What’s in my bag: Historiker Edition

Anno Domini 2013. Es waren die letzten glorreichen Jahre des Streetstyle und eine Zeit, in der gefühlt jeder Blog zeigte, was in der Tasche ist. What’s in my bag hieß die Kategorie, die mit den Jahren langsam von der Bildfläche rückte. Aber mittlerweile nutzen große Modemagazine sie auch wieder – mal mehr, mal weniger kreativ für Werbebeiträge mit Promis. Ich kann nicht mit einer Lady Dior, einem Prada Rucksack oder irgend einer anderen großen Marke punkten. Aber was nimmt man eigentlich als Historikerin mit? Gute das irgendwer (nicht) fragt und ich die Antwort habe.

Ich mag die Idee, ein bisschen Alltag und Kleinigkeiten kennenzulernen, die andere Personen, die mich inspirieren, immer bei sich tragen. Deshalb dachte ich, zeige ich, was ich so mit mir trage.

Typischerweise brauche ich einen großen Rucksack und keine damenhafte kleine Tasche. Zum einen aus Praktischen, zum anderen aus bequemlichen Gründen.

Bücher

Ich glaube das erübrigt sich von selbst oder? In der Regel habe ich immer was zu lesen dabei, mal eine unterhaltsame Geschichte, mal ein Sachbuch, mal eine Biografie, ganz nach Muse. Wenn es mehr sein soll, hab ich auch einen alten, aber treuen Kindle, der mich begleitet. Ich habe meistens Kopien von Artikeln, Beiträgen, Büchern oder Quellenmaterial dabei und zwischendrinn ist es schön, mal was anderes zu lesen.

Kopfhörer

Manchmal ist es tierisch langweilig über Büchern zu sitzen und die absolute Stille um sich zu haben. Deswegen habe ich immer Kopfhörer dabei, egal ob Musik, Podcasts oder Hörspiele.

Strickzeug

Ein Strickprojekt habe ich immer dabei. Es gibt nichts beruhigenderes als sich ab und zu hinzusetzen und einfach ein paar Reihen zu stricken, gerade um den Kopf einfach etwas frei zu kriegen. Und je nach Qualität der Wolle eine echte Wohltat für die Finger. Gerade Stricke ich mit der wunderbaren Wolle von Artemis Yarns. Es gleitet leicht und flüssig von der Nadel und ich liebe die Farbkombination.

Make-Up Bag oder Survival Bag

Eigentlich mehr als das – das ist das Täschchen in dem so ziemlich alles für jeden Notfall eingepackt ist. Man kennt’s. Immer dabei die aktuellen Lippenstifte und das Parfüm. Derzeit ist das Happy von Clinique und ROMAND Juicy Lasting Tint Litchi Coral.

Haarnadel

Haargummis sind Rudeltiere, die von Tasche zu Jacke, zu Schalen wandern und nie gefunden werden. Deswegen habe ich meine Haarnadel dabei abgesehen davon, dass sie besser für die Haare sind, sieht es irgendwie automatisch stylischer aus.

Brille

Ohne Brille geht gar nichts.

Notizbücher & Stifte

Recherche heißt aufschreiben, vermerken und notieren. Ergo ohne eine Notizbuch geht überhaupt nichts. Ich benutze einen Ringhefter von Muji, Blätter raus, alles aufschreiben und einheften. Der Vorteil ist, man kann Notizen besser ordnen.

Und Stifte, Markierer und Post-Its! Man muss immer irgendwas markieren, ob bei Kopien, Büchern oder auch in den Notizen.

Meine ganz besondere Hochzeit

Im Sommer habe ich jeden Mittwoch mit Begeisterung diesen Anime gesuchtet – es war das perfekte Abendprogramm.

