiden Orden stehen sich gegenüber und als Nichtfarben haben sie auch eine symbolische Bedeutung. Schwarz als Farbe von Tod, Trauer und Nacht. Weiß hingegen die ist Farbe von Unschuld, Reinheit und Vollkommenheit.

Beide Orden erfüllen ähnliche Funktionen, sind aber durch ihre Farben mit unterschiedlichen Bedeutungen assoziiert und werden dementsprechend wahrgenommen. Obwohl ihre Farben einen symbolischen Charakter haben und dieser den jeweiligen Orden zugesprochen wird, ist in der Handlung klar, dass die Orden meist das genaue Gegenteil ihrer Assoziation sind.

Von Schweigenden Schwestern und gesichtslosen Männern

Kleidung kann eine Identität aber auch komplett eliminieren. SO die Orden, die unmittelbar mitd em Tod in Verbindung gebracht werden: Die Schweigenden Schwestern und die Gesichtslosen Männer.

Die Frauen des Fremden

Die schweigenden Schwestern sind ein nonnenähnlicher Orden, in dem die Frauen komplett in Grau gekleidet und verschleiert sind. ihre wichtigste Funktion ist die Totensorge: das Waschen, Aufbahren und Parfümieren. In dem Westerosi Glauben bringt der Anblick des Todes Unglück.

Die Schwestern nehmen Frauen und Mädchen aller sozialen Schichten auf. Vor allem aber ist es ein Rückzugsort für Witwen. Teilweise wird aber auch eine Frau zur Strafe zu den Schweigenden Schwestern geschickt.

Durch die Kleidung der Schwestern wird jede Individualität ausgeschlossen und die soziale Stellung ist nicht mehr zu kennen und Teil einer gesichtslosen Entität.

Die gesichtslosen Männer

Die Gesichtslosen Männer sind ein religiöser Orden der einen Totenkult aufgebaut hat. Sie dienen dem „gesichtslosen Gott“ indem sie Mordaufträge als Opfergabe an ihren Gott annehmen. Ungeachtet von sozialem Stand oder Bezahlung. Die Religion sieht den Gott der vielen Gesichter in jeder Religion.

Die Kleidung in Bravoos ist genau geregelt: die Priester tragen Kutten, in den nichtfarben Schwarz (rechts) und Weiß (links) mit einem Gürtel. Die Gehilfen der Priester tragen weiß rechts und schwarz links, aber keinen Gürtel. Während Novizen Schwarz weiße Roben mit einer schwarzen Tunika tragen. Die Diener des Ordens tragen ungefärbte Kleidung.

Keine Identität

Beiden Orden, die direkt mit Tod und Sterben assoziiert sind, kennen keine Identität mehr, da ihre Kleidung bereits darin angelegt ist. durch den Tod als schweigende, universelle Kraft werden die Vertreter dieser zu einer Gesichts- und identitätslosen Gestalt.

Bevölkerung – Die breite Masse

Der größte Teil der Bevölkerung von Westeros sind das „Smallfolk“. Die Bauern, Kaufleute, Händler und Handwerker in den jeweiligen Regionen, in denen sie leben. Aber wenig gibt es über sie zu sagen.

Die wichtigsten Quellen sind die Kapitel von Brienne von Tarth und Arya Stark. die Materialien und Qualität ihrer Kleidung ist im ersten Teil von „Eingekleidetes Westeros“ beschrieben. Die Vorstellung, dass die Bevölkerung aber nur in grau-braunen Lumpen herumlief dürfte nicht stimmen – da Kleidung Teuer in der Herstellung ist, wird sie regelmäßig ausgebessert. Die Färbetechniken von Stoffen sieht vor, dass Kleidung jeder Art gefärbt wurde. Meistens können Farbstoffe aus Pflanzen gewonnen werden, etwa Hölzern, Pilzen und verschiedenen Pflanzen und Mineralien.

So können Farben wie Grün, Gelb, Braun, matte Rot- oder Blautöne erzeugt werden. Je teurer und kostspieliger die Kleidung wird, desto höher der soziale Stand.

