Im Sommer habe ich jeden Mittwoch mit Begeisterung diesen Anime gesuchtet – es war das perfekte Abendprogramm.
Die Geschichte von „My Happy Marriage“ spielt in der Taisho-Era (1912-1926) im Japan zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Geister oder Groteske suchen das land seit Jahrhhunderten heim und werden von Familien mit besonderen Talenten bekämpft. Diese Familien haben innserhalb der Gesellschaft einen besonderen Status. Miyo Saimori, eine junge Frau, die ohne übernatürliche Talente geboren wurde, lebt ein hartes, liebloses Leben unter der Obhut ihrer missbräuchlichen Stiefmutter und ihrer jüngeren Schwester. Aufgrund von Heiratspolitik und ihrem Status als Halbwaise ohne übernatürliche Fähigkeiten, wird Miyo mit Kiyoka Kudou verlobt, einem jungen Kommandanten und Familienoberhaupt der einflussreichen Familie Kudou, der für seine kalte und rücksichtslose Natur bekannt ist. Nach Jahrelangem Missbrauch und Schicksalsergebenheit akzeptiert Miyo die Verlobung, da sie weder eine andere Wahl noch einen Ort hat, den sie ihr Zuhause nennen kann. Über die Familie ihrer Mutter weiß sie nichts, allein und ohne nennenswerte Erziehung oder Ausstattung begibt sie sich in die Obhut ihres Verlobten.

Als Miyo ihr Leben mit Kiyoka das Monster ist, die sie erwartet hatte. Nach anfänglicher Distanziertheit blickt sie hinter die Fassade und findet sie ihn freundlich, was ihre vorgefassten Meinungen über ihn zunichte macht. Allmählich entsteht eine Bindung zwischen ihnen, während sie nach und nach ihre Herzen füreinander öffnen. In ihrer Beziehung erblüht die Liebe und in der Gesellschaft des anderen finden sie Glück und Zufriedenheit.
Während unter Kiyokas Schutz blüht Miyo auf. Und findet eine neue Familie in den Menschen, die ihr begegnen: Kiyokas Schwester Hazuki, Yurie und auch in dem etwas mysteriösen Arata Tsuruki.
Gemeinsam stellen sie sich verschiedenen Herausforderungen und Konflikten und bieten ihnen dabei Unterstützung und Kameradschaft. Während sich die Liebe zwischen Miyo und Kiyoka vertieft, bemühen sie sich eine erfüllende und freudige Beziehung aufzubauen.

Gleichzeitig wird Miyo von mysteriösen Albträumen heimgesucht und muss das Geheimnis ihrer verstorbenen Mutter lösen.
Mode zwischen Tradition und Westen
Es wundert mich bei Animes immer, warum so gerne die Taisho Era verwendet wird, weil ab und an macht es überhaupt keinen Sinn für mich. Hier, war diese Idee endlich einmal toll umgesetzt. Durch die Vermischung von traditioneller Mode und Lebensweise des gehobenen, japanischen Milieus und dem Einzug der Moderne. Elektrizität, Automobile und westliche Kleidung. Besonders gut sieht man es an Nebenfiguren. Während Kiyoka privat auch die traditionelle Kleidung bevorzugt trägt er im Dienst Uniform.

Andererseits trägt Kiyokas Schwester mit Begeisterung moderne, westliche Kleidung samt einer Armbanduhr! EIn völlig Kontrast zu dem eher traditionell wirkenden Pärchen Kiyoka und Miyo.
Vor allem sieht man aber westliche Herrenkleidung. Viele Herren tragen Hosen und Jacket oder Uniform. Darüber lässt sich leider das ganze nicht gut datieren, aber die gesamte Kleidung lässt vermuten: späte 1910er Jahren.

Cinderella in Japan
Das große Thema ist im Grunde genommen eine Version des CInderella-Stoffes. Aber nicht weniger schön und heimelig umgesetzt, in Verbindung mit Tropen des typischen Fantasy-Shojo Animes. Es folgt vorgezeichneten Ideen, ohne langweilig zu sein. Die Charaktere sind liebevoll und schön anzusehen. Mit vielen kann man sich anfreunden und eine schöne Zeit verbringen.

