Mode in den 1940er Jahren. Aus irgendeinem Grund ist sie gerade im Vintage und Retro Bereich sehr beliebt geworden. Insbesondere die Mode der ersten Hälfte der 1940er Jahre. Diese ist überschattet von dem II. Weltkrieg. Daher ist es verwunderlich, denn die originale Fotos der Zeit zeigen Männer und Frauen hauptsächlich in ihren Uniformen und wenn nicht, dann ist klar zu sehen dass Mode durch Rationierung nicht gerade übermäßig raffiniert ist. Mode wurde vor allem in dieser Zeit in Heimarbeit gefertigt. Magazine und Bücher, ebenso Textile Beispiele geben darüber Aufschluss. Nach dem Krieg lanciert Christian Dior 1947 den Stil, der als New Look bezeichnet wurde. Eine sehr feminine Silhouette, mit weiten schwingenden Röcken und enger Taille, während die Kleidung der von Männern und Kindern durch die sportliche Lässigkeit zunehmend amerikanisiert wirkt.
Das Ende der 1930r Jahre ist der Anfang des II. Weltkrieges. Und genau wie der I. Weltkrieg in den 1910er Jahren, Hatte der II. Weltkrieg einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Mode in der ersten Hälfte der 1940er Jahre, und sogar über sein Ende hinaus. Frankreich, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten hatten bereits etablierte Modeindustrien, die von dem II. Weltkrieg beeinflusst wurden. Nach dem Krieg, wurden diese durch Christian Diors New Look Wiederbelebt.
Anfang der 1940er war Frankreich bereits etabliert als das Zentrum für Damenmode. Allerdings wurde im Juni 1940 Paris von den Deutschen Kräften besetzt und diese Besatzung blieb bis 1944. Obwohl diese zu einer Abwanderung der Pariser Couturiers führt, blieben einige in Paris und gingen weiter ihrem Beruf nach. Aber da Paris von den USA und dem UK abgeschnitten wahr, fand kein genauere Austausch zwischen den drei Ländern statt, so dass diese Designs sich vergleichsweise unterschieden. Die Schnitte waren schwingender und weiter, als zu vergleichsweise geradlinigen Konzepte mit einem glatten Rock die in den USA und dem Vereinigten Königreich vorherrschten.

Außerhalb Frankreich, wurde die Mode von Rationierung dominiert. Kleidung wurde praktisch und sparsam hergestellt und die „Utility clothing“, die durch die Rationierungspolitik im vereinigten Königreich prägend für die 1940er Jahre, dass mit Coupons erworben werden konnte. James Laver schreibt in Costume and Fashion : A Concise History: “ The look was simple but stylish, with good proportion and line. It incorporated padded shoulders, a nipped-in waist, and hems to just below the knee,” (253). Abs 1943 wurde aber auch die Mode ind en USA oder im Deutschen Reich von ähnlcihen Silouhetten gekenntzeichnet. DIe Anzüge waren eher kastenförmig mit aehnlehnung an Militäruniformen und mit runden Krägen. Tweeds und Karomuster wurden von 1930er Jahren übernommen, egenau wie die hellen Farben und Muster, die die sparsame Mode etwas durchbrachen.
Um die rationierte Mode im Vereinigten Königreich etwas Schmeichelnder erscheinen zu lassen wurde vom britischen Parlament die Incorporated Society of London Fashion Designer (Inc.Soc) eingebunden. Designer wie Norman Hartnell, Hardy Amies und Edward Molyneux entwarfen Kleiderschnitte, die in Heimarbeit gefertigt werden konnten um die Coupons für Lebensmittel zu nutzen. Die Historikerin Jayne Shrimpton schreibt in Fashion in the 1940s„: “The [Utility Clothing] initiative might never have succeeded had the government not taken the inspired decision to involve leading London couturiers in the design of Utility clothing” (31). Obwohl das Erscheinen dieses Kleidungsstils sehr einfach war, sollte es durch die Beiträge von namlhaften Designern aufgewertet werden und England als einen Vertreter der Mode über die Kriegsjahre helfen.

In den USA wurde nie eine so starke Rationierung von Kleidung in die Wege geleitet wie im Vereinigten Königreich, und die Abwanderung von Deutschen und französischen Designern sorgte für ein erstes Aufblühen der amerikanischen Modeindustrie, die aufgrund mangelnder Entwürfe aus Paris sich begann zu emanzipieren. Insbesondere in der Kauffertigen Mode. Die zwei wichtigsten Designer dieser Zeit waren Norman Norell und CLaire McCardell. Norell entwarf qualitativ Hochwertige Mode, die die Lücke der Pariser Couture füllte und mit der Verwendung von Strass und Pallietten wurden glitzernder Abendkleider entworfen. McCardell hingegen war maßgeblich and er Entwicklung der amerikanischen Alltagsmode beteiligt. Sie entwarf sportliche, bequeme und praktische Kleider aus Denim, Seersucker und Jersey.
1940 entwickelte sie ein „Popover“-Kleid. Ein Wickelkleid, dass ursprünglich auch teil der Rationierungsmode war und schnell eine Grundlage von McCardells Kollektionen wurde. McCardells einfache, bequeme aber fröhliche Mode waren bis in die 1950er Populär. In den USA begannen aber auch die geflohenen Designer ihre Arbeit aufzunehmen und einen Beitrag in der Amerikanischen Mode zu leisten und NEW York und San Francisco bildeten seit den 1930er Jahren die zwei wichtigsten Modezentren des Landes. Mit der Befreiung von Paris begann auch Frankreich wieder einen Platz in der internationalen Mode zu behaupten

Der Krieg endete mit der Bedingungslosen Kapitulation von Naz-.Deutschland im Mai 1945, aber das Leben ging nicht automatisch in die Normalität über. Obwohl die Nachkriegszeit bereits ab März 1945 in den meisten Fällen angefangen hatte. In Großbritannien wurde Mode bis 1949 weiterhin rationiert und auch danach waren die Handelsketten und Lieferungen gestört was zu Materialknappheit in UK und den USA führte. Dennoch verlor die pragmatische Mode der Kriegsjahre ihren Reiz als im Februar 1947 Dior seine erste Kollektion vorstellt, die von der Modejournalistin Carmel Snow als „The New Look“ bezeichnet wurde.
Offiziell trug die Kollektion den Namen „Corolle“ (Blütenkrone) . Charakteristisch waren die runden Schultern, die enge Taille und der lange, volle Rock. Ikonisch dafür war der „Bar Suit“, eine weiße, taillierte Jacke und einen vollen, plissierten schwarzen Rock. Obwohl als „New Look“ bezeichnet nimmt Dior Rückgriff auf Mode des frühen 20 Jahrhunderts und bediente sich der Techniken der 19. Jahrhunderts. Dennoch erschuf es einen genauen Gegenentwurf zu der sparsamen Mode der 1940er.

Nach den Jahren der pragmatischen Sparsamkeit und einfachen Linien war der volle Rock Diors sehr verlockend. Magazine und Schnittmuster nahmen relativ Schnell diese Silhouette. Allerdings deutlich Sparsamer als die Entwürfe Diors, die bis zu 10 oder 20 Meter Stoff brauchen konnten. Diese Entwürfe waren allerdings auch durchaus Kontrovers: von Vorwürfen der Verschwendung von Material hin zu veralteten Frauenrollen der Vorkriegszeit. Dennoch wurde der New Look die populäre modische Silhouette der späten 1940er bis in die 1950er hinein.



