12 Gründe für das Flapper Girl

Ich bin mir sicher, dass es jedem, der sich mit den 1920ern befasst hat alles ziemlich bekannt vorkommt. Um genauer zu sein, hier eine Liste von 12 Faktoren, die den Aufstieg der lebenslustigen Flapper begünstigten:

  1. Der Erste Weltkrieg

Der Erste Weltkrieg war, der Wendepunkt des 20. Jahrhunderts. Die traumatischen Auswirkungen dieses globalen Konflikts, der zum Tod unzähliger Freunde, Verwandter und Nachbarn führte, zeigten der jungen Generation nicht nur, dass das Leben vergänglich war, sondern brachen auch die alten Systeme der Klassenunterschiede auf.

  1. Die Influenza-Pandemie

Es ist seltsam, dass diese Panidemie, der bis zu 40 Millionen Menschen zum Opfer fielen, als der Erste Weltkrieg zu Ende ging, heute so wenig bekannt ist, aber damals hatte sie eine tiefgreifende Wirkung auf die jungen Menschen, die sie durchlebten.

  1. Beruf und Bildung

Im Gegensatz zu dem, was man vielleicht hört, waren Frauen – vor allem alleinstehende Frauen – viele Jahrzehnte lang ein bedeutender Anteil der Erwerbstätigen. In den 1890er Jahren hatten etwa 25 % der alleinstehenden Frauen im Alter von 15 bis 24 Jahren einen Arbeitsplatz, und etwa 40 % der alleinstehenden Frauen im Alter von 25 bis 35 Jahren. Als jedoch Tausende von jungen Männern ihren Arbeitsplatz verließen, um im Ersten Weltkrieg zu dienen, sprangen junge Frauen für sie ein. Das heißt nicht, dass der Krieg gleichbedeutend mit Emanzipation war, sondern nur, dass mehr junge Frauen in schwierigen Zeiten mehr Verantwortung und Unabhängigkeit übernehmen mussten. Wahrscheinlich waren dies auch Faktoren, die dazu führten, dass mehr Frauen Universitäten besuchten und ein breiteres Ausbildungsangebot für Frauen geschaffen wurde.

  1. Das Wahlrecht

1920 wurde der 19. Verfassungszusatz vollständig ratifiziert, was einen Wendepunkt für die amerikanischen Frauen darstellte und dazu beitrug, dass die Idee der „neuen Frau“ Teil der nationalen Diskussion wurde. Das war natürlich eine ziemlich große Sache.

  1. Konsumverhalten

Mit dem Aufschwung des verarbeitenden Gewerbes und dem wirtschaftlichen Aufschwung kam es zu einem Anstieg des Konsumverhaltens. Immer mehr Produkte richteten sich an junge berufstätige Frauen mit eigenem Geld – von Strümpfen über Deodorants bis hin zu Haarpflegeprodukten. Die Werbung war allgegenwärtig – in Zeitungen, in Filmzeitschriften und auf Zäunen und Gebäuden. Schaufensterauslagen wurden zu einer Kunst.

  1. Popularität von “ Filmen“

Dies ist ein wichtiger Punkt, Leute. Die jungen, charismatischen Schauspielerinnen der Stummfilmzeit trugen wahrscheinlich mehr zur Verbreitung neuer Frisuren und Kleidungsstücke bei als alles andere – und die neu entdeckte Popularität von Make-up war wahrscheinlich dazu gedacht, das Aussehen auf der Leinwand nachzuahmen (obwohl die blasse Haut und das dunkle Lippen- und Augen-Make-up der Stummfilmzeit zu einigen ziemlich gewagten Looks im wirklichen Leben führten!)

  1. Automobile

Das Automobil war ein weiterer wichtiger Faktor in der Flapper-Kultur, da es den jungen Leuten ermöglichte, einfacher und schneller als je zuvor von A nach B zu kommen. Wir können uns gut vorstellen, wie aufregend diese Freiheit gewesen sein muss.

  1. Jazz

Die 1920er Jahre werden nicht umsonst als „Jazz-Zeitalter“ bezeichnet – der neue Musikstil war für die jungen Leute der Inbegriff von „modern“. Jazz zu spielen, dazu zu tanzen und Jazz-Songs zu singen, wurde zur Begeisterung. Es war der Soundtrack des Jahrzehnts.

  1. Tanzen

Apropos Tanzen: In den 1910er und 1920er Jahren gab es wohl kaum einen beliebteren Zeitvertreib als das Tanzen. Die meisten Jugendlichen hatten ihren Lieblingstanzsaal – die Urgroßmutter des Clubs. Man geht davon aus, dass die Liebe zum Tanzen letztlich zum „Flapper Dress“ führte – dem leichten, geraden, meist korsettlosen Kleid, das den Charleston oder den Tango viel einfacher machte.

  1. Romane

Es wird angenommen, dass populäre Romane, insbesondere Liebesromane, einen Einfluss auf die jungen Frauen der 20er Jahre hatten, wie z. B. Bestseller wie Three Weeks von Elinor Glyn, The Sheik von E.M. Hull und The Plastic Age von Percy Marks.

  1. Comic-Strips

Zeitungscomics, sowohl ein- als auch mehrteilige, waren damals ein wichtiger Bestandteil der Popkultur. Sie beeinflussten nicht nur den „Cartoon“-Look und die Gags vieler Stummfilmkomödien (einige Zeichner schrieben sogar Gags für Filmkomiker), sondern die Comicfiguren machten auch verschiedene Slangbegriffe populär – und Slang war, wie wir wissen, eine Art Flapper-Sprache.

  1. Schnaps und Zigaretten

Trotz der Prohibition (die entgegen der weit verbreiteten Meinung ziemlich erfolgreich war) gelang es vielen Leuten, sich in den örtlichen Speakeasies heimlich mit Getränken zu versorgen – Gin Blossom und Highballs waren die übliche Wahl. Und das Rauchen war ein sicherer Weg für einen selbstbewussten jungen Flapper, die Älteren (oder sogar ihre Freunde) zu schockieren.

2 Kommentare

  1. Gut, dass Du mich abonniert hast. Dadurch habe ich jetzt auch Deine spannende und interessante Webseite entdeckt. Carolee Scheeman heißt übrigens Carolee SchNeeman .
    Liebe Grüße Hanswerner

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    1. Avatar von Sarah Maria Sarah Maria sagt:

      Hallo, danke für den Hinweis. Es freut mich, dass dir meine Ideen und Beiträge gefallen.

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