Fazit

Die Kleidung in Game of Thrones kommuniziert sehr viel über die sozialen Gefüge der Figuren und ihre Zuordnung – insbesondere durch Farben und Stile können Personen ihrem Sozialen Stand schnell zugeordnet werden, wobei Kleidung auch dafür sorgt, dass jede Individualität verschwindet. Vor allem bei religiösen Verbünden oder Kriegerorden.

Aber auch die Farben sorgen für eine eindeutige Assoziation einer Person oder Gruppe. So können intensiv gefärbte, Kleider den Status einer Adelfamilie anzeigen, während die Grauenroben der Schweigenden Schwestern diesen Status entziehen.

Quellen

Katrin Kania: Kleidung im Mittelalter. Materialien-Konstruktion-Nähtechnik. Ein Handbuch, Köln, Weimar und Wien 2010

Else Östergard: Woven into the earth, Aarhus Universitetsforlag 2004

A Wiki of Ice & Fire

https://www.mittelalterliche-kleidung.com/gewandungen-glossar/

Eingekleidetes Westeros – Eine Game of Thrones Studie

Fantasywelten und eine Welt im Umbruch

Game of Thrones hat seine Spuren in der Film- und Fernsehwelt hinterlassen. Umso spannender ist es, dass die Welt von George R.R. Martin genaugenommen etlichen Regeln und Normen unterliegt, im Bezug auf historische Kleider und Kleiderordnungen, wenn wir die Beschreibungen der Romane betrachten, wie sich Westeros in seiner Kleidung definiert.

Wie entsteht eine Kleiderordnung ?

Betrachtet man die Frage nach Geschichte und Fantasy, vermischen sich die Vorstellungen seit dem Überraschungserfolg von J.R.R. Tolkiens Universum – gleichzeitig rezipiert Fantasy vieles der Mittelalterlichen Sagenkultur, die historisch verordnet werden. Mit Anmerkungen verschiedener historischer Ereignisse, die George R. R. Martin im Laufe der Jahre als Inspiration für sein Universum der Reihe von “Das Lied von Eis und Feuer” genannt hat, kann die Gesellschaft innerhalb zwei verschiedener historischer Epochen auf dem Europäischen Kontinent zugeordnet werden.

Ein Großteil der sozialen Ordnung beruht auf einer mittelalterlichen Ständegesellschaft, die sich bis in die frühe Neuzeit, die Renaissance und den Absolutismus erstreckt. Ein Großteil der Bevölkerung lebt und arbeitet in einer landwirtschaftlichen Struktur rund um Burgen, die der sozialen Oberschicht gehören. Diese unterteilt sich in herrschaftliche Häuser, Ritter, Administrative und die jeweiligen Familien, die direkt von der Krone zu Statthaltern ernannt wurden. Dieser Titel ist erblich und kann nur durch Entzug der Krone, Tod oder den Eintritt in einen zölibatären Orden, Königsgarde, Nachtwache oder Maester, entzogen bzw. abgegeben werden.

Westeros wird in sieben verschiedene Gebiete unterteilt: Der Norden mit den Bäreninseln und Skagos, das grüne Tal, die Flusslande, die Westlande mit den vorgelagerten EIseninseln, die Kronlande und die Insel Drachenstein, die Sturmlande mit den Inseln Estermont und Tarth, die Weite mit der Weininseln Arbor, Dorne. Die sieben Landstriche werden als die Sieben Königslande bezeichnet, die ein Synonym für Westeros sind. Die Hauptstadt Königsmund liegt an einer natürlichen Meeresbucht in den Königslanden und ist die Hauptstadt des Landes, von wo aus der König auf dem Eisernen Thron herrscht.