Die Geschichte von „My Happy Marriage“ spielt in der Taisho-Era (1912-1926) im Japan zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Geister oder Groteske suchen das land seit Jahrhhunderten heim und werden von Familien mit besonderen Talenten bekämpft. Diese Familien haben innserhalb der Gesellschaft einen besonderen Status. Miyo Saimori, eine junge Frau, die ohne übernatürliche Talente geboren wurde, lebt ein hartes, liebloses Leben unter der Obhut ihrer missbräuchlichen Stiefmutter und ihrer jüngeren Schwester. Aufgrund von Heiratspolitik und ihrem Status als Halbwaise ohne übernatürliche Fähigkeiten, wird Miyo mit Kiyoka Kudou verlobt, einem jungen Kommandanten und Familienoberhaupt der einflussreichen Familie Kudou, der für seine kalte und rücksichtslose Natur bekannt ist. Nach Jahrelangem Missbrauch und Schicksalsergebenheit akzeptiert Miyo die Verlobung, da sie weder eine andere Wahl noch einen Ort hat, den sie ihr Zuhause nennen kann. Über die Familie ihrer Mutter weiß sie nichts, allein und ohne nennenswerte Erziehung oder Ausstattung begibt sie sich in die Obhut ihres Verlobten.

Als Miyo ihr Leben mit Kiyoka das Monster ist, die sie erwartet hatte. Nach anfänglicher Distanziertheit blickt sie hinter die Fassade und findet sie ihn freundlich, was ihre vorgefassten Meinungen über ihn zunichte macht. Allmählich entsteht eine Bindung zwischen ihnen, während sie nach und nach ihre Herzen füreinander öffnen. In ihrer Beziehung erblüht die Liebe und in der Gesellschaft des anderen finden sie Glück und Zufriedenheit.

Während unter Kiyokas Schutz blüht Miyo auf. Und findet eine neue Familie in den Menschen, die ihr begegnen: Kiyokas Schwester Hazuki, Yurie und auch in dem etwas mysteriösen Arata Tsuruki.

Gemeinsam stellen sie sich verschiedenen Herausforderungen und Konflikten und bieten ihnen dabei Unterstützung und Kameradschaft. Während sich die Liebe zwischen Miyo und Kiyoka vertieft, bemühen sie sich eine erfüllende und freudige Beziehung aufzubauen.

Gleichzeitig wird Miyo von mysteriösen Albträumen heimgesucht und muss das Geheimnis ihrer verstorbenen Mutter lösen.

Mode zwischen Tradition und Westen

Es wundert mich bei Animes immer, warum so gerne die Taisho Era verwendet wird, weil ab und an macht es überhaupt keinen Sinn für mich. Hier, war diese Idee endlich einmal toll umgesetzt. Durch die Vermischung von traditioneller Mode und Lebensweise des gehobenen, japanischen Milieus und dem Einzug der Moderne. Elektrizität, Automobile und westliche Kleidung. Besonders gut sieht man es an Nebenfiguren. Während Kiyoka privat auch die traditionelle Kleidung bevorzugt trägt er im Dienst Uniform.

Andererseits trägt Kiyokas Schwester mit Begeisterung moderne, westliche Kleidung samt einer Armbanduhr! EIn völlig Kontrast zu dem eher traditionell wirkenden Pärchen Kiyoka und Miyo.

Vor allem sieht man aber westliche Herrenkleidung. Viele Herren tragen Hosen und Jacket oder Uniform. Darüber lässt sich leider das ganze nicht gut datieren, aber die gesamte Kleidung lässt vermuten: späte 1910er Jahren.

Cinderella in Japan

Das große Thema ist im Grunde genommen eine Version des CInderella-Stoffes. Aber nicht weniger schön und heimelig umgesetzt, in Verbindung mit Tropen des typischen Fantasy-Shojo Animes. Es folgt vorgezeichneten Ideen, ohne langweilig zu sein. Die Charaktere sind liebevoll und schön anzusehen. Mit vielen kann man sich anfreunden und eine schöne Zeit verbringen.