Andrew Wilson- Alexander McQueen. Blood beneath the Skin

Hinweis: diese Rezension beinhaltet Suizid, Drogenmissbrauch und psychische Erkrankungen. Sollte das jemanden triggern bitte nicht weiterlesen.

When Alexander McQueen committed suicide in February 2010, aged just 40, a shocked world mourned the loss of its most visionary fashion designer.

McQueen had risen from humble beginnings as the youngest child of an East London taxi driver to scale the heights of fame, fortune and glamour. He designed clothes for the world’s most beautiful women including Kate Moss and Naomi Campbell. In business he created a multi-million pound luxury brand that became a favourite with both celebrities and royalty, most famously the Duchess of Cambridge who wore a McQueen dress on her wedding day.

But behind the confident facade and bad-boy image, lay a sensitive soul who struggled to survive in the ruthless world of fashion. As the pressures of work intensified, so McQueen became increasingly dependent on the drugs that contributed to his tragic end. Meanwhile, in his private life, his failure to find lasting love with a string of boyfriends only added to his despair. And then there were the dark secrets that haunted his sleep.

Inhaltsbeschreibung

Ich gebe zu, dass ich vor der Lektüre dieses Buches nur Eckdaten über Leben von Lee Alexander McQueen wusste. Ich bin niemand, der seine unkritisch Arbeit verehrt, aber sie zählt zu den wichtigsten der modernen Mode – fast einzigartig könnte sie alle Funktionen erfüllen und den Rang von bildender Kunst erreichen. Nicht zuletzt widmete das V&A und das MET McQueen Ausstellungen und beide Häuser sind im Besitz zahlreicher Arbeiten. Und ich war neugierig auf die Figur hinter der Gestalt „Alexander McQueen“ – den Privatmann, den seine Freunde Lee nannten.

Für mich war der Widerhall des gesamten Buches ein sehr kreativer Mensch, der mehr als ein problematischer Mensch war, dem aber alle um ihn herum dieses Verhalten „verziehen“ haben, weil er so war, wie er war.

Der Mythos Alexander McQueen

Das Buch wurde von seiner Kindheit bis zu seinem frühen Tod geschrieben. Es schildert das Leben eines Mannes mit Talent, Tatendrang, künstlerischer Selbstüberzeugung und einem Workaholic, der bis in die Nacht hinein arbeitete. Und das Buch zeigt ein Leben in Extremen. McQueen war ein sensibler und schüchterner Mann der, wie die meisten von uns, sowohl zu außergewöhnlicher Liebe und Großzügigkeit fähig war, als auch ein grausamer Tyrann gegenüber seinen Partnern und Arbeitskollegen.

Das Buch schildert eines deutlich: McQueen war nicht in der Lage, die Gefühle anderer zu verstehen. Es war ihm unmöglich, gesunde Beziehungen zu führen und aufgrund seines geringen Selbstwertgefühls und seines Drogenmissbrauchs hatte er ernsthafte Vertrauensprobleme. Sein lebenslanges Gewichtsproblem, dass er teils mit radikalen Diäten zu bekämpfen versuchte, trug wenig zu seinem Selbstwertgefühl in einem Arbeitsumfeld bei, dass von Äußerlichkeiten, Frivolität und Schönheitsidealen lebt.

Isabella Blow

Die wohl wichtigste Figur in McQueens kreativer Wirkung war die Modejournalistin Isabella Blow, die McQueen einmal als eine Mischung aus Herzogin und Fischverkäuferin bezeichnete. Seine Beziehung zu Isabella Blow war der interessanteste Part, denn obwohl sie aus sehr unterschiedlichen Verhältnissen stammten, waren sie sich sehr ähnlich. Im Bezug auf ihren modischen Scharfsinn und kreative Ausdrucksweise, aber auch im Bezug auf ihr geringes Selbstwertgefühl, ihr destruktives Verhalten und ihre psychischen Probleme. Und obwohl Alexander McQueen sich damals bereits von ihr distanziert hatte, traf Blows Selbstmord ihn schwer.

Blow spielte eine wichtige Rolle bei der Förderung der großen, kreativen Köpfe der Modebranche. Die nach ihr benannte Isabella Blow Foundation, fördert bis heute junge Talente.

Was von McQueen übrig blieb

Jedes Kapitel stand für eine Periode mit interessanten Interviews, die Andrew Wilson über diese Zeit geführt hat. Alle Freunde von McQueen verschmolzen in meinem Kopf miteinander, ebenso wie seine Kollegen. Seine Liebe zur Landschaft, zum Meer, zu den schottischen Familienwurzeln und zu seiner Hunde floss in sein Werk ein, stand aber gleichzeitig im Widerspruch zu einer städtischen Existenz, die in rasendem Tempo geführt wurde.

Aber ich hatte das Gefühl, dass über bestimmte Themen geschwiegen wurde. Es gab viele Aussagen von Menschen aus seinem Umfeld, dass er sich gefangen fühlte oder unter großem Druck zu stehen schien. Andere sagten, dass sie ihrem ärgsten Feind den Erfolg in der Modebranche nicht wünschen würden. Warum genau?

Es mag daran liegen, dass viele Weggefährten von McQueen noch leben und das Andenken an McQueen und ihre Profession schützen wollen, ebenso wie die Tatsache das Familie und Freunde natürlich ein ganz bestimmtes Bild vermitteln wollten. Sein kometenhafter Aufstieg führte gleichzeitig zu einem Fall ins Bodenlose, auf Euphorie folgten Phasen tiefster Depressionen.

Er beging Selbstmord. Das ist bitter und schlimm. Aber nach diesem Buch hatte ich keine Kraft für Mitleid mit diesem Mann, außer dass er diese Erde in einem relativ jungen Alter verlassen hat.

Herausgeber ‏ : ‎ Simon + Schuster Inc.

Erscheinungsdatum: 10. März 2016

Sprache ‏ : ‎ Englisch

Taschenbuch ‏ : ‎ 400 Seiten

Preis: 8,39 €

Hinweise:

Telefonseelsorge zur Suizidprävention

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung – Sucht & Drogenhilfe