Fantasywelten und Mittelalter

Um sich einen Überblick über Westeros und seine Kleidungsgegebenheiten zu verschaffen, ist es wichtig, zunächst zu definieren, in welcher Gesellschaft sich die Welt von Westeros befindet. Was ein Großteil ihrer sozialen und wirtschaftlichen Mechanismen sind und wie sich daraus die Möglichkeiten ergeben, wie die Figuren ihre Kleidung und Textilien erwerben. Westeros, wie sehr viele Welten der Fantasy, ist ein Hybrid aus verschiedenen historischen Welten, eines haben sie aber alle gemeinsam: es handelt sich um eine Gesellschaft vor der Industrialisierung und Elektrifizierung. Das bedeutet, es ist eine Gesellschaft, die vor allem auf Landwirtschaft beruht, mit einer Auswahl an Maschinen, die maximal mit menschlicher oder tierischer Kraft bewegt werden können.
Demzufolge werden auch Textilien in der Produktion langwierig und teuer sein, da sie meist aus regional verfügbaren Quellen in Handarbeit hergestellt und dementsprechend vertrieben werden. Es gibt zwar einen interkontinentalen Warenverkehr zwischen den Kontinenten Westeros und Essos, dieser landet aber nur an bestimmten Häfen und ermöglicht einen eingeschränkten Warenkonsum, der meist für die soziale Oberschicht bestimmt ist. Dieser Konsum ist jedoch Luxus und ist losgelöst von den zunächst wichtigsten Aspekten von Kleidung und ihrer Funktion. Diese richtet sich nach den klimatischen Gegebenheiten und regionalen Besonderheiten der einzelnen Landstriche. Westeros ist ein Kontinent der Extreme, der eine große Bandbreite von klimatischen Verhältnissen bietet und dementsprechend aufgeteilt wird.

Dem Autor zufolge ist Westeros der Größe nach mit Südamerika zu vergleichen, in Geographie ähnelt er den Britischen und Irischen Inseln – das Klima variiert stark zwischen extremer Hitze und Kälte. Die Jahreszeiten dauern meist mehrere Jahre an. Der Norden ist ein schneereiches Gebiet, das sogar in den Sommerjahren Schneefall hat. Getrennt wird ein teil des Nordens durch “die Mauer” – ein Bauwerk, dessen Hintergrund niemand kennt und was Westeros von einer Bevölkerung “jenseits der Mauer” trennt – die in gebieten Leben die zum teil noch eisiger und lebensbedrohlicher sind. Dieses Gebiet umfasst eine Taigaartige Steppe bis zu Polarregionen, die nicht näher erforscht sind. Laut George R.R. Martin ist das Gebiet jenseits der Mauer, ein Großteil des Kontinents und wahrscheinlich größer als Grönland.

Im Süden des Kontinents, Dorne, ist das Klima dagegen heiß und trocken und die einzige Wüstenregion. Westeros sind im Norden, Osten und Westen verschiedene Inseln vorgelagert: die Bäreninsel, Skagos, die Eiseninseln (Archipel), Tarth, Estermont , Drachenstein und der Arbor.

Die Gegend von Westeros sind auch von Gebirgsketten durchzogen, die Teils als natürliche Grenzen dienen: Die Mondberge trennen das Tal von Arryn weitestgehend von Westeros ab, die roten Berge von Dorne, lagern den bewohnten Gebieten Dornes vor und die Frostfänge sind jenseits der Mauer eine natürliche Grenze zu den Polarregionen. Eine weitere natürliche Grenze und auch Routen sind Flüsse, die Möglichkeiten des Handelns und Reisens bieten. Jenseits der Mauer sind folgende Flüsse bekannt: Milchwasser und der Geweihfluss. An der Mauer Richtung des Nordens finden sich “Der letzte Fluss”, der Weißklinge und das Wimmernde Wasser. Der größte Fluss Westeros`, der dreiarmige Trident und seine Nebenflüsse Rotfurt, Blaufurt und Grünfurt geben den Flusslanden ihren Namen. Der Schwarzwasser (Königslande), Der Mander (Weite mit den Nebenflüssen Cockelswhent und Blue Byrne), Dorne Grünblut (Scourge) und der Brimstone – an den Flüssen finden sich die wichtigsten Siedlungen neben den Hauptreiserouten, die von Königsmund aus führen: Königsweg (von Sturmkap über Schnellwasser und Winterfell bis zur Schwarzen Festung. Die Flussstraße von Hohenehr über Schnellwasser bis nach Casterleystein, Die Seestraße von Casterleystein bis nach Rosengarten, die Rosenstraße von Altsass bis an eine Kreuzung in den Strumlanden auf den Königsweg, der Knochenweg von Sturmkap über Sommerhall nach Eisenwald in Dorne.

