Gods and Kings – Dana Thomas

In Gods and Kings Dana Thomas, author of Deluxe, tells the story of how John Galliano and Alexander McQueen changed the face of fashion

In the first decade of the 21st century the fashion world was dominated by two different but equally successful and turbulent figures. WIn the first decade of the 21st century the fashion world was dominated by two different but equally successful and turbulent figures. Within twelve months, Alexander McQueen had committed suicide, and John Galliano had professionally imploded. Who was to blame? And how was fashion changed by their rise and fall? Spanning the 80s, 90s and noughties, Gods and Kings tells the story of these two charismatic figures and times of great change in the world of fashion, from London’s raucous art and club scene to the old-world glamour of Parisian couture, and reveals the machinations of this notoriously secretive industry.

Klappentext

Am Donnerstagabend feierte John Galliano einen Triumph in Paris. Mit Artisanal, der Frühjahr/Sommer Kollektion 2024 für Maison Margiela hat John Galliano mit einem Schlag all das Zurückgeholt, was ich in den letzten Jahren an Mode schmerzlich vermisst habe: Das Gefühl, dass Mode uns Träumen lassen kann.

John Galliano ist ein Designer, über den man nur schwer sprechen kann. Er ist ein unvergleichliches Talent und kreatives Genie, das für einige der denkwürdigsten Kollektionen verantwortlich ist, die je gezeigt wurden. Er hat auch mit einigen Dämonen gekämpft und wurde „cancelled“, bevor dieser Begriff wirklich aufkam.

Seit seiner Entlassung bei Dior im Jahr 2011 ist es relativ ruhig um ihn geworden, auch nachdem er 2014 als Kreativdirektor zu Maison Margiela kam. Doch seit der Artisanal-Show 2024 von Maison Margiela am Donnerstagabend ist es mit der Zurückhaltung vorbei. Galliano ließ sich von dem ungarisch-französischen Künstler Brassaï und seinen voyeuristischen Fotografien des nächtlichen Paris inspirieren, was sich in der Kulisse der Show – unter der vom Vollmond beleuchteten Pont Alexandre III – ebenso widerspiegelte wie in den Figuren, die über den Laufsteg schritten, und in der Farbpalette der Kollektion.

Unter dem Eindruck dieser Show habe ich eines meiner Lieblingsbücher über die Modeindustrie der letzten 10 Jahres herausgeholt und erneut gelesen: Gods and Kings. Ein Buch, dass sich mit dem kometenhaften Aufstieg und olympischen Fall der wichtigsten Designer der 1990er und 2000er Jahre: John Galliano und Alexander McQueen.

Beide sind streitbare Personen. Insbesondere John Galliano ist für mich eine persönliche Herausforderung. Er ist ein Künstler seines Metiers. Aber zurecht wurde er 2011 wegen wiederholtem Antisemitismus gefeuert. Alexander McQueen ist ein nicht weniger kreativer, aber problematischer Designer gewesen.

Das Buch beschreibt alternierend den Werdegang der beiden Modedesigner. Dabei erhält man auch einen sehr guten Einblick wie das doch harte Modebuisness hinter den Kulissen das Leben der Designer prägen: der Druck innerhalb von sechs Monaten eine neue Kollektion zu entwerfen. Und dabei nicht nur eine: Haute Couture, Ready to wear, Cruise… die Liste wächst und wächst. Dabei ist das Ganze nicht reißerisch sondern sehr gut recherchiert.

Beide Designer, kamen nicht aus einem klassischen Bürgerlichen Hintergrund, sondern aus der Arbeiterklasse, was sie beide zu Außenseitern machte. Insbesondere Alexander McQueen litt unter vermeintlichem oder echtem Getuschel über ihn.

Gods and Kings ist eine hervorragende Chronik über das Leben zweier Modesuperstars und den Tribut, den es für ihr Leben forderte. Als Wunderkinder für ihre Visionen und handwerklichen Fähigkeiten anerkannt, wuchsen sie nie über ihren Ruhm hinaus, um ihre persönlichen Dämonen zu beruhigen. McQueen brachte seine zum Schweigen, indem er Selbstmord beging, und Galliano implodierte sozial, wie beruflich.

Ihre Geschichten sind interessant, weil sich ihre Lebenswege in der Schule auf einem ähnlichen Weg zu Ruhm und Erfolg kreuzten. Sie stürzten zur gleichen Zeit ab, wobei Galliano mehr oder weniger aufrecht blieb. Es hinterließ bei mir den Eindruck, dass wahre Kreativität zwar ein wenig verrückt ist, aber auch zerstört, wenn sie völlig verrückt ist, was im Fall dieser beiden Männer sicherlich der Fall war. Alles in allem ein interessantes Buch.

Und nun 10 Jahre später scheint Galliano eine Renaissance zu erleben.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Penguin (4. Februar 2016)
  • Sprache ‏ : ‎ Englisch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 432 Seiten
  • Preis : 13,16 €

Andrew Wilson- Alexander McQueen. Blood beneath the Skin

Hinweis: diese Rezension beinhaltet Suizid, Drogenmissbrauch und psychische Erkrankungen. Sollte das jemanden triggern bitte nicht weiterlesen.

When Alexander McQueen committed suicide in February 2010, aged just 40, a shocked world mourned the loss of its most visionary fashion designer.

McQueen had risen from humble beginnings as the youngest child of an East London taxi driver to scale the heights of fame, fortune and glamour. He designed clothes for the world’s most beautiful women including Kate Moss and Naomi Campbell. In business he created a multi-million pound luxury brand that became a favourite with both celebrities and royalty, most famously the Duchess of Cambridge who wore a McQueen dress on her wedding day.

