5 Einfache Strickprojekte für Geschichtsfans

Stricken ist eine der ältesten Handarbeiten der Welt. Und wieso sollte man nicht historische Strickanleitungen heute wie damals nutzen können? Deswegen stelle ich hier ein paar Historische Modelle zum nachstricken vor.

Im ersten Moment kann sich das etwas seltsam anhören. Warum sollte man etwas stricken, was im ersten Moment eher vertaubt und altmodisch sein sollte. Aber als jemand, der Geschichte mag und Stricken ebenso, kann ich sagen, dass es keinen Grund gibt, dass nicht miteinander zu kombinieren. Solange man die grundlegenden Stricktechniken beherrscht, sind die meisten Anleitungen ein Kinderspiel.

Entscheidet man sich für ein historisches Strickmuster, kommen sicher erst mal Gedanken wie: das hat keine genauen Angaben, die Nadelstärke kenne ich nicht und es wird mir sicher nicht passen! Daher ist es sinnvoll ein wenig etwas von Maschenproben und dem Aufbau eines Strickmusters zu verstehen (z.B Bündchen, Passe/Raglan-Zunahmen, Trennung von Körper und Ärmeln etc.) um sich Grundlegend durch jedes Modell durchfinden zu können. Je häufiger man strickt, umso vertrauter werden die Abkürzungen und Orientierungspunkte und desto sicherer geht die Arbeit von der Hand.

Die Strickmuster sind für Anfänger ohne Probleme machbar, weil sie:

Grundtechniken verwenden.

An einem Stück gestrickt werden.

Und ohne weitere Ausführungen, präsentiere ich 5 einfache Strickmuster:

1913er Häkel-Bolero

In der australischen Zeitung Brisbane Courier erschien am 5. Februar 1913 eine einfache Anleitungen für einen Häkelbolero. An einem Strück gehäkelt und zusammengenäht.

1920er Schachbrett-Pullover

Der Etsyshop Wearing History hat dieses wunderschöne Modell gefunden. Eine Kombination aus Häkeln und Stricken. Aber Vorsicht: Hier wird ein Brustumfangvon 36 Inch (ca. 90 cm) angegeben, daher wäre es sinnvoll, dieses Modell auf die eigenen Maße anzupassen.

1928 Knitted Workbag

Ebenfalls im Brisbane Courier, erschien am 29 November 1928 ein kleines Strickmodell für ein „Arbeitbeitstasche„. Passend für Strickprojekte und ein guttes Mittel übriggeblieben Wolle zu verwenden.

1940er Strickanleitungen vom V&A

Das Victoria & Albert Museum in London hat eine Sammlung von Strickstücken und einen großartigen Artikel zur Geschichte des Strickens. Die Modelle sind aus den Kriegsjahren, als England einer Starken Rationierung unterworfen war und Stricken sowohl für den Hausgebrauch, als auch für das Militär gebraucht wurde. Handarbeitsklassen stricken Handschuhe, Sturmhauben und Schals für die Soldaten. Geleichzeitig gibt es Modelle wie den „Off Duty“-Jumper, der impliziert das Frauen wieder in größeren Zahelen im Berufsleben tätig waren, daneben aber auch Haushaltsmodelle wie ein Tea-Cosy zum warmhalten der Teekanne: hier.

1960er: Mary Quant Set

Direkt aus Chelsea! In der The Australian Womens‘ Weekly wurde am 23 März 1966 eine Strickanleitung von Mary Quant veröffentlich. Ein vierteiliges Set mit einem Jumper, einem Rock, einem Hut und den Passenden Kniestrümpfen. Dabei kommen verschiedene Techniken wie Stricken und Häkeln zum Einsatz.