Entlang der Routen finden sich die größten Waldgebiete, der Wolfswald um Winterfell, der Königswald südlich von Königsmund und angrenzend an die Sturmlande, der Regenwald im Süden.

Beide Kontinente erleben die gleichen Auswirkungen von Jahreszeiten. Die Dauer der jeweiligen Jahreszeit ist unvorhersehbar und varriiert. Zwar werden in der Zitadelle von Altsass Klimaaufzeichnungen vorgenommen um einen Rhytmus der Jahreszeiten zu bestimmten, allerdings ist es nach wie vor eine ungenaue Wissenschaft.

Häuser & Region

Mit den geographischen Gegebenheiten ist ersichtlich, wie sich klimatische und geographische Strukturen auf die Wahl von Kleidern ausüben, nicht nur ihrer Optik nach, sondern vor allem dem Material und der Funktion von Kleidung.

Der Norden: Die Starks

Beherrscht wird der Norden durch das Haus Stark von der Burg Winterfell aus. Der Norden bildet flächenmäßig die größte Region der sieben Königslande, ist aber die Bevölkerungsärmste, aufgrund der harten und langen Winters. Die wichtigste Stadt und Hafen der Region ist Weißwasserhafen im Nordosten. Da die klimatischen Wetterwechsel dort am stärksten zuschlagen, sind die Aufbaustrukturen weniger auf die Produktion von Textilmaterial ausgelegt, sondern der von Nahrung, die für die Vorratshaltung gebraucht wird. Weitere Lebensmittel, Textilien und Rohmaterial werden über den Weißwasserhafen importiert. Burgen wie Winterfell betreiben Gewächshäuser, um eine eigene Lebensmittelproduktion zu ermöglichen. Trotz dieser Vorkehrungen sind Hunger und Tod in den Winterjahren nichts ungewöhnliches.
Um den klimatischen Strukturen des Nordens gerecht zu werden, tragen die Bewohner vor allem schwere, dichte Wolle, Felle, Filz und gekochtes Leder sowie dicht gewebte Naturfasern. Für festlichere Kleidung vermutlich auch Brokatstoffe in Winterfell. Das erste Ziel der Kleidung ist es, die Menschen warm zu halten und vor Witterung zu schützen und ihnen das Überleben zu sichern. Daher liegt sie dicht an und besteht aus mehreren Schichten und wird in vielen Fällen auch mit Wolle gefüttert sein, um eine zusätzliche Isolation zu gewährleisten.

Das Grüne Tal: Die Arryns

Das Grüne Tal und die Mondberge wird von dem Haus Arryn beherrscht. Ihr Sitz die die Burg Hohenehr und die Wichtigste Hafenstadt ist Möwenstadt im Osten von Westeros. Die Region ist von Bergen im Westen und vom Meer im Osten begrenzt und liegt weitestgehend isoliert da. Nachrichten aus und in das Tal sind schwer zu vermitteln. Seine Grenzen werden von Bergstämmen bevölkert, die in nomadischen Strukturen leben.
Da es sich bei dieser Region um eine Hochlandebene handelt, wird ein Großteil der Bevölkerung vor allem von der Viehzucht leben und weniger von Feldwirtschaft. Ebenso wie die Bergstämme wird vor allem wahrscheinlich gejagt und gesammelt. Kleidung muss also vor allem strapazierfähig sein, so dass ein Großteil feste Naturfasern, Wolle, Hanf, Nessel und Leder beinhalten wird, vielleicht auch Felle, von erlegten Tieren.
Bergstämme, die als Nomaden funktionieren, werden vor allem durch Jagen und Sammeln bestimmt, sowie Kleidung, die durch Raubzüge erbeutet wird. Durch die Hafenregion kommen importierte Lebensmittel, Stoffe und Händler in die Region. Ein Teil der Kleidung wird wahrscheinlich auch importiert, da die lokale Oberschicht den Gepflogenheiten des Südens stärker entsprechen kann.