But behind the confident facade and bad-boy image, lay a sensitive soul who struggled to survive in the ruthless world of fashion. As the pressures of work intensified, so McQueen became increasingly dependent on the drugs that contributed to his tragic end. Meanwhile, in his private life, his failure to find lasting love with a string of boyfriends only added to his despair. And then there were the dark secrets that haunted his sleep.

Inhaltsbeschreibung

Ich gebe zu, dass ich vor der Lektüre dieses Buches nur Eckdaten über Leben von Lee Alexander McQueen wusste. Ich bin niemand, der seine unkritisch Arbeit verehrt, aber sie zählt zu den wichtigsten der modernen Mode – fast einzigartig könnte sie alle Funktionen erfüllen und den Rang von bildender Kunst erreichen. Nicht zuletzt widmete das V&A und das MET McQueen Ausstellungen und beide Häuser sind im Besitz zahlreicher Arbeiten. Und ich war neugierig auf die Figur hinter der Gestalt „Alexander McQueen“ – den Privatmann, den seine Freunde Lee nannten.

Für mich war der Widerhall des gesamten Buches ein sehr kreativer Mensch, der mehr als ein problematischer Mensch war, dem aber alle um ihn herum dieses Verhalten „verziehen“ haben, weil er so war, wie er war.

Der Mythos Alexander McQueen

Das Buch wurde von seiner Kindheit bis zu seinem frühen Tod geschrieben. Es schildert das Leben eines Mannes mit Talent, Tatendrang, künstlerischer Selbstüberzeugung und einem Workaholic, der bis in die Nacht hinein arbeitete. Und das Buch zeigt ein Leben in Extremen. McQueen war ein sensibler und schüchterner Mann der, wie die meisten von uns, sowohl zu außergewöhnlicher Liebe und Großzügigkeit fähig war, als auch ein grausamer Tyrann gegenüber seinen Partnern und Arbeitskollegen.

Das Buch schildert eines deutlich: McQueen war nicht in der Lage, die Gefühle anderer zu verstehen. Es war ihm unmöglich, gesunde Beziehungen zu führen und aufgrund seines geringen Selbstwertgefühls und seines Drogenmissbrauchs hatte er ernsthafte Vertrauensprobleme. Sein lebenslanges Gewichtsproblem, dass er teils mit radikalen Diäten zu bekämpfen versuchte, trug wenig zu seinem Selbstwertgefühl in einem Arbeitsumfeld bei, dass von Äußerlichkeiten, Frivolität und Schönheitsidealen lebt.

Isabella Blow

Die wohl wichtigste Figur in McQueens kreativer Wirkung war die Modejournalistin Isabella Blow, die McQueen einmal als eine Mischung aus Herzogin und Fischverkäuferin bezeichnete. Seine Beziehung zu Isabella Blow war der interessanteste Part, denn obwohl sie aus sehr unterschiedlichen Verhältnissen stammten, waren sie sich sehr ähnlich. Im Bezug auf ihren modischen Scharfsinn und kreative Ausdrucksweise, aber auch im Bezug auf ihr geringes Selbstwertgefühl, ihr destruktives Verhalten und ihre psychischen Probleme. Und obwohl Alexander McQueen sich damals bereits von ihr distanziert hatte, traf Blows Selbstmord ihn schwer.

Blow spielte eine wichtige Rolle bei der Förderung der großen, kreativen Köpfe der Modebranche. Die nach ihr benannte Isabella Blow Foundation, fördert bis heute junge Talente.

Was von McQueen übrig blieb

Jedes Kapitel stand für eine Periode mit interessanten Interviews, die Andrew Wilson über diese Zeit geführt hat. Alle Freunde von McQueen verschmolzen in meinem Kopf miteinander, ebenso wie seine Kollegen. Seine Liebe zur Landschaft, zum Meer, zu den schottischen Familienwurzeln und zu seiner Hunde floss in sein Werk ein, stand aber gleichzeitig im Widerspruch zu einer städtischen Existenz, die in rasendem Tempo geführt wurde.

Aber ich hatte das Gefühl, dass über bestimmte Themen geschwiegen wurde. Es gab viele Aussagen von Menschen aus seinem Umfeld, dass er sich gefangen fühlte oder unter großem Druck zu stehen schien. Andere sagten, dass sie ihrem ärgsten Feind den Erfolg in der Modebranche nicht wünschen würden. Warum genau?

Es mag daran liegen, dass viele Weggefährten von McQueen noch leben und das Andenken an McQueen und ihre Profession schützen wollen, ebenso wie die Tatsache das Familie und Freunde natürlich ein ganz bestimmtes Bild vermitteln wollten. Sein kometenhafter Aufstieg führte gleichzeitig zu einem Fall ins Bodenlose, auf Euphorie folgten Phasen tiefster Depressionen.

Er beging Selbstmord. Das ist bitter und schlimm. Aber nach diesem Buch hatte ich keine Kraft für Mitleid mit diesem Mann, außer dass er diese Erde in einem relativ jungen Alter verlassen hat.

Herausgeber ‏ : ‎ Simon + Schuster Inc.

Erscheinungsdatum: 10. März 2016

Sprache ‏ : ‎ Englisch

Taschenbuch ‏ : ‎ 400 Seiten

Preis: 8,39 €

Hinweise:

Telefonseelsorge zur Suizidprävention

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung – Sucht & Drogenhilfe