Violet Evergarden

Violet wurde im Krieg einst als „Waffe“ eingesetzt – sie kennt keine Emotionen und handelt ausschließlich nach Befehlen. Nach dem Krieg wird sie mit neuen, metallenen Armen aus dem Krankenhaus entlassen und ihrem ehemaligen Vorgesetzten Hodgins übergeben. Dieser vermittelt Violet eine Anstellung in einem Postunternehmen als sogenannte „Autonome Korrespondenz Assistentin“, wo sie für die größtenteils analphabetische Bevölkerung Briefe verfasst. Durch ihre Arbeit kommt sie mit vielen verschiedenen Menschen, Emotionen und Formen der Liebe in Kontakt. Jeder Auftrag bringt sie dabei ihrem Ziel näher: die Worte zu begreifen, die ihr ein ganz besonderer Mensch einst auf dem Schlachtfeld anvertraute

Puppe & Kriegswaffe

Die Steampunk-Welt in der diese Geschichte spielt ist circa auf dem Stand vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Und spielt kurz dem Ende eines Krieges zwischen den Ländern Leidenschaft, Drossel, Flügel und Ctrigal. Violet Evergarden ist eine Kindersoldatin, die nur den Krieg und das kämpfen kennt. In vielen Fällen wird sie nur al Maschine bezeichnet, denn sie kann keine Gefühle deuten oder verstehen. Nach dem Ende des Krieges zieht sie nach Leiden, die Hauptstadt des Landes Leidenschaft, wo sie unter einem ehemaligen Offizier, Claudia Hodgekins, in einer privaten Postfirma, der CH Postgesellschaft, arbeitet. Im Laufe der Zeit wird sie zu einer professionellen Texterin, einer Autonomen Korrespondenzassistentin (kurz. AKORA) und reist in verschiedene Ort um die Gefühle ihrer Klienten niederzuschreiben. Violets Gesicht bleibt immer ausdruckslos und bietet jedem die optimale Projektionsfläche für ihr eigenes Trauma und dessen Bewältigung. Das Mädchen mit dem puppenhaften Gesichtsausdruck und ihrer ordentlichen, fast militärischen Kleidung ist anrührend und unheimlich zu gleich.

Der Major

Violets einzige Bezugsperson war Major Gilbert Bougainvillea. In Rückblenden erfährt man, dass Gilbert sie von seinem älteren Bruder, Dietfried, als Waffe bekam. Doch im Gegensatz dazu behandelte Gilbert Violet menschlich, gibt ihr ihren Namen und lehrt sie lesen und schreiben. Sie befolgt jeden Befehl den sie erhält. Gefühle sind ihr fremd, da sie seit ihrer Kindheit nur als Kriegsmaschine benutzt wurde. in der letzten Schlacht, in der Violet bei dem Versuch den verletzten Major zu retten, beide Arme verlor, gab er ihr einen letzten Befehl der lautete: „Bitte sei frei und lebe.“ Die letzten Worte des Majors zu ihr waren: „Ich liebe dich.“, welche für Violet unverständlich waren. Daher ist ihr Ziel diese Worte zu verstehen und zu verstehen, was Gefühle sind. In der Arbeit als „Akora“ und der Auseinandersetzung der Gefühle ihrer Klienten versteht sie mehr und mehr was Gefühle sind.

Später erfährt sie, dass ihr Major als „verschollen“ gilt und ein Grab für ihn aufgestellt wurde. Für Violet ist dies ein schwerer Schlag, da sie die Person, für die sie gelebt hat nicht mehr da ist. Sie zeigt zum ersten Mal starke Gefühle zeigt und weint und sich etwas später von einer „Maschine“, die Befehle erwartet zu einem eigenständigen Menschen entwickelt.

Die Reise

Diese Geschichte handelt um Gefühle und das auseinandersetzen mit Ihnen. Der eigenen Gefühle und der Gefühle anderer bewusst zu werden, sie zu verstehen und sie auch auszudrücken, der Verlust von Angehörigen und der Umgang damit, sowie eigenständig werden.

Violet reist zu ihren Kunden. Ob in ein anderes Viertel von Leiden, ein kleines Haus auf dem Land oder in ein Kriegsgebiet. Violet reist an jeden Ort, an dem sie gebraucht wird. Eine Reiseschreibmaschine im Gepäck. Jeder Kunde, für den sie schreibt, ist eine Station auf dem Weg zu sich selbst.


Kriegstrauma und Rückkehr


Ein großes Thema, dass sich durch die ganze Handlung zieht, ist das Trauma des Krieges. Violet und auch Claudia waren beide im Krieg. Im Laufe der Zeit erfährt man, dass Violet als Kriegssoldatin für tödliche Einsätze verantwortlich war. Dennoch ist die es vor allem die Beziehung von Major Gilbert und Violet, die in den Rückblenden aus Kriegszeit und Erinnerungen zeigen und wie wichtig er für sie ist.

Im laufe der Zeit lernt Violet immer mehr zu kommunieren. Mit Briefen. Die, die sie für ihre Kunden schreibt aber auch wie Violet wie sie immer mehr über Gefühle lernt. Am Ende schreibt sie einen Brief an sich selbst.

Mit den Monologen und Dialogen, die Violet führt, wird anfangs verdeutlicht, wie Violet ist. Sie spricht sehr monoton, förmlich und nur das Nötigste. Ihre Verhaltensweise ist die, eines Soldaten im Dienst. Nach und nach wird sie empathischer und zeigt selbst Gefühle. Dies spiegelt sich auch in dem Ton der Stimme wieder sowie in der Art, wie ihre Sätze formuliert sind. Die Geschichte führt einen durch die Gefühlswelten von Violet, den Personen um sie herum, ihren Klienten und die Entwicklung Violets Gefühlswelt.

Dadurch, dass Violet anfangs keine Emotionen zeigt, ist es noch verständlich um dem Zuschauer eine ähnliche Stimmung wie Violet zu geben. Jedoch bei den letzteren Klienten, wo Violet wirklich mit ihnen mitfühlt und dies deutlich zeigt, war der Aufbau der Gefühle des Zuschauers zu den Figuren nicht ausreichend um mich tiefergehend zu bewegen. In Violet Evergarden wird in den ersten Minuten klar, dass der Major Gilbert nicht mehr bei Violet sein kann um ihr Befehle zu geben.


Als Gesamtwerk ist Violet Evergarden ein Anime, welcher in erster Linie unterhält, welcher besondere Charaktere zeigt und kleinere, in sich geschlossene, aber auch lehrreiche Geschichten der Klienten enthält, jedoch auch zum Nachdenken anregt.

2 Kommentare

  1. Avatar von afictionesse afictionesse sagt:

    Ich musste irgendwann aufgeben. Mir war das Tempo zu langsam. Zwar wollte ich die Popularität hinter der Serie verstehen, aber die Entwicklungsstruktur zog sich ewig.

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    1. Avatar von Sarah Maria Sarah Maria sagt:

      Das kann ich nachvollziehen – das Tempo ist wirklich etwas langsamer, aber ich habe genau das gemocht, weil es mir Zeit gegeben hat jede Figur kennen zu lernen.

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