Die Flusslande: Die Tullys

Die Flusslande bilden das zentrale Land in den Königslanden. Beherrscht wird es durch das Haus Tully von der Burg Schnellwasser aus. Das Land war ursprünglich kein eigenständiges Königreich, sondern ist aus administrativen Gründen den anderen Königslanden gleichgestellt. Die Flusslande zeichnen sich durch drei Binnenländische Handelsstädte aus: Seegart, Salzpfann und Jungfernteich und sind Schauplatz einer der populärsten Geschichten in Westeros “Florian und Jonquil”. Geprägt wird das Land durch die Flüsse – allen voran dem Trident mit seinen Nebenarmen und dem Fluss Trommelstein, der in den Westlanden entspringt.
Die Flusslande sind durch die vielen Flussregionen ein Handelsknotenpunkt vor allem Richtung Norden und die Region durch Flüsse fruchtbar für den Ackerbau. Um das kühlere Klima abzufedern, werden vor allem feste Woll- und Naturfaser genutzt. Ähnlich wie in den Mondbergen Hanf, Flachs und Nessel sowie Wolle, die wahrscheinlich vor Ort verarbeitet werden können, mit einer hohen Dichte an Handelsplätzen siedeln sich automatisch auch Handwerker an. Die Flusslande sind aufgrund des Handels eine Wohlhabende Region, was bessere Verarbeitungsmöglichkeiten und höhere Verdienste von Händlern, Handwerkern und Kaufleuten bietet. Über die Handelspunkte werden auch Stoffe wie Seide importiert, die wahrscheinlich dichter gewebt werden, um dem Klima besser zu entsprechen – also Formen von Brokat und Damast.

Die Westlande: Die Lannisters

Die Westlande werden durch das Haus Lannister beherrscht, deren Sitz auf Casterleystein ist. Die Gegend ist hügelig und niedrige Berge bestimmten die Landschaft. Die wichtigste Stadt vor Casterley ist Lannishort, die zugleich der Hafen ist. Die Region ist reich an Edelmetallen, die dort abgebaut werden und dementsprechend Handel betreiben. Angrenzend an die Flusslande bilden sich an den Grenzen Handelsplätze, so dass vermutlich ein Großteil der Waren importiert werden kann und die verbleibenden Felder zur Lebensmittelproduktion genutzt werden können, aber auch teils für die Textilproduktion genutzt werden. Da die Westlande reich sind, können Sie einen Teil importieren und kaufen. Da ein Großteil der Bevölkerung vermutlich im Bergbau tätig ist, muss die Kleidung robust sein, Nässe und Kälte abfedern. So werden Wolle, Nessel und Loden oder Filz einen Hauptteil der Bekleidung darstellen.
Als großes Handelszentrum wird Lannishort eine Vielzahl an teuren Importen fördern. So auch Kleidung, die von reichen Kaufleuten, Adeligen und Honoratioren getragen werden. Wahrscheinlich Seide in Form von Damast und Brokat da sowohl Casterley als auch die Lannishort direkt an der Küste liegen, aber auch Mode aus Königsmund wird von Vasallen und den Lannisters selbst geordert.

Die Eiseninseln: Die Graufreuds

Nordwestlich vorgelagert vor den Westland liegt das Archipel der Eiseninseln, bestehend aus Groß Wiek, Alt Wiek, Harlau, Schwarzfluth, Orgmont, Salzklipp und Peik. Eine regnerische, kalte Seeregion, die von einem Kriegervolk bewohnt wird – die sich selbst Eisenmänner nennen. Das Haus Graufreud beherrscht diese Region, wobei sich die Traditionen weitestgehend von denen auf dem Festland unterscheiden. So werden im Falle mehrere Thronansprüche ein Thing einberufen um die unterschiedlichen Ansprüche zu hören und zu entscheiden. Die Kultur der Eisenmänner besteht nach wie voraus Seekrieg und Piraterie. Da sie vor allem aus Seefahrern und Piraten bestehen – wird die Kleidung vor allem für Seefahrt genutzt werden: wasserabweisende KLeidung wie Wolle, Nessel, behandeltes Leder, Loden oder Filz.

Die Kronlande: Hybride

Die Hauptstadt der sieben Königslande ist Königsmund, von wo aus der König auf dem Eisernen Thron herrscht. Die Stadt selbst liegt in der Schwarzwasser bucht, was sie gleichzeitig zu einer Hafenstadt macht. Andere Knotenpunkte, rund um Königsmund sind Dämmertal und Rosby. Vorgelagert in der Meerenge sind die Inseln Drachenstein, Dirftmark und Klaueninsel. Drachenstein verwaltet diese Inseln selbstständig. ALs Knotenpunkt des Reiches, laufen vor Königsmund verschiedene Routen zusammen so dass sowohl Waren dort ankommen als auch vertrieben werden. Die Kleidung dort wird eine Kombination aus verschiedenen Stoffes ein die sowohl von dem Nachbar Kontinent Essos ankommen, als auch aus Dorne, YiTi, Mereen, den Sommerinseln und ähnliches. Gemäß der Bedeutung der Stadt siedeln sich dort eine Reihe hochspezialisierter Fachkräfte an, die den Hof und Nobilitäten der Stadt mit hochwertigen Waren und Dienstleistungen versorgen.
Die Bewohner können unmittelbar an neusten Waren und Importen teilhaben, die nicht sofort in andere Teile des Landes gelangen.

Die Sturmlande: Die Baratheons

Die Sturmlande werden vom Haus Baratheon beherrscht und die Burg Sturmkap bildet das Zentrum. Zu den Sturmlanden gehören mehrere Inseln, wie Estermont und Tarth. Die Bucht, in der die Burg liegt, wird aufgrund der heftigen Stürme als Schriffbruch-Bucht bezeichnet. Die Sturmlande zeichnen sich durch ihre großen Waldgebiete aus. Dazu zählen der Regenwald und der Königswald. Die Region ist mäßig bevölkert mit einem feuchten Klima und fruchtbaren Gebieten.
Die Sturmlande sind eine Gegend die vor allem per Namen, an der Küste liegen und von Stürmen betroffen sind, demzufolge muss die Kleidung zwei wichtige Funktionen erfüllen – Gegen Wind und Witterung schützen- folglich Brokat, Damast, schwere Baumwolle, Wolle, Leder. Da Tarth und Estermont meist die ersten Anlegeplätze für Handelsschiffe aus Essos sind, wird Ein teil der Waren importiert werden können und es eventuell auch zu Hybriden kleidungsverhalten kommen – die Inseln Tarth und Estermont werden nicht näher beschrieben, das Bekleidungsverhältnis wird ähnlich sein, obwohl Tarth mit Marmorhandel ebenfalls einen Wohlstand halten wird.
Durch den Wald wird ein Teil der Bevölkerung in der Forstwirtschaft arbeiten . So etwa Köhler. Ein Teil der Bekleidung wird ebenfalls Fell oder Pelz sein um vor den Temperaturen im Wald Schutz zu bieten.

Die Weite: Die Tyrells

Die zweitgrößte Region von Westeros wird durch das Haus Tyrell von Rosengarten aus beherrscht. Die Weite hat die Hafenstadt Altsass an der Südwestlichen Meeresküste gelegen, wo die Zitadelle der Maester ihren Sitz hat. Da die Region die fruchtbarste ganz Westros’ ist, ist Haus Tyrell neben den Lannisters die wohlhabendste Familie, was Reichtum, aber auch Truppenstärke betrifft. Der wichtigste Handel der Region ist Wein, vor allem der von der Insel Arbor.
Als eine wohlhabende Region kann die Weite einen Teil ihrer Waren importieren und konkurriert dementsprechend vor allem mit der Hauptstadt des Reiches. In den Knotenpunkten der Handelsstraßen siedeln sich, ähnlich wie in Königsmund, hochspezialisierte Handwerker an, die an Fähigkeiten hohe Preise fordern können. Durch das milde Klima, das in der Weite vorherrscht, wird ein Großteil der Stoffe Seide, leichte Baumwolle, Hanf und Flachs verwendet. Durch den Wohlstand können Kleidungsstücke auch aufwändig mit importierten Stoffen und Spitzen versehen werden.

Dorne: Die Martells

Die Region Dorne ist eine Wüstenregion am südlichsten Teil des Kontinents gelegen beherrscht wird sie durch das Haus Martell von der Burg Sonnspeer aus und hat zwei Hafenstädte – Sonnspeer selbst und die Plankenstadt. Durch die natürlichen Grenzen des dornischen Meeres und den Roten Bergen besitzt Dorne ein große kulturelle und ethnische Eigenständigkeit und kulturelle Identität, ähnlich wie der Norden und die Region ”Jenseits der Mauer”.
Da die Region Großteils Wüste ist, wird ein Großteil der Kleidung, im Gegensatz zum Norden dazu genutzt die Hitze fernzuhalten beziehungsweise eine Temperaturregulierung zu schaffen. Die Stoffe sind leicht und fließen – Seide, Musselin und Batiststoffe. Ebenso robuste Materialien um ein lebensfeindliches Gebiet wie die Wüste zu durchqueren – dichte Baumwolle und Ledergürtel. Auch die Kampftechniken die in Dorne angewandt werden unterscheiden sich von denen in den zentralen Ländern der Sieben Königslande. Die Speerkämpfer von Dorne müssen sich im Vergleich zu den Berittenen Kämpfern auf Geschwindigkeit und Mobilität verlassen, was zu leichteren Rüstungen und Schutzbekleidungen führt.

Die Mauer: Die Nachtwache

Die Nachtwache ist eine zölibatärer Orden, die an der nördlichsten Grenze der sieben Königslande an einem prähistorischen Grenzbau, Die Mauer, ihren Dienst verrichten. Ursprünglich gegründet um die Sieben Königslande vor einer übernatürlichen Gefahr zu schützen, die die Nachtwache mittlerweile ein unterfinanzierter Orden, der vor allem verurteilte Verbrecher, 3. oder 4. Söhne kleinerer Adelshäuser oder Bastarde rekrutiert oder zugewiesen bekommen, um weiterhin bestehen zu können. Dementsprechend ist die Bekleidung, sofern sie beschrieben wird ein Gemisch aus Kleidung der verschiedenen Regionen, der Rekruten, die schwarz eingefärbt wurden. Bei Söhnen aus Adligen Familie wurde eine Ausstattung vorgenommen (Bd. 1) – wichtig also ist in diesem Fall die Homogenität der Farbe und weniger eine gleiche Uniforme Kleidungsstücke.
Um die subarktischen Temperaturen auszuhalten, werden auch vermutlich immer wieder Felle und Pelze von erlegtem Wild eingefärbt und in die bestehende Kleidersammlung aufgenommen. Ein Nebenprodukt der Nahrungsbeschaffung. Ähnliche Muster erscheinen vermutlich bei den Siedlungen kurz vor und hinter der Mauer.

Jenseits der Mauer: Das Freie Volk

Die Region, die von der Mauer von den sieben Königslanden getrennt und unabhängig ist, ist eine große Schneebedeckte Wildnis. Die große Gebirgskette Die Frostfänge, im Osten, der Verfluchte Wald im Westen und das Land des Ewigen Winters im Norden. In diesen Regionen leben Riesen, die weißen Wanderer und eine Bevölkerung die von den Westerosi als Wildlinge bezeichnet werden, sie selbst nennen sich “Das Freie Volk”
Die Angehörigen des freien Volks leben in kleinen, nomadischen Verbünden und leben hauptsächlich von der Jagd und dem Sammeln. Wenige lassen sich auch dauerhaft an einem Ort nieder. Die Kleidung besteht hauptsächlich aus Fellen, Pelzen und Leder, zum Schutz vor den Temperaturen. Ein Teil der Kleidung wird auch von den Zusammenstößen mit der Nachtwache